LX850-StarLock von Meade - meine Erlebnisse

Horst0552

Mitglied
Hallo Astrofreunde,

von Beginn an ( Seit 2012 ) bin ich an die "All-In-One-Lösung" von Meade interessiert. Von der zunächst
angekündigten LX800, dann die erste Version der LX 850, die es aber nicht über den "großen Teich" geschafft
hat ( vielleicht auch gut so ), bis hin zur heute zu erwerbenden Ausführung.

Im Spätsommer 2014 konnte ich dann endlich bestellen. Musste jedoch eine Warte-und Lieferzeit von fast
einem halben Jahr in Kauf nehmen. Gut war zumindest, dass ich sie noch zu dem anfänglich angebotenen Preis
bekommen habe.

Nun gut, einige Mutige müssen ja den Anfang machen !

Zu meiner Person möchte ich sagen, dass ich seit Nov. 2011 das Hobby der Astrofotografie habe. Anfänglich
mit einer LS 6 -ACF-SC 152/1524 -GoTo von Meade, ein paar Beobachtungsnächte mit der AZ EQ6 GT und jetzt
seit Mitte Januar mit der LX 850.

Seit Anfang März ist sie nun in meiner Sternwarte aufgebaut, wie hier zu sehen ist.


Foto 001.jpg



Thema Bedienungsanleitung:

Natürlich ist eine Bedienungsanleitung dabei, doch vermisse ich eine in deutscher Sprache.

Ob nun die mitgelieferte Bedienungsanleitung eine Anleitung zur Bedienung der LX 850 ist, kann ich noch nicht
beurteilen. Da ich die englische Sprache nicht gut beherrsche, muss das Wörterbuch immer dabei liegen. Und
das draußen in der Kälte und Dämmrigkeit der Sternwarte. Immer wieder muss ich die Tätigkeit an der
Montierung einstellen, und mir mühselig mit Computer und Wörterbuch eine Übersetzung erstellen.

Zum Beispiel ist beim Amateurfunk CW die Betriebsart Morsetelegrafie. Doch hier musste ich erst lernen das
CW = ClockWise, also im Uhrzeigersinn ( rechts herum ) bedeutet.
Hier jetzt mal den Eischaltvorgang der Steuerung.

Dazu habe ich allerdings schon den Startvorgang ( Getting Started ) wie in der Bedienungsanleitung ab Seite 21
beschrieben durchgeführt.

Foto 002.jpg


Mitunter will man Beobachtungen auch am Tag durchführen. Mit dem Einschalten, egal wann, ist die StarLock
immer scharf geschaltet. Das ist am Tag ungünstig, weil die StarLock auch zum präzisen Ausrichten benutzt
wird. Sie sucht dann die Ausrichtsterne am Himmel, die aber natürlich nicht zu sehen sind.

Deshalb ist es sinnvoll, am Tage, wie auch bei teilbewölktem Himmel in der Nacht die StarLock zu deaktivieren.
Sie erfüllt zwei Funktionen, einmal das Guiding, und zum Anderen aber auch das präzise Ausrichten mit Hilfe
bekannter Sterne.

Dazu wird ein, dem Beobachtungsobjekt nahe liegender Stern angefahren, und mit der StarLock ins Fadenkreuz
gefahren. Diese Position wird dann gespeichert, und das Beobachtungsobjekt mit hoher Genauigkeit
angefahren.

Mit der Taste 7 "RET" an der AutoStar II kommt man direkt in das StarLock Menu.

Foto 003.jpg


Hier lässt sich dann das Guiden ( StarLock on/off ) , und auch das präzise Ausrichten ( High Precision ),
Aus-und Einschalten. Jedoch ist nach jeder Inbetriebnahme ( Hauptschalter Ein ) die StarLock immer scharf
geschaltet.

Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -21/03/2015 00:56


Hallo, einige brauchbare Nächte liegen hinter mir. Brauchbar, um mit der Montierung technisch zu arbeiten.
Nachdem nun alles montiert war, und mit dem aufgesetzten Teleskop nach Norden
ausgerichtet, ging es an die Feinarbeit.

Die LX850 bietet die Möglichkeit ein automatisches Drift-Alignment ( Einscheinern ) auszuführen.


Foto 004.jpg


Dazu werden im Süden und Osten entsprechende Sterne angefahren.
 

Horst0552

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Foto 005.jpg


Wird ein Stern gefunden, dann wird dieser 200 Sekunden mit der StarLock beobachtet.

Foto 006.jpg


Anschließend wird mitgeteilt, wie viel Umdrehungen im, oder gegen den Uhrzeigersinn die Einstellschrauben
für Azimut und Elevation verstellt werden müssen.

Diese Prozedur wird so lange wiederholt, bis keine Verstellung mehr nötig ist.
Foto 007.jpg


Jedoch erschien mir eine Beobachtungszeit von 200 Sekunden bei mittelmäßigen Seeing nicht ausreichend.
In der darauf folgenden Nacht habe ich dann noch manuell jeweils 10 Minuten gescheinert.

Und in einer weiteren Nacht nochmal je 20 Minuten, bis am Monitor der EOS 60Da kein Driften mehr
erkennbar war.
Wie oben schon mal gezeigt, bietet die LX850 mit der StarLock ein präzises Anfahren von Objekten. Dazu wird
ein heller Stern in der Nähe des Objektes angefahren, und ins Fadenkreuz gebracht. Mit den dadurch
gewonnenen Positionsdaten wird dann das Objekt angefahren.

Das habe ich mal mit M81 gemacht. Hierzu wurde der Stern Dubhe angefahren. er liegt etwa 10 Winkelgrade
entfernt von M81.

Anschließen wurde M81 angefahren. Hier das Ergebnis.

Foto 008.jpg
 

Horst0552

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Das Gleiche habe ich dann auch mit M3 gemacht.

Foto 009.jpg


Beide Objekte waren auf dem Monitor der Kamera nicht sichtbar. Ein Nachjustieren war nicht erforderlich.
Beide Aufnahmen habe ich mit 600 mm Brennweite gemacht. Die oben gezeigten Fotos zeigen das volle
Format der Kamera.

Zum Scheinern habe ich die Brennweite mit der FFC von Baader nahezu verdoppelt.

Foto 010.jpg


Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -18/04/2015 20:44


viel konnte ich nicht machen, mangels guter Sicht. Doch am 15.04. konnte ich M51 aufnehmen. Die LX850
sagte mit beim Ausrichten eine Abweichung von < 5' . Das ist etwa die Hälfte der Ausdehnung von M51. Hier
mal das Ergebnis von 20 x 180 sec bei ISO1250.

Foto 011.jpg


Doch plötzlich bemerkte ich ein Flackern der Anzeige vom Handgerät der LX850. Und dann war auch die
Hintergrundbeleuchtung auf der linken Seite ausgefallen.

Foto 012.jpg
 

Horst0552

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Die Betriebszeit ist erst 3 Monate, und sicherlich ein Garantiefall. Aber soll das jemand in USA, oder beim
Händler in Ordnung bringen ?

Nun habe ich mal die LED im Internet gesucht, und bin bei Conrad fündig geworden. Mit einem passenden
Schraubendreher PH 0 habe ich dann das Handgerät geöffnet.

Foto 013.jpg


Durch Messen konnte ich feststellen, dass die rechte LED defekt war.

Nun habe ich sie ausgelötet, und die Lötflächen mit Sauglitze vom Restzinn befreit. Anschließend Alles mit
Spiritus gereinigt. Ein zwischengeschobenen Blatt Papier schützt die darunter liegenden Anzeige. Dann habe
ich auf eine Lötfläche leicht Lötzinn aufgebracht, und anschließend die neue LED auf der rechten Lötfläche nur
durch Erhitzen angelötet. Dabei mit einer Pinzette die LED gehalten, und ausgerichtet. Erst danach habe ich die
linke Kontaktierung verlötet.

Foto 014.jpg


Nun noch einmal die rechte Kontaktierung nachgelötet. Danach Alles wieder zusammengebaut und mit der
LX850 verbunden. Eine freundliche Begrüßung zeigte mir, dass nun wieder alles ok ist.

Foto 015.jpg


Es gibt noch viel zu entdecken. Ich mache weiter.

Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -19/04/2015 19:30


Ich habe in letzter Nacht noch einmal M51 aufgenommen. Insgesamt 29 Aufnahmen mit je 3 Minuten
Belichtung. Die Optik war 90 mm x 600 mm und die Kamera EOS 60 Da Hier habe ich jetzt mal die erste
Aufnahme mit der Letzten nach 88 Minuten übereinander gelegt. Bildausschnitt 2°7,7' x 1°25,3'

Hier das Ergebnis:

Foto 016.jpg
 

Horst0552

Mitglied
Und noch mal die Ecken und Bildmitte vergrößert:

Foto 017.jpg


Da ist natürlich zunächst nichts mit längerer Belichtungszeit. Leider war ich bei diesen Aufnahmen nicht in der
Sternwarte, um zu sehen ob die StarLock immer eingelockt war. Das werde ich aber bei nächster Gelegenheit
wiederholen. Dann werde ich mir auch mal das StarLock-Signal am PC ansehen.
Der Bildausschnitt ist: 2°7,7' x 1°25,3', und die StarLock hat: 57,2' x 45,8'

Da um M51 herum nicht gerade besonders helle Sterne sind, muss ich mal sehen, ob die Optik der StarLock
auch richtig scharf gestellt ist.

Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -20/04/2015 12:30


letzte Nacht war das Wetter gut brauchbar für weitere Experimente, wie ich oben beschrieben habe. Ich habe
dabei festgestellt, dass das Guiding bei den 29 Aufnahmen über 88 Minuten nicht funktioniert hat. Darum das
Driften der Sterne. ( Und nur je 3 Minuten bei ISO1250 belichtet ) Vielleicht muss ich noch mal scheinern, mit
einer Beobachtungszeit von mehr als einer Stunde. Bisher habe ich bis zu einer Zeit von 1/2 Stunde
gescheinert.

Hier die Ausrüstung die ich verwendet habe:

Foto 018.jpg


Leider gibt es keine Justagemöglichkeit der Parallaxe des Teleskopes und dem Guidingrohr.

Meade sagt, das die StarLock noch Sterne mit einer Helligkeit bis zu 11mag verarbeiten kann. Der nächst helle
Stern bei M51 ist HIP66004 mit einer Helligkeit von 7,07m . Dieser hat aber einen Abstand von 21
Bogenminuten vom M51. Das ist fast die Hälfte von der Erfassungsgröße der StarLock mit 57,2' x 45,8' . Der
Stern HIP 66004 ist der AutoStar II bekannt, so dass ich dann die Montierung auf diesen Stern ausgerichtet
habe.

Die Belichtungszeit habe ich dann mit 600s bei ISO 250 gewählt. Hier das Ergebnis einer Einzelaufnahme:
( HIP66004 ist in Bildmitte )

Foto 019.jpg


Und noch mal einen Ausschnitt vom Foto: ( Der helle Stern ist der Guidingstern HIP66004 )

Foto 020.jpg
 

Horst0552

Mitglied
Nun habe ich mal zusätzlich die StarLock mit dem PC verbunden.
Benutzt habe ich die mitgelieferte Software StarLock Utility, und damit wollte ich die StarLock – Tracking
-Performance beobachten.

Das Ergebnis war unbefriedigend. Ich konnte lange Zeit nichts gescheites auf dem Bildschirm sehen. Auch hat
das präzise Anfahren von Himmelsobjekten nicht mehr richtig funktioniert. Somit habe ich die StarLock
wieder vom PC getrennt.

Das Teleskop in Park-Position gebracht, und die LX850 ausgeschaltet. Dann wieder eingeschaltet. Nun hat es
aber fast 15 Minuten gedauert bis die Montierung GPS-Daten laden konnte. Wie es auch ohne GPS geht, habe
ich noch nicht herausgefunden.

Dann habe ich mal einen sehr hellen Stern ( Arktur -0,04m ) angefahren, und die Funktion der StarLock auf der
AutoStar II angesehen ( Verstellung RA -DEC ). Anschließend die StarLock wieder mit dem PC verbunden
Plötzlich war auch auf dem Bildschirm vom PC etwas zu sehen ( PSF-Botton und auch das Histogramm von RA
und DEC ).

Sollte hier irgendwann eine Software abgestürzt sein.

Ich habe das Gefühl, dass die Software nur richtig funktioniert, wenn man auch das Richtige tut, und das
Fehlbedienungen nicht immer abgefangen werden. Leider gibt es auch keine Resetmöglichkeit für die AutoStar
II. Oder wenn, dann so versteckt, dass ich sie bisher nicht gefunden habe. Anschließend war die Nacht vorbei,
und schlafen musste ich ja auch mal.

Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -20/04/2015 23:26


Hallo zusammen,
in der Abenddämmerung habe ich noch mal einen Geschwindigkeitstest gemacht. 12 Minuten habe ich vom
verlassen meiner Wohnung bis zum ersten Bild gebraucht. Dabei hat allerdings die LX850 ganze 5 Minuten
benötigt um ein GPS-Signal zu empfangen.
Als erstes habe ich die StarLock ausgeschaltet. Danach die Venus eingegeben und angefahren. Und auch noch
den Mond.

Hier das Ergebnis:

Foto 021.jpg


Alle einzelnen Fotos haben ein Abbildungsmaß von 127,7' x 85,3' ( Gradminuten ).
Danach habe ich mal den Jupiter und Beteigeuze angefahren. Beteigeuze war natürlich zunächst auch etwa
3,5 Gradminuten aus dem Zentrum.

Ich habe dann die Prozedur, wie auf Seite 23 vom Handbuch beschrieben, entsprechend den Stern auf
Bildmitte gezogen und dort synchronisiert.

Foto 022.jpg


Danach habe ich Nair al Saif und Sirius angefahren. Alles mit ausgeschalteter StarLock. Erwartungsgemäß
waren die Sterne auch in Bildmitte. Hier die Fotos: Für mich ein sehr befriedigendes Ergebnis.

Foto 023.jpg


Was mir zeigt, dass wenn man alles richtig macht die LX850 gut funktioniert.


Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -21/04/2015 01:23


in dieser Nacht habe ich einen weiteren Test unternommen. Ausgerichtet habe ich noch mal auf HIP6604
( M51 ) und 12 mal 8 Minuten bei ISO320 belichtet. Das Ganze dauerte so etwa 96 Minuten.

Während dieser Zeit bin ich meinem 2ten Hobby nachgegangen, und habe auf Kurzwelle gefunkt.. Die
Sendeleistung war etwa 100 Watt auf einer Frequenz bei 3,7 MHz.

Kurz vor Aufnahmeende bin ich dann raus zur Sternwarte, und habe nachgesehen, ob alles gut gelaufen ist.
Nun ist die LX850 ja CE-gekennzeichnet, was aber nicht unbedingt heißen muss, das mein Amateurfunksignal
dann keinen Einfluss hat. Zumal beides in unmittelbarer Nachbarschaft läuft.

Das Gesetzt über die elektromagnetische Verträglichkeit verlangt, das beides nebeneinander her funktioniert.
Ich konnte an der LX850, und meinen Aufnahmen keine negative Beobachtung machen.

Im Augenblick laufen noch die Dark, und ich werde dann mal zeigen was daraus geworden ist.

Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -23/04/2015 17:18


die letzte Nacht war wieder sehr erlebnisreich.

Ich habe die LX850 in der Abenddämmerung eingeschaltet, und mal die Venus eingegeben. Zu meiner Freude
hat es mit den GPS-Daten nur wenige Sekunden gedauert. Warum das mal mehr, oder weniger gut geht, wird
natürlich auch nirgendwo in der Bedienungsanleitung beschrieben. Ich kann mir vorstellen, dass das
Programm wohl GPS-Favoriten-Frequenzen hat, die nicht immer zu empfangen sind. Dann muss natürlich
erst einmal mühevoll gesucht werden. Doch auch hier im Handbuch keine Angabe, wie lange das dauert und
wann der Vorgang abgebrochen wird. Oder auch, wie man den Suchvorgang manuell abbrechen kann, und wie
man dann manuell vorgeht.

Kann natürlich auch sein, dass ich mit meinen wenigen Englischkenntnissen etwas übersehen habe. Wie ist das
bei der LX200, zumal sich die Autostar II mit LX200 GPS meldet?

Nach dem GPS-Empfang wurden dann die Positionsdaten von der Venus errechnet, und mit GoTo ist die LX850
dann zur Venus gefahren. Sie war erfreulicherweise mitten im Leuchtpunktsucher.

Inzwischen war es 22:30 Uhr und ich wollte mich mal NGC4565 zuwenden. Zum präzisen Anfahren hat sich die
Montierung zunächst den Stern Vindemiatrix zugewandt. Der wurde in der Bildmitte zentriert, und dann die
Galaxie angefahren.
Die Differenz zwischen den beiden Objekten ist etwa 16°22'.

Vorher hatte ich natürlich auch die StarLock eingeschaltet. Sie hat in der lichtschwachen Umgebung um
NGC4565 dann auch tatsächlich einen Leitstern gefunden. Ich konnte am Handgerät ( AutoStar II ) auch
Verstellwerte Für die RA-und DEC-Achse beobachten.

Dann habe ich den RS232-Port der StarLock mit dem PC verbunden, und Anschließend das StarLock –Utility
-Programm gestartet. Nun habe ich mit dem Program ein wenig gespielt, und alles mal ausprobiert. Dabei bin
ich wohl nicht so vorgegangen, wie sich das der Softwareentwickler vorgestellt hat.

Ich schaute auf das Handgerät ( Autostar II ) und bemerkte, dass bei den RA-und DEC-Werten keine
Veränderung mehr zu beobachten war.

Das Programm stand. Oder man kann auch sagen es ist mal wieder abgestürzt. Das es ein Reset gibt, haben wir
ja nun festgestellt, aber was man anschließend tun muss damit es an meinem Standort wieder Funktioniert,
auch unter der Bedingung, dass die Montierung schon gut zum Himmelspol ausgerichtet ist, wird nicht
beschrieben.

Mehrere Versuche durch Ein-und Ausschalten, Ausrichten und Parkposition anfahren habe ich unternommen.
Dieses dauerte so etwa 20 Minuten. 20 Minuten Angst, ob ich die Montierung jemals wieder zum Laufen
bringe. Auch hier gibt es keinen Hinweis, wie man sich zum Beispiel bei einem Ausfall der
Spannungsversorgung verhalten soll.

Doch irgendwann, ich weiß nicht mehr, wie oder warum, konnte ich wieder eine Ausrichtprozedur
durchführen. Nach meinem Plan mit etwas Verspätung habe ich dann noch mal NGC4565 angefahren. Habe
dann die StarLock wieder mit dem PC verbunden und das Programm gestartet.

Im Histogramm auf dem Bildschirm beobachtete ich dann die Verstellwerte für die RA-und DEC-Achse.
Anschließend habe ich 7 x 6 Min. bei ISO400 belichtet. Darks habe ich auch verarbeitet.
Hier mal das Ergebnis:

Foto 024.jpg
 

Horst0552

Mitglied
Erfreulich für mich ist wieder mal die genaue Positionierung, zumal ich auf dem Monitor der EOS60Da absolut
nichts von der Galaxie sehen konnte. Verwendet habe ich den oben gezeigten Refraktor mit einer Brennweite
von 600 mm. Bei einer Öffnung von nur 3,5 Zoll ist sicherlich auch nicht viel mehr Schärfe zu erwarten.
Einmal an der Stelle am Himmel, habe ich dann auch wieder M51 versucht. Diesmal 9 Fotos mit gleichen Daten
wie bei NGC4565.
Fitswork und Registax hat bei der Bearbeitung geholfen. Wobei ich von Registax 6 gerne die Wavelet-
Schärfung verwende.

Hier M51 auch wieder schön in der Mitte von Foto.

Foto 025.jpg



All diese Experimente dienen für mich zunächst dazu, mich mit der Bedienung der LX 850 vertraut zu machen.

Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -24/04/2015 00:58


Gestern Abend habe ich mal meinen 6Zoll-f/5 -Newton auf der Montierung angebracht. Zunächst musste ich
erst einmal überlegen, wie denn montieren. Da wo ich den Auszug haben wollte war die StarLock im Wege.
Also alles ein bisschen gedreht. Aber der Sucher muss noch freie Sicht haben.

Ausgleichsgewichte justiert, und dann mal sehen was die Nacht gebracht hat.

Foto 026.jpg


Es ist Freitagmorgen 01:00 Uhr, und 2 Fotos und noch einige Darks müssen gemacht werden.

Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -25/04/2015 01:31


In der Warte laufen gerade Darks.

Was ich bei dieser Montierung feststellen konnte, das über den Azimut von 180° ( Süden ) kein durchgehender
Betrieb möglich ist. Die Autostar meldet sich mit "AT Mount limit -goto flip ". Kurz danach bleibt sie einfach
stehen.

Das sieht dann so aus:

Foto 027.jpg


Man muss also vorher genau planen, das nicht über die 180° hinaus läuft.

Wenn der Hinweis goto flip kommt, kann man durch Drücken der GOTO-Taste diesen Flip durchführen. Nach
dem Umschlag auf die andere Seite wird das Objekt wieder präzise ausgerichtet. Beim Fotografieren stehen
die nachfolgenden Fotos dann natürlich "Kopf".

Wenn das Objekt angefahren ist, sucht sich die StarLock einen Leitstern. Das dauert je nach Sichtbedingungen
zwischen 30 Sekunden und 3 Minuten. Wird bis dahin kein Stern gefunden, schaltet sich die StarLock aus. Die
LX850 läuft ohne weiter.

Im StarLock-Betrieb kann man sich die Verstellwerte ansehen.

Foto 028.jpg


Je nach Seeing-Bedingungen ist es sinnvoll eine Justierung zu machen.
 

Horst0552

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Foto 029.jpg


Es werden dabei für die RA-und DEC-Verstellung angeblich optimale Werte ermittelt.
Ich habe dann gestern Nacht noch mal NGC4565 angefahren, mit dem oben gezeigten Newton, und mit FFC
von Baader eine Brennweite von 1645 mm.

Das Objekt war recht gut in Bildmitte.

Foto 030.jpg


Doch bei diesem Foto, das ich 8 Minuten belichtet hatte, bemerkte ich, dass die Sterne nicht Rund waren.
Der Stern unter der Galaxie sieht dabei so aus:

Foto 031.jpg


Da kann man schon ins Grübeln kommen.

Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -25/04/2015 21:26



Wie oben gezeigt, wollte ich mal testen wie die Positionierung bei längeren Brennweiten funktioniert. Mangels
Vorhandensein eines Teleskopes mit langer Brennweite habe ich dann mein 6 Zoll Newton mit FFC genommen,
wie oben zu sehen ist.

Da bei einem Abstand der FFC zur Bildfeldebene von 80mm ( x 2,7 ) der Teleskopbrennpunkt etwa 14mm
hinter der FFC liegen muss, musste ich sie im Tubus versenken.

Das hat dann so ausgesehen:

Foto 032.jpg


Diese Montage ist sicherlich nicht gerade stabil.
Womöglich kann sich die optische Achse während einer Aufnahme über längere Zeit leicht verändern. Wenn
ich die FFC auf den Auszug aufsetze, dann ragt der OAZ bis zu 20mm in den Tubus hinein.
 

Horst0552

Mitglied
Bei 6 Zoll Öffnung schon eine Menge. Also habe ich beschlossen den Tubus um 15mm zu kürzen.

Foto 033.jpg


Angezeichnet, gebohrt, abgeklebt, gesägt, plan geschliffen, entgratet und Alles wieder zusammengebaut.

Vorher noch mal den Spiegel gereinigt. Hier die Einzelteile für die Montage:

Foto 034.jpg


Und so hat das dann montiert ausgesehen:

Foto 035.jpg


Leider war das Wetter in letzter Nacht nicht ausreichend gut für einen Test.


Vom Sternhaufen M3 habe ich 20 Aufnahmen mit zunächst mal 4 Minuten gemach, von denen ich aber nur
zwei gebrauchen konnte. Es zogen immer wieder Wolkenschleier durch, womit sicherlich auch das beste
Guiding so seine Probleme hat.

Hier mal zwei Ausschnitte, die in der Pixelzahl aber nicht reduziert sind.

Foto 036.jpg
 

Horst0552

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Foto 037.jpg


Jetzt warte ich auf klares Wetter.

Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -16/05/2015 18:48


Letzte Nacht war mal wieder ein einigermaßen brauchbarer Himmel. Angeschlossen an das letzte Experiment,
habe ich wieder M3 aufnehmen wollen. Mit der Kenntnis, dass das aufzunehmende Objekt nicht über 180°
Azimut während der Aufnahmezeit fahren sollte, habe ich erst gestartet, als M3 etwas über Süden
hinweg gefahren war.
Hier die Situation bei Redshift 8.

Foto 038.jpg


Da natürlich M3 für eine direkte Beobachtung am Kameramonitor viel zu dunkel ist, wollte ich das präzise
Ausrichten mit Hilfe der StarLock der LX850 nutzen.

Doch da gab es ein Problem. die LX850 fuhr zum Ausrichtstern, doch auf dem Monitor war nichts zu sehen.
Bisher waren die Ausrichtsterne immer so hell, dass sie auch auf dem Monitor der EOS60Da sichtbar waren.
Kurzzeitig wurde mir am Handsteuergerät noch mitgeteilt, dass der Ausrichtstern Mufrid mit 2,72m sein sollte.
Aber sichtbar war er nicht. Zwischendurch kam noch ein Warnhinweis, dass womöglich Teile des Teleskopes
gegen das Stativ fahren könnten.

Da ich aber bis zu meiner Betonsäule noch eine Menge Luft hatte, habe ich einfach weiter gemacht ( mit GoTo
) . Die Situation war, das Mufrid vor 180° lag, und M3 darüber. Irgendwie bei M3 angekommen ( ich habe es
nicht kontrolliert ) kam die Aufforderung " Goto flip " , also ein Schwenk um 180° um die RA-Achse. Dieses
befolgte ich durch drücken von "Goto". Das Teleskop schwenkte herum, und nun war der Ausrichtstern Cor
Caroli. Den konnte die LX850 aber nicht finden.

Jetzt hat die Lx850 in RA-und DEC-Richtung den Himmel abgefahren. Als nach kurzer Zeit nicht zu finden war,
habe ich den Vorgang abgebrochen.

Danach habe ich das präzise Ausrichten der StarLock ausgeschaltet, und den Stern Cor Caroli angefahren. Ich
habe ihn mit Hilfe des Suchers zentriert, und auch am Kameramonitor ins Fadenkreuz gebracht. Dann diesen
Stern synchronisiert.
Anschließend das präzise Ausrichten der StarLock wieder eingeschaltet, und M3 eingegeben. Der nun neue
Ausrichtstern blieb in Bildmitte, und die Montierung ist zu M3 gefahren.

Danach habe ich 15 Aufnahmen mit je 4 Minuten bei ISO400 gemacht.

Hier das Ergebnis:

Foto 039.jpg


Mir gefallen die Laufgeräusche der Getriebe nicht.

Dazu habe ich vom Fachhändler den Tipp bekommen, mir mal von SKF das Niedrigtemperaturfett LGLT2 zu
besorgen.

Ich will die Getriebe ( bist auf die Schnecke ) dann auseinanderbauen, mit Petroleum die Einzelteile gut reinigen,
und mit einem Warmluftgebläse alles gut trocknen. Zum Schluss dann alles gut gefettet wieder
zusammenbauen.

Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -17/05/2015 22:39


Hinsichtlich der Getriebegeräusche gibt es über den Händler einen Kontakt mit Meade. Für die weitere
Vorgehensweise möchte ich erst die Reaktion vom Hersteller abwarten. Das was ich an der LX850 getan habe,
geschah natürlich alles mit Absprache des Händlers. Nach meinem Anruf dort kam sofort die richtige Reaktion:

Alles einpacken, und wir lassen es von einer Spedition abholen.

Da habe ich aber erst einmal gebremst. Nachdem ich mühevoll in 3 Nächten die Montierung eingescheinert
habe, hatte ich nicht die richtige Lust alles wieder abzubauen. Erst einmal hören was Meade dazu sagt, und
sehen wie man hier helfen kann.

Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -06/06/2015 15:41


Hinsichtlich der Getriebe gibt es von Meade noch nichts neues. Auch warte ich nun schon 3 Monate auf ein
weiteres Ausgleichsgewicht. Das mitgelieferte hat zwar 12 Kg, reicht aber für mein 10 Zoll Newton nicht aus.
Obwohl dieses nur 15 Kg wiegt. Leider macht Meade keine Angaben, wie viel Ausgleichsgewichte man für
wie viel Last benötigt. Das Eigengewicht von Halteplatte und StarLock mit Gegengewicht ist ja auch noch zu
beachten.

Gestern Nacht beobachtete ich mal die Vega ( Ausrichtstern ). Die StarLock war dabei ausgeschaltet. Der Stern
war mittig im Monitor der EOS 60Da. Ich hatte noch in der Wohnung zu tun, und kam etwa nach 45 Minuten
wieder in die Sternwarte.

Die Vega stand zu dieser Zeit im Osten, war aber wie am Monitor zu sehen war etwas nach Norden
ausgewandert.

Nun wollte ich die Höhenverstellung der RA-Achse noch etwas verstellen ( Einscheinern ). Ich bemerkte ( nicht
zum ersten Mal ) , dass die Feststellschraube irgendwie lose war. Das Handrad war nicht fest mit der Schraube
verbunden. Es war irgendwie ein Spiel drin. Heute Morgen bin ich dann der Sache auf den Grund gegangen.

Mein Sohn und ich haben dann nach Abmontieren aller Lasten den Haltebolzen gelöst und entfernt. Dann
habe ich einen großen isolierten Schraubendreher in das Loch gesteckt, damit mir nicht alles auseinander fällt.
So hat der Haltebolzen mit Schraubgewinde ausgesehen.

Foto 040.jpg


Man sieht, dass das Loch in der Welle (für die Madenschraube) mit der Madenschraube nicht fluchtet. Dann
hat man wohl einfach ein weiteres Loch gebohrt und einen Federstift eingeschlagen. Doch da muss irgendwas
lose sein.
 

Horst0552

Mitglied
Also habe ich den Federstift mit einem Seitenschneider entfernt.

Foto 041.jpg


Der "weiche" Federstift war an der Stelle, wo er in die vergütete Welle ragte einfach abgeschert.

Hier mal ein größere Bild des Federstiftes.

Foto 042.jpg


Meine Idee war jetzt, das Loch des Federstiftes Auf 3,2mm auszubohren, Gewinde M4 hinein schneiden und
eine Edelstahlschraube eindrehen.

Doch dabei stellte ich fest, dass der Bolzen so hoch vergütet war, dass ich Schwierigkeit hatte überhaupt ein
Loch hinein zu bohren oder sogar Gewinde zu schneiden.

Meine Entscheidung war dann ein 4mm Loch durch alles zu bohren und eine Schraube hindurch stecken.

Foto 043.jpg


Stufenweise ( 2,5 -3 -3,2 -4mm ) habe ich aufgebohrt, dabei die Bohrer etwa 15 mal neu angeschliffen. Für
diese Bohrung habe ich etwa 45 Minuten gebraucht. Durchgesteckt habe ich dann eine 4mm Edelstahl-
Inbusschraube.

Foto 044.jpg


Am Schaft hat die Schraube zwar nur einen Durchmesser von 3,8 mm. Dadurch ergibt sich jetzt natürlich beim
Festziehen und Lösen des Gewindebolzens etwas Spiel. Doch jetzt muss ich mir keine Sorgen mehr machen,
dass etwas abschert.
 

Horst0552

Mitglied
Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -06/06/2015 23:52


Habe gerade ein Foto gemacht:
Montierung und Sternwarte in der Nacht.

Foto 045.jpg


Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -07/06/2015 10:13


Hallo und guten Morgen,
die Nacht war dann noch chaotisch. Ich weiß nicht was ich falsch gemacht habe. Plötzlich war die Software
wieder etwas durcheinander. Ob ich im Dunkeln irgend eine Taste gedrückt habe, die ich nicht durfte, oder
nach einem Stern falsch ausgerichtet habe, ich kann es nicht nachvollziehen.
An der Montierung musste ich mehrere Male den Netzschalter ausschalten, damit mir die Ausrüstung nicht
gegen die Montierung fuhr.
So wie oben das Foto zeigt war die Ausrüstung. Ja nichts besonderes.
Wie man bei so einem Ereignis verfährt, ist in der Bedienungsanleitung wohl nicht beschrieben. Zumindest
konnte ich nichts finden. Alles Mögliche habe ich ausprobiert. Mittendrin wurde ich auch mal aufgefordert die
Montierung mechanisch nach Norden auszurichten. Das habe natürlich nicht gemacht.

So gegen 2 Uhr 30 habe ich dann durch erneutes Ausrichten und Justieren der Home-Position, sowie
Festlegung der Parkposition die Software in eine mir bekannte Vorgehensweise gebracht. Sie steht jetzt in
Parkposition.
Gleich will ich mal versuchen ob ich sie zum Merkur ausrichten kann.

Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -07/06/2015 10:57


Ich war gerade in der Sternwarte und habe mal getestet. Ich habe Merkur, Venus und Jupiter angefahren. Die
"sehr" grobe Richtung stimmt zwar, aber der Jupiter stand etwa 4 Grad über dem Horizont und die
Montierung zeigte etwa den gleichen Betrag unter den Horizont. Da werde ich in der nächsten klaren Nacht
noch mal eine Ausrichtung machen.

Hoffentlich klappt die "Software" -schadlos.

Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -08/06/2015 00:06


Es ist alles wieder gut. Nach dem Einschalten habe ich nach 2 Sternen ausgerichtet und anschließend die "
Home-Position " kalibriert. Dann diese Homeposition als Parkposition gesetzt. Die Parkposition angefahren
und "AUS" geschaltet. Nach den erneuten Einschalten konnte ich ohne Ausrichten alle sichtbaren
Himmelsobjekte präzise anfahren. Jetzt ruht alles, und wartet auf die nächste klare Nacht.

Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -09/06/2015 20:29


Sven hat mir eine deutsche Bedienungsanleitung zukommen lassen. Dafür nochmals "danke". Diese wurde
vermutlich von der ehemaligen Meade-Vertretung in Deutschland übersetzt.

Leider ist sie nicht vollständig, woran ich aber noch arbeite. Allerdings musste ich auch feststellen, dass dort
Ausrichtprozeduren benannt sind, mit denen ich so meine Schwierigkeiten habe. Eine benannte automatische
Ausrichtung, wie sie von der LS-Serie bekannt ist, habe ich im Menü und beim praktischen Betrieb nicht
gefunden.

Es kann allerdings sein, das das Ausrichten durch Homeposition ( Align on Home ) solch eine Prozedur ist.
Diese habe ich aber bisher nicht ausprobiert, weil ich die Beschreibung dazu nicht verstanden habe. Auch die
Beschreibung über die Home-Kalibration ist für mich nicht 100%tig schlüssig. Ich werde für meinen weiteren
Gebrauch die Anleitung an diesen Stellen der Wirklichkeit anpassen. Beim Überarbeiten habe ich festgestellt,
dass ich pro Seite etwa 1/2 Stunde am PC dafür brauche. Und es sind etwa 60 Seiten.

Weiter will ich dann natürlich auch den praktischen Betrieb mit der Bedienungsanleitung vergleichen, und mir
diese gegebenenfalls korrigieren. Mit zunehmenden Alter wird man vergesslicher. Und was man
aufgeschrieben hat kann man wieder nachlesen.

Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -10/06/2015 17:51


Letzte Nacht waren einige Sterne sichtbar, ansonsten ging nichts.
Eine gute Gelegenheit, um mal mit "Align on Home" zu Starten.
Das hat dann auch funktioniert, und ich habe die deutsche Anleitung entsprechend geschrieben.

Hier mal der Text dazu:
Ausrichten aus der Home-Position
Wenn Calibrate Home ( Kalibrieren Startposition ) durchgeführt wurde, schalten Sie Ihr Teleskop ein und
wählen Sie dieses Menü, um in die zuvor kalibrierten Ausgangsposition zurückzukehren. Mit anderen Worten:
Das Teleskop ist vollständig nach der Einstellung,

die im Autostar II Speicher während der Calibrate Home ( Kalibrierung Startposition ) Prozedur gespeichert
wurde, ausgerichtet.

Das funktioniert natürlich nur bei ortsfester Montierung. Ein zusätzliches Ausrichten ist nur erforderlich wenn
die Ausrüstung geändert wird.

Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -22/06/2015 18:42


Es sind nun bald 2 Wochen vergangen, und ich arbeite immer noch an der deutschen Übersetzung. Unter dem
Punkt Setup-Menü heißt es auf Seite 38 unter RESET:
Reset: Completely resets Autostar II. Most values entered into the menus revert to factory defaults. Autostar II
requires initialization again after a Reset before proceeding with observations.

Dieses habe ich mal so ins Deutsche übersetzt.
Reset: Stellt den Autostar II auf die Werkseinstellungen zurück. Die meisten Werte, die in den Menüs
eingegeben wurden, werden auf die werkseitigen Standardeinstellungen zurückgesetzt. Autostar II erfordert
eine Initialisierung nach einem Reset, bevor wieder mit Beobachtungen begonnen werden kann.

Doch auch nach intensivem Suchen, kann ich keinen weiteren Hinweis zum Initialisieren der Autostar II finden.

Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -02/07/2015 17:33


Was ist denn das schon wieder! Zweimal habe ich hingeschaut und folgendes gesehen.

Foto 046.jpg


Gut das man immer mehr kauft als man meint zu brauchen.
Eine weitere LED war defekt und musste ausgetauscht werden.

Die vom Sven erhaltene deutsche Gebrauchsanleitung habe ich vervollständigt, und bin nun dabei die dort
beschriebenen Funktionen auszuprobieren.

So manches ist mir noch nicht ganz schlüssig, und einiges doppelt beschrieben. Einige Menüpunkte fehlen
ganz. Es werden noch einige Nächte des Probierens vergehen. Dabei werde ich das Eine oder Andere etwas
abändern müssen. Die LX850 hat wohl noch keiner hier in Deutschland so richtig getestet. Mir macht es aber
Spaß, und ich mache weiter.

Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -04/07/2015 00:46


In den letzten Nächten habe ich mal die Bedienungsanleitung durchgearbeitet. Mitunter ist ja ein heller Stern
für die Tests ausreichend. In der Anleitung ist an einigen Stellen das PEC-Training beschrieben. Doch musste
ich feststellen, dass es so wie beschrieben nicht funktioniert.

Irgendwie konnte ich Funktionen durchführen, die jedoch so wie sie ablaufen in der Anleitung nicht
beschrieben sind. Am Ende des PEC-Trainings hat die Software einen "Absturz". Nichts funktionierte mehr, so
dass ich den Netzschalter ausschalten musste.

Wenn ich der Anleitung Glauben schenken darf, dann werden PEC-Training-Werte nur bei einem Ausschalten
in Parkposition gespeichert, und entsprechend verarbeitet.

Ich finde in der Anleitung immer noch LX200 geschrieben. Nun habe ich nie eine LX200 gehabt, und weiß somit
nicht wie sie funktioniert, aber mit dieser Anleitung scheint einiges hinsichtlich der LX850 nicht zu
funktionieren.

So wie es aussieht, hat bei Meade wohl niemand mit der Anleitung in der Hand einen Probebetrieb gemacht.

Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -04/07/2015 03:10


In der Nacht habe ich noch Aufnahmen von NGC 6910 und den Stern Sadr im Schwan gemacht. 10 Minuten
habe ich bei ISO100 belichtet. 6"-Newton f/5; RCC1 von Baader; EOS60Da und IDAS LPS-D1

Hier mal eine Einzelaufnahme.

Foto 047.jpg


Das Guiden mit der StarLock habe ich mit der mitgelieferten Software am PC kontrolliert. Sicherlich war der
Stern Sadr der Leitstern, was aber leider nicht kontrollierbar ist. Für mich trotzdem erst einmal ein
befriedigendes Ergebnis.

Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -05/07/2015 18:04


Bei meinen Experimenten mit der LX850 ist mir aufgefallen, dass man im ausgerichteten Zustand durch
längeres Drücken ( ca. 3 Sekunden ) auf die GoTo-Taste eine programmierte Bewegung der Montierung
auslösen kann. Drückt man anschließend eine der DEC-Achse-Verstelltasten, dann bleibt wieder Alles Stehen.

Um zu schauen, was sich dabei tut, habe ich folgenden Aufbau gemacht:

Foto 048.jpg


Meine EOS 5d Mk II habe ich mit dem Telezoom ( 200mm ) auf der Montierung befestigt.
 

Horst0552

Mitglied
Dann so gegen Mitternacht den Stern Altair angefahren, und diesen Vorgang durch Drücken der GoTo-Taste
eingeleitet. Nach 2 Minuten habe ich die Belichtung beendet.

So etwas ist dabei herausgekommen:
Foto 049.jpg


Weiß jemand von Euch, ob Meade das schon mal bei anderen Steuerungen gemacht, und für was es gut sein
soll?

In der Bedienungsanleitung ist es jedenfalls nicht beschrieben.

Geschrieben von: AntonBoettcher
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -05/07/2015 22:41


Hallo Horst,
diesen Menüpunkt gab es bei älteren Modellen schon. Es nennt sich Spiralsuche. Das ist immer hilfreich wenn
das Teleskop auf ein Objekt hinfährt, dieses aber nicht im Okular erscheint. Dann drückt man für ca.3Sek. die
GO TO Taste und es beginnt die Spiralsuche. Mit MODE stoppt man. Steht aber auch in der Betriebsanleitung.
Gruß
Anton.

Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -19/07/2015 17:03


Seit einigen Tagen habe ich mein 10 Zoll Skywatcher-Newton auf der LX850 montiert. Meine vorhandenen
Ausgleichsgewichte musste ich dazu ganz an das Ende der Gewindestange bringen. Je nach
Verstellgeschwindigkeit und Lage treten dabei jedoch mechanische Schwingungen auf.

Ich habe in einem Werkzeugbaubetrieb im Nachbardorf noch ein zusätzliches Gewicht in Auftrag gegeben.
Dann können die Gewichte dichter zur RA-Achse verstellt werden. Ich erwarte dadurch weniger
Schwingneigung.

In der Parkposition ( Homeposition ) ist die Spiegelhalterung dicht am GPS-Empfänger.

Foto 050.jpg


Über einen Zeitraum von 1/2 Stunde war kein GPS-Empfang möglich. Will man aber, weil fest montiert –
Ausrichten auf die Home-Position ausführen -,

Foto 051.jpg


dann versucht der GPS-Empfänger ein Signal zu bekommen, was aber nicht funktioniert hat.

Drückt man eine Taste, dann kann man Uhrzeit und Datum manuell eingeben. Als Standort kennt die Autostar
II hier in Deutschland aber nur Hamburg. Aber mit welchen Längen und Breitengraden ?

Also habe ich mal wieder den Netzschalter ausgeschaltet, und alles neu gestartet. Jedoch habe ich als erstes
die DEC-Achse um etwa 45° verstellt.

Sieht so aus.

Foto 052.jpg


Danach wieder das Ausrichten auf "Home-Position" durchgeführt. Innerhalb weniger Sekunden war GPS-
Empfang da, und die Montierung konnte sich auf "Home-Position" ausrichten. Ein weiteres Ausrichten nach
Sternen ist nicht nötig, weil das ja schon in vergangenen Nächten durchgeführt wurde mit anschließender
Kalibrierung der "Home-Position".
Man kann also sofort loslegen.

Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -19/07/2015 22:48


Ich war gerade draußen, und habe das oben beschriebene durchgeführt. Auch heute war der GPS-Empfang in
wenigen Sekunden durchgeführt.
Was mir aber auch ein wenig Sorgen macht -ist, dass ich die optische Achse der StarLock nicht justieren kann.
Allerdings habe ich beim Umbau meines 10 Zoll Newton nicht auf die optische Achse geachtet.

Ob nun auch der OAZ senkrecht auf der "Blechröhre" sitzt kann ich nicht sagen. Jedenfalls werde ich gleich
noch mal den Umlenkspiegel mittig in der "Tube" platzieren, und mit dem Laser dann den Newton kollimieren.
Dann mal einen Stern anpeilen, und schauen ob er auch mit der StarLock zu sehen ist. Das geht mit der
mitgelieferten Software, wenn auch nicht gerade komfortabel.

Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -21/07/2015 02:20


Wie ich weiter oben schon mal beschrieben habe, hatte ich ja erhebliche Probleme mit den Getrieben der RA-
und DEC-Achse. Nach Rücksprache mit dem Händler in Süddeutschland kamen wir zu dem Ergebnis, dass hier
wohl ein Garantieschaden vorliegt.

Da ja nun bei Meade in USA einiges in "Bewegung" ist, war es schwierig neue Getriebeteile zu bekommen. Es
musste erst der oberste Boss des Geschäftes bei Meade in USA um Lieferung der Teile per Luftfracht drängen.
In der vergangenen Woche sind dann endlich die Teile eingetroffen. Die Zahnräder und zwei Lagerbuchsen
wurden geliefert. Doch leider fehlten die Schrauben, denn die sind ja Zollgewinde.

Sie waren mit den alten Lagerbuchsen verklebt, so dass ich mit Hammer und Schraubstock ar¬beiten musste.
So sah das Getriebe der DEC-Achse aus: Das erweckt bei mir den Eindruck, als ob es sich hier um ein
Entwicklungsmuster handelt. An der Lagerbuchse und Schraube des 2ten Zahnrades sind unterschiedliche
Markierungen.

Foto 053.jpg


An der mitgelieferten Lagerbuchse konnte ich sehen, dass sie exzentrisch ist. Weiter hat sie 2 Flächen, die aber
im Zollmaß sind.

Foto 054.jpg


Durch entsprechendes fixieren der Lagerbuche mit der Schraube kann man die Position des Zahnrades
justieren. Die Zahnräder sollen sich leicht drehen lassen, mit fühlbar ganz wenig Spiel zwischen den
Zahnflanken. Niemals darf etwas schwer gehen. Mechanischer Abrieb wäre die Folge.

Ich habe alle Zahnräder entfernt, bis auf das Zahnrad der Welle für die Schnecke. Ich habe mich nicht getraut,
weil womöglich die Befestigungsschraube auch verklebt ist. Hier hätte dann nur Wärme geholfen. Doch dafür
hätte ich auch die Schneckenwelle ausbauen müssen.

Getriebe ohne Zahnräder: Wenn man mit USA zu tun hat, ist es zwingend notwendig auch Sechskantschlüssel
im Zollmaß zu haben. Und wo Maulschlüssel fehlen, hilft ein 50 Jahre alter "Engländer".

Foto 055.jpg


Foto 056.jpg


Greift man so die Lagerbuchse, dann ist ein feines Justieren möglich. Vorher habe ich alle alten Zahnräder mit
Waschbenzin gereinigt. Dann habe ich mal versucht die alten Zahnräder optimal zu justieren. Es war nicht
möglich. Die Achslöcher sind nicht 100%tig mittig. Daher auch die anormalen Laufgeräusche die ich festgestellt
habe.
 

Horst0552

Mitglied
Gereinigt habe ich die Zahnräder in einer Glasschale. Anschließend mal das Gemisch aus Benzin, altem Fett
und Schmutz, sowie Abrieb auf einem Blatt Papier langsam verdunsten lassen.

Hier das Endergebnis:

Foto 057.jpg



Anschließend das Getriebe zusammengebaut und justiert. Hier ist es nicht einfach die richtige Position der
Lagerbuchsen zu finden. Ist das eine Zahnflankenspiel optimal, dann muss womöglich am anderen Zahnrad
nachjustiert werden. Natürlich alles nur mit gefettetem Lager und Lager¬buchsen.

Foto 058.jpg


Das verwendete Fett ist ein Niedertemperaturfett mit Schnelllaufeigenschaften.

Foto 059.jpg


Erst zum Schluss die Zähne der Räder fetten. Gerade so viel wie nötig ist.

Foto 060.jpg


Diese Arbeit habe ich dann auch am RA-Getriebe vorgenommen. Hier ist mir aufgefallen, dass doch erheblich
viel Spiel vorhanden war. Hier habe ich aber nicht weiter experimentiert, sondern einfach die Zahnräder
getauscht.

Zum Schluss lief Alles viel besser. Da die Zahnräder aus Messing sind, ist natürlich immer mit etwas Abrieb zu
rechnen.

Ich habe dann nach einigen Experimenten hinsichtlich der Einstellungen der StarLock ( Guiding ) in der Nacht
so gegen 3 Uhr noch mal 3 Aufnahmen von M101 mit 5 Minuten Belichtungszeit bei ISO320 mit dem oben
gezeigten 10 Zoll Newton und der EOS60Da gemacht.

Hier das Summenbild mit schwarzem Hintergrund:

Foto 061.jpg


Ich bin so erst einmal zufrieden, und werde mal sehen wie es weiter geht.

Was ich festgestellt habe, dass man mit einer guten Ausrüstung nicht zwangsweise auch gute Aufnahmen
macht. Wobei, wenn man Probleme mit der Montierung hat auch das beste Seeing nicht hilft.

Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -22/07/2015 13:20


Für das StarLock-System konnte ich beobachten, dass die Weitfeldoptik mit einem Sichtfeld von 14,72° x
11,78° die Orientierung am Himmel vornimmt. Wie das Ausrichten-, und auch das präzise Anfahren von
Objekten mit der GOTO-Option.

Die Nahfeldoptik mit 57,2' x 45,8' übernimmt dann das Guiding. Je nach verwendeten Beobachtungsteleskop
kann das Sichtfeld der StarLock außerhalb des Sichtfeldes der Beobachtungsoptik sein.

Ein Nachteil ist, dass man sich den Guidingstern nicht aussuchen kann. Auch ist eine mechanische Ausrichtung
der StarLock nicht vorgesehen.

Jedoch hat es bei ausreichend guten Sichtbedingungen immer funktioniert. Es ist natürlich bei
Langzeitaufnahmen ein merkbares Drehfeld zu beobachten, wenn der Guidingstern weit vom
Beobachtungsobjekt entfernt ist. Hier hilft natürlich ein äußerst präzises Einscheinern.

Meade sieht auch eine Befestigung der StarLock am Teleskop vor.

Habe ich in letzter Nacht mal gemacht:

Foto 062.jpg


Ob man dabei die Lage zur RA-und DEC-Achse verändern darf, steht nirgendwo beschrieben. Ausprobiert habe
ich es auch noch nicht.

Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -04/08/2015 17:36


Wie ich oben im Beitrag vom 19.07. geschrieben habe hat die LX850 Probleme mit dem GPS-Empfang, wenn
etwas metallisches dicht am GPS-Empfänger ist. Wie oben beschrieben kann man sich entsprechend helfen.
Doch immer klappt es leider nicht. Plötzlich blieb die Montierung stehen. Durch Drücken der Mode-Taste
konnte ich die Autostar dazu bewegen weiter zu machen.

Doch leider wieder auch nirgendwo beschrieben.

In der Anleitung ist beschrieben, das man auf einmal ausgerichteten Objekten die Autostar synchronisieren
kann. Mann soll dadurch eine noch bessere Genauigkeit des Systems bekommen. Doch bei mir war es
mitunter genau umgekehrt. Die Montierung hatte plötzlich Probleme eingegebene Objekte präzise mit Hilfe
der StarLock automatisch anzufahren.

Ich habe folgende Vermutung:
Zum präzisen Anfahren werden von der Montierung ganz bestimmte Sterne genommen. Jedem Stern ist
vermutlich ein gestimmter Himmelsbereich zugeordnet. Ich nenne sie mal Ausrichtsterne. Ich glaube, das man
nur auf diese Ausrichtsterne synchronisieren darf. Macht man das mit einem beliebigen anderen Objekt, dann
werden womöglich diese Koordinaten den Ausrichtstern zugeordnet. Doch leider gibt es in der Anleitung keine
Liste der Ausrichtsterne.

Hier werde ich weiter beobachten und berichten.

Hat man wie oben zu sehen ist eine 10-Zoll-Stahlröhre als Teleskop, und Ausgleichgewichte am langen
Hebelarm, dann kann es bei schnellen Bewegungsgeschwindigkeiten zu Schwingungen kommen. Meine Idee,
ein kürzerer Hebelarm und größere Gewichte können die Schwingneigung minimieren.

Im Nachbardorf ist ein Werkzeugbaubetrieb. Da habe ich mir mal ein 20 kg -Gewicht anfertigen lassen.

Sieht angebracht so aus:

Foto 063.jpg


Letzte Nacht war es zwar ein wenig diesig und dunstig, aber ansonsten ruhiges Wetter. Ich habe mal auf den
offenen Sternenhaufen NGC6885 ausgerichtet ( hat die StarLock tadellos mittig angefahren ).

30 Fotos mit 90sec. Belichtung bei ISO200 habe ich mit meinem 10"-Newton und der EOS 60Da gemacht. Dazu
noch Darks.

Hier ein Ausschnitt aus meiner Bearbeitung:

Foto 064.jpg
 

Horst0552

Mitglied
Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -23/08/2015 15:03

In der letzten Nacht ein Test mit einer Belichtungszeit von 15 Minuten. Ein Foto von M27 habe ich mit meiner
Atik 383L+ Color am 10 Zoll Newton f/4 gemacht. Ein Dark und Flat habe ich verarbeitet. Und ein wenig mit
dem Histogramm von Fitswork gespielt.

Foto 065.jpg


Das Guiding mit der StarLock hat recht gut geklappt.

Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -27/09/2015 00:47


So ein Newton wird dann auch als "Foto-Newton" verkauft. Aber ich glaube, nur weil das Öffnungsverhältnis
f/4 ist.
Ansonsten ist das Ganze eine sehr labile Sache, wie auch von anderen benannt wurde. Da habe ich mir dann
mal die Auflagefläche angesehen, und sie anschließend überarbeitet.

Hier mal Fotos meiner Überarbeitung der Auflageflächen für die Halteplatte und Schiene für die StarLock.

Foto 066.jpg


So wie hier gezeigt habe ich die StarLock am Newton befestigt.

Foto 067.jpg


Das was man dann noch auf der Aufnahme von M27 sieht ist sicherlich die Verkippung der optischen Achsen
von Teleskop und Kamera.

In der Weiteren Ausstattung meiner Sternwarte habe ich für 10 Zoll ein RC-Teleskop geplant. Das wird dann
ein 3"-Auszug haben mit einer Justierung für die optischen Achse. Alle weiteren optischen Elemente fürs
fotografieren werden dann verschraubt, und nicht mehr gesteckt.
Mit der RCC I für das 10"-Newton ist das leider nicht möglich.

Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -02/10/2015 00:45


Am Abend war ich draußen und hatte meinen Refraktor mit der Atik 383L+Color montiert. Wie man das so
macht, habe ich nach 2 Sternen ausgerichtet. Das Ergebnis war, dass die Autostar II eine Abweichung von 22'
( Gradminuten ) meldete. Schon eine Menge dachte ich, habe aber trotzdem den offenen Sternenhaufen
NGC6883 angefahren.
Vom normalen Betrieb war mir bekannt, dass bei der Süd-Position (Azimut 180° ) die Montierung den Hinweis
gibt " mount limit -goto flip" . Man soll also umschwenken auf die andere Seite. Kurze Zeit später bleibt die
Montierung einfach stehen.
Um dieses zu vermeiden plane ich meine Aufnahmen so, dass dabei niemals über Süden gefahren wird. So
auch diese Nacht mit NGC6883. Doch die Montierung stellte die falsche Position ein. Im weiteren Betrieb
würde dann die Montierung das Teleskop mit Kamera an die Säule fahren.

Was habe ich falsch gemacht ??

Schon beim Ausrichten ist mir eine merkwürdige Bilddarstellung der Atik auf dem PC aufgefallen . Binning 4x4
war eingestellt, und 2 Sekunden belichtet. Es ergab sich ein ungleichmäßiges Bildhintergrundrauschen. Auch
bei totaler Finsternis ( alle Lichtquellen in der Sternwarte ausgeschaltet ).

Meine Vermutung lag in der Kabelverlegung zur Atik. Damit es ordentlich war habe ich es in der Nähe der
Kabel zur StarLock verlegt.

Doch dann ist auch eine elektromagnetische Beeinflussung denkbar, zumal das Netzteil der Kamera ein
Schaltnetzteil ist.

Also habe ich wieder getrennt verlegt und erneut den Sternenhaufen angefahren. Doch funktionierte das auch
wieder nicht.

So habe ich einfach Alles ( die LX850 und StarLock ) stromlos gemacht. Dann die Versorgung der Kamera ( 12
Volt und USB ) getrennt zu den anderen Leitungen verlegt.

Darauf zunächst nur die Montierung neu eingeschaltet. Danach eine Ausrichtung nach einem Stern
durchgeführt. Das Handgerät sagt mir, ich soll die Montierung nun mechanisch nach Norden Ausrichten. Das
sollte man natürlich nicht machen, denn es ist ja schon alles eingescheinert. Also habe ich mit dem Handgerät
zum Himmelspol ausgerichtet und mit Enter bestätigt. Nun fährt die Montierung zum Polarstern, man soll ihn
dann zentrieren und mit Enter bestätigen. Hier sagt mir meine Erfahrung vergangener Ausrichtungen, dass
man einfach mit Enter bestätigt.

Danach wird der Ausrichtstern angefahren. Erst kurz vorm Ziel habe ich Kamera in Betrieb genommen, und die
die Ausrichtung durchgeführt.

Darauf folgend habe ich noch eine Ausrichtung nach 2 Sternen durchgeführt. Hier kann man nach Anweisung
des Handgerätes verfahren. Nach erfolgreicher Durchführung wurde eine Abweichung < 5' vom Handgerät
mitgeteilt.

Danach wieder NGC6883 angefahren, und es klappte zufriedenstellend.
Morgen werde ich mal Fotos dazu einstellen.

Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -03/10/2015 01:21


Hier das Fotos dazu.
Dicht bei der LX850 Steuerelektronik mit GPS-Empfänger und zusammen verlegten Kabeln, habe ich mit der
Atik 383 bei 3 Sekunden Belichtungszeit, Binning 4x4 und -20°C folgende Aufnahme gemacht.

Foto 068.jpg



Foto 069.jpg


Das Teleskop war mit dem Deckel verschlossen.
Dann die Montierung und Kamera verstellt, sowie die Versorgungskabel der Kamera lose und frei verlegt.

Foto 070.jpg


Dann mit gleichen Kameraeinstellungen ein neues Foto aufgenommen. So sieht es aus.

Foto 071.jpg


Ich vermute, wie ich oben beschrieben habe, eine direkte EMV-Beeinflussung der Kamera durch die LX850.
Aber auch eine Beeinflussung des Kameranetzteils, bei der Ausrichtung der LX850. Und das alles bei CE-
Kennzeichnung aller Geräte. Nach dem EMV-Gesetz ein Fall für die Bundesnetzagentur.

Sicherlich gibt es auch bei denen Freunde der Astronomie

Geschrieben von: Horst Twele
Re: Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -10/04/2016 00:41


Es sind einige Monate vergangen, und ich habe mich so langsam an die Bedienung der LX850 gewöhnt. Jedoch
gilt nach wie vor, man sollte möglichst keine Fehlbedienung machen. Sonst ist das Durcheinander wieder
perfekt, und man muss wieder von vorne anfangen. Hauptschalter aus, und einen Neustart machen.

Doch auch darin hat man bald Übung.

Derzeit habe ich meinen 10 Zoll Newton montiert.

In der Nacht zum 08.04. war das Seeing recht gut. Dennoch machte das Guiding einige Probleme. Den
Guidingstern habe ich mit der Software von Meade am PC dargestellt. Die " Watching-Guide-Box" . Es war eine
deutliche Unschärfe zu sehen, so dass die Nachführung nicht gut funktionierte. Durch Verstellen und Kontern
der Frontlinse habe ich den Nachführstern scharf gestellt.
 

Horst0552

Mitglied
Hier das Ergebnis.

Foto 072.jpg


Und auch das Histogramm,

Foto 073.jpg


Sowie die Sterndarstellung "PSF".

Foto 074.jpg


So konnte ich in ca. 2 Stunden 50 Aufnahmen von NGC 4565 machen.

Foto 075.jpg
 

Horst0552

Mitglied
Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -16/10/2016 00:37


6 Monate sind inzwischen vergangen. Wie ich oben geschrieben habe, war mein 10 Zoll Newton montiert.
Beim Umrüsten auf ein anderes Teleskop habe ich es in der 3"-Prismenführung leicht verkantet, und dabei die
RA-Achse leicht verstellt. Durch viele warm-kalt-Zyklen hat sich die Klemmung etwas gelöst.

Also dann ein kleineres Teleskop montiert und neu eingescheinert. Das lief alles planmäßig. Als sich auch nach
einer Stunde Beobachtung eines Sternes im Osten kein Driften mehr festzustellen war, wollte ich den Bolzen
anziehen.

Das hat auch funktioniert, doch dabei habe ich etwas verbogen. So hat das ausgesehen:

Foto 076.jpg


Ich schätze das ich mit meiner Kraft ein Drehmoment von ca. 100 Nm erzeugt habe.
Zumindest saß es aber erst einmal fest, und die Parallaxe war auch recht gut. Doch irgendwann muss ich es
auch mal lösen, und was ist dann.

So habe ich mich vor 6 Monaten an meinen Händler gewandt, um für den Bolzen mit dem Handrad ein
Ersatzteil zu bekommen. Gleichzeitig hatte ich den Wunsch für die Getriebe der RA-, und DEC-Achse je ein Satz
Zahnräder zu bekommen.

4 Monate tat sich garnichts, aus verschiedenen Gründen. Dann kam nach mehreren Nachfragen beim Händler
und Meade die Info, das man einzelne Zahnradsätze nicht bekommen kann, sondern nur die kompletten Sätze
( Elektronik, Motor, Getriebe.... ). Diese sollten dann auch noch jeweils etwas über 1000 kosten . Da habe ich
einfach mal beschlossen noch eine komplette LX850 ohne Stativ als Ersatzteil zu kaufen. So eine war auch
schon im "Meade-Container", und unterwegs nach Deutschland. Anfang Oktober konnte dann ausgeliefert
werden.

Somit habe ich jetzt die LX 850 zweimal, und dann auch alle möglichen Ersatzteile. Zuerst habe ich mir mal den
RA-Achsbolzen angesehen. So sieht er aus:

Foto 077.jpg


Die Einfräsung der Längsnut ist im zusammengebauten Zustand nicht zu sehen. Auch das Loch für den
Federstift schwächt die Achse an dieser Stelle. Obwohl ich hier noch nie Kraft angewandt habe, sind schon
Materialverformungen zu sehen.

Da Meade hier an dieser Stelle nichts verbessert hat ( äußerlich sind beide Bolzen mit Handrad identisch ),
habe ich beschlossen mir selbst einen Bolzen anzufertigen. Als Material habe ich vergüteten Stahl mit der
Werkstoffbezeichnung 1.7225 genommen.

Hier die Bearbeitung auf meiner Drehmaschine: Die Madenschraube im Handrad konnte ich auch mit einem
Zoll-Sechkantschlüssel nicht lösen. So musste ich sie ausbohren. Das Loch im Handrad für den Bolzen hatte
einen Innendurchmesser von 10 mm.

Foto 078.jpg


So beschloss ich hier eine Verbindung mit M12-Gewinde zu machen.

Hier der fertige Bolzen:

Foto 079.jpg


Die Gegenüberstellung ALT -NEU :

Foto 080.jpg


Der Federring und die Mutter kontert das Gewinde, so dass man den Bolzen nicht nur festziehen, sondern
auch wieder lösen kann.

Jetzt hatte ich somit einen verbesserten RA-Achsbolzen, und ich konnte den Bolzen in meiner Sternwarte
tauschen. Doch dazu musste der "Alte" erst einmal gelöst werden. Dabei hat er sich dann noch weiter
verbogen.

Hier nach dem Ausbau: Nachdem ich die Madenschraube ausgebohrt hatte konnte ich sehen, dass durch die
Querbohrung für den Federstift das Material an der einen Seite sehr stark geschwächt war.

Foto 081.jpg


Dadurch das ich das Loch, wie oben schon mal beschrieben, von 3,2 mm auf 4,2 mm aufgebohrt hatte ( für die
4er Inbusschraube ), wurde es noch zusätzlich geschwächt. Dabei ist mir das Bohrloch auch noch ein wenig
verlaufen, was es auch nicht besser machte.

Hier Bolzen und Handrad verschraubt: Diesen Bolzen habe ich dann zweimal gefertigt, und auch in meiner
Ersatzmontierung ausgetauscht.

Foto 082.jpg



Foto 083.jpg


Diese Verbesserung wurde auch von meinem Händler der ersten Montierung an Meade weiter gereicht.
 

Horst0552

Mitglied
Derzeit bin ich dabei und beobachte Aldebaran im Osten ( Einscheinern ) . Nach 40 Minuten ist er nur wenige
Pixel nach Süden ausgewandert. Ich werde noch ein wenig weiter Beobachten, denn es können auch
unterschiedliche Luftschichten sein.

Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -17/10/2016 18:33


Ich habe mir die LX850 ein zweites mal gekauft. Allerdings ohne Stativ, was es ein wenig billiger gemacht hat.
Aber nicht viel. Wie ich oben beschrieben habe, hätte ich für die von mir gewünschten Ersatzteile etwa 2200
bezahlen müssen. Für die Getriebeteile und den oben beschriebenen Bolzen, der aber auch nicht besser ist
als der vorhandene Bolzen.

Hätte dann aber zusätzlich noch 2 Steuerelektroniken, und die Motoren für die RA-und DEC-Achse gehabt.

Bei der StarLock überwiegen trotz einiger Nachteile für mich jedoch die Vorteile.

Ich muss mich um das Guiding nicht kümmern. Das geht automatisch. Wenn sich die Montierung nicht mehr
verstellt ( beim Anfahren eines Objektes, oder von Hand ), dann sucht sich die StarLock-Elektronik automatisch
einen Leitstern, und hält ihn im Fadenkreuz. Der Nachteil ist, das man den Stern nicht manuell wählen kann.
Automatisch kann es auch schon mal ein Doppelstern, oder 2 nah beieinanderliegende Sterne sein. Dann läuft
es nicht so gut. Ist bei mir aber in den 1 1/2 Jahren nur einmal vorgekommen.

Weiter habe ich noch Ideen, wie ich an der Montierung mechanische Verbesserungen vornehmen kann. Dabei
ist natürlich eine zweite gleiche Montierung von Vorteil.

Man ändert etwas und tauscht anschließend aus. Man ist also nach kurzer Zeit wieder Einsatzbereit. Und wenn
man die Positionierung der RA-Achse nicht verändert, muss man noch nicht einmal wieder scheinern.

In diesem Sommer haben wir ( mein Sohn und ich ) uns hier im Haus eine Mechanikerwerkstatt eingerichtet.

Drehen, Fräsen und Bohren soll dann kein Problem mehr sein.

Ich freue mich schon auf die mechanischen Experimente mit meiner Ersatz-LX850.

Und ist mal eine sternenklare Nacht, dann ist die Montierung in meiner Sternwarte immer Einsatzbereit.

Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -18/10/2016 15:00


immer einsatzbereit zu sein ist auf jeden Fall schön.
Ich habe noch keine Montierung gebaut, und somit auch keine Vorstellung wie viel Zeit man dafür benötigt.
Doch mit meinen 64 Lebensjahren, die ich schon hinter mich gebracht habe, ist die Zeit natürlich knapp.

Alleine der Aufbau meiner Sternwarte hat mich nun schon 2 1/2 Jahre beschäftigt, und fertig bin ich noch
immer nicht.

Weiter möchte ich nach der Erprobung der Funktion der LX850 diese in seine Einzelteile zerlegen. Was ich
dann hier im Forum auch mal zeigen möchte.

Vielleicht das Thema: Eine LX850 StarLock und seine Einzelteile.

Dabei achte ich dann auch auf Verbesserungspotenzial, und weiß wie man sie auseinander, und wieder
zusammen baut.

Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -19/10/2016 00:21


Ich habe mich einfach in die StarLock verliebt und mag es, wenn ich mir um die Nachführung auch bei nicht so
guten atmosphärischen Bedingungen keine Gedanken machen muss.

Auch finde ich es schön, wenn ich für das Guiding keinen zusätzlichen PC benötige. Ich mag nämlich auch keine
unnötig herumhängende Verbindungsleitungen.

Da ich für meine Aufnahmen gerne Teleskope mit unterschiedlicher Brennweite nehme ( von 347 mm bis 2032
mm ), bietet die LX850 eine gute Montageplattform im 3 Zoll-Level.

Auch die Möglichkeit eine Digitalkamera mit unterschiedlichen Objektiven zu montieren habe ich mir
geschaffen.

Um es noch mal abschließend zu sagen, ich finde die LX850 StarLock einfach gut, und werde sie auch behalten.
Die stand-alone-Variante einer Montierung mit Guiding mag ich dabei am meisten.

Auch ohne PC kann ich mit Montierung, Teleskop ( nach Wahl ) und Digitalkamera Aufnahmen machen. Ist
eine gute Nacht zu erwarten, suche ich mir ein Objekt aus, montiere ein Teleskop für den entsprechenden
Himmelsausschnitt, wähle eine Kamera aus und mache Aufnahmen.

Diese Vorgehensweise war von Anfang an mein Ziel.

Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -20/11/2016 22:11


seit nun etwa 1 1/2 Jahren habe ich eine LX850 in meiner Sternwarte auf der Säule montiert. Doch ich habe
etwas getan, was nicht so gut war. Auch die StarLock

Foto 084.jpg


war die ganze Zeit auf der Lx850 montiert. Gestern ist mir aufgefallen, dass sie von innen auf der Frontlinse
beschlagen war. Auseinanderbauen wollte ich sie nicht, weil die Abbildungsschärfe nur schwer zu kontrollieren
ist.

Außerdem ist sie fast hermetisch dicht. Aber nur fast, denn es kam ja Feuchtigkeit hinein.

Ich habe sie dann eine Nacht in der Wohnung auf den Heizkörper gelegt und anschließend die Frontlinsen mit
Isopropanol + destilliertes Wasser und medizinischer Watte gereinigt.

Fazit für die Zukunft: Ich lagere sie bei meinen Teleskopen !

Alles ist wieder gut, und wartet auf den nächsten Einsatz.

Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -29/03/2017


Hallo Astrofreunde,

die meisten Getriebe arbeiten nicht spielfrei. So auch die Getriebe der LX850. Wie ich weiter vorne schon mal
beschrieben habe, lässt bei der LX850 der Spiel zwischen den Zahnrädern durch die exentrische Achslagerung
einstellen. Jedoch muss es ja auch noch gängig bleiben.

Da kam von einem Astrofotograf der Hinweis, die Gegengewichte so zu verstellen, dass der Motor immer eine
geringe Kraft zur Verstellung der RA-Achse aufbringen muss.

Also bei der Balance zwischen Teleskop und Gewicht immer ein leichter Überschuss im Osten, oder entgegen
der Rotation. Dieses Moment wirkt je nach Stellung der RA-Achse aber unterschiedlich. Nämlich mit dem
Abstand des Masseschwerpunktes zum Mittelpunkt, dem Cosinus des Winkels der Gewichtsstange und der Erd-
anziehung.

Steht die Gewindestange senkrecht ( das Gewicht unten im Norden ), ist kein Moment wirksam.

Wie ich im Oktober ja auch schon mal geschrieben habe wollte ich noch mechanische Veränderungen vornehemn.

Hier kam mir die Idee, der RA-Achse entgegen der Drehrichtung ein konstantes Drehmoment zu geben. Dieses sollte
auch veränderlich sein.

Konstruktiv habe ich es durch folgende Anordnung erreicht:

Foto 085.jpg


Dieses habe ich zunächst mit meiner Ersatzmontierung konstruiert, und anschließend eingebaut. Demnächt, bei
warmen bewölktem Wetter, werde ich dann den Umbau in der Sternwarte vornehmen.

Von dem Umbau werde ich dann hier im Einzelnen berichten.

Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -29/03/2017


Zum weitern Umbau habe ich mir meine Ersatz-LX850 in meine Funkbude auf meinen Rollkontainer gestellt.


Foto 086.jpg


Das Momentenrad hat einen Schnurlaufdurchmesser von 150 mm.
Somit wirkt für das Moment eine Länge von 75 mm.

Über ein Umlenkrad mit einem Durchmesser von 50 mm wird die Schnur nach unten geführt.

Foto 087.jpg


Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -02/04/2017


Die RA-Achse der LX850 ist hohl, und es werden in ihr Anschlussleitungen verlegt. Das sind die Leitungen zur
StarLock und zur DEC-Elektronik mit Getriebe.

Am Nordende ist eine große Öffnung, die mit einer verschiebbaren Abdeckung verschlossen ist.

Foto 088.jpg


Der Innendurchmesser der Öffnung ist etwa 34 mm. Also genügend Platz um eine Welle zur Kraftübertragung
unterzubringen. Als Welle nehme ich ein 10 mm Stahl ( Stab 4305 DIN671/h9 ). Am oberen Ende habe ich
ein Vierkant gefräst.

Foto 089.jpg


Weiter in ein rund gebogenes Edelstahlblech ein entsprechendes viereckiges Loch eingearbeitet. Ein Drehteil
befestigt die Welle mit dem Vierkant am Blech. Mit einer V2A-Innensechskantschraube wird es zusammenge-
schraubt.

Diese Einheit wird dann in die hohle RA-Achse positioniert.

Foto 090.jpg


Durch den länglichen Schlitz wird später das Kabel zur DEC-Elektronik geführt.
 

Horst0552

Mitglied
Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -04/04/2017


Am Südende der hohlen RA-Achse ist ein Innengewinde, in das ein Edelstahlteil eingeschraubt ist.

Foto 091.jpg


In dieses Teil habe ich ein rostfreies Kugellager mit den Maßen 30 mm x 10 mm Durchmesser und einer
Dicke von 9 mm eingearbeitet. 3 Madenschrauben halten es fest.

Foto 092.jpg


Der 10 mm Stahl passt mit Passmaß in das Kugellager. So ist die "Momentenachse" am Südende kugelgelagert.

Foto 093.jpg


Am Ende der Achse habe ich 3 Flächen im Winkel von 120° angefräst.

Weiter einen Mitnehmer gefertigt, der die Momentenscheibe aufnimmt.

Foto 094.jpg


So ist dieser auf der Achse befestigt.

Foto 095.jpg


Mit 3 Inbusschrauben wird die Momentenscheibe darauf festgeschraubt.

Foto 096.jpg


Und so Alles mit der Achse verbunden.

Foto 097.jpg

wie oben schon mal gezeigt, gibt es auch noch ein Umlenkrad mit Halteprofil und Montageschelle.

Hier die Teile als Einzelfotos.

Foto 098.jpg
 

Horst0552

Mitglied
Die Schelle hat mein Sohn auf seiner Eigenbau CNC-Fräse gefertigt.

Foto 099.jpg


Das Umlenkrad ist Kugelgelagert, und mit drei Madenschrauben am Kugellager festgeklemmt.
Ein Drehteil hält das Kugellager mit einer Innensechskantschraube und Unterlegscheiben am Halteprofil

Das Drehmoment wird durch Gewichte aus Edelstahl erzeugt.

Foto 100.jpg


Jedes Gewicht hat eine Masse von etwa 2,9 kg. Bei einem Hebelarm von 75 mm wird damit ein Drehmoment
von 2,13 Nm erzeugt. Bei 2 Gewichten dann 4,26 Nm.

Als nächstes erfolgt dann der Umbau meiner Montierung in der Sternwarte.

Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -12/04/2017



So sieht es dann eingebaut in die Montierung in meiner Sternwarte aus.

Foto 101.jpg


Sollte noch ein drittes Gewicht nötig sein, dann muss ich im Ablagetisch eine etsprechende Freimachung
vorsehen.

Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -24/08/2017



Nun habe ich meine LX 850 Starlock schon mehr als 2 1/2 Jahre im Betrieb. Wie ich hier im Beitrag schon mal
geschrieben habe, machten mir die Getriebe von Anfang an Probleme. Schon nach wenigen Einsatznächten
machte sich eine Vibration bei der schnellen Verstellung um die RA-Achse bemerkbar. Besonders bei großen
Tuben ( 10 Zoll ).

Durch diese Vibration bekam die Schnecke mit Schneckenrad ein wenigt Spiel. Dieses vergrößerte sich jedoch
mit der Zeit. So das ich mich entschlossen habe hier einmal nachzusehen. Doch wo ist die Verstellung und
Justage der Schnecke ? Auch mein Händler konnte mir dazu keine Aussage machen. Und eine Serviceanleitung
dafür gibt es nicht. Der Impoteur hier für Europa sagt, dass ist so wie bei allen anderen Montierungen auch.

Doch das hilft mir micht. Bisher hatte ich nur die AZ EQ6 GT, und da gab es nie ein Problem.

Da ich ja zwei LX 850 habe, habe ich zunächst erst einmal die Montierung in der Sternwarte getauscht.

Hier meine LX 850 Nr.1 :

Foto 102.jpg


Nach einer knappen Stunde hatte ich die Montierung bis zur Halteplatte der RA-Achse zerlegt.
Dadurch bleibt die Einstellung von Azimut und Elevation zunächst erhalten.

Foto 103.jpg


Weil Alles auseinander, dann auch gleich mal sauber gemacht.

Im Anschluss daran die LX 850 Nr.2 in der Sternwarte aufgebaut. Auch hierzu brauchte ich eine knappe
Stunde.

Foto 104.jpg


In der nächten klaren Nacht muss ich dann schauen, ob die RA-Achse noch zum Himmelspol zeigt.

Nun habe ich meine überholungsbedürftige Montierung hier in meiner Wohnung, und kann mich in Ruhe
um die Reparatur kümmern. Hier werde ich dann auch weiter berichten.

In der Sternwarte ist wieder alles betriebsbereit und wartet auf den nächsten Einsatz.

Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -25/10/2017


Nun liegt die RA-Acheinheit auf meinem Laborwagen. Weil ich nicht weis was mich erwartet, habe ich erst
einmal Markierungen angebracht.


Foto 105.jpg


Nach Lösen der drei inneren Schrauben konnte ich das Halteteil für die DEC-Achse abnehmen. Wie aus
Amerika zu erwarten ist, sind natürlich alle Schrauben im Zollmaß. Natürlich auch die Sechskantschlüssel.
Schlüssel mit Kugel musste ich erst noch besorgen. Manche Schrauben sind so verwinkelt angebracht, dass
es von Vorteil ist.

Foto 106.jpg


Was ich hier sehe ist ein Schneckenrad, dass von seinem inneren Teil durch eine elastische Verguss- und
Klebemasse getrennt ist. Diese federnde Masse hat eine dicke von ca. 6,5 mm.
 

Horst0552

Mitglied
Für die weitere Zerlegung habe ich wieder Markierungen angebracht.

Foto 107.jpg


Das Halteteil für das DEC-Achsteil sieht von der Innenseite so aus. Eine Kodierscheibe ist zu sehen.

Foto 108.jpg


Noch einmal das gleiche Teil von der Vorderseite. Das große Kugellager und die Feststellbacken sind gut zu
erkennen.

Foto 109.jpg


Die Motor und Getriebeeinheit wird mit 3 Schrauben am Achteil gehalten.

Foto 110.jpg


Bei der Schraube hinter dem Motor musste der Sechkantschlüssel mit Kugelkopf helfen. Die Schrauben waren
verlackt, jedoch hat das wohl nicht geholfen. Irgend etwas muss sich verstellt haben, so dass das Achs-
spiel entstehen konnte.

Hier nach der Zerlegung.

Foto 111.jpg


Anschließend habe ich bei den Schrauben und Scheiben, sowie die Lackreste am Gehäuse beseitigt. Nur so
ist ein sauberer Zusammenbau und Justage möglich.

Geschrieben von: Horst Twele
Meade LX850 -StarLock -erste Erfahrungen -26/10/2017


Bei der Halterung der Motorelektronik habe ich verrostete Schrauben festgestellt.

Foto 112.jpg


Hier warte ich auf die Lieferung rostfreier Schrauben ( Linsenschrauben mit Innensechskant, UNC 4-40,
Länge 3/16" ) von astro-electronik .

Das untere Teil ( Lager auf der anderen Seite ) der RA-Achse lässt sich nicht lösen.

Foto 113.jpg


Das Edelstahlteil mit dem 1 1/2 Zoll Gewinde ist verklebt. Für das Innenteil braucht man Spezialwerkzeug,
und es ist auch ringsherum mit Lack gesichert. Ausserdem ist mir die Konstruktion nicht bekannt. Weitere
Madenschrauben für eine mögliche Justierung sind zu sehen, in einem Ring mit einer Schlüsselfläche.


Foto 114.jpg


Für mich zunächst erst mal keine Möglichkeit hier weiter zu zerlegen.
 

Horst0552

Mitglied
Ich war gerade zum Briefkasten. Hurra, die Schrauben sind da. Vorgestern Nacht bestellt und heute geliefert.

Es kann also weitergehen.

Auf dem Schneckenrad und Schnecke ist noch ( auch zur Seite gedrücktes ) Fett. Das sieht aber noch gut
aus, und ich lasse es so.

Die gummiartige Masse im Zwischenraum des Schneckenrades ist relativ hart, aber dennoch elastisch. Ich
glaube auch, dass diese Masse einen besseren Rundlauf bei mäßiger Anpresskraft bewirken soll. Somit drückt
nicht die Schnecke auf das Schneckenrad, sondern umgekehrt.

Darum habe ich beim Zusammenbau die Schnecke kräftig gegen das Schneckenrad gezogen ( vorsichtig mit
einer Zwinge ), und dann die 3 Schrauben festgezogen.

Nun habe ich die Komponenten zusammen angeschlossen, und in Betrieb genommen.

Foto 115.jpg


Alles versorge ich über mein Labornetzteil mit 12,5 V, bei dem mir auch die Stromaufnahme angezeigt wird.

Als erstes habe ich die RA-Achverstellung betätigt. Gibt zunächst keinen Grund zur Besorgnis. Dann habe
ich den Aufnahmestrom mit dem bei der Verstellung der DEC-Achse verglichen. Die RA-Achsverstellung zog
zunächst einen höheren Strom.

Nun habe ich die drei Getriebe-Befestigungsschrauben ein wenig gelöst, und dann die RA-Achse drehen lassen.

Der Strom wurde dabei geringer. Zwischendurch auch immer wieder die DEC-Achse verstellt, und die Ströme
verglichen. Bei Stromgleichheit habe ich aufgehört, und die 3 Schrauben festgezogen.

Anschließend noch einmal eine Stromkontrolle beider Achsen bei unterschiedlicher Verstellgeschwindigkeit
durchgeführt.

Zum Ende noch mal getestet, ob ein Achsspiel vorhanden war.

Ich habe nichts feststellen können.

Damit schließe ich diese Arbeit erst einmal ab, und werde die Montierung wieder komplettieren. Dann aber
noch mal mit einem montierten großen Teleskop vor dem Einsatz in der Sternwarte eine Überprüfung machen.

Nun werde ich mir ganz in Ruhe Gedanken machen was ich hier hinsichtlich Schnecke und Schneckenrad
noch verbessern kann, oder ob es überhaupt Sinn macht hier etwas zu verändern. Denn ich habe noch
genügend andere Projekte außerhalb der Astrofotografie.

Auch durch intensives Überlegen ist mir keine konstruktive Verbesserung der Kopplung und Kraftübertragung
von der Schnecke zum Schneckenrad eingefallen.

Da aber das Schneckenrad elastisch eingebunden ist, drücke ich die Schnecke nun mit einer definierten
Kraft in das Schneckenrad. Dazu habe ich eine Spannvorrichtung aus Alu, einer Druckfeder und einer
Schraubzwinge konstruiert.

Foto 116.jpg


Bei einem Federlieferanten aus Dänemark habe ich diese Feder gefunden . Sie hat eine Federkonstante von
9,73 N/mm. Daraus ergibt sich eine Federkraft von etwa 1 kg / mm.

Meine Vorrichtung macht einen Verstellweg von 12 mm.

Hier im Zusammenbau.

Foto 117.jpg


Die Anpassung an das Getriebegehäuse habe ich bequem in der Wohnung an meiner Ersatzmontierung vorge-
nommen. Nachfolgend dann die Einstellarbeiten an den Getrieben der RA- und DEC-Achse in meiner Stern-
warte durchgeführt.

Als ich die Halteschrauben vom DEC-Achsgetriebe entfernt habe musste ich feststellen, dass sie bereits
zweimal mit Sicherungslack verlackt waren. Mal in schwarz, mal in Weiß.

Foto 118.jpg


Mit der Schraubzwinge habe ich dann eine Federkraft von etwa 50 Newton ( 5 mm Federweg ) eingestellt.
Meinem Lieferanten der Montierung habe ich mal gebeten beim Hersteller nach einer Serviceanleitung, bzw.
der Andruckkraft von Schnecke und Schneckenrad zu fragen.

Ich glaube nicht, dass von Meade dazu eine Antwort oder Stellungnahme kommt.

Foto 119.jpg


Die Lackreste habe ich von den Schrauben entfernt und die Getriebegehäuse mit den 3 Schrauben wieder am
Achsgehäuse festgeschraubt. Anschließend noch mal die Fettung und der gleichmäßige Lauf der Getriebe
kontrolliert. Dort war ein Nacharbeiten nicht erforderlich.

Diese Wartungsarbeit hat etwa 1,5 Stunden beansprucht.

LG und CS
Horst
 
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