Musik und Astrononmie

#1
Grad entdeckt und umsonst anhörbar - ein Astronomische A Capella Gruppe mit eigenen Texten z.B. über die Sonne : AstroCappella
Links oben auf "Listen to the song" klicken.
Wenn ich Lehrer wäre, würde ich Song und Text fachübergreifend in Musik, Englisch, Physik dran nehmen :)

Oder den hier über Dopplershift AstroCappella Da passen sogar noch die Fächer Sowi, Politik und Philosophie rein - mit den Anspielungen auf Exekutive und menschliche Gesetzessammlungen zur Ordnung des Zusammenlebens einer wahllos zusammengewürfelten Ansammlung von Menschen. "Was ist die Illusion von "Gesellschaft" und "Nation"?

Textbeispiele für diejenigen Forumsleser, die einklich keine Lust zum Klicken haben:

There are a few places where it's not so hot
Like at the center of a big sunspot
But heat is relative it's still pretty warm
Sitting on a sunspot would do you great harm - auch, wenn neben Dir ein nettes Mädchen sitzt.

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Susan cruisin' down the freeway doing seventy-eight
(go speed racing, go speed racing)
She just likes to drive fast, it's not that she's late
(no tail-gating, no tail gating)
Goes over a hilltop and what a surprise
(too late sister, you're in for it now)
Blue and red flashing lights right in front of her eyes

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At the edge of the Galaxy, clusters of stars
Their members a billion years older than ours
Hold wobbles of planets around their pulsars

They've had eons more time than we
Is it possible, could it be?
Am I watching you, watching me?
Die gelben Verlinkungen stammen aus dem Song-Text selbst. Bis auf das jeweils 1. Wort - das verlinkt zum Song
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[Hobby-]Astronomen machen Musik. Ihr auch?
Oder habt Ihr irgendeine andere Assoziation zu Musik und Astronomie, die Ihr immer schon mal loswerden wolltet?

Ein Frohes Neues für Euch und Eure Lieben
Silver
 
#3
Hallo,

und ich oute mich als zumindest zeitweiliger Musikgenießer via Kopfhöhrer im heimischen Wohnzimmer, wenn zugleich draußen auf dem Balkon mein instrumentelles Gerödel gerade astrofotografisch arbeitet. Manchmal begleitet mich dabei auch ein Gläschen Wein, allerdings nicht so viel, dass ich danach nur noch Doppelsterne sehe...:cool:.

Gruß und (wenn möglich) Musik begleitetes CS
Stefan
 
#6
Moin Silver,
Ja, ich bin Hobbyastronom mit musikalischem Hintergrund ;)
In den 70er Jahren des vergangenen Jahrtausends wurde ich aufmerksam auf die Musik von Klaus Schulze. Die Länge seiner elektronischen Stücke passte perfekt zu den damals mittleren Belichtungszeiten mit Rollenfilmen, als man noch am beleuchteten Nachführokular stand (15 - 30 Minuten).

Später dann (so Ende der Achtziger) habe ich begonnen, eigene Musik für diesen Zweck zu komponieren. Bei der Gründung unseres Astrovereins Oldenburger Sternfreunde e.V. (für die fürchterliche Website bin ich nicht verantwortlich!) lernte ich Gerd Wienekamp kennen, mit dem ich Anfang der Neunziger anlässlich einer Astromesse die Band Rainbow Serpent gründete.

Unsere Musik (<- Youtube Videos Dritter) wird weitgehend mit astronomischen Themen assoziiert, obwohl das oftmals von uns gar nicht beabsichtigt ist.

Astronomie & Musik spielen bis heute eine wichtige Rolle in meinem Leben, und ich freue mich immer wieder, wenn hoch angesehene Filmkomponisten, wie Hans Zimmer, dieses Thema aufgreifen.

PS: Dass Caroline Herschel zu Williams Musik sang, dürfte für meine Schwiegertochter in spe interessant sein, da sie ihre Masterarbeit über Komponistenpaare (Bruder / Schwester, Mann / Frau, etc.) schreibt o_O
 
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#7
Hallo Frank, hab mir gerade Unearthed, Part 1angehört, sehr chörig, das gefällt mir! Etliche Sounds erinnern mich natürlich an Jarre. ;)
Retropolis mit den Sequenzer-Teppichen ist auch cool. Ich schau grad rüber zu meinem Minimoog und in irgendeiner Lade schläft ein Virus... im Rack sind ein 2080 und ein 5080... hätte grad Lust, die Welt um 30 Jahre zurückzudrehen... Jarre, Vangelis... eine bei den Synthies sehr haptische, analoge Zeit damals... einen DX-9 hab ich auch hinter einer Tür, den kann man mit der Breath Control spielen...

Departure... Futuregate III... :cool:

Iridium... das würde sich ebenfalls nett machen in Open Air. Ich erinnere mich an die Linzer Klangwolke vor Ewigkeiten, da spielte Jarre am Donauufer von Linz mit 40.000 Watt live in der Nacht, mit Lasern, die in den Himmel schossen, grün und rot.. damals ein unfassbares Erlebnis. Und die Synthis passten zur Nacht, zum Fluss und zu den Sternen.

Vielleicht sollten wir Nachtmusik schreiben, für ein astronomisches Open Air... so langsam, wie die Sterne aufgehen...

:cool:

lg
Niki
 
#8
Moin Niki,
vielen Dank!

Ui, um den Minimoog beneide ich dich mal. Die anderen von dir genannten Geräte hatten wir auch mal, heute "nur" noch Elka Synthex (Jarres Laserharp-Synth), Virus, MS 20, Kurzweil K2x, etc. pp.

Vielleicht sollten wir Nachtmusik schreiben, für ein astronomisches Open Air... so langsam, wie die Sterne aufgehen...
Oh ja, im Sinne eines John Cage:cool:
 
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#9
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#10
Hi Ihr Zwei,
auf YT durch die vorgeschlagenen Rainbow Serpent clips zu hören, ist mir ein Genuss. Vor 30 Jahren konnte ich mit sowas nichts anfangen. "Fahrstuhlmusik" nannte ich alles, was weder echtes Rhythmusgerät noch Melodie beinhaltete und ziellos vor sich hin plätscherte *schäm*. Es gibt auch einen Clip "Studioaufnahme" von 2012, in einem Wohnzimmer gefilmt. Ihr seht aus, als ob Ihr währenddessen nicht under the influence seid. Hab ich früher als Voraussetzung erachtet: alle Fahrstuhlmusiker sind bekifft oder unter LSD - und alle Rockmusiker sind bekifft UND besoffen.
Ich finde auch, dass Eure Musik nach almost eternity klingt, nach Raum und Entfernung jenseits von Worten und aufwallenden Emotionen. Nach Reisen in cryonischer Kapsel und nach Astronomie. Ein für mich ganz neuer Genuss.
Eure Weiterentwicklung? mit Isgaard hätte mich umgekehrt vor 30 Jahren eher erreicht; heute mag ich nicht zuhören, was sie mir zu singen hat.

nices Track am bimsen, das vong slowlyness her für dieses idea auch best fitted
kichchchrrchchcher :D
 
#11
Isgaard+Rainbow-Serpent CD Stranger gefällt mir stimmlich sehr gut, ein transparenter Gesang mit viel Kehle und Luft, aber was mich fasziniert sind die mutigen und jazzigen Chord-Abfolgen, die sehr selten sind und die ich selbst auch sehr mag. :coffee:(y)(y)(y)

lg
Niki
 
#12
Man müsste mal ...
es gibt ja diese 3D-virtualisierungs-Programme wie SpaceEngine, GaiaSky (rennt auf Mac, Linx, Win und auch auf meiner uralt Hardware von 2011), usw. Mit denen kann man in der Galaxie in 3D herumfahren. Manche dieser Programme beinhalten nicht nur Sterndaten, sondern auch hineingerechnete Nebel-Fotos. Jetzige Qualität davon kenne ich nicht; sie laufen nicht auf meinem Mac. Okke schrieb mal, dass SpaceEngine Nebelfotos beinhaltet, aber die Realisierung noch nicht sooo gut ist.

Man müsste also mal...
so eine virtualisierte 3D-Reise, möglichst mit der besonderen Sehenswürdigkeit eines Nebelgebietes wegen der Dramatik, in Musik umrechnen lassen. So eine Art Peter und der Wolf.
Dabei könnte man Tonhöhen festlegen für Sternmassen, Tonintervalle für Sterngeschwindigkeiten, rhythmische Einlagen für Entfernungen zwischen Sternen im Gesichtsfeld während der Reise. Damit nicht zuviel Signal voon zu vielen Sternen kommen, tüchtig reinzoomen bei der 3D-Reise.

Und dann - in den Nebelgebieten - dramatische Ereignisse wie das Echo einer Supernova und die UV-Strahlung junger, grosser Sterne, wie sie dabei ist, regelrecht gewalttätig hübsche, pinke Nebelwolken zu zerfetzen und zum Einsturz zu bringen.

man müsste mal...
 
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#14
Isgaard+Rainbow-Serpent CD Stranger gefällt mir stimmlich sehr gut, ein transparenter Gesang mit viel Kehle und Luft, aber was mich fasziniert sind die mutigen und jazzigen Chord-Abfolgen, die sehr selten sind und die ich selbst auch sehr mag. :coffee:(y)(y)(y)
Danke Niki, das Album war leider finanziell ein totaler Flop :cry:
Elektronische Musik + Gesang vertragen sich in der Musik-Szene nur sehr selten (Ausnahme ist die Stimme von Lisa Gerrard mit ihrer Kunstsprache seit Dead Can Dance-Zeiten).

PS: Und natürlich M83 - Oblivion (feat. Susanne Sundfør)
 
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#15
:)

William Herschel hat auch komponiert. Klingt wie ne Mischung aus W.A. Mozart und G.F. Händel, noch sehr nach Rokoko, diplomatischen Bällen und fürstlichen Salons mit Kuchen statt Brot, nicht wahr? William Herschel - Symphony No.14 in D-major (1762)
Passt zu der Zeit, in der er lebte, 1738 - 1822. Um Minute 6 herum klingt aber auch schon ein romantisches Sehnen an.
Hallo silver,

du meinst wohl eher Barock, Rokoko war mehr eine Kunst/Stilrichtung und hatte mit Musik weniger zu tun!
Herschel hätte sich und uns einen großen Gefallen getan wenn er sich ausschliesslich mit der Astronomie befasst hätte, sein komponistisches Talent war leider deutlich begrenzt was er nicht nur an der No.14 in D-Dur eindrücklich unter Beweis gestellt hat.(n)
Naja er hat sich ja noch besonnen und uns vor weiteren akustischen Geisterfahrten verschont, so hat sein Leben doch noch eine positive Wendung genommen.(y)

Andreas
 
#16
Na, Du bist ja einer.

Danke, dass Du mich aufklärst, was ich wohl eher meine :D :D :D
Du hast "wohl eher" das Bild nicht verstanden, das mit den Worten in dem betreffenden Satz gemalt wurde.

Talent war leider deutlich begrenzt ... eindrücklich unter Beweis gestellt hat.(n)
:D lachchch.

Und was machst Du so? Ausser mit Sprache passiv nicht gut umgehen zu können und anderen Leuten Talent abzusprechen?
 
#17
Naja er hat sich ja noch besonnen und uns vor weiteren akustischen Geisterfahrten verschont
Wie ich hörte, hat Einstein Geige gespielt. Aber so schlecht, dass es schwer erträglich war... trotzdem scheint es so zu sein, dass es oft eine Verbindung zwischen Kosmologie und dem Drang zur persönlichen Erzeugen von Schwingungen zu geben scheint. ;)

Schließlich zählt im Universum eines: Resonanz.

lg
Niki
 
#19
und ich kann heute nichts mehr mit der eigenen Musik anfangen.
Interessant aber auch nicht unlogisch... man hat , denke ich, seine Phasen, und mit der Zeit laufen sich Wiederholungen von Erfahrungen und Ausdrucksweisen auch mal tot, das kenne ich natürlich auch bei mir. Aber ich hoffe, sie gefällt Dir trotzdem heute noch, Deine transzendente Spärenmusik und wohl auch die Erinnerung an die einmalige Zeit, in der sie sich damals ans Licht kämpfte... auch wenn diese Art von Synth-Musik sich wie Tau langsam in den klanglichen Geschichtsbüchern niederschlägt... :coffee:

lg
Niki
 
#20
Nun... mein Bauch sagt mir: letztlich ist das, was im Universum zählt und wirkt: Resonanz. Schon die Atome sind unruhige Gesellen, in denen kleine "Wirklichkeiten" (sie "wirken" ja "Wechsel") in Wahrscheinlichkeitswellen um andere, kleine "Wirklichkeiten" kreisen, und alle sind so winzig im Vergleich mit unserer Welt, wie wir sie sehen... und doch leben sie von Schwingungsverhältnissen, von inneren Harmonien sozusagen, und die Teilchen bestehen aus noch kleineren "Wirklichkeiten", die sich ebenfalls zusammengetan haben, um miteinander zu sein und zu bleiben und zu wirken... und so sehe ich diese inneren Schwingungen, die wie ein vielstimmiger Akkord erklingen, als Grundmuster des Seins, und wenn sie mit anderen Schwingungen zusammenpassen, dann entsteht ein neuer Akkord, dann entsteht eine neue Verbindung, dann werden aus Atomen Moleküle, aus Molekülen Verbände und aus Verbänden Strukturen und aus Strukturen Meta-Strukturen und irgendwann sind sie groß genug, dass sie sich selbst auffallen. Das ist, wenn der Akkord sich selbst zuzuhören beginnt... :)

Ich denke, ohne Resonanz ist weder das Universum, noch unsere innere Welt der Harmonien begreifbar. Obgleich die Musik, die als "harmonisch" empfunden wird, kulturell unterschiedlich erlernt wird. Diese inneren Strukturvorstellungen von "Harmonie" sind also auf der Welt unterschiedlich, auch die Verarbeitung von Musik links oder rechts im Gehirn ist unter den Völkern nicht gleich. Was ich interessant finde.

Also denke ich, dass der Begriff "Resonanz" im etwas entrückten, philosophischen Sinne ein Urgesetz darstellt, um Dinge zu Dingen zu machen. Um Dinge zu verbinden. Um Dinge, die zusammengehören können, zu verbinden. Wenn Zeilen, Worte, Bilder, Gerüche oder Klänge in mir "etwas zum Schwingen bringen", dann verbinden sie uns, unsere Ideen, unsere Gefühle miteinander. Uns miteinander. Resonanz erzeugt Sympathie und die Möglichkeit, sich zu verbinden. Und Resonanz ist somit Kommunikation. Etwas schwingt, und bringt etwas anderes zum Schwingen.

Natürlich ist das alles jetzt nicht technisch korrekt, es ist meine Sicht auf den Begriff. Resonanz heißt ja "widerhallen", von "re" (zurück) und sonus (Ton, lat.), also eigentlich ein "Rück-Ton", wenn man also etwas mit einer Frequenz beaufschlagt, kann es entweder mitschwingen oder eben auch nicht, kann es resonieren (konstruktiv oder destruktiv, auch je nach Amplitude), und so entstehen dann "Mitschwingungen".

Grob gesehen ist ein Atom offenbar (auch) eine Anordnung von Wellen (und damit von Frequenzen) und das fällt eigentlich noch nicht unter "Resonanz", weil es ja in sich noch nicht mit etwas "resoniert", aber vielleicht ist das alles auch wieder nur ein Widerhall von etwas anderem, was wir noch nicht gefunden haben - außer vielleicht ansatzweise in Quantenschleifen/Strings/Wasweißichwas Modellen, die wohl tiefere Wurzeln der Dinge zulassen. Jedenfalls sagt mein Bauch, dass jedes Ding letztlich mit Resonanzen zu tun hat, aber das ist meine philosophische Betrachtung, die Physiker mögen mir hier verzeihen. :coffee:

lg
Niki
 
#21
Und was machst Du so? Ausser mit Sprache passiv nicht gut umgehen zu können und anderen Leuten Talent abzusprechen?
Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen!

Klingt wie ne Mischung aus W.A. Mozart und G.F. Händel, noch sehr nach Rokoko,
Wie sollte man denn diesen Unsinn anders verstehen?
Übrigens, diplomatische Bälle und fürstliche Salons haben wohl eher ihre Wurzeln im Barock womit deine Aussage wenigstens auf Händel halbwegs zugetroffen hätte, so kann man analog zu Herschels Musik eher von einem geistigen Irrlicht sprechen!
Händel und Mozart werden sich im Grabe drehen ob Deinem Vergleich mit Herschels Musik!

Andreas

P.S. Ach so... Ausgebildeter klassischer Gitarrist mit Nebenfach Saxophon.
 
#24
Moin,
Herschel hätte sich und uns einen großen Gefallen getan wenn er sich ausschliesslich mit der Astronomie befasst hätte, sein komponistisches Talent war leider deutlich begrenzt was er nicht nur an der No.14 in D-Dur eindrücklich unter Beweis gestellt hat.
Ich muss sagen, die Herschel-Geschichte finde ich sehr interessant.
Nicht nur, dass er - wie ich selbst - Oboist und damit "Leidensgenosse" war, auch die Tatsache, dass er durch die Musik erst zur Astronomie gefunden hat, finde ich schon höchst spannend. Die Musik war also nicht nur eine bloße Nebentätigkeit, sondern quasi die Triebfeder, der wir die astronomischen Errungenschaften des Herrn Herschels erst zu verdanken haben. Mathematische Musiktheorie hieß damals das Fach, dass ihn dann in Richtung Astronomie bugsiert hat (laut wiki..).

Ganz generell finde ich es genial, dass zu dieser Zeit ein Mensch nicht auf eine Sache alleine festgelegt und spezialisiert war. Heute kann ich mir einen ähnlichen Fall viel schwerer vorstellen. Wer forscht und entwickelt, muss ja oft extremst spezialisiert in einem Gebiet sein, sodass für ebenso große Leidenschaften (wie bei Herschel Musik und komponieren) kein Raum, vorallem auch im Hirn mehr bleibt. In diesem Sinne durchaus ein ideelles Vorbild für mich.

Die angesprochene Sinfonie Nr14 finde ich, gewinnt gegen Ende :) Bei den Oboenkonzerten ist auch teilweise nettes dabei.

Niki, deine Resonanzgeschichten erinnern mich an die Vorstellungen der alten Pythagoreer. Weltenharmonie, Analogien von musikalischen Schwingungsverhältnissen und Planetenbahnen etc. Finde ich einen schönen Gedanken, zumal dann ja alles irgendwie zusammenhängen und -schwingen würde. Das gibt dann auch wieder ein wenig Hoffnung, dass es doch irgendwo eine versteckte Harmonie gibt, die nur noch zu manchen Menschen durchdringen muss... :) :rolleyes::D

Gruß
Martin
 
#25
So in etwa. Murray Gell-Mann (1969 Nobelpreis für Physik) beschrieb in seinem Buch "Das Quark und der Jaguar", dass es einen Moment in seinem Leben gab, als er bei einem Spaziergang das Gefühl hatte, als würde er plötzlich, für eine Sekunde, alles in seiner Umgebung als zusammengesetzte Ganzheit wahrnehmen. Also das Kleinste und das Gesamte auf einmal. Ähnliche Wahrnehmungen von "der Welt und einer Einheit mit allem" wurden durchaus von mehreren Wissenschaftlern berichtet.

Diese persönlichen Erlebnisse sind ja Gefühle, nicht theoretische Modelle. Ich denke auch, dass durch Zerlegen der Welt in kleinere Betrachtungseinheiten der nachfolgende Versuch, das Ganze zu verstehen, weil man Teile davon verstanden hat, systemimmanent und erkenntnistheoretisch scheitert. Ein Gehirn kann in diesem Sinne keine Summe von Wissen generieren und ausdrücken, ohne den Blick für die Details wieder zu verlieren. Dafür reicht nicht mal die Bitlänge unserer bewussten Gedanken aus. Ein Aufsummieren teilt sich uns letztlich als Gefühl mit und verlässt somit den wissenschaftlichen Kontext. In Bildern, Akkorden und Gedichten findet man Allegorien zu diesen Gefühlen. ;)

lg
Niki
 
Zuletzt bearbeitet:
#26
Ganz generell finde ich es genial, dass zu dieser Zeit ein Mensch nicht auf eine Sache alleine festgelegt und spezialisiert war.
Was ja nun kein Alleinstellungsmerkmal von Herschel war!

Hallo Martin,

das "Spezialistentum" ist wohl eher eine Erfindung der Neuzeit, schon im alten Griechenland gab es Universalgelehrte!
Später dann solche Leuchtgestalten wie da Vinci, Leibnitz, Goethe, Newton, von Humboldt e.t.c.
Außerdem war Herschels Vater selber Musiker, damals war es noch gute Tradition das zumindest die Söhne in deren Fußstapfen traten, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Die angesprochene Sinfonie Nr14 finde ich, gewinnt gegen Ende :) Bei den Oboenkonzerten ist auch teilweise nettes dabei.
Es reicht halt nicht im Konzert der "Großen" zu sein wenn sich am Ende etwas "brauchbares" oder etwas "nettes" findet, bei der Werkanalyse spielt Herschel keine Rolle, bestenfalls wie man es nicht macht, dass bedeutet im Umkehrschluss nicht das man seine Musik nicht auch schön finden darf, die Kunst ist frei, den Olymp als großer Komponist hat er aber nicht erreicht, den hat er in der Astronomie erklommen.;)

Andreas
 
#27
Moinmoin,

also gut, ich gestehe, gelegentlich die Tiere im Wald ab und an mit ein wenig Gitarrenspiel zu quälen.... zumindest hat es schon neugierige Vertreter gegeben, die sich durch Rascheln in der Nähe verrieten... Präferenzen für einen bestimmten Musikgeschmack konnte ich dabei noch nicht feststellen.... :cool:

;) Okke
 
#28
Nabend,

Was ja nun kein Alleinstellungsmerkmal von Herschel war!
Das habe ich ja auch nicht gesagt! Wohl aber, dass ich es schade finde, dass das in unserer heutigen Zeit ein Auslaufmodell ist und mir das zu denken gibt.

Es reicht halt nicht im Konzert der "Großen" zu sein wenn sich am Ende etwas "brauchbares" oder etwas "nettes" findet, bei der Werkanalyse spielt Herschel keine Rolle, bestenfalls wie man es nicht macht, dass bedeutet im Umkehrschluss nicht das man seine Musik nicht auch schön finden darf, die Kunst ist frei, den Olymp als großer Komponist hat er aber nicht erreicht, den hat er in der Astronomie erklommen.;)
Nicht alles, was es nicht in den heutigen Kanon geschafft hat, muss verdientermaßen vergessen sein. Denke nur an Bach: Wer weiß, ob wir den heute kennen würden, hätte ihn nicht Mendelssohn wieder in die Öffentlichkeit gebracht. Aber klar, musikalisch gehts auch ohne Herschel :)

Gruß
Martin
 

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