Mulitfokal-Augenlinsen | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Mulitfokal-Augenlinsen

Alis

Mitglied
Liebe Sternfreunde,
die wichtigste Optik, welche wir haben ist ja das Auge.
Nun ist dieses leider der Alterung unterworfen und durch grauen Star bedroht.
Inzwischen lassen sich die natürlichen Augenlinsen durch künstliche ersetzten, mit entsprechenden Nebenwirkungen.
Meine Frage an die Forengemeinde:
gibt es hier jemand, der mit sowas Erfahrung hat.
Ich habe bisher noch keinen grauen Star, empfinde die Gleitsichtbrille aber als sehr lästig und nachteilig.
Andererseits ist der Preis für Brillenfreiheit mehr oder weniger vermindertes Sehrvermögen, besonders bei Nacht.
Und dazu noch künstliche "Beugungsringe" (Halos), die wohl mit der Zeit ausgeblendet werden aber nicht völlig verschwinden.
Bei den ganzen Erfahrungsberichten habe ich bisher noch keinen Astronomen gefunden und andere können da nur begrenzt darüber urteilen.
Wenn Astronomie mein Hauptlebensinhalt wäre, würde ich vermutlich (noch) nicht über so einen Eingriff nachdenken, aber so gilt es abzuwägen.

viele Grüße
Alis

PS. gestern seit sehr langer Zeit mal wieder eine Sonnenfleckchen beobachtet
 

Demokrat

Aktives Mitglied
Hallo Alis, man kann sicher vor einer OP erst mal bifokale Kontaktlinsen ausprobieren, um einen Eindruck zu gewinnen, wie das nachher sein könnte. Ich kenne die multifokalen Ersatzlinsen nicht, bei den Kontaktlinsen werden ein wellenoptischesn und ein refraktorisches Bild angeboten, das Gehirn muss dann das passende raussuchen - daran muss man sich gewöhnen, dürfte aber doch gelingen!

lg
Niki
 

ws_mak12

Mitglied
Hallo Alis,

selbst habe ich keine Erfahrungen damit und gottseidank brauche ich das (noch) nicht. Jedoch habe ich vor mehreren Jahren ein älteres Sterneguckerpärchen auf der Emberger Alm kennengelernt. Beide berichteten von allgemein verbesserter Lebensqualität nach der Augen-OP. Außerdem...lesen ohne Brille im Alter. Das ist doch etwas. :y: Jedoch gibt es laut diesem Pärchen bezüglich der visuellen Beobachtung am Nachthimmel eben doch gewisse Einschränkungen, welche du bereits erwähnt hast.

Im Endeffekt ist es eine indivduelle Entscheidung, verbunden mit Kompromissen, welche man eingeht. Allerdings hilft irgendwann nicht mehr viel, wenn die Augenlinsen zunehmend trüber werden. Auch keine Kontaktlinsen. Sollte diese gravierende Verschlechterung irgendwann bei mir einmal eintreten, werde ich mich wohl zugunsten neuer künstlicher Augenlinsen entscheiden. Die zugehörige "Technik" wird vielleicht in den nächsten Jahren noch besser werden.

Viele Grüße
Werner
 

halbetzen

Mitglied
Hallo Alis,
seit vorigem Jahr habe ich zwei Plastiklinsen in den Augen und bin äußerst zufrieden damit.
Bemerkt habe ich die schleichende Eintrübung der Augenlinsen erst einmal gar nicht. Ich hatte nur keine Lust mehr nachts Auto zu fahren, weil mich entgegenkommende Fahrzeuge so stark blendeten.
Als ich mir irgendwann eine neue Brille anmessen lassen wollte, hat mich mein Augenoptiker erst einmal zum Augenarzt geschickt, weil ihm da was aufgefallen war.
Der Augenarzt stellte dann seine Untersuchungen an, war sich aber nicht ganz sicher.
Vielleicht war meine Sehkraft auch noch nicht weit genug geschädigt, sodaß die Krankenkasse die OP bezahlen würde.
Ich ging dann zu einem anderen Augenarzt und der stellte dann eindeutig den grauen Star auf beiden Augen fest.
Die nötige Op klingt erst einmal abschreckend. Das Auge wird aufgeschnitten, die Linse wird pürriert und abgesaugt und dann kommt eine Plastiklinse rein und alles wird wieder zugeklappt. Aber alles halb so schlimm! Es gibt phantastische Betäubungsmittel.
Innerhalb einer Sekunde bist du weg und im nächsten Augenblick bist du wieder da, inzwischen ist alles passiert und du hast nix bemerkt!
Das kann auch ambulant geschehen, die Krankenkasse übernimmt dann sogar die Taxifahrt, minus Selbstbeteiligung von 10 Euro.
Die Ersatzlinse kann verschiedene Eigenschaften haben. Es gib welche, die wie Gleitsichtbrillengläser gebaut sind und Nah-und Fernbereich abdecken und eine Brille nicht mehr notwendig machen. Es gibt aber auch einfache Linsen, die für einen Entfernungsbereich eine zusätzliche Brille erforderlich machen.
Da ich mein Leben lang eine Brille getragen habe, hatte ich mich für eine Linse entschieden, die die gleiche Brechkraft hat, wie die natürliche eingetrübte, sodaß ich weiterhin eine Brille brauche. Da ich nie mit Gleitsichtgläsen zufrieden wurde hatte ich auch schon früher Trifokal-Gläser, die drei scharf voneinander getrennte Bereiche ünterschiedlicher Brechkraft hatten. Damit bin ich prima ausgekommen.
Nach der Star-OP trage ich nun Bifokal-Gläser in der Brille mit einem Fern- und einem Nahbereich. Das funktioniert ganz ausgezeichnet.
Ich konnte auch feststellen, daß eine Jacke, die ich früher immer für schwaz hielt, in Wirklichkeit sehr dunkelblau ist. Also waren die natürlichen Linsen nicht nur eingetrübt sondern auch noch vergilbt!
Ich habe mir die einfachen Ersatzlinsen auch ausgesucht, damit ich ungestört mit optischen Geräten sehen kann. Fokussieren muß ich sie, wie früher bei leichter Kurzsichtigkeit, also problemlos ohne Brille.
Wenn also ein grauer Star bemerkt wird, die Sache nicht erst lange abwarten, besser wird's eh' nicht. Informieren, welche Möglichkeiten bestehen, entscheiden (selbst!) und dann machen lassen!
Grüße
Dietrich
 

Alis

Mitglied
Vielen Dank für die bisherigen Antworten
@Niki: mit Kontaktlinsen bin ich nicht gut zurechtgekommen. Und in diesem Fall sind die wohl eher nicht vergleichbar.
@Werner: hast du noch Kontakt zu denen? Weißt du, welche Art von Linsen die hatten und wie sich das am Okular ausgewirkt hat?
@Dietrich: Danke für den ausführlichen Bericht. Ich selbst würde gerne von der Brille wegkommen.
Und noch sind meine Linsen eher ungetrübt. Wie lange noch weiß niemand. Derzeit neige ich dazu, eher früher als abwarten bis es unumgänglich ist.
viele Grüße
Alis
 

halbetzen

Mitglied
Hallo Alis,
die natürlichen Linsen haben bei mir immerhin 65 Jahre gut gehalten. Beim Austausch, den die Krankenkasse zwar bezahlt, aber es muß ein bestimmter Prozentsatz der Sehkraft schon verloren sein, ist es ganz wichtig, sich über die In Frage kommenden Austauschlinsen zu informieren! Es gibt dutzende verschiedene Ausführungen von verschiedenen Herstellern. Mit oder ohne Filterwirkung, Ein- und Mehrbereichs-Linsen unterschiedlicher Bauart.
Es ist natürlich möglich, die Linsen so anzumessen, daß keine zusätzliche Brille mehr nötig ist. Bei Linsen, die für den Nah- und Fernbereich gleichzeitig geeignet sind, ist allerdings ähnliches einer Gleitsichtbrille realisiert. Und wenn man damit nicht zufrieden war, wird man auch mit solch einer Austauschlinse Probleme haben.
Bei tagesheller Beleuchtung ist der Schärfebereich der dann durch die Iris abgeblendeten Kunstlinse erstaunlich groß! Aber wenn du eine Austauschlinse bekommst, die den Fernbereich abdeckt, wirst du zwar ohne Brille autofahren können, für den Nahbereich aber trotzdem eine Brille - oder eine Lupe - brauchen.
Die Mehrbereichs-Linsen werden nicht von der Krankenkasse bezahlt und haben eine Preislage die vierstellig daher kommt.
Grüße
Dietrich
 

casati

Mitglied
Hallo Alis,

habe auf beiden Seiten Gleitsichtlinsen (und meinen LKW-Zusatz im alten FS behalten können).

Brauche nur in Ausnahmefällen Lesebrille. Am Teleskop keine Veränderung feststellbar,

Gruß,
Peter
 
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