Mondprobe mit 6" und 3,75 µm bei f/12

#31
Hallo Sascha,

ich komme hier nochmal zurück auf Deinen Tipp, eine RAM-Disk zu installieren. Zunächst hatte ich mich - u.a. mittels "HDTune" - davon überzeugt, dass die Schreibgeschwindigkeit der Festplatte meines Laptops tatsächlich nur in einem eingeschränkten Bereich höher als 20 MB/s liegt. Die Chameleon liefert aber bei vollem Format 1280x960 und 18 fps schon deutlich über 20 MB/s.

Die Installation einer 1-GB-RAM-Disk hat dann aber leider keinen erkennbaren Zuwachs an Schreibgeschwindigkeit erbracht. Wohlgemerkt: Für die RAM-Disk habe ich zusätzlich zu der vorausgegangenen Speichererweiterung von 0,5 auf 1 GB einen zweiten 1-GB-Riegel eingesetzt!

Die USB-Schnittstelle (nicht FireWire!) kann für sich genommen auch nicht als Engpass identifiziert werden, denn das Live-Bild kommt ohne Schreibvorgang mit der vollen Bandbreite von 18 fps auf den Schirm.

Da mein Hauptrechner mit 2-GB-Dual-Core-CPU und entsprechendem Chipsatz ohne weiteres in der Lage ist, die Daten der Kamera mit voller Bandbreite aufzuzeichnen, muss ich annehemen, dass die Engstelle in der begrenzten Leistung der 1,5-GB-Single-Core-CPU nebst dazugehörigem Chipsatz zu suchen ist.

Kannst Du diese Vermutung aus eigener Erfahrung bestätigen? Oder kann mir jemand sagen, welche Mindestanforderungen an ein Laptop gestellt werden müssen, um die Daten einer hochauflösenden Kamera - z.B. auch DMK41 - mit voller Bandbreite auf die Platte zu bringen? Einige Videografen arbeiten ja sogar mit hochauflösenden Farbkameras ...

Dank und Gruß, Jan
 
#32
Diese "Verhandlung" ist zwar schon älteren Datums. Da sie aber z.Z. immer noch relativ häufig aufgerufen wird, möchte ich gerne zwei Aussagen revidieren bzw. ergänzen, um bei den aktuellen Lesern nicht einen falschen Eindruck hinsichtlich der Einsatzmöglichkeiten der Chameleon-Kamera von Point Grey zu erwecken.

Anlass zu der damaligen Diskussion hatte ja die fotografisch belegte Stärke der Chameleon gegeben, die mit dem Sony ICX445 Kamerachip bei einem Pixelabstand von nur 3,75 µm hochaufgelöste Bilder von ausgedehnten Feldern der Mondoberfläche bei Öffnungverhältnissen von der Größnordnung f/10 erlaubt. Die Kamera empfiehlt sich damit zum Einsatz unmittelbar im f/10-Fokus handelsüblicher Cassegrain-Teleskope, d.h. ohne die zusätzliche Verwendung von Barlowlinsen, Projektionsokularen o.ä. zur optischen Nachvergrößerung.

Als nachteilig hatte ich in der Diskussion die begrenzte Auslesegeschwindigkeit der Kamera mit ca. 9 fps bei voller Pixlzahl (1296x964) in Verbindung mit meinem Laptop beschrieben. Dazu kann ich jetzt erfreulicherweise mitteilen, dass dieses Problem mit der aktuellen Version der FireCapture-Software von Torsten Edelmann ausgeräumt ist. Ich kann also das Vollformat jetzt mit demselben Laptop bei der für den Kamerachip spezifiierten Maximalgeschwindigkeit von 18 fps auf die Platte schreiben.

In der Diskussion war auch die spektrale Empfindlichkeit des Kamarachips angesprochen worden. In einer von Point Grey veröffentlichen Applikationsnote gibt es inzwischen u.a. einen Vergleich zwischen dem ICX445 und dem aktuell bei Astroamateuren sehr begehrten ICX618, siehe Figur 7.

Ich hoffe, mit diesem Nachtrag die möglichen Zweifel aller derjenigen beseitigen zu können, die daran denken, den hochauflösenden Sensor ICX445 unmittelbar im Fokus eines f/10 Teleskops mit den Vorteilen des weiten Gesichtsfelds bei voller Ausnutzung des Auflösungsvermögens ohne optische Nachvergrößerung einzusetzen.

Gruß, Jan
 

Neustes Astronomie Foto

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