Mängel am Motor und Getriebe vom Orrery

wolff

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Hallo Orreryfans

Vorwort:

Dieses Thema soll Mängel an der Antriebseinheit behandeln, die zu störenden Geräuschen bis hin zu größeren Folgeschäden führen können, ohne dass ich hiermit Panik verbreiten möchte.

Aus diesem Grund bitte ich alle die, bei denen es scheinbar keine Probleme gibt, dieses Thema nicht schön zu schreiben und zu verharmlosen. Es ist sehr ärgerlich, wenn wegen so einer Kleinigkeit das Orrery größeren Schaden erleidet - dafür war es einfach zu teuer.

Alle eigenen Änderungs - und Reparaturversuche erfolgen auf eigenes Risiko, die Beiträge sind legendlich als Beispiel zu betrachten und nicht als Anleitung.

Danke

Gruß Michael
 

wolff

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Hallo Leute

Der Motor vom Orrery und deren Befestigung an der Grundplatte weisen zum Teil erhebliche Mängel auf. Um die Sache nachhaltig zu untermauern, habe ich 3 Motoren ausprobiert und deren Eigenschaften und Konstruktion begutachtet, dass Ergebniss ist bei allen drei Motoren gleich.

Zu dem Mängeln:

1. Motorbefestigung

Wer den Motor genau nach Anleitung montiert hat und somit auch den Gummibalg zwischen Säulenhalterung und Motor gelegt hat, hat sich automatisch einen Mangel eingebaut. Die beiden gekröpften Befestigungslaschen vom Motor liegen dann nicht mehr an der Grundplatte an, sie stehen ca. 1 mm in der Luft (siehe Bild). Wer darauf nicht geachtet hat, hat diese beiden Befestigungslaschen entweder durch das Festziehen zur Grundplatte hin verbogen, oder im schlimmsten Fall an/abgebrochen. Außerdem ist es falsch, dass diese Befestigungslaschen direkten Kontakt mit der Grundpaltte haben, weil dadurch Schwingungen und vor allem Geräusche vom Motor auf das gesamte Orrery übertragen werden.
Hier liegt ein klarer Konstruktionsmangel vom Motorgehäuse vor, denn wenn man den Gummibalg nicht dazwischen legt, liegen alle 3 Laschen schön an. Man hat also nicht bedacht, dass sich durch den Gummibalg der Motor 1 mm weiter vom Gehäuse entfernt.

2. Überlastkupplung

Wie ausgelobt, ist der Motor mit einer Überlastkupplung ausgestattet die verhindern soll, dass der Motor z.B. bei einem Klemmen in der Zahnhradeinheit beschädigt wird. Diese Überlastkupplung springt an, wenn die Drehzahl der Antriebswelle durch einen negativen Einfuss auf eine niedrige Drehzahl abfällt, in dem sie so zusagen überspringt. Dies ist dann durch ein deutliches regelmäßiges "knacken" zu hören, wobei sich der Motor aber in jedem Fall weiter dreht.
Diese Überlastkupplung funktioniert bei allen 3 Motoren nicht.
Dies kann man ganz einfach testen, indem man das Orrery einfach kurz oben an der Antriebswelle mit den Fingern fest hält - der Motor bleibt stehen, die Überlastkupplung springt nicht ein. Durch diesen Mangel kann bei einem Defekt im Räderwerk oder an der Lagerung ein größerer Folgeschaden entstehen, im schlimmsten Fall brennt die Wickelung vom Motor durch und das war es dann.
Grund für diesen Mangel ist die viel zu starke Feder im Motor, die ein Arbeiten der Überlastkupplung nicht zulässt.

3. Die Motorlagerung

Der Motor hat keinen festen Sitz in der Gehäuseaufnahme. Das hat zur Folge, dass der Motor unter bestimmten Umständen anfängt zu "poltern". Besonders in Drehrichtung rechts (im Uhrzeigersinn) entstehen diese Polter - oder Rumpelgeräusche, weil der Motor in diese Richtung besonders viel Platz im Gehäuse hat.

4. Getriebe

Die Kante vom unteren Teil der Überlastkupplung schleift dauerhaft am großen Antriebszahnrad. Abgesehen davon, dass dass den Motor bremst, verschleissen die beiden Getriebeelemente an dieser Stelle übermäßig schnell, begünstigt durch die zu starke Feder der Überlastkupplung.


Für alle der aufgeführten Probleme habe ich Lösungsbeispiele ausgearbeitet, die nach und nach unter diesem Thema eingestellt werden, dass heisst, wenn alle benötigten Teile angekommen sind. Am Motor oder dem Getriebe wird dabei nicht herumgefeilt, es kommen legendlich ein paar kleine "Pfennigartikel" zum Einsatz, die dauerhaft Abhilfe schaffen.

Gruß Michael
 

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wurzelwaerk

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Gut daß ich die Endmontage noch nicht vorgenommen habe, die letzten Pakete liegen noch und warten...
Dann werden sie eben noch einen Moment länger warten, bis das hier abgeschlossen ist.
Wobei, eigentlich hätte ich zu allen Punkten schon Lösungsansätze...
 

wolff

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Hallo Ralf

Du kannst Deine eigenen Ideen ruhig umsetzen, niemand muss sich nach meinen Beispielen richten. Es wäre auch schön, wenn Du uns an Deinen Ideen teilhaben lässt - man lernt schließlich nie aus ;)

Ich denke, dass ich im laufe der nächsten Woche meine Beiträge einstellen kann.

Gruß Michael
 

wurzelwaerk

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Hallo Michael,
klar doch, ist aber nix gewaltiges.
Unter die Motorlaschen würde ich O-Ringe der passenden Stärke legen, so bleibt der Motor etwas flexibel und entkoppelt.
Die Feder wäre zu ersetzen (Stärke ausprobieren), in den gesammelten Werken der letzten Jahre sollte sich was finden.
Den Motor würde ich mit dünner Pappe oder Moosgummi umwickeln + Tesa bis er passt.
Das mit dem schleifenden Zahnrad muss ich mir mal ansehen, ev. hilft da auch eine Unterlegscheibe oder ein O-Ring oder ein Teflon-Ring auf dem großen Rad.
 

wolff

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Hallo Ralf

Jup, da denken wir beide so in etwa gleich ;)

Bei dem Getriebe mit dem schleifen am Zahnrad ist es aber etwas komplizierter. Wenn Du unter der Überlastkupplung eine Scheibe legst damit die etwas höher kommt, dann rutscht das große Antriebszahnrad samt Mitnehmer für die Antriebswelle genau um die Stärke der Scheibe nach innen und es schleift wieder wie vorher - hatte ich schon ausprobiert - Lösung habe ich aber schon parat, nur die Teile noch nicht.

Gruß Michael
 

wolff

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Lösungsvorschlag für die Motorlagerung

Hallo Leute

Wie angekündigt, wird zu jedem der oben aufgeführten Mängel ein Lösungsvorschlag eingestellt, hier meine Variante der Problemlösung mit der Motorbefestigung.


Benötigtes Material:

2 x Unterlegscheibe Gummi 3 x 11 x 1 mm – bekommt man z.B. bei Ebay mit Suchbegriff "Unterlegscheibe Gummi"


Ich habe mich für InLine Gummi Unterlegscheiben, die auch z.B. für die Laufwerksentkopplung verwendet werden, entschieden. Diese Gummi Unterlegscheiben haben fast die gleichen Eigenschaften wie der originale große Gummibalg, so dass ein optimales Ergebnis erreicht werden kann.
Man kann auch andere Gummi Unterlegscheiben verwenden, nur dürfen diese auch nicht zu weich sein, damit der Motor auch "fest" sitzt.
Unterlegscheiben aus Metall sollten zum ausgleichen nicht verwendet werden, weil dadurch Geräusche und Vibrationen vom Motor stark auf das gesamte Orrery übertragen werden.

Die Montage ist Kinderleicht.
Die beiden Schrauben in den gekröpften Befestigungslaschen vom Motor herausdrehen, je eine Gummi Unterlegscheibe zwischen Befestigungslasche und Grundplatte schieben und dann die Schrauben wieder befestigen – fertig.

Um eine ordentliche Montage durchführen zu können, hätten diese beiden Gummi Unterlegscheiben eigentlich im Heft 51 dem Motor schon beiliegen müssen.

Gruß Michael
 

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wolff

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Überlastkupplung, Motorlagerung und Schleifen

Hallo Leute

Wie angekündigt, wird zu jedem Mangel ein Lösungsvorschlag eingestellt. Um den Motor nur ein mal öffnen zu müssen, habe ich hier die Problemlösung für die Überlastkupplung, der Motorlagerung und dem schleifen vom unteren Teil der Überlastkupplung am großen Antriebszahnrad zusammengefasst - hier meine Version.


Benötigtes Material:

3 x Messing Unterlegscheibe 3,2 x 7 x 0,5 – bekommt man z.B. im Baumarkt
Selbstklebende Schaumstoffdichtung für Fenster und Türen (Moosgummi) – bekommt man z.B. im Baumarkt
1 x Kugelschreiberfeder – kann man aus fast jedem Kugelschreiber nehmen

Benötigtes Werkzeug:

Rundfeile
Kreutzschlitzschraubendreher (aus dem Werkzeugset)
Saitenschneider


Zuerst den Motor öffnen, indem man die drei Gehäuseschrauben rausdreht (siehe Bild 1).
Dabei das Gehäuse mit den Fingern schön zusammenhalten, da die starke Feder der Überlastkupplung das Gehäuse auseinander drückt. Wenn alle 3 Schrauben gelöst sind, oberes Gehäuseteil vorsichtig abnehmen.

Jetzt können die Feder, alle Zahnräder und der Motor entnommen werden, dabei aber die Einbaulage merken oder aufschreiben. Jetzt eine der Messing Unterlegscheiben innen minimal auffeilen, so dass sie sich problemlos über die Achse der Überlastkupplung schieben lässt. Wenn sie passt, schön einfetten und über die Achse bis auch den Gehäuseboden schieben, Fett findet man genug am Gehäuseboden. Bei dieser Gelegenheit gleich die obere Lagerbuchse im Gehäuseoberteil für das große Antriebsrad einfetten und die beiden anderen Messing Unterlegscheiben eingefettet einsetzten. Wer Bedenken hat, dass die beiden Messing Unterlegscheiben beim zusammensetzten wieder heraus fallen, kann diese später auch direkt auf die Welle von großen Antriebszahnrad legen. Diese beiden Unterlegscheiben verhindern, dass das große Antriebszahnrad nach innen rutscht und wieder an dem Unterteil der Überlastkupplung schleift. Jetzt können alle übrigen Zahnräder und die Plastik Unterlegscheibe oberhalb der Überlastkupplung wieder eingesetzt werden, wobei alle Achsen vorher noch mal eingefettet werden sollten.

Das in der Motorlagerung vom Oberteil eingeklebte schwarze Schaumstoffstück entfernen, in zwei Hälften schneiden und in die Motorlagerung vom Unterteil über die Kunststoffkanten kleben.
Jetzt 3 Streifen von der Schaumstoffdichtung um den Motor kleben und diesen mit dem schwarzen Kabel nach unten wieder in das Gehäuseunterteil drücken.

Als nächstes muss die Kugelschreiberfeder mit dem Saitenschneider halbiert werden, dass abgekniffene Ende muss zu einem Ring geformt werden, damit auch diese Seite der Feder dann richtig anliegt.
Jetzt die Feder über die Achse auf das Oberteil der Überlastkupplung stecken. Achtung – unbedingt darauf achten, dass auch die kleine schwarze Plastik Unterlegscheibe vorher aufgesetzt wurde.

Jetzt kann das Gehäuseoberteil wieder aufgesetzt werden, wobei darauf geachtet werden muss, dass die Schaumstoffdichtung nicht zwischen den Gehäusehälften eingeklemmt wird.
Jetzt die drei Gehäuseschrauben wieder eindrehen und fertig.

Zur Kontrolle kann man den Motor kurz schütteln und zu prüfen, ob die beiden Messingunterlegscheiben und die Feder an der richtigen Stelle sitzen und nicht lose im Gehäuse liegen.

Vor dem Einbau in das Orrery, den Motor anschließen, laufen lassen und auf guten und leichten Lauf prüfen. Außerdem kann gleich die Funktion der Überlastkupplung geprüft werden, indem man mit zwei Fingern den Mitnehmer für die Antriebswelle festhält. Bevor der Motor stehen bleibt, muss die Kupplung die Kraftübertragung trennen, was durch ein deutliches regelmäßiges Knacken zu hören ist. Sollte die Kupplung nicht oder zu früh anspringen, kann die Feder über der Überlastkupplung von Hand etwas gedehnt oder gestaucht werden.


Gruß Michael
 

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moschmann

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Re: Überlastkupplung, Motorlagerung und Schleifen

Hallo zusammen,

bei mir ist es jetzt soweit. :teufelgrr:
Der Motor ist kaputt...um es kurz zu sagen.

Mein Orrery ist nach Fertigstellung einige Abend im langsamen Gang gelaufen. Die Geräusche der Getriebeeinheit wurden nach und nach immer stärker. Das hat mich bis dahin nicht weiter gestört.
Ab und zu blieb das System ohne erkennbaren Grund einfach stehen. Die Position des Reglers spielte dabei keine Rolle. Nachdem man das Orrery aus und wieder eingeschaltet hat lief es wieder für eine unbestimmt Zeit.
Als es dann letzte Woche mit dem üblichen Trick nicht mehr anlief habe ich das Getriebe demontiert.
Am Getriebe selber war kein Schaden erkennbar. Der Motor hatte aber einen Kurzschluss im Stillstand. Nach kurzem Anschubsen des Schneckenrades lief er wieder für unbestimmte Zeit. Danach lag das gleiche Fehlerbild vor.
Als ich den Motor geöffnet habe war dann auch schnell klar was da passiert ist.
Der Komutator hatte eine der Bürsten durchgescheuert so das diese abgebrochen ist. In der Regel werden bei solchen kleinen Motoren Bürsten mit kleinen Kohleklötzchen, die den Kontakt zum Komutator herstellen, verwendet. Das ist hier leider nicht der Fall. Bei der Orrerymotor bestehen die Büsten leider nur aus einen dünnen Streifen Metall.
Der Kurzschluss kam zustande weil sich die abgebrochene Bürste zwischen 2 Polen des Komutators verhakt hat.
Reparieren kann man da nichts.... also : ab in den Rundordner.

Ich werde die Tage einen passenden Motor raussuchen und den dann verbauen. Ich werde berichten...

Gruß

Micha
 

wolff

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Re: Überlastkupplung, Motorlagerung und Schleifen

Hallo Micha

Oh, das ist wirklich ärgerlich ;(

Vielleicht hat das auch damit etwas zu tun, das der Motor stehen geblieben ist und die Bürsten praktisch zu heiss geworden sind. Metall einmal richtig heiss und die Struktur und Festigkeit sind dahin.

Wenn Du das jetzt sowieso auseinander hast, dann mach gleich die Feder der Überlastkupplung neu, so dass diese bei einem Klemmen auch anspricht. Nicht dass Dir der Motor wieder "durchbrennt", dass wäre jammerschade.

Micha, wenn Du einen passenden Motor gefunden hast, dann poste es bitte hier! DAS ist sicherlich für andere auch sehr interessant, wo ein vernünftiger Motor zu bekommen ist.

Gruß Michael
 

wolff

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Ersatzmotor für Orrery

Hallo

Ich habe seit November 2010 regelmäßig nach einem Motor aus dem Modellbau gesucht, der in das Motorgehäuse vom Orrerymotor passt - ohne Erfolg ;(

Es gibt anscheinend keinen Motor, der den vom Orrery eventuell mal ersetzten könnte.

Ich hatte damals gleich einen Ersatzmotor dazu gekauft, also wer noch keinen hat, sollte sich vielleicht noch einen zulegen, bevor es diese dann nicht mehr gibt.

Sollte von euch mal jemand einen Motor finden den man verwenden könnte, bitte hier posten ;)

Gruß Michael
 
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