Neue "alte" Fernbildlinse | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Neue "alte" Fernbildlinse

Vor 3 Wochen konnte ich eine kleine Rarität kaufen, die ich im Netz gefunden habe:
eine Astro-Berlin Fernbildlinse 5,0/600 mm.
Die Optik wurde, wie einige andere, noch längere, nur auf Bestellung gebaut und war ursprünglich für die 35mm ARRI Schmalfilmkamera gedacht, es gab sie aber auch für Kleinbildanschlüsse jeglicher Art, sogar für meine Contax IIIA und die Contarex SE. - Nur der Nikon-Anschluß fehlte, dafür hatte sie den Leitz Visoflex für die Leica M Serie.
Das Objektiv stamm aus dem Jahre 1991 und war somit eines der letzten, die ausgeliefert wurden.

Also erst einmal zu Ralf Mündlein (Astro-Theke in Lindelbach bei Würzburg) und dorteinen Adapter für die Nikon herstellen lassen. Seit einpaar Tagen habe ich die Optik wieder und konnte auf die schnelle ein paar Fotos schießen. Eigentlich habe ich sie nicht für die Astrofotografie gekauft, sondern für die Kirchenfotografie, um die Figuren am Hochaltar zu fotografieren und ihnen nicht "in die Nasenlöcher" zu fotografierem (je weiter der Abstand, desto geringerist bekanntlich der Aufnahmewinkel). Trotzdem werde ich die Optik auchmal am Stern einsetzen, die Anschlußmöglichkeiten sind da.

Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend, die Schareinstellung über das große Rad gewöhnungsbedürftig. Bei Offenblende hat man eineleichte chromatische Aberation, die manaberin PS herausfiltern kann. Im Nahbereich (17Meter) ist die optik sehr sauber.

Hier einmal einpaar Fotos dieser seltenen Fernbildlinse, die aussieht, als käme sie gerade aus dem Laden. Wurde wohl nie odernur selten benutzt. Mit dabei einmassiver Alukoffer, ausgeschlagenmit rotem Samt.

Beste Grüße
Winfried
 

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Optikus

Mitglied
Hallo Winfried,

das Telon ist eine rel. moderen Bauart, die früheren Fernobjektive hatten auch "Fernbildlinse" als Gravur. Die Bilder sehen richtig gut aus, ich denke da hast Du einen tollen Fang gemacht.

CS
Jörg
 
Danke Jörg,

ja, die ersten Ergebnisse sind schon überzeugend. Das war noch Wertarbeit, rund 8kg Lebendgewicht und selbst der Alu-Massivkoffer bringt schon mehr als 4kg auf die Waage. Nächste Woche stehen wieder 6 Kirchen auf dem Programm, da werde ich es auch schon mal an den Objekten testen können, füe die es bei mir gedacht sind. Bin mal gespannt!

Gruß
Winfried
 
Hallo Winfried,

Interessanter Fang! Deine Beispielbilder sind bei Blende 16 und Blende 32 aufgenommen? Sind das wirklich die Werte die für deine Anwendung wichtig sind? Dann wäre als leichtere Ergänzung vielleicht auch eine einfache 500er "Wundertüte" eine Option...

Frohe Grüße,
Martin
 

Optikus

Mitglied
Hallo Martin,

das dachte ich beim ersten Lesen des Themas auch, aber die sind inzwischen keine Empfehlung mehr. Die Zeit als man wegen des Schraubtubus alles mögliche aus den Teilen machen konnte sind wohl rum. Habe dieser Tage ein solches Teil gesehen (neu im Laden), da war nix mehr von der Haptik meines Altexemplars, kratziger Schneckengang, klapprige Blende, eigentlich schade.

CS
Jörg
 
Jörg,
die Scharfeinstellung geht im Gegensatz zum normalen Drehfokusierer "wie geschmiert". Dank des großen Einstellrades kann man es auf den Zentimeter einstellen. Allerdings wäre eine Schnittbildmattscheibe hier sinnvoller, die funktioniert ja noch bis f: 5,6 in den meisten Kameras. Was man halt benötigt, ist ein anderes Stativ. Mein großes Manfrotto 075 ist da schon an der Grenze. Ich muß schon mein dickes Lumpp-Ries nehmen, das für die 13/18 Fachkamera gedacht ist. Das ist mit seinen 12 kg zwar schwer, aber man verreißt es beim Scharfstellen nicht. Wie schon geschrieben, für Sport- und Action ist es völlig ungeeignet, da einfach zu langsam. Und bei der Kirchenfotografie habe ich ja Zeit genug und kann abblenden wie ich will. Ende kommender Woche habe ich die ersten Bilder "vor Ort", wo sein Haupteinsatzgebiet liegt.
Ansich wollte ich ja ein modernes haben, aber als ich diese Wuchtbrumme und deren Zustand gesehen habe, da konnte ich einfach nicht anders, ich musste es einfach haben...

Gruß und CS
Winfried
 
Martin,

diese "Wundertüten" sind zwar leicht, biegen sich aber alle durch. Zudem haben sie Null Qualität im Vergleich zu einer handgefertigten Optik wie diese.
Es gibt viele Beispiele von "Astro Berlin". So stammt das Novoflex Schnellschuß Objektiv, eines der beliebtesten Objektive der Sportfotografen von Astro Berlin. Auch die 3 langen Leitz Brennweiten, wie das Novoflex 280/400/560mm stammen aus deren Schmiede und sind auch heute noch hervorragende Optiken. Man muß nur wissen, wie man sie einsetzt. Wie bei Großbildoptiken ist die Anfangsblendevon f:5 nur zum genauen Scharfstellen gedacht, scharf sind sie erst ab Blende 11 (ist nunmal ein Fraunhofer), was mich aber nicht stört. Wichtig ist (für den Profi) die Haltbarkeit und die Rubustheit. Schließlich liegt das Objektiv die meiste Zeit seines Lebens im Auto und wird oft auch mal "durchgerüttelt", wenn ich auf Motivsuche bin. Dann geht`s oft auch mal ins Gelände, um z.B. Eine Kirche in ihrer Umgebung zu zeigen. Also rauf auf den Berg für Übersichtsaufnahmen, gerade bei uns im fränkischen.
Wenn ich aber ganz ehrlich bin, dann muß ich sagen, es hat mir einfach gefallen und ich hatte mich zuvor um die Qualität schlau gemacht. Zwischenzeitlich weiß ich aus Tabellen, daß diese Optik wohl eine der letzten war, die die Werkstatt verlassen haben. Heute fimiert die Firma unter einem anderem Namen und stellt nur noch wissenschaftliche Spezialoptiken her. Man erfährt nicht mehr viel, ich vermute, man arbeitet dort gemeinam mit Leitz für das Militär (nur eine Vermutung von mir).

Gruß
Winfried
 

Gerd_Duering

Mitglied
Hallo Winfried,

das gute Stück scheint ja auch mit moderner Kamera Technik ganz ordentlich abzubilden.
Etwas schmunzeln musste ich nur beim Begriff "Fernbildlinse" aber das war wohl damals der übliche Sprachgebrauch für ein Teleobjektiv.
Aus heutiger Sicht klingt es aber schon etwas merkwürdig und man fragt sich erst einmal oh Fernbildlinse was ist denn das, auch so ein Teleobjektiv.

Grüße Gerd
 
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