Meade ETX 125 und Powerbank

Moderator Hans Zekl

Mitarbeiter
Moderator
Hallo,

bisher habe ich immer mein Meade-Teleskop an den Zigarettenanzünder in meinem Auto angeschlossen, wenn ich irgendwo draußen beobachtet habe. Das klappte auch ohne Probleme. Jetzt mit dem neuen Wagen habe ich das Problem, dass der nach 30 Minuten die Stromversorgung abschaltet. Das Teleskop mit Batterien zu betreiben ist auch nicht praktisch - hoher Verbrauch.

Hat jemand Erfahrungen mit Powerbanks an einem ETX 125, auch wie das Problem mit der Größe des Steckers gelöst wurde?

Vielen Dank für eure Antworten schon einmal im Voraus.
Hans
 

SkyBob

Mitglied
Mit handelsüblichen powerbanks wirst du nicht weit kommen.
Du benötigst dafür einen step Up Wandler.
Die bringen aber bei 12v nicht ausreichend Ampere aus den hoch-gewandelten 5v.

Das sinnvollste wäre hier wohl entweder ein lifepo 4 Akku, der sehr teuer ist, oder ein Blei Vlies Akku.

Gruß
Markus
 

maximilian

Mitglied
Hallo!

Also ich habe zwei unterschiedliche Powerbanks, die beide serienmäßig 12V können. Die erste heisst kurioserweise auch noch „Anker Astro Pro“ und hat einen 12V Ausgang per Rundstecker. Ein passendes Kabel von diesem Stecker zu üblichen Montierungen war auch schon dabei. Auf dem Bild habe ich sie mit einer NexStar SE Montierung verbunden, die sicher nicht weniger stromhungrig ist wie die ETX 125. Auch an meine SkyWatcher Merlin passt das Kabel und an die iOptron auch.

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Ausserdem habe ich noch eine zweite Powerbank der Marke „OUTXE“ (Praxistest: OUTXE Savage 24000 mAh Solar-Powerbank), bei der man den 12V Ausgang an der orangenen Farbe der USB Buchse erkennt. Dafür braucht man aber ein spezielles Kabel, das man sich am besten selbst lötet. Ein paar sind im Lieferumfang dabei, aber keines, das direkt an die Montierung passt.

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Die Celestron NexStar SE Montierung läuft übrigens mehrere Stunden mit der kleinen PowerBank! Aber nicht die ganze Nacht, dafür braucht man dann schon einen vernünftigen Akku.

Viele Grüße
Maximilian
 

halbetzen

Mitglied
Hallo Hans,
mit einer Powerbank wollte ich meine Montierungen, eine HEQ 5 Synscan und eine EQ 3 Synscan, auch betreiben. Das funktioniert auch soweit bis das Objekt angefahren ist, dann bricht aber die Nachführung ab. Das mag zum Fotografieren sinnvoll sein, aber das ist natürlich nicht, was ich erwartete. Leider kann die HEQ 5 nicht per Hand gedreht werden, weswegen ich öfters die EQ 3 auf Handbetrieb umgerüstet benutze.

Daß die Stromversorgung mit der Powerbank nicht funktioniert, kann an den Step-up-Schaltungen liegen, die in diesen Powerbanks verbaut sind. Es kann sein, daß diese nicht ordentlich geglättete Ströme liefern, die die Steuerungselektronik der Montierungen stören oder gar zerstören können.
Ich habe auf einer Maede-Seite eine Powerstation für die ETX-Montierungen mit LiPo-Akkus gefunden, allerdings rund 2 kg schwer. Vielleicht ist sowas auch in Deutschland lieferbar.

Meine Powerbank wiegt allerdings nur rund 560 g. Beim vorletzten Merkurdurchgang im Mai 2016 habe ich die HEQ 5 während der gesamten Dauer mit der Powerbank betrieben, über sieben Stunden lang. Ein passendes Verbindungskabel wurde mit der Powerbank mitgeliefert. Was hat den die ETX-Montierung für eine Stromanschluß-Buchse? Der Anschluß der beiden Skywatcher-Montierungen ist ein verbreiteter Hohlstecker-Anschluß.
Grüße
Dietrich
 

maximilian

Mitglied
Hallo!

Das funktioniert auch soweit bis das Objekt angefahren ist, dann bricht aber die Nachführung ab.
Das kann daran liegen, dass die Montierung im Nachfürbetrieb zu wenig Strom zieht. Viele Powerbanks schalten ihre Ausgänge ab, wenn sie denken, dass nichts angeschlossen ist. Ich habe dieses Problem schon ein paarmal mit selbstgebastelten Geräten gehabt, die ich mit der Powerbank betreiben wollte. Bei der Montierung kann man das evtl. dadruch verhindern, dass man die Beleuchtung des Handcontrollers auf maximal hell stellt, so dass immer ein gewisser Strom fliesst.

Meine NexStar SE trackt immer noch munter vor sich hin, seit ich vorhin (über eine Stunde her) das Foto oben gemacht habe. Sie scheint dabei also reichlich Strom zu ziehen. Ich habe sie extra angelassen um zu sehen, was die PowerBank noch hergibt, die jetzt auch schon einige Jahre auf dem Buckel hat.

Ansonsten bin ich natürlich auch der Meinung, dass so eine Powerbank zur Versorgung einer Goto-Montierung nur ein Notbehelf sein kann. Ein richiger Akku oder Powertank ist da deutlich besser geeignet.

Grüße
Maximilian
 

halbetzen

Mitglied
Hallo!
Ob man eine Powerbank nun als Notlösung bezeichnen muß, muß man an den eigenen Ansprüchen abwägen.
Da ich viel fotografiere, ist der Betrieb mit einer Powerbank gut machbar. Sieben Stunden reichen mir auch, die ganze Nacht durch mache ich nicht. Aber ich habe eine zweite, gleich große Powerbank. Nunja, zusammen rund 200€.
Daß die Powerbanks abschalten, wenn nicht ausreichend Strom entnommen wird, kenne ich auch. Allerdings eher bei Powerbanks, die nur 5 Volt abgeben.
Meine Antriebs-Powerbanks haben aber variable Ausgangsspannungen, da scheint diese Form von Abschaltung nicht unbedingt vorgesehen zu sein.

Vor gar nicht zu langer Zeit wurde noch vor der nicht geglätteten Spannung der Step-up-Konverter der Powerbanks gewarnt und die Kapazitätsangaben durch Reduzierung auf 3,8 Volt heruntergerechnet. Das ließ den Einsatz von Powerbanks unter zweifelhaftem Licht erscheinen. Meine Powerbanks sind 18,5X12,5X1,7cm groß und liefern 4,5A bei 9, 12, 16, 19 und 20Volt. Nachgemessen habe ich das nicht, aber das reicht gut zum Betrieb meiner Montierungen. Und das machen sie jetzt seit fünf Jahren. Daß die Nachführung nach dem Anfahren des gewünschten Objekts auf eben diesem stehenbleibt, finde ich eher praktisch zum Fotografieren. Früher habe ich bis zu 15 Minuten mit einem Fadenkreuz-Okular auf Leitsterne gehalten. Da finde ich den Einsatz einer Guiding-Kamera, die vom Klapp-Computer mit Strom versorgt wird, sehr bequem.

Unter Nachführung verstehe ich aber eher wildes Rumgeschwenke des Teleskops von Objekt zu Objekt in Sekundenfolge, eben eine Nachführung. Wie lange die Powerbanks das mit Strom versorgen, habe ich keine Erfahrung.
Wenn das Teleskop auf einem Objekt stehenbleibt, wird ja nichts mehr geführt, es bleibt halt stehen und der Stromverbrauch ist sehr gering. Aber da liefert die Powerbank das Nötige.
Grüße
Dietrich
 

SkyBob

Mitglied
Wirkliche Erfahrungen im Feld habe ich auch noch nicht.

Ich bastel mir grad ein System mit 3 Powerbanks zusammen.
Allerdings die 5V Variante.
Alles im Einzelbetrieb habe ich heimisch schon über mehrer Std. getestet.
Scheint soweit stabil.
Bin aber mit meiner Ausrüstung im unterem Komfort segment. xD

Also kein guiding und eine 6v Montierung ohne GoTo.

Die 3 Powerbanks (RAV4) haben je 20.000 mAh.
2 USB 2.0 die einzeln mit 2,4A belastbar sind. Beide Zusammen aber nur 3,4A.
Mann muss also im Vorfeld ein wenig messen, was man wie Kombiniert und zusammen an eine Bank hängt.
Eine dieser Powerbanks kostet ca. 22-26€ (je nachAngebot beim großen A)

Momentan sieht die Kombi so Aus:
Bank 1:
Eos 2000d mit StepUpConverter auf 7,4V und die Objektivheizung (selbstbau 470mA) an port 2.

Bank 2:
Meine NEQ-5 mit den einfachen 6V Motoren StepUpWandler aus dem Keyboardbereich auf 6V,
plus eine 2. Objektivheizung (auch Selbstbau 600mA) fürs Sucherrohr/Begleitoptik (90/500 FH Refrak) an Port 2.
Bank 3:

Betreibt eine selbstbau Akkuboxheizung (ja ich bin so bekloppt).
Diese hält die Innentemp über stunden auf 24°C bei 2°C Außentemperatur.
Zieht allerdings auch ca.800mA.
Der 2. Port liefert eine Reservebuchse USB/Chinch.


Gruß
Markus
 

schneirol

Mitglied
falls Du eine Anhängerkupplung am Fahrzeug hast:
Bei mir ist da im Kupplungsstecker ein Anschluss mit Dauerstrom drin.
Ein Steckeradapter zu basteln ist nicht schwer.
Gruß, Roland
 
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