Mein erstes Mal in der Astrometrie, oder: wie ich lernte zu wissen, was ich gefunden hatte. | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Mein erstes Mal in der Astrometrie, oder: wie ich lernte zu wissen, was ich gefunden hatte.

Ollie

Mitglied
Ergebnis Bild Empfehlungen 2.jpg


Hallo liebe Freunde der Nacht. Nachdem ich nun mal mit der Astrofotografie begonnen habe, ereilt mich auch das Problem, manchmal nicht mehr zu erkennen, was ich da eigentlich gefunden habe. Ein wenig Suche hier im Forum brachte mich auf die Seite Astronomy.net wo ich ein online "platesolving" vornehmen konnte. Das will ich hier an diesem (oben) gezeigten Bild mal darstellen (Aufnahme: Canon 60d unmod, auf GP (ohne Polsucher), ca. 100x 10 Sek. in DSS und Gimp verarbeitet; Objektiv: ich glaube es war ein 135mm Beroflex mit zweiter Blendenstufe (ich drehe immer ein- bis zwei Blenden ab, dann wird die Optik meistens besser))

Das Hochladen des Bildes als JPEG und die darauf folgende Verarbeitung ergab folgendes Ergebnis:

2020-09-09.jpg


Es war also ein Bereich des Schwans. Bedingt durch die Piggyback-Methode der Kamera an der Gewichtsstange der GP konnte ich nicht wirklich nachvollziehen, ob mein Leitteleskop, dass ich auf Deneb gerichtet hatte auch wirklich ,bzw. ausreichend genau genug mit der Kamera "auf Achse" war. Es scheint aber optisch (zumindest bei der Brennweite - ich nutzte 50mm, bzw. 135mm bei APS-C, also etwas mehr) zu passen. Nachgeprüft in Stellarium sah das dann so aus:

Deneb Schwan Stellarium.jpg


Was soll ich sagen. "Platesolving".

Verrückt, was sich durch Fotografie für tolle Möglichkeiten ergeben. Ich bin hin und weg.
 
Zuletzt bearbeitet:

VisuSCor

Mitglied
Hallo Ollie,

danke - das ist bei mir auch noch ein offenes Thema. Da hast Du jetzt auch für mich gearbeitet! Bei EAA tritt das Problem bei mir bisher nicht oft auf, aber hilfreich ist es allemal. Und in den USA gibt es einige EAA-Forenkollegen, die alles remote steuern. Da kommt man um Platesolving nicht rum.

Schönen Tag
CS.Oli
 

Jens_78

Mitglied
Das schöne an Platesolving ist, dass es auch z.B. aus Aufnahme- und Steuerungsprogrammen wie APT oder N.I.N.A. heraus funktioniert.
So kann man sich nach Einnorden ein Star-Alignment schenken. Einfach auf ein Gebiet zielen, Foto aufnehmen (5 sek ISO1600 reichen gewöhnlich) durch einen Platesolver lösen lassen und die gefundenen Koordinaten mit dem Programm und der Montierung synchronisieren.
Für mich, als jemanden der immer die Montierung und auch die Kamera am Laptop angeschlossen hat, ist das wesentlich komfortabler als das 2-/3-Star Alignment mit 'nem Handcontroller etc..
Zumal erlaubt Platesolven z.B., das ganz genaue wieder Ausrichten des Bildausschnitts nach einem Meridian-Flip etc.
 

maorimaori

Mitglied
Plate solving funktioniert auch bei EAA sehr gut… Ich steuere die Montierung über EQMOD mit APT, connecte dort meine Kamera (zum Beispiel ASI 224 oder Atik Horizon) suche und zentriere mein Objekt mit plate solving, disconnecte dann die Kamera und gehe in SharpCap oder Infinity zum beobachten. Sehr bequem so so :)

Beim rein visuellen beobachten nutze ich Plate solving auch, dann habe ich die Kamera am Sucher, nehme darüber Fotos auf, solve sie und zentriere mein Objekt, welches ich dann visuell durch das große Teleskop beobachte...
 

DocHighCo

Mitglied
Hallo,

wenn ihr EAA macht und Sharpcap benutzt, dann gibt es erstens die Möglichkeit die Montierung daraus zu steuern (z.B. EQMOD) und zweitens Platesolving aus Sharpcap zu machen und dabei die Montierung auf die Lösung zu synchronisieren. Wenn ihr dann noch z.B. Stellarium eingebunden habt, seht ihr sofort wo das Teleskop hinzeigt und gleichzeitig auch noch den Bildauschnitt, wenn Kamera und Brennweite in Stellarium richtig eingestellt sind. Platesolving über Sharpcap funktioniert mit Platesolve 2.8 oder ASTAP. ASTAP ist sehr schnell.

Gruß

Heiko
 

VisuSCor

Mitglied
in dem Zusammenhang möchte ich nochmal auf die
Live Broadcast Announcements
bei CN hinweisen. Aktuell liegt leider nix an. Aber da kann man das Zusammenspiel aller Komponten dann live erleben. Die Amis haben da eh ein Faible für alles was remote controlled ist!

CS.Oli
 

axelm

Mitglied
Hallo,

auch mir hilft das Platesolving beim zentrieren der Objekte im Teleskop!

Meine Sternwarte im Garten steuere ich remote aus der Wohnung heraus. Bei knapp 1,2m Brennweite hat meine CCD-Kamera dabei aber nur ein feld von 42' x 29'. Da sich aus platzgründen leider keine anderen Getriebe an meine alte Selbstbaumontierung anbringen ließen, ist die Positioniergeschwindigkeit von "nur" 120x wirklich grenzwertig für die Schrittmotoren eingestellt, d.h. ab und zu kann es vorkommen, dass einer der Motoren (meist R.A.) mal den einen oder anderen Schritt "verschluckt". Gerade bei langen Verfahrwegen führt dies dann dazu, dass das gewünschte Objekt außerhalb des Bildfeldes liegt. Das Anbringen von Absolut-Encodern würde das Problem zwar besser lösen, wäre aber technisch deutlich aufwändiger zu realisieren - vom Preis gar nicht zu reden...

Ich verwende daher den All Sky Plate Solver, da dieser mit allen meinen anderen Programmen über ASCOM problemlos zusammenarbeitet. Aus dem All Sky Plate Solver heraus wird über MaxIm DL die CCD-Kamera angesteuert. Das Bild wird dann (ausgehend von den Soll-Koordinaten der Montierung) gelöst. Die gefundenen Zentralkoordinaten gibt der All Sky Plate Solver dann wieder an die Montierung weiter, die sie als neue "IST"-Koordinaten übernimmt. Das Planetriumsprogramm zeigt dann auch sofort die aktualisierte Position des Teleskops an. Fährt man das Objekt nun ein zweites Mal an, steht es normalerweise bereits exakt in der Bildmitte (mit All Sky Plate Solver überprüfen).

Keine Ahnung, wie ich jahrelang meine Sternwarte ohne Platesolving betrieben habe? :) Wenn ich daran denke, wie lange man damals manchmal gebraucht hat, bis man das Sternmuster auf dem CCD-Bild mit der Sternkarte verglichen hatte ... das war vor allem dann ganz toll, wenn der in den Programmen damals gern verwendete Hubble Guide Star Catalogue einen markanten hellen Stern im Bildfeld angezeigt hat, dieser in Wirklichkeit aber ein Platten-/Scanfehler war. :mad:

Viele Grüße,
Axel
 

halbetzen

Mitglied
Hallo,
zuerst dachte ich, hier wird mal dargestellt, wie das platesolving funktioniert. Aber hier war dann doch nicht die richtige Absicht dahinter. Ich würde mich mal freuen, eine Gebrauchsanweisung zu finden, die für Anfänger geeignet ist und die ohne fachchinesisches englisch daherkommt. Wird am Anfang eine Bildaufnahme gebraucht und wie groß muß/darf sie sein? Hier hatte ich schon den ersten Stolperstein, denn mir wurde ein Formatfehler angezeigt. Format? Jpeg, Tif, Raw,Cr2? Oder 4000x6000Pixel? Mehr oder weniger? Das war schon mal nicht zu überwinden und deshalb habe ich dann auch die Lust daran wieder verloren. Die Kamera connecten und disconnecten? Was bedeutet das? Ascom, Sharpcap, EQMOD, das sagt mir alles nix. Ist das nötig?
Vielleicht mal zur Anregung für eine wirklich brauchbare Anleitung.
Grüße
Dietrich
 

VisuSCor

Mitglied
Hallo Dietrich,

ich glaube nicht, dass sich der Threadstarter zur Aufgabe machen wollte, eine Anleitung für Dich zu schreiben. Aber ich glaube da gibt es eine ganze Menge Material online auf Youtube! Also nicht verzagen.

CS.Oli
hat diesen Berg auch noch vor sich!
 

DocHighCo

Mitglied
Hallo Dietrich,

Du könntest den Wikipedia-Link vielleicht als Startpunkt nehmen, wenn Dich das in der Tiefe interessiert: Astrometric solving - Wikipedia - gibt es leider nicht auf Deutsch.

Gruß

Heiko

PS: Oder mach z.B. einen eigenen Thread auf: "Platesolving, wie mach ich das?". Dann ist die Absicht dahinter klar.
 

Ollie

Mitglied
Hallo Dietrich,

ich glaube nicht, dass sich der Threadstarter zur Aufgabe machen wollte, eine Anleitung für Dich zu schreiben. Aber ich glaube da gibt es eine ganze Menge Material online auf Youtube! Also nicht verzagen.

CS.Oli
hat diesen Berg auch noch vor sich!
da hast Du recht. Aber ich verdeutliche damit, wie rudimetär meine Entwicklung und meine Entdeckungen zum Thema "was sehe ich da eigentlich?" sind. Für mich war das Ergebnis von "Astronomy.net" heute morgen ein Quantensprung in meiner Astronomie-Entwicklung.

Alle folgenden Erfahrungsschilderungen sind für mich...ein Blick in die richtige Richtung! Ich danke allen dafür.
 

VisuSCor

Mitglied
Hallo Olli und Dietrich,

in CN gibts grad einen Thread dazu: Ok I need to figure out this plate solving thing
Im Beitrag 4 erklärt einer ganz ruhig wie man vorgehen kann. Ich bin - wie gesagt - noch nicht so weit, sonst würde ich bei dem Kurs mitmachen. Aber das kommt in ein paar Wochen oder Monaten erst.

Aber vielleicht findet sich hier noch jemand, der sich auskennt und mit einsteigt und was erklärt. Einstweilen danke für Deinen Beitrag, Ollie!

CS.Oli
 

Ollie

Mitglied
Hallo,

wenn ihr EAA macht und Sharpcap benutzt... noch z.B. Stellarium eingebunden habt, seht ihr sofort wo das Teleskop hinzeigt und gleichzeitig auch noch den Bildauschnitt, wenn Kamera und Brennweite in Stellarium richtig eingestellt sind. .
ich stelle mir gerade vor: im Kellerraum ein PC mit zwei großen Bildschirmen, links Stellarium, rechts die Ausgabe der Kamera. Das Gerät steht draußen auf einer Betonsäule und ist fix und fertig arbeitsbereit. Ich plane Beobachtungsprogramme, sammle die Daten, mache sowohl gestackte Aufnahmen, als auch Auswertungen für Doppelsterne oder Veränderliche oder Kometen und Asteroiden.

Alles automatisch.

Ich bin zwar ein Bleistift-Malblock-Guck-Typ, aber das ist schon ziemlich klasse.
 

DocHighCo

Mitglied
Hallo Ollie,

nee, nicht Kellerraum. Bei mir mache ich das von meinem kleinen Homeofficeraum vom Desktop-Computer aus. Aber zwei Bildschirme habe ich auch. Nur eine Betonsäule habe ich nicht, sondern einen fahrbaren Untersatz auf Rollen, den ich aus dem Wintergarten auf die Terrasse rollen muß. Anschließen und Einnorden muß ich noch. Aber sonst ...
Alternativ könnte ich das übers WLAN mit dem Laptop vom Bett aus steuern. Aber so verweichlicht bin ich noch nicht :)

Gruß

Heiko
 

VisuSCor

Mitglied
Hallo Olli,

schau Dir doch einfach mal das Video von Gary an! EAA Livestream 9/3/2020. muss man nichtmal verstehen, ums zu verstehen ;)

Der sitzt in seinem Kämmerlein. Draussen hat er eine Kamera für Weitwinkel. Da kann er auch sehen, ob er mit dem ausgewählten Ziel überhaupt zwischen den Bäumen durch trifft. Dann hat er seine Guidecam und die für das eigentliche Anzeigen der Himmelsobjekte über das Sharpcap Stacking. Alles läuft automatisch. Der wählt in einer Karte auf dem Monitor aus wo er hin will und gut...

Das ist schon faszinierend. So weit will ich noch garnicht denken aber ich glaube das kommt noch so weit :)

CS.Oli
 
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