Maximale Pupillengröße | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Maximale Pupillengröße

Radfahrer

Mitglied
Hallo,

es wird oft diskutiert, was da individuell möglich ist. Neulich war ich ( > 60 Jahre ) beim Augenarzt und wurde " weitgetropft ". Da ich nur 100m von dort zu Fuß nach Hause habe habe ich daheim gleich ein Selfie gemacht und die Pupille vermessen. 9mm !!!

Meine Frage : ist diese medikamentös erfolgte Pupillenerweiterung gleich groß wie die mit dem dunkeladaptierten Auge mögliche oder ist es nicht möglich, auf natürlichem Weg das gleiche Ergebnis zu erreichen wie medikamentös?

Gruß Uwe
 

felixthecat

Mitglied
Hallo Uwe
Ich vermute mal sehr, daß die Pupille nur mit Tropfen so weit aufgeht. Wäre auch gar nicht vorteilhaft.
Wahrscheinlich hast Du gleichzeitig einen erheblichen Weichzeichnereffekt bemerkt.
Das kommt von der sehr schlechte Abbildungsqualität des Auges bei "Offenblende". Normalerweise ist schon ab 5 mm Pupillenöffnung die Abbildung nicht mehr wirklich scharf - von Mensch zu Mensch anscheinend unterschiedlich.
Also man hätte bei größeren Pupillen zwar ein helleres Bild aber nicht bei Sternen, da das Licht dann ziemlich verschmiert wird.
Felix
 

Rainmaker

Mitglied
Hallo Uwe,

die Sache mit der Pupillengröße ist sehr individuell. Die Pupille wird zwar im Durchschnitt kleiner, je älter man wird, aber die Abweichung vom Mittelwert ist sehr groß. Die 9mm dürften daher recht gut deiner maximale Pupillengröße entsprechen. Mehr Infos dazu lasen sich übrigens in einem alten Artikel der Sky and Telescope finden. Leider weiß ich den Jahrgang nicht mehr. Außerdem kann man sich auch einfache Messgeräte (einfach ein Plastikstreifen mit Löchern) organisieren um seine Pupille auch ohne Augenarzt auszumessen.


MfG

Rainmaker
 

ws_mak12

Mitglied
Hallo Uwe,

9 mm Durchmesser ist für über 60jährige schon extrem viel, glaubt man dem, was allgemein in der Literatur steht. Ob dies bei dir nur medikamentös erreicht werden kann, wird dir sicherlich ein Spezialist besser erklären können.

Aber es scheint ja große individuelle Unterschiede zu geben. Ich habe das für mich ganz einfach mittels Bohrern mit klar definierten Durchmessern ermittelt, welche ich bei absoluter Dunkeladaption vor eine kleine rote Lichtquelle gehalten habe. Das funktionierte recht gut und ich konnte meinen Pupillendurchmesser auf besser als 0,2 mm genau bestimmen.

Der Strehlwert nimmt allerdings mit zunehmenden Pupillendurchmesser in aller Regel stark ab. Bei mir wurde dies mal nebenbei an einem Spezialgerät von Rodenstock ermittelt. Der Strehlwert meines besseren Auges fiel bei ca. 3 mm von ca. 0,98 auf etwas unter 0,8 bei 5,2 mm Pupille. Bei meinem etwas schlechteren Auge waren die Unterschiede noch erheblich größer und erreichte bei 5,2 mm Pupille nicht mal mehr 0,5 Strehl.

Viele Grüße
Werner
 

Radfahrer

Mitglied
Hallo Felix,
Wahrscheinlich hast Du gleichzeitig einen erheblichen Weichzeichnereffekt bemerkt.
aber ja doch. Deshalb sagt der Augenarzt vorher " nicht mit dem Auto kommen " und fragt auch nochmal vorher explizit nach.

Hallo Werner,
Ob dies bei dir nur medikamentös erreicht werden kann, wird dir sicherlich ein Spezialist besser erklären können.
genau das interessiert mich. Ich habe mich früher viel mit Trainingslehre beschäftigt. Das Doping vor 50 Jahren war ja, mit Medikamenten in Bereiche vorzustoßen, die der Körper nur in Notfällen erbringen kann ( wenn der Säbelzahntiger hinter Dir steht ) aber normal nicht vorgesehen sind.

Ich zweifle nicht daran, das 9mm Pupille möglich sind. Es wäre nur schön für mich, wenn das auch bei mir durch Dunkeladaption
erfolgen kann.

Gruß Uwe
 

ws_mak12

Mitglied
Hallo Uwe,

na ja, vielleicht antwortet hier der ein oder andere Augenarzt o.ä. ;)

Versuche einmal mal die von mir beschriebene Methode. Das ist easy und kann im bequemen, warmen Wohnzimmer vor einer kleinen, roten nur wenige mm großen TV-LED mit etwas Abstand vorgenommen werden. :)Wirst sehen, das klappt. Die genauen Durchmesser der Bohrer (falls nicht ohnehin auf den Aufsätzen vermerkt) kannst ja auch leicht messen. Jedes Auge sollte natürlich separat bestimmt werden.

P.S.: Du hältst dir ganz dicht vor das zu messende Auge den Bohraufsatz mit bekanntem Durchmesser. Das geht auch senkrecht. Dann schalte dein dunkeladaptiertes Auge auf "Fernmodus" und schaue auf die rote (runde) LED in mehreren Meter Abstand. Du wirst genau merken, wann die LED gerade verdeckt werden kann und kein Lichtstrahl weder rechts noch links des Bohrers mehr auftaucht. Mit etwas Übung tut das und du kannst recht genau bestimmen, wie es mit dem Pupillendurchmesser aussieht. Nimm dazu mehrere Bohraufsätze mit leicht unterschiedlichen Durchmessern und variiere etwas.

Viele Grüße
Werner
 
Zuletzt bearbeitet:

Rainmaker

Mitglied
Hallo,

wie schon beschrieben denke ich, dass die gemessenen 9mm recht gut deinem maximalen Pupillendurchmesser entsprechen dürften, also kein Artefakt eines "Drogenmissbrauches" sind. Die Iris ist ja eigentlich nichts anderes als ein kleiner "Ringmuskel". Bei Entspannung öffnet sich die Iris, bei Anspannung schließt sie sich. Durch die Atropingabe wird halt die Entspannung einfach nur erzwungen. Weiter als üblich kann die Iris damit eigentlich nicht geöffnet werden, denn dazu müsste man den Muskel dehnen, dazu fehlt die Ansatzstelle für die Kraft. o.k., mit einem entsprechenden Kegel und Gewalt könnte man das schon machen, aber danach hat man halt ein Lochkameraauge.

MfG

Rainmaker
 
Oben