Lichtverschmutzung, viel mehr als nur der Spaßverderber der Astronomie | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Lichtverschmutzung, viel mehr als nur der Spaßverderber der Astronomie

hj_net

Mitglied
Ab 21:00 Uhr könnte in den meisten Straßen das Laternenlicht erheblich reduziert und teilweise ganz abgeschaltet werden. Wenn man das in den Wohnsiedlungen sieht, wie wenig unterwegs sind, versteht man die Energieverschwendung sowieso nicht. Sicherheit bietet das Straßenlicht heutzutage sowieso nicht mehr.
 

Rainmaker

Mitglied
Hallo,

der große Treiber der Lichtverschmutzung ist die Straßenbeleuchtung längst nicht mehr. Ein Blick in die Vorgärten eurer Umgebung sollte das eigentlich mehr als deutlich zeigen. Es geht bei der Beleuchtung heute übrigens auch nicht wirklich um echte Sicherheit, sondern gefühlte Sicherheit und natürlich Posing vor den Nachbarn (schau mal was ich für einen tollen Garten habe.).


MfG

Rainmaker
 

nolimit

Mitglied
Vllt. eine seltene / seltsame Ansicht - ich denke jedoch, dass der Strom für sinnlose Beleuchtungen mind. das 20fache des normalen Tarifs kosten sollte.
Die ganzen "Hochhäuder" in den Städten sind die ganze Nacht oft genug hell erleuchtet. Vollkommen leere Straßen, in denen keine [zensiert] unterwegs ist, leuchten wie Flakscheinwerfer usw..
 

Wintergatan

Mitglied
Wer noch ein paar mehr Argumente gegen Lichtverschmutzung haben möchte, die aktuelle Folge des "Synapsen"-Podcasts
Pardon für Fachfremd: aber das erinnert mich an einen Beitrag auf Spektrum.de "Bisher kennt man keine von Geburt an blinde Person, die im Lauf ihres Lebens eine Schizophrenie entwickelte. Ob Sehverlust tatsächlich vor der Erkrankung schützt, ist weiterhin unklar." Aber dir Forschung geht weiter... Zurück zum Thema:
Der Markt für Licht-Kunst am Gebäude wird gefühlt (leider) immer größer. Zugleich ist es auch nicht gerde ökologisch wenn jeder sich ein Eigenheim am Waldrand aus dem Boden stampfen möchte. Habe noch nie davon gehört dass "Smart-Citiy" auch eine maximal dunkle City sein will.
 

Radfahrer

Mitglied
Hallo,

den meisten ist das schlichtweg egal. Vor ca. 2 Jahren wurden bei uns in einem Vorort neue Straßenleuchten installiert. Die strahlen zwar nicht in den Himmel, aber 360° rundherum. Höhe der Leuchten sind die Fenster im 1. OG. Das sich die Anwohner nicht beschweren, wundert mich.

Als bei mir im Haus, 18 Wohnungen, mal der Elektriker kommen mußte, meint der, man könne jeden Leuchtkörper durch eine LED + Bewegungsmelder ersetzen, ca. 100€ pro Lampe. Also 2000€ fürs Haus. Warum müssen, wenn ich ins EG gehe, alle Lampen bis ins 2.OG mit angehen? Der Verwalter hat nur müde abgewunken. Aber selbst wenn er auf meiner Seite gewesen wäre, hätten wir das nie in der Eigentümerversammlung durchgebracht.

Gruß Uwe
 

eckehardt70

Mitglied
Hallo in die Runde,

ich habe es nach vielen Jahren aufgegeben. Spricht man das Thema im Bekannten und Kollegenkreis an, hat man sofort den Freakstempel auf der Stirn. Außer uns Nachteulen und ein paar Naturschützer interessiert das Keinen, auch wenn zunehmend aufklärende und gute Berichte veröffentlicht werden.
Das beste Gegenargument der hohen und sinnlos verschwendeten Stromkosten zieht seit dem Einsatz von LED auch nicht mehr. Im Ergebniss wird mit den
billigen und stromsparenden Lampen auch jeder Quark beleuchtet, egal ob die spukhäßliche Schotterwüste im Vorgarten oder die heimeliche Garageneinfahrt für den 2,5t SUV.
Doch nicht nur die stationären LED Lampen stören, sondern auch die immer heller werdende PKW Beleuchtung stört zunemend an meinem Beobachtungsort mitten in der Pampa. Die Lichtkegel des Fernlichtes werden immer heller und störender.

Gruß Thomas
 

Gerd-K

Mitglied
ich habe es nach vielen Jahren aufgegeben.

Hallo,

Mir geht es genauso. Mit dem Argument von zu viel Licht in der Nacht wird man nur belächelt.
Von vielen privaten Personen wird inzwischen so viel unnötiges Licht verursacht. Das geht von dauerhaft beleuchteten Hausnummer, Hauseingängen und (Solar) LED Leuchten in den verschiedensten Formen und Farben die die gesamte Nacht durchleuchten. Auf meinem Arbeitsweg hat sich ein Hausbesitzer einen meterlangen Lichtschlauch um seinen gesamten Gartenzaun gewickelt. Der leuchtet seit Anfang Dezember rund um die Uhr, ohne am Tag abgeschaltet zu werden. Das ist schon Wahnsinn was da die Nacht über leuchtet...

Viele Grüße
Gerd
 

felixthecat

Mitglied
könnte man schon aaaber..... Die normalen Weisslicht - LED haben zwei Maxima: eines im blauen und eines im gelben.
Je niedriger die gewählte Farbtemperatur umso kleiner wird der blaue (und relativ schmale ) Berg.
Leider wird dann auch der Wirkungsgrad etwas schlechter.
Für Schmalband LED existiert momentan noch eine markante Gelblücke zwischen etwa 527 und 590 nm. bei etwa 575 nm wären die farbempfindlichen Zapfen fast maximal und die für das Nachtsehen zuständigen Stäbchen nur noch mit etwa 10 % erregt.
Das wäre ein günstiges Verhältnis von guter Ausleuchtung im Nahbereich und wenig Störung auf große Distanzen wo sich das licht so verteilt daß für Zapfen schon zu schwach. In sensiblen Bereichen (Naturschutzgebiete) nimmt man momentan Leds der Farbe Amber (590nm). Das ist etwa das selbe Gelborange wie Natriumdampflampen.
Wichtig ist aber vor allem die Abschirmung oberhalb des Horizonts.
Felix
 
Oben