Mad Mike | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Mad Mike

maximilian

Mitglied
Hallo!

Dann können wir unseren Originalthread zum Thema ja jetzt schließen ( 550m weit Richtung Weltall..... )

Außerdem haben wir einen sicheren Gewinner für den Darwin Award 2020. Alle Mitbewerber können ihre Bemühungen bis auf weiteres einstellen.

Viele Grüße
Maximilian
 

Okke_Dillen

Mitglied
Moin,

anfangs dachte ich, geniale Idee: wenn ich Crowdfunding will für etwas, das nicht die breite Zustimmung findet, sprich eine Gruppe an mit wenig Hirn und viel Geld bzw der Bereitschaft, sich für beliebig-blöde Vorstellungen finanziell zu engagieren, notfalls zu ungunsten der eigenen Ernährung. Schließlich geht es ja um "höhere Ziele": den "Durchbruch beim Beweis einer flachen Erde" - da muß man Prioritäten setzen können!

Erstens habe ich etliche Jahre Erfahrung mit Bau und Betrieb von Heißwasserraketen, zweitens fand ich das "Melken" der proklamierten Zielgruppe genial! Deswegen hatte er meine Sympathie.
Dann sah ich die baulichen Ausführungen, die Auslegung, das Bergungssystem etc. und befand, daß Leichtsinn und Schnoddrigkeit irgendwann die Glücksfee überfordern würden...

Im weiteren Verlauf bekam ich leichte Zweifel, ob er vllt doch nicht so genial ist und evtl sogar an das glaubte, was er zumindest lautstark verkündete... Mit letzter Gewißheit werden wir's wohl nie erfahren, es sei denn, er hat etwas notariell hinterlegt, das im Falle eines Falles veröffentlicht wird.

Wie auch immer, jetzt hat er Gewißheit. Friede seiner Asche.
Immerhin: er führte den ersten bemannten (!) Flug mit Heißwasserantrieb durch, den er auch mehrfach wiederholte.

Das mit "Friede seiner Asche" könnte ein frommer Wunsch bleiben, denn nun haben die Flacherdler einen Märtyrer und Säulenheiligen. Bin gespannt, ob er ein Statement hinterlassen hat....

Mein Beileid,
Okke
 

DocHighCo

Mitglied
Tja,

"God must love stupid people - HE made so many of them". Jetzt hat er wieder einen davon zu sich geholt.
Jedenfalls hatte er den Mut, für seine Überzeugung sein Leben zu riskieren. Hätte er auch den Mut gehabt zuzugeben, daß er irrt?

Gruß

Heiko
 

Nasus

Mitglied
Er hat einfach Sponsoren für ein wahnsinniges Projekt gesucht - und gefunden. Dass mit der in den kühnsten Träumen erreichbaren Flughöhe da kein Beweis bzw. Gegenbeweis erbracht werden kann zeigt mal wieder wie diese Flatties so drauf sind.
 

b_schaefer

Mitglied
Unabhängig von der Person war das Video sehr bedrückend anzusehen. Beim Start hat sich der Schirm teilweise entfaltet und ist dabei natürlich abgerissen. Damit war das Schicksal des Piloten besiegelt.

Den ganzen Flug über war daher das schlimme Ende schon festgelegt. Keine Ahnung ob er das selbst mitbekommen hat und was einem in diesen Minuten dann durch den Kopf geht...

Viele Grüße
Sebastian
 

maximilian

Mitglied
Hallo,

Keine Ahnung ob er das selbst mitbekommen hat und was einem in diesen Minuten dann durch den Kopf geht..
Zu seinem Glück waren es eher Sekunden als Minuten. Das ganze Video vom Start bis zum Einschlag kann man übrigens bei YouTube leicht finden. Und was „Friede seiner Asche“ angeht: Am Ende des Videos kann man sehen, dass seine Überreste eher dampfgegart als eingeäschert wurden.
 

maximilian

Mitglied
PS: Hier ist der Link zum unbearbeiteten Video: Mad Mike's fatal rocket flight

Der gesamte Flug hat 19 Sekunden gedauert, davon vielleicht 10 der freie Fall. Von dem Moment als er gemerkt hat, dass der Fallschirm wohl eher nicht mehr aufgehen wird, bis zur „Landung“ hatte er vielleicht noch 4 oder 5 Sekunen Zeit, sich über seine dumme Idee Gedanken zu machen.
 

Setebos

Mitglied
Hallo,

ob er wirklich an diesen Flacherden-Quatsch geglaubt hat, ist fraglich. Hier ein Zitat aus der Wikipedia:

Following Hughes' death, Darren Shuster, his public relations representative, stated: "We used flat Earth as a PR stunt... Flat Earth allowed us to get so much publicity that we kept going! I know he didn’t believe in flat Earth and it was a schtick."

Gruß
Christian
 

Okke_Dillen

Mitglied
Also - wenn schon - spitzfindig, dann richtig: nach Schubende ist der Tank leer und hat Atmosphärendruck. Der Drucktank ist lediglich noch heiß, was aber von untergeordneter Bedeutung gewesen sein dürfte.
Heißwasserraketen sind spannende Antriebe mit mehr Potenzial als man zunächst meinen mag. Das hat er erkannt und umgesetzt. Nur bei weitem nicht ausgeschöpft. Dennoch, auf rudimentärstem Niveau schaffte er als erster den bemannten Flug mit einer Heißwasserrakete! (den er verletzt überstand. Nach Genesung folgten weitere bis zu diesem)
Das Bergungssystem hatte m.W. einen (zusätzlichen) manuellen Auslöser zum Overriden des Tankdruck-gesteuerten automatischen Auslösers. Ich befürchte, daß durch die Startbeschleunigung irgendwie der manuelle Auslöser losging/ausgelöst wurde. Sehr tragisch das Ganze!

Gruß
Okke
 

maximilian

Mitglied
Hallo!

Also - wenn schon - spitzfindig, dann richtig: nach Schubende ist der Tank leer und hat Atmosphärendruck....
Ich habe mich nur auf das Video bezogen, in dem nach dem Aufschlag eine große Wolke aufsteigt. Ob das Staub, Restdampf, heisses Wasser oder verdampfter Angstschweiß ist kann man nicht erkennen (wenn man mit fast Schallgeschwindigkeit einschlägt verdampft ein großer Teil der Körperflüssigkeit durch die kinetische Engergie, womit der eine oder andere Starfighterpilot praktische Erfahrungen sammeln konnte - dieser hier war aber wohl nicht schnell genug dafür).

Das Bergungssystem hatte m.W. einen (zusätzlichen) manuellen Auslöser zum Overriden des Tankdruck-gesteuerten automatischen Auslösers.
Laut irgendwelcher Aussagen aus seinem Team (die ich jetzt wieder neu googlen müsste) hatte er insgesamt vier Fallschirme, die sich alle manuell auslösen liesen. Es wurde die Vermutung geäußert, dass er durch die plötzliche Richtungsänderung bei der versehentlichen Auslösung des Fallschirms nach dem Start irgendo angeschlagen ist und das Bewusstsein verloren hat. Deswegen konnte er keinen der verbleibenden Fallschirme auslösen. Vielleicht war es aber auch ganz anders, wir werden es eher nicht erfahren.

Tragisch ist was anderes. Tragisch ist es, wenn man als Passagier mit einer fehlkonstruierten Boeing hilflos abstürzen muß. Wenn man mit einer selbstgebastelten Rakete abstürzt, die man vorher nicht einmal unbemannt getestet hat, hat man einfach nur bekommen, wonach man verlangt hat.

Viele Grüße
Maximilian
 

MeisterDee

Mitglied
........und hätte er es tatsächlich geschafft, die angepeilte Höhe von rund 1.500 m zu erreichen, hätte er sogar seinen Flacherdlern den "Beweis" für die flache Erde geliefert: Ein Foto ohne Erdkrümmung.
...Als ob man die in der Höhe schon sehen könnte......

Wie dem auch sei, er hat seine Spinnerei mit dem eigenen Leben bezahlt. Das ist der höchstmögliche Preis.

....Das klingt beinahe so, als ob das Ganze in irgendeiner Weise Respekt verdienen würde. Tut es für mich aber nicht.
Man kann es nämlich auch anders ausdrücken:
Er hat für einen Haufen Spinner und seine Überheblichkeit sein Leben weggeworfen. Für eine schwachsinnige Idee, hinter der er selbst offenbar nicht einmal richtig stand. Also für nichts.
Kluge Menschen machen so etwas nicht.

CS

Dietmar
 

Marty_McFly

Mitglied
Die Erdkrümmung kann man ganz einfach an einem See beweisen. Laser aufstellen, auf ein Boot richten, weit weg fahren und dann schauen wo der Laserpunkt ist. Er wird am Boot höher liegen. Beweis erbracht.

Da braucht man keine Rakete bauen. Wenn er die Flacherdler einfach nur benutzt hat, um mit deren Geld basteln zu dürfen, dann ist das hingegen schlau gemacht.

Das Dumme ist ja jetzt, der die Flacherdler eine Verschwörung hinter dem Absturz vermuten können. „Seht ihr, sie wollen nicht, dass wir es beweisen können“.
 

maximilian

Mitglied
Hallo!

Das würde ich jetzt so nicht sagen. Viele Menschen suchen Herausforderungen und Nervenkitzel, ganz unabhängig von ihrer Dumm- oder Klugheit. Von einer Besteigung des Nanga Parbat z.B. kommen nur zwei von drei Bergsteigern lebend zurück, bei der Annapurna ist es sogar nur jeder zweite (*). Und doch sind da auch Herzchirurgen und erfolgreiche Unternehmer und sonstige undumme Menschen dabei.

Dieser hier wollte halt ohne das nötige Geld mit einer Rakete fliegen (würde ich ja auch gerne, mit einer Rakete fliegen). Er hat sich ein paar Dumme gesucht, die ihm wenigstens eine Minimallösung ermöglicht haben. Seine eigene Dummheit bestand nur darin, dass er nicht auf reichere Dumme gewartet hat, die ihm eine sichere Rakete, wenn es so etwas denn geben sollte, finanzieren.

Grüße
Maximilian

(*) Das muss man sich mal vorstellen: Wer abreist, um die Annapurna zu besteigen, ist für die Daheimgebliebenen wie Schrödingers Katze: Halbtot und halblebendig gleichzeitg. Erst durch die Beobachtung seiner Rückkehr (zu Fuß die Flugzeugtreppe runter oder in der Blechbox aus dem Frachtraum ausgeladen) wird der eine oder der andere Zustand bestätigt. Vielleicht hätte Mad Mike sich ja Investoren aus der Quantenphysik suchen sollen...
 
Zuletzt bearbeitet:

Optikus

Mitglied
Also,

man kann zu den Intentionen des Mad Mike spekulieren wie man will, Eier hatte er. Ob das irgendeinem Sinn diente oder nicht wird sein Geheimnis bleiben, aber er hat den Preis bezahlt den er kannte und offenbar in Kauf genommen hat. Ich muss das nicht gut finden, aber meinen Respekt hat er. Ich mag Menschen, die eine Idee haben und sie umsetzen.

CS
Jörg
 

eckehardt70

Mitglied
Ja Eier hatte der Mike, aber für die falsche Sache.
Ich wünschte diese zielstrebigen Menschen, die sich an einer Sache so festbeissen können, würden die Energie in Dinge stecken, die die Menscheit bzw. Gesellschaft wirklich weiterbringen. Für eine Aufnahme der Erde von oben hätte auch ein Heliumballon gereicht.
Vielleicht bekommt er ja einen gebührenden Platz beim Darwin Award, verdient hätte er ihn sich!

Gruß Thomas
 
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