Mein Kindheitstraum

#1
Hallo,

mein Name ist Jörg, bin 54 Jahre alt und möchte mir in nächster Zukunft ein Kindheitstraum erfüllen; ein Teleskop kaufen.

Ich werde jetzt nicht fragen "wer kann mir ein gutes Teleskop empfehlen", nein, ich habe mir schon eins aus geguckt.

Celestron Schmidt-Cassegrain Teleskop SC 203/2032 EdgeHD 800 AVX GoTo

Natürlich möchte ich auch gerne fotografieren. Dafür habe ich ein Canon 200D. Ich denke die reicht erst einmal.

Wo ich mir nicht sicher bin; was für Zubehör brauche ich noch. Es bleibt ja oft nicht bei der einen Sache.

ZB. denke ich an Dinge wie "Polsucher", "GPS für das Teleskop" "T-Adapter" usw.. Dann habe ich in der Beschreibung zum o.g. Teleskop nicht richtig verstanden; wie wird das Teleskop mit Strom versorgt? Batterien?

Für ein bisschen Hilfestellung wäre ich sehr dankbar

Gruß aus Berlin
Jörg
 
#2
Hallo Jörg,
ein schönes Teil hast Du Dir da ausgesucht. Zumindest teleskopseitig bist Du da schon mal für lange Zeit auf der sicheren Seite. Betrieben wird das Gerät über einen 12V-Anschluss, d.h. entweder über ein Netzteil, wenn Du in der Nähe einer Steckdose bist, oder über eine Batterie, wenn Du im Feld stehst. Es geht auch über den Zigarettenanzünder des Autos, falls das in unmittelbarer Nähe steht. Aber nicht die ganze Batterie leersaugen :)

Ein Polsucher ist sehr empfehlenswert, um die Montierung möglichst genau aufzustellen. GPS glaube ich eher nicht. Du kannst Dir ja die GPS-Daten Deines Standorts am Handy raussuchen und dann manuell eingeben. Einen T-Ring für die Kamera brauchst Du. Da kann Dir der Händler Deines Vertrauens ja den entsprechenden raussuchen.
Du brauchst auf jeden Fall noch ein paar Okulare, wenn Du es wie verlinkt bestellst. Dort ist ja nur ein Übersichtsokular dabei. Da gibt es im Forum genug Spezialisten, die Dich diesbezüglich gut beraten können.

Ich wünsche Dir jetzt schon viel Spaß mit Deinem Kindheitstraum...

Gruß Oli
 
#4
Hallo Jörg,
mit dem EDGE hast Du Dir tatsächlich etwas Feines ausgesucht.
Wenn Du nun Dein Equipment für AstroFoto zusammensuchst,
gibt es schon noch ein paar Sachen, die Du brauchen wirst.
Polsucher z.B. hast Du schon genannt.
Wenn Du DeepSky fotografieren möchtest, empfehle ich Dir
in jedem Fall einen Autoguider, damit auch Langzeitbelichtungen
gelingen. Keine (bezahlbare) Montierung führt so präzise nach,
daß Du ohne permanente Korrektur auskommen würdest.
Da Du mit DSLR fotografierst, empfehle ich den MGEN von Lacerta.
Sehr einfach zu bedienen, zuverlässig und vom Ergebnis kaum zu toppen. Und wenn doch einmal ein Bedienungsproblem auftaucht,
bekommst Du hier sehr schnell geholfen. Nicht nur von anderen
Benutzern, sehr nette Mitarbeiter des Herstellers lesen hier mit,
und stehen Dir beeindruckend schnell zur Seite.

Eine gute Stromversorgung ist natürlich auch wichtig.
Beobachtest Du im Garten, wirst Du ein entsprechendes
Netzteil benutzen, im Feld dagegen brauchst Du eine gute Batterie.
Üblicherweise werden dazu Bleigelbatterien verwendet.
Doch Vorsicht: vor Kauf, sollte immer die Entladekennlinie
angesehen werden, denn bezüglich nutzbarer Kapazität
in Abhängigkeit zu Stromstärke und Temperatur gibt es
regelmäßig Missverständnisse.
Reserven für zusätzliche Ausrüstung, wie Tauschutzheizungen
usw. werden auch oft vergessen.
Ein LiFePO4 Akku ist zurzeit bestimmt die Beste, aber mit Abstand auch teuerste Wahl. (Celestron hat da 2 fertige Geräte im Angebot)

Ich wünsche Dir viel Spaß, und einen guten Einstieg
in das faszinierende Hobby Astrofotografie.

CS

Dietmar
 
#5
Hallo Jörg

Haste auch etwas Deepsky Atlas für Trausen in der Pampa.
Da gibs einiges....Deepsky Reise Atlas ...den Karkoscka Atlas für Himmelsbeobachtung und andere.

Viel Spas und Freude mit deinem Celestron

Mit Gruß Manfred
 
#6
Danke für Eure tollen Tipps.

@Dietmar
Wie lange kann man denn mit einer Digi-Kamera belichten?
Ich dachte immer mit den Digitalen ist langes Belichten gar nicht mehr möglich weil dann das Bild verrauscht bzw. körnig wird.

Ich weiß noch, mit den alten Analogkameras konnte man ja stundenlang belichten.
 
#7
Hallo Jörg,

die maximale Verschlusszeit der Kamera beträgt erstmal 30 Sekunden. Mit dem Modus B kannst du den Auslöser aber auch gedrückt halten und so lange bleibt der Verschluss auch offen, also bei Bedarf auch länger. Das braucht man zum Einstieg aber nicht unbedingt, je länger man am Stück belichtet desto schwieriger und irgendwann ist das Bild auch weiß, vor allem unter Berlin-Himmel. Wir haben hier auch Experten die belichten nur 2 Sekunden (mit allerdings sehr empfindlichen Astrokameras), dafür aber in längeren Reihen, die zB mit der Freeware Deepskystacker aufsummiert werden. Die Anforderungen an die Nachführung sinken mit der Belichtungszeit.

Viel Spaß
Klaus
 
#8
Die Anforderungen an die Nachführung sinken mit der Belichtungszeit.
Die Anforderungen steigen...

Hallo Jörg,
mit einer gut eingenordeten Montierung und sauberem Alignment kannst Du auf jeden Fall 30 Sekunden belichten, vielleicht auch mehr. Mehre dieser Aufnahmen kannst Du dann, wie oben geschrieben, stacken. Das würde ich Dir für den Anfang auch empfehlen. Dann siehst Du erst mal, ob es Dir auch Spaß macht. Wenn Du dann länger am Stück belichten willst musst Du eben in die Nachführung investieren.
Gruß Oli
 
#9
Hallo Jörg,
leider möchte ich ein bisschen Salz in die Suppe geben. Ich bin mit dem gleichen Set-up vo ca. 2 Jahren gestartet. Visuell sehe ich überhaupt kein Problem. Die AVX ist für die Fotografie in Kombination mit der großen Brennweite nur bedingt geeignet. Planeten gehen, bei DeepSky hört es dann auf. Zum einen ist die AVX für längere Belichtingszeiten nicht präzisse genug (auch wenn mit einem MGEN geguidet wird), zum anderen wirst Du nur sehr selten die Beobachtungsbedingungen haben (Stichwort Seeing), die die lange Brennweite des Edge braucht. Aus leidvoller Erfahrung und etlicher versenkter Euro empfehle ich mit einer kürzeren Brennweite (deutlich unter 1000 mm) zu starten. Dann tut es auch die AVX, z.B. mit einem kleinen APO der preislich auf dem Level des EDGE 800 liegt. Ein Newton liefert auch sehr schone fotografische Ergebnisse wie viel Beispile hier im Forum zeigen. Dann sollte es aber mindestens als Montierung eine Skywatcher EQ6 oder AZ-EQ6 sein.

Sorry, dass ich Deinen Enthusiasmus hier einbremse, aber evtl spart es Dir ein paar Nerven und Euro.

Clear Skies
Frank
 
#10
Hallo Jörg,

Schön, das du unser tolles Hobby gefunden hast. Mit deinem Teleskop wirst du bei guten Bedingungen (Raus aus der Stadt!) schon einiges sehen. Ich würde aber erstmal visuell starten um dabei alle Teile deines Instrumentariums beherrschen zu lernen.
Astrofotografie ist toll, keine Frage. Mit dieser Kombination aus Optik und Montierung wird das aber nicht soo einfach. Ich würde dir auch raten, deine Astrofotokarriere mit deutlich kleinerer Brennweite zu starten. Ein 80mm Apo mit Reducer ist VIEL leichter zu beherrschen und überfordert deine Montierung nicht so schnell. Da hängt dann auch noch ein ganzer Rattenschwanz von Themen dran, die Bildbearbeitung zum Beispiel.

Frohe Grüße,
Martin
 
#11
Hallo Jörg,

ich bin letztes Jahr auch mit 54 eingestiegen und habe vor einem Jahr das gleiche Setup wie Du gekauft. Ein Teleskop war auch mein schlummernder Kindheitstraum. Ich fotografiere u.a. mit der 1300D am EdgeHD 8. Es stimmt schon, daß man bei der Brennweite jede kleinste Ungenauigkeit in der Nachführung sieht. Aber ich würde nicht sagen, daß die AVX deshalb ungeeignet ist. Es empfiehlt sich zumindest Software-binning zu machen und ich würde empfehlen, noch das Geld auszugeben und einen 0.63x oder 0.7x Reducer zu kaufen. Das passt dann ganz gut mit der DSLR zum Fotografieren zusammen.

Viel Spaß

Heiko
 
#13
WOW, viele tolle Tipps, vielen Dank an Euch.

Selbstverständlich muss es nicht unbedingt dies o.g. Teleskop sein.
Wenn Ihr der Ansicht seid eine kürzere Brennweite wäre zum Anfang sinnvoller, höre ich gerne zu.

Auch ein Newton ist denkbar.

Damit kommen wir dann am Ende doch zu der Frage; was würdet Ihr mir empfehlen wenn ich in dem o.g. Laden oder einen anderen kaufen würde? :unsure:
 
#14
Hallo Jörg,

die Entscheidung für das Schmidt-Cassegrain mit der Deutschen Montierung ist bestimmt nicht schlecht. Das ist ne schöne Ausrüstung. Man kann damit schon so Einiges sehen und auch viel über die Zusammenhänge lernen.
Nur für die Fotografie von lichtschwachen Deep-Sky-Motiven braucht man halt mit dem C8 viel Erfahrung. Mond und Planeten zu fotografieren, ist hingegen kein Problem.
Wenn du trotzdem lichtschwache Nebel oder Galaxien aufnehmen willst, nimm deine Kamera mit einem Teleobjektiv (aber auch Weitwinkel) und befestige sie an der Montierung. Damit kannst du sehr schöne länger belichtete Fotos machen. Das C8 dient dabei zur Kontrolle der Nachführung.

Gruß
Bernhard
 
#15
Hallo Jörg,

wer Astrofotografie Deepsky durch das Teleskop betreiben will, der sollte:
- Erfahrungen mit der Astrofotografie durch Normal- und Teleobjektive bereits gesammelt haben.
- In erster Linie eine fototaugliche Montierung kaufen, auf die dann nach Bedarf fototaugliche Teleskope aufgesetzt werden.
- Die Brennweite langsam gegenüber den Teleobjektiven steigern (z.B. mit kleinen ED-Refraktoren).
- Weder ein Öffnungsverhältnis für zu schnelle Belichtungszeiten (Beherrschung der Bildfehler) noch eines für zu lange Belichtungszeiten (unattraktive Belichtungszeiten und dunkle Testbelichtungen) wählen.
- Braucht eine Nachführkontrolle (egal ob Autoguider, Leitfernrohr / Sucher-Nachführkamera, Off-Axis-Guider oder manuelle Nachführung mit Fadenkreuzokular)

Wer Astrofotografie auf Planeten betreiben will, der sollte:
- Ein Teleskop mit bereits ordentlicher Brennweite nutzen.
- Anstelle der DSLR auch für den Einstieg eine astrotaugliche Planetenkamera mit einem Videostream nutzen. Hier sei mal als ein gutes Gebrauchtmarkt-Beispiel die ALCCD-5LIIc genannt.

Normalerweise ist mein Rat, die Ausrüstung für Astrofotografie getrennt von jener für visuelle Beobachtungen zu sehen, weil es schwer ins Geld geht, beides in ein Equipment zusammenzupressen. Oder es gibt derbe Abstriche.
Um mal ein Beispiel zu nennen: Man kann visuell sehr viel Spaß haben mit einem Dobson, beispielsweise 8 Zoll oder 10 Zoll Öffnung und damit sogar beobachten, während auf einer Montierung der GP-Klasse (sagen wir mal eine HEQ-5) ein kleiner 80mm ED Refraktor eine Aufnahme macht und dabei von einem Autoguider am 50mm Sucher automatisch "am Stern" gehalten wird.

Ausführlicher bin ich hier: Einsteiger-Astrofotografie

Clear Skies
Sven
 
#16
Danke Bernhard, danke Sven.

Ich habe mich durch alle Links und Artikelbeschreibungen von Euch gearbeitet.

Am Schluss gefällt mir die Idee eine Kamera mit Objektiv an der Montierung zu befestigen am besten.
Beim Händler habe ich nochmal nach einem geeigneten Teleskop+Montierung auf Grundlage Eurer Berichte/ Empfehlung ausgesucht.
Und das ist dabei herausgekommen:

Skywatcher Teleskop N 200/1000 Explorer 200P HEQ-5 Pro SynScan GoTo

Ich denke, dass wäre doch für den Anfänger der auch ein bisschen "knipsen" möchte, bestimmt geeigneter.
 
#17
Hallo Jörg,

dass ist für den Zweck durchaus eine geläufige Kombination, jedenfalls wenn man Goto will. Fotografisch hätte es auch schon SynScan allein getan, aber das macht dann wohl auch nicht mehr so sehr den Unterschied. Klar sollte sein, dass die Montierung mit Goto allein noch keine perfekte Nachführung leisten kann. Es wird also erst einmal einiges an Ausschuss dabei sein, wenn Du eine Belichtungsserie mit Tele machst. Nachführhilfen können aber bei Bedarf kommen - oder Du klemmst Dich selbst ans Fadenkreuz. Das Teleskop ist sehr vielseitig, braucht aber durchaus schon ausgesuchte Okulare und Justieren muss man lernen, wenn man viel damit sehen möchte.

Clear Skies
Sven
 
#18
Hallo Jörg,

mit kleinerem gerät anfangen wäre der richtige Weg, denn warum sieht man wenn man nach Astofotos sucht so viele tiefe und stark strukturiete Fotos in H- Alpha, In Farbe LRGB und sogar in den verschiedenen Habble Pallette, mit 4-12 Stunden Gesammtbelichtungszeit mit 60mm - 102mm Öffnungen, die man mit SC und RC in der Qualität kaum findet?

Das muss doch einen Grund haben und der liegt bei den zunehmenden Problemen mit mehr Brennweite, und Gewicht auf den noch bezahlbaren Montierungen!

Mein Kollege hat genau so anfangen wollen, und es auch durchgezogen mit 8" SC dann Umstig auf 10" RC, der Kostenslalom endete bei 7.340,- Euro!
Die Ausbeute war bei aller wohlwollender Betrachtung unter dem Niveau eines Freundes, mit 106mm APO auf einer GPDX mit Nachführung über Raspberry mit ALccd5-II Planetenkamera und Steuerung mit Planetariumsprogramm per 6 Jahre altem Labtop!

Erst als Er sich auch auf dieses Niveau verkleinerte, waren Ergebnisse und Aufwand im Einklang mit der Nervlichen Anspannung und dem fast auf Null gesunkenem Frust empfinden!

Sein Ausspruch, jetzt mach ich auch entlich zufriedenstellende Fotos!

Gruß Günter
 
#19
Hallo Jörg,

also als ich angefangen habe, waren es auch erst einmal Newton Teleskope.

Nach ein wenig hin und her probieren, denn damals hatte ich noch keinen
Kontakt zu anderen Astros, bin ich dann bei einem 8" Newton mit einer
ADM von Celestron gelandet, ok, die war schon motorisiert, aber die ersten
Bilder mit einer DSLR waren - solala ;)

Nachdem ich dann ein paar Leute getroffen habe, hat sich eine kleine
Astro Clique gebildet, die mich dann auch in Sachen Fotografie ein wenig
weiter gebracht hat.

Nachteil war, dass es innerhalb der Clique zwischendurch zu einem
"Wettrüsten" gekommen ist ... Ok, auch hierbei habe ich viel gelernt ;)

Die Entwicklung bei den Montierungen ging bei mir dann über eine
Vixen GP bis zur Vixen GP-D2, eine Losmandy GM8 zur Losmandy G11.

Bei den Teleskopen ging es über die ersten Refraktoren rauf bis zu einem
10" RC.

Ende vom Lied ist, dass ich jetzt wieder eine Vixen DP-D2 habe, an der
ich von Skywatcher das Goto Set nachrüstete.

Als "Lieblingsteleskope" nutze ich derzeit zwei Apo´s, einmal mit 80/480mm
und einmal mit 115/800mm und fotografiert wird mit einer gekühlten CCD.

Guiding erfolgt mit dem MGEN.

Also ist meine Entwicklung ähnlich der Beschreibung vom Günter ;)

Aber als Einstieg ist ein 8" Newton schon das richtige Instrument aus
meiner Sicht, damit kann man so eingies beobachten und erzielt auch
bei der Fotografie schon schöne Ergebnisse.

Die Feinheiten kommen dann erst später, denn erst einmal geht es darum,
das Doing zu erwerben und die Frustration so gering wir möglich zu halten.

Unser Hobby soll ja auch Spaß machen!

Gruß Tom
 
#21
Hallo Günter,

;)

@ Jörg,
evtl. solltest Du Dir bzgl. Deiner DSLR noch Gedanken machen,
denn Deine Canon ist ja schon ein wenig älter, bekommst hier
also recht schnell Rauschen rein.

Aber für die ersten Gehversuche passt sie noch ;)

cs Tom
 
#22
Hallo Jörg,

ich kann mich aus eigener, zum leidlicher Erfahrung, meinen Vorrednern nur anschließen.

Mich würden aber noch zwei Punkte interessieren:
Von wo aus beobachtest du? Du schreibst, dass du aus Berlin bist. Wie dunkel ist aber dein Himmel?
Und: Musst du zum Beobachten fahren, oder beobachtest an Ort und Stelle und kannst die Sachen ggf. sogar stehen lassen? (Balkon o.ä.?)

Generell würde ich dir auch dazu raten, zwischen visueller Beobachtung und Fotografie zu trennen.
Für visuelle Beobachtung mein ganz klarer Tipp: ein Dobson. Hier bekommst du schon viel für 500€.

Für Astrofotografie:
Hast du dich schon einmal damit beschäftigt, was du fotografieren willst?
Viele Objekte, die du gerade jetzt im kommenden Winter schön fotografieren kannst (z.B. M42, M45), sind nämlich ziemlich groß. Für deine Canon solltest du dafür mit nicht mehr als 500-600mm Brennweite arbeiten (und schon gar nicht mit einem 8" SCT).

Hast du ein Teleobjektiv? Wenn ja, dann wäre mein Tipp, damit anzufangen und damit die ersten Erfahrungen zu sammeln.
Dafür reicht dir eine Montierung der EQ3-Klasse, die bekommst du z.B. oft auch hier recht günstig gebraucht.
Der Schritt danach wäre für mich ein APO.

Ein Newton wie von dir verlinkt ist schon ein anderes Kaliber, sowohl im Handling als auch von der Optik her.
Dafür brauchst du auch eine stabile Montierung. Überleg dir daher bitte gut, ob das wirklich der erste Schritt sein soll.

Viele Grüße aus dem Süden der Republik
Stefan
 
#23
Hallo Stefan,

was mich beim Fotografieren so interessiert / fasziniert sind diese tollen Sternenhimmel-Aufnahmen die man überall im Netz findet. ZB. wo die ganze Galaxie zu sehen ist. Auch die Intervall-Aufnahmen vom Sternenhimmel die man im Netz finden kann sind unglaublich. Tutorials wie sollche Aufnahmen entstehen, gibt es im Netz ja sehr viele. Da kann man sich viel ab schauen.

Ich möchte aber auch beobachten, Mond, Planeten und Objekte, vielleicht Galaxien oder Sternen-Haufen.
Das ist erst mal mein ganzer Anspruch. (Was ja schon bestimmt nicht wenig ist)

Ja richtig, ich wohne mitten in Berlin und Himmelsbeobachtungen sind hier nur sehr eingeschränkt möglich.
(Die Wilhelm-Foerster-Sternwarte hier mitten in Berlin (da waren wir schon als Schulkinder zu Besuch gewesen) stöhnt auch immer lauter über die "Lichtverschmutzung" in der Stadt)
Wenn ich also vernünftig was vom Himmel sehen will, muss ich aus Berlin raus.

Und wie es der Zufall so will, habe ich gute Bekannte die etwa eine Stunde aus Berlin raus wohnen in einem kl. Dorf wo es in der Nacht Stock dunkel ist. Da kann ich gleich das ganze WE bleiben und meinem Hobby frönen wenn es dann soweit ist!

Erst gestern waren wir da und haben bis zum Dunkel werden im Garten gesessen und denn tief schwarzen Nachthimmel bestaunt einschließlich des Galaxie-Arms der sich quer über den Himmel zog.

Sorry das ich hier so poetisch werde, aber für ein eingefleischten Städter, ist das immer wieder ein WOW-Effekt!

:)
 
#24
Hallo,

wenn ich das so höre würde ich aus meiner Empfindung raus empfehlen visuell einzusteigen. Es muss nicht jedem so gehen, aber wenn ich ein gewisses Maß an Technik überschreite, leidet das schöne Naturerlebnis der Himmelsbetrachtung doch sehr. Fotos auf niedrigem Niveau mache ich daher nur gelegentlich im Garten.



VG Klaus
 
#25
Hallo Jörg,

das ist ja schon mal super, dass du in erträglicher Entfernung einen dunklen Ort hast, an dem du auch über Nacht bleiben kannst, und wo auch deine Sachen stehen bleiben können.
Dann kommt es nicht auf jedes Kilo an, und auch die Stromversorgung ist nicht das Problem.
Aber: Aufbauen, Verkabeln, Einnorden, Konfigurieren, etc. musst du jedes Mal aufs Neue.

Daher nochmal mein Rat:
Einen Dobson für visuell, und für den Anfang in der Astrofotografie ein Teleobjektiv auf einer gebrauchten kleinen Montierung.

Viele Grüße
Stefan
 
#26
Die Entscheidung ist für mich gefallen.
Ich werde das o.g. Skywatcher Teleskop bestellen.

So habe ich ein Gerät das mir von beiden Welten etwas bietet.
Beobachten und auch (bedingt) Fotoaufnahmen.

Später, wenn ich doch etwas mehr haben möchte, kann ich auf dieser Basis noch aufbauen.

Was ich jetzt noch an Wissenswertes/Tipps von Euch bräuchte; was für Okulare sollte ich mir noch zulegen um eine gute Ansicht zu haben?

Bei diesem Teleskop liegt bei:
  • Okulare 25mm und 10mm (1,25")
  • Barlowlinse 2x (1,25")
Qualitative kann ich zu diesem Zubehör keine Aussage machen da mir die Erfahrung fehlt.
:unsure:
 
#27
Glückwunsch zur Entscheidung! Die Montierung ist sicherlich ausreichend für dieses Teleskop dimensioniert.
Lass hören, wie das Teleskop sich dann in der Praxis macht!

Ich persönlich verwende visuell gerne das Baader Hyperion Zoom. Das ist von der optischen Qualität sicherlich ein Kompromiss, aber ein Zoom ist einfach super bequem!
Zudem würde ich dir ein Okular mit 30-40mm Brennweite für Weitfeld empfehlen.

Für Okulare kannst du schier endlos viel Geld ausgeben. M.E. muss es aber wirklich nicht die teuerste Preisklasse sein, sehr angenehm ist es aber, wenn ein Okular mind. ca. 70° Bildfeld hat.

Besorgt dir aber noch unbedingt eine Justierhilfe, z.B. ein Cheshire, damit du dein Teleskop auch recht fix justieren kannst, wenn notwendig.

CS
Stefan
 
#28
Na dann mal viel Spaß.
Wenn das Aufbauen oder der wandernde OAZ des parallaktisch montierten Newtons mal nerven kann man sich ja immer noch ne Rockerbox bauen...

Mit 8 Zoll hast du jedenfalls erstmal was zu gucken. Das Berliner Umland ist ja wirklich an manchen Stellen erstaunlich dunkel.

Mit den Okularen kann man schon starten. Ein O III oder guter UHC Schmalbandfilter zeigt noch Nebel die sonst verborgen bleiben.

VG
Klaus
 
#29
Und nur mal als Hinweis
ohne Nachbearbeitung am PC nützt einem das beste Setup gar nichts. Egal was für eine "Aufnahmeoptik" man wählt, wird man ohne entsprechende Bildbearbeitung mehr als entäuscht sein.
Klar ist die Bildgewinnung/Datensammlung wichtig, auch derer Qualität, aber das "Bild" wird am PC gemacht!

Grüße
 

Neustes Astronomie Foto

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