Musik und Astrononmie

lacrimosa

Mitglied
Hallo Toni,
Heraus kommt da eher so ein Kauderwelsch mit Anleihen daraus, gemischt mit ein bisgen Ambient, teils Ethno, teils Pop.
Die Ethnopassagen erinnern mich etwas an Incantations von Mike Oldfield oder Karl Jenkins.
Welche Software braucht man, um solche Stücke zu erzeugen? Verwendest Du bereits vorhandene Samples? Wieviel Einarbeitungszeit für die Software wäre in etwa nötig?
Gruß
Ronald
 

raziel28

Mitglied
Hallo Ronald,

jösses, ein Menge Fragen ;)

Incantations von Mike Oldfield oder Karl Jenkins.
Ich vermute, dass da eine unterbewusste Absicht dahinter steckt :)
Wobei mein persönlicher Sweetspot im Ohr bei Oldfield eher bei der Songs of distant earth und der Tubular Bells II liegt.

Welche Software braucht man, um solche Stücke zu erzeugen?
Das kommt darauf an, wie man es macht...
Als (Sequenzer)Software kann man unter Windwos z.B. Cubase, Reaper, Sonar, Ableton Live.... nehmen, in der Applewelt ist Logic üblich. Ich selbst verwende als Sequenzersoftware Cubase, um Loops zu erstellen, gelegentlich auch Effeke einzufügen nehme ich Ableton Live, der mächtigere Workflow bishin zum fertigen Mix geht aber eindeutig in Cubase.

..."wie man es macht" ist dann so eine Sache, die Klangerzeugung selbst kann man voll digital, virtuell im Rechner mit virtuellen Synthesizern machen, oder auch mit Hardware, deren Audioausgänge dann wieder per Interface in den Rechner digitalisiert werden.

..."wie man es macht" heißt auch, erstelle ich zunächst alles in Midi-Steuerspuren, die einfach die Synthesizer steuern nach den Vorgaben, die ich eingespielt habe, oder nehme ich lieber den Livemoment direkt als Audiospuren auf. Ich arbeite lieber mit Midispuren, um nochmal Fehlerchen beim Einspielen korrigieren zu können bishin zu Spielfiguren, die man mit den Händen gar nicht spielen könnte, diese werden dann mit allerlei Werkzeugen am Rechner programmiert u/o manipuliert.

...ooooder aber, man macht es, nach neuer, "hipper" Oldschool ganz ohne Rechner, mit Hardwaresequenzern, auch das kann ich machen und bietet sich immer gerne da an, wo es bewusst maschinenhaft klingen soll, also auch eher programmierten als virtuosen Charakter haben soll.

Ich nutze da durchaus Teile aus allen Welten, (teils analoge Technik mit diskret aufgebauten Schaltkreisen) über virtuell analoge Hardware, Drummaschines, Sampler, aber auch virtuelle Softwaresynthesizer und Loops. Schön ist, die Leute denken immer, wenn man in diesem oder jenem Stück eben diese oder jene Vorgehensweise gewählt hat, würde das einer gewissen Absicht unterliegen, als wenn man immer den großen Plan im Sack hätte, was man da gerade macht. Die Praxis zeigt, dass es alles andere als das ist, meistens in der einsatz der Technik und der Sound, der da heraus kommt, einfach nur der eigenen Laune und Lust unterworfen und wenn es so nicht klappt, die Outtakes hört ja keiner :D

Verwendest Du bereits vorhandene Samples?
Auch. vor allem im Bereich von Naturinstrumenten, die ich selbst nicht spielen kann, kommen Samples und Loops zum Einsatz, manchmal aber auch nur einzelne Trommelschläge, die dann im Drum-Sampler weiterverarbeitet werden.

Wieviel Einarbeitungszeit für die Software wäre in etwa nötig?
Viel :) Wobei man die ersten Grundzüge zum Erstellen eines Songs auch gut in etwa einer Woche hinbekommt, man muss ja nicht gleich mit 60 Audio- und Midispuren anfangen. Die Lernkurve steigt halt stetig, je mehr Setup, ob nun Software oder Hardware dazu kommt, bis alles sauber angesteuert wird, bis man sich in das Mixing reingefuchst hat (wobei man Mix gut und gerne mit der EBV in der Astrofotografie vergleichen kann, da lernt man auch immer und stetig dazu und neue Softwares ergeben wieder neue Möglichkeiten, klar).

Wenn Dich das Thema näher interessiert und Du gerne tiefer einsteigen willst, selbst auch elektronische Musik machen willst, was in Erklärung hier ganz sicher den Rahmen sprengen würde, können wir das ganze aber gerne via Mail weiter führen.
raziel28:geek:online.de
 

aexeler

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Guten Morgen zusammen,
gerade erst erst alles gelesen....

Liegt es am "Alter" oder am "Hobby"?
ich finde mich hier gerade wieder!
Hab in den 70-80zigern Musik von Jarre, Schulze, Tangerine Dream, Großkopf, Rother, Vangelis, Kitaro, Garrison Oldfield, usw. gehört und war damit im Bekanntenkreis "der mit dem komischen Musikgeschmack".:D
Schön das ich nicht alleine bin, war!

Gruß
Andreas
 

lacrimosa

Mitglied
Hallo Andreas,
in den 70ern habe ich das gehört, was in den Charts bzw. im Radio lief. Darunter waren auch Oxygene IV oder Magic Fly von Space. Von Kraftwerk oder La Düsseldorf habe ich erst im Alter von 12 Jahren etwas mitbekommen.
Möglicherweise hat es mit dem Hobby zu tun, da ich die Art der Musik immer mit dem Weltraum in Verbindung brachte.
Gruß
Ronald
 

klawipo

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Hallo,

dass es das heute nicht mehr gibt ernstzunehmender Forscher und erfolgreicher Musiker zu sein ist natürlich überhaupt nicht richtig. Man denke nur an Brian May.

VG Klaus
 

FrankSpecht

Mitglied
Ich grüße dich ebenfalls, Toni!
Je[d]och anders als bei Rainbow Serpent ist es bei mir nie über das private Wohnzimmer-Niveau hinaus gegangen.
Unsere „Erfolge“ solltest du nicht überbewerten. „Rainbow Serpent“ gibt es faktisch nicht mehr und wir haben auch nie großes Geld mit der Musik verdient erhalten. Unsere größten Erfolge waren Auslandskonzerte, z.B. in Amerika, England, Niederlande, Belgien und Italien.

Dein 2015er Werk „Space Tracks“ finde ich sehr gut!
Wenn mich nicht alles täuscht, finden sich dort auch Schiller-hafte (und BatteryDead-) Elemente wieder - finde ich sehr gut :cool:

Ich würde dein Album sofort kaufen, leider habe ich kein Paypal-Konto :(
Ähm, aber du weißt, dass ich es per Audiorecording problemlos aufnehmen könnte?

LG
Frank
 
Zuletzt bearbeitet:

raziel28

Mitglied
Hi Frank,

Unsere „Erfolge“ solltest du nicht überbewerten. „Rainbow Serpent“ gibt es faktisch nicht mehr und wir haben auch nie großes Geld mit der Musik verdient erhalten.
Joa, aber ihr habt CDs gemacht und Konzerte gegeben, das ist 200% mehr als das, was bei mir 'rumkommt. Ich kranke schon regelmäßig bei dem Gedanken, wie ich ein Livekonzert technisch überhaupt aufbauen könnte und baue nun schon seit 2 Jahren an einem Live-Setup, das dann immer nicht das kann und macht, was ich gerne hätte.

Bei den CDs bin ich ja von 8th Nerve und Voyager sehr angetan. Da finde ich immer wieder Passagen und neue Elemente, die mich sehr antriggern.

Ich jedenfalls fand das, was bei Eurer Zusammenarbeit heraus gekommen ist immer sehr inspirierend und auch eure Wohnzimmersessions bei Youtube sind für mich die Vorlage, wo ich gerne in Sessions mit anderen zusammen hin wollte.
Ich weiß, Rainbow Serpent gibt es so nicht mehr, der Gerd ist vornehmlich in der Fotografie verschwunden und beklagte auch mal, dass er musikalisch gerne mal was neues machen würde, wo aber die Ideen fehlen, so ich das richtig interpretiert habe und auch du gehst mittlerweile anderen Beschäftigungen nach, so sagte man mir.

Dein 2015er Werk „Space Tracks“ finde ich sehr gut!
Wenn mich nicht alles täuscht, finden sich dort auch Schiller-hafte (und BatteryDead-) Elemente wieder - finde ich sehr gut :cool:
Vielen lieben Dank! Die artverwandtschaft zu Schiller will ich gar nicht leugnen, das ist, bzw war schon auch eine meiner Inspirationsquellen, wobei er in den Nebenwerken mehr von dem zeigt, was ich an ihm schätze, als in den poplastigen Hauptalben, die ich früher eindeutig besser fand als heute.

Ich würde dein Album sofort kaufen, leider habe ich kein Paypal-Konto :(
Schreib mich via PN an, da kriegen wir schon was hin.

Ähm, aber du weißt, dass ich es per Audiorecording problemlos aufnehmen könnte?
Ja, das könntest Du :) Nun, es ist ja eine absolute Nische und es verirren sich ja nur sehr wenige Leute mal zu dieser Bandcamp Präsenz hin. Ich sagte mal, wenn die Verkäufe dort so weiter gehen wie bisher, kann ich es in 250 Jahren mal echt knallen lassen :) Also, da steckt überhaupt keine Wirtschaftlichkeit dahinter und ich hatte mich letztlich nur mal dazu verleiten lassen, einen Bandcamp-Account zu machen, weil es 1-2 Leute gab, die sich unbedingt mit einem kleinen Obolus für ein Album bei mir erkenntlich zeigen wollten. Hätten sie mir auch so geben können. Die meisten Tracks kann man sich auch bei Soundcloud anhören.
 

WUNNI

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Hallo,

mal ein anderer Ansatz zu "Musik und Astronomie":
In den späten 1980ern + frühen 1990ern spielte in Berliner Planetarien ein Künstler* mit esotherischem Ansatz: Er nahm die Planetenbewegungen (Umlauf um die Sonne, Rotation...) als Grundfrequenz, verwendete die x-te Oberwelle als Grundton bzw. Tonart eines Stückes und baute daraus seine "Planetenklänge".
Mir war und ist Esotherik suspekt, war aber halt seine Marketing-Idee - und die Musik fand ich (zumal unterm schönen, wenn auch künstlichen Sternhimmel) damals ganz nett.

* ich glaube, Hans Cousto hieß (heißt?) er

CS,
Niko
 

raziel28

Mitglied
Hallo Niko,

Mir war und ist Esotherik suspekt, war aber halt seine Marketing-Idee - und die Musik fand ich (zumal unterm schönen, wenn auch künstlichen Sternhimmel) damals ganz nett.
Och, so esotherisch ist das gar nicht mal. Wenn man bedenkt, dass Musik und Mathematik sehr nahe beieinander liegen zusammen mit symmetrischen und asymmetrischen Mustern ist das doch eine inspirierende Art der Ideenfindung.

Ich habe mal vor einiger Zeit mit einem Fieldrecorder an einem Bachlauf den Einlass zu einem Fischteich aufgenommen, also die Töne der Tropfen, die da in den Teich springen. Danach habe ich mit Effekten die leiseren Tropfen abgezogen und so lange an den Reglern herum gespielt, bis am Ende eine Art rhythmisches Muster übrig blieb, ohne aber zunächst selbst auf den zeitlichen Verlauf Einfluss zu nehmen. Ich wollte quasi, dass die Natur hier den Rhythmus vorgibt um daraus dann wieder neue Ideen zu entwickeln.

Genau so gut könnte ich heute Abend z.B. mit einem Goto-Teleskop und Kamera die Ekliptik abfahren und immer wenn im Bildfeld der Kamera ein Stern durchläuft einen Ton erzeugen lassen, dessen Tonhöhe die Sternhelligkeit wäre und dann eben schauen, was sich da aus Rhythmik und Tonfolge daraus machen ließe.

Oder, man kann ja mal ein bisgen mit Bildaufnahmen von Sternfeldern und der Synthesizer APP 'Virtual ANS' herum spielen, das ist schon faszinierend was da so heraus kommt.
 

WUNNI

Mitglied
Hallo Toni,
Och, so esotherisch ist das gar nicht mal. Wenn man bedenkt, dass Musik und Mathematik sehr nahe beieinander liegen zusammen mit symmetrischen und asymmetrischen Mustern ist das doch eine inspirierende Art der Ideenfindung.
Sein Ansatz an sich war mathematisch. Aber seine Show drumrum und seine Erklärungen habe ich in meiner Erinnerung mit dem Stempel "Esotherik" versehen. Details habe ich längst vergessen, ist lange her...

Wenn mir die Musik nicht gefallen hätte, wäre es eh im Kopf gelöscht - muss mir also etwas gegeben haben! Er hatte damals auch eine ziemliche Fan-Gemeinde; der Saal war voll.

Ich habe mal vor einiger Zeit mit einem Fieldrecorder an einem Bachlauf den Einlass zu einem Fischteich aufgenommen, also die Töne der Tropfen, die da in den Teich springen. Danach habe ich mit Effekten die leiseren Tropfen abgezogen und so lange an den Reglern herum gespielt, bis am Ende eine Art rhythmisches Muster übrig blieb, ohne aber zunächst selbst auf den zeitlichen Verlauf Einfluss zu nehmen. Ich wollte quasi, dass die Natur hier den Rhythmus vorgibt um daraus dann wieder neue Ideen zu entwickeln.
Coole Ideen hast Du! Da merke ich deutlich, dass ich kein Kreativer bin...
Klingt spannend! Kann man das irgendwo probehören?

CS!
Niko
 

raziel28

Mitglied
Hi Niko,

leider nicht. Ich hielt damals das Projekt, da es nur experimentell war nicht für sicherungswürdig und habe es dann irgendwann wieder gelöscht. Das klingt nun harsch, aber letztlich, wenn man Ideen umsetzen will muss man auch schauen, dass man sich nicht mit Altlasten zuschei***, das hemmt den kreativen Flow. Ich habe aber vor, mit einem Schlagzeugbecken, das ich schon entsprechend mit Kontaktmikrofonen (diese billigen China Piezoplättchen) präpariert habe, Regen aufzunehmen, am liebsten den Beginn eines Sommerregens wo die wirklich dicken Tropfen vom Himmel fallen. Wenn ich das habe, kann ich gerne mal was online stellen.

Edit: Quatsch! :ROFLMAO:
Da isses doch, ich war mal für einen Moment auf einem falschen Gedankenpfad...
Dieses Geplingel im Hintergrund ist der Bachlauf...
 
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