Meade RCX und Ritchey Chretien | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Meade RCX und Ritchey Chretien

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Harrie,

überraschend weitreichende Zugeständnisse. Werden die Geräte dann demnächst ASC heißen, oder kommt dann der nächste Prozess?

Clear Skies
Sven
 

Telescopia

Mitglied
Hallo Sven,

Der Prozess sollte am 6. Mai 2008 stattfinden (ich war als sachverständiger Zeuge aufgerufen). Vergangene Woche hat der Richter die Parteien beauftragt selber Konsensus zu suchen.
Das ist geschehen. Meade hat Star Instruments und RC-Optical eine kleine Entschädigung gezahlt (die noch nicht einmal reichen um die Anwaltskosten zu zahlen).
Den Rest steht im Artikel im Link.

Die Gerichtsverhandlung findet nicht mehr statt. Jetzt ist aber die Frage ob die Patentanfrage von Meade bezüglich des RCX und LCX noch weiter bearbeitet wird und das Patent erteilt wird. Wenn das Patent erteilt würde ist es eine Blamage für das amerikanische Patentbureau, das sowieso in den letzten Jahren keine Neuigkeitsuntersuchungen mehr macht aber beinahe alles patentiert was angefragt wird und wenn einer meint der Patenterhalter macht Einbruch eines seiner Patente, dann muss er klagen. Das ist jetzt, unabhängig von de Patentafrage schon geschehen und dürfte das Patent nicht mehr erteilt werden.

Gruß,
Harrie

PS
Ich würde es sehr gut finden wenn Meade das 'RCX' ein ASC nennen würde. Lieber wäre mir natürlich SCT nach "Telescope Optics", denn das 8" LCX ist genau das asphärische Design aus unser Buch.
Wäre ja toll, oder? :) :cool: :D :biggrin: ;) :super: :huhu: :applaus: :respekt:
 

P_E_T_E_R

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Diese Geschichte wurde schon im Nachbarboard berichtet:

Meade & RC Settlement

Interessant ist allerdings, das Harrie als Gutachter angehört werden sollte. Vielleicht hat das ja den Vergleich befördert.

Apropos "aspherical secondary" - ich erinnere mich noch lebhaft an Gerüchte aus den frühen 70er Jahren, als lange bevor
das erste Meade SCT auftauchte, dass Celestron seine Secondaries damals jedenfalls noch per Hand so nachpolierte,
dass mit dem dazugehörigen Hauptspiegel auf der optischen Bank ein möglichst perfektes Paar herauskam. Dabei ging
schon damals das Zauberwort "Hyperbolisieren" um. Vielleicht hatten ja die alten Celestron Optiken durch dieses
individuelle "hand figuring" ein besseres Performance auch außerhalb der optischen Achse.

Als ich gelegentlich eines Besuches bei Celestron in Torrance den damaligen CEO Alan Hale danach fragte, lächelte er
nur ausweichend und stellte sicher, dass ich bei der anschließenden Besichtigungstour der optischen Werkstätten
keine Trade Secrets zu sehen bekam.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter
 

Telescopia

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Hallo Peter,

Auch ich habe mal mit einem Optical Craftsman von Celestron gesprochen dessen Nahmen ich hier nicht nennen will.

Er hat mir vor langer Zeit versichtert das beim Sekundarspiegel eine Retouche angebracht wurde um einen möglichtst guten Null-Test zu bekomen und astigmatische Fehler in der Schmidtplatte zu beheben.

Deshalb war/ist sowohl die Rotationsrichtung des Sekundarspiegels UND der Schmidtplatte zum Spiegel (der meist seeehr gut sphärisch ist/war) wichtig. Deshalb waren die auch beide markiert.

Deine Reaktion van Alan Hale kommt mir bekannt vor. Ich bekam ein ausweichend schmunzelen.

Gruß,
Harrie
 

Telescopia

Mitglied
Hallo Stefan,

Das RCX ist ein F/8 Schmidt Cassegrain mit einem sphärischen Primärspiegel und ein asphärischen Sekundärspiegel. Wegen der Brennweite des Primärspiegels und erweiterung auf F/8 ist die asphärische Form eine Hyperboloid. Das war der 'Anlass' von Meade um es ein Advanced Ritchey Chretien zu nennen.

Beim LCX ist es im Grunde die F/10 Anordnung wie bisher mit sphärischen Spiegeln, aber wurde der Sekundarspiegel asphärisch konzipiert. Weil das Öffnungsverhälltnis reduziert wirdt auf F/10 wandelt sich das Hyperboloid um in eine Ellipsoid.
Warum dann Meade es ein LCX genannt hat weiss ich nicht. L ist (eh . . . war?) ja bei allen Meade SCTs im Nahmen drinne. Deshalb glaube ich einfach das R wurde lediglich umgetauscht für ein L.

Zur Volständigkeit: die Schmidtplatten bei den sphärischen Design, beim RCX und LCX sind alle unterschiedlich.

Gruß, Harrie
 

StHz

Mitglied
Hallo Harrie,

vielen Dank für die Erläuterung. Mir war bislang nicht bewusst, dass die f/10-Varianten eine andere Fangspiegelform aufweisen. Ich dachte, es seien dieselben Konstruktionen lediglich mit unterschiedlicher Blende.

Vermutlich haben RCX und LCX (kannte ich bisher dann eher unter der Bezeichnung ARC, was natürlich ebenso sehr oder wenig auf das RCX zutrifft) dann auch andere Abbildungseigenschaften, oder?

Gruß
Stefan
 
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