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OIII Filter Zustand

volker_k

Mitglied
Lieber Filteranwender,

der Blick (mit Lupe gegen das Licht gehalten) durch einen älteren, gebraucht erworbenen Lumicon OIII zeigte eine granulatartige, aber gleichmäßig verteilte Schicht. Das veranlasste mich, den Filter mal unter das Mikroskop (Objektiv 6,3; Okular 12,5 x) zu legen. Folgende Ansicht kam dabei heraus.
P1010061.JPG
Ein Vergleich mit einem Thousand Oaks UHC zeigte dort eine homoge Schicht ohne Auffälligkeiten.
Ich habe schon erschreckende Ansichten korrodierter OIII Filter im Netz gefunden. Die Schäden wurden auf veraltete Herstellungsverfahren und/oder ungenügende Handhabung zurückgeführt. Vermutlich geht es hier in diese Richtung. Es sind bereits "Löcher " in der Schicht sichtbar.
Am Teleskop hat der OIII seine Wirkung. Mir fehlt allerdings der Vergleich zu anderen Filtern und solchen, die nicht eine derartige Veränderung aufweisen.

Hat hier jemand Erfahrung zur Ursache und Auswirkung?

CS

Volker
 

Gerd-K

Mitglied
Hallo,

Das sieht schon danach aus als hätte die Beschichtung einen Schaden und löst sich vom Filterglas ab. Ich könnte mir nur denken das so etwas entweder von einer falschen Lagerung kommt oder der Filter nach Taubeschlag nicht die Möglichkeit hatte zu trocknen.
Jetzt wäre natürlich die Frage interessant ob die Filterwirkung noch gegeben ist oder bereits nachlässt, dazu bräuchte man wie du schon schriebst einen direkten Vergleich und ob es in der Nähe von hellen Sternen zu einer Art Streulicht kommt die den Hintergrund im Okular aufhellt.

Viele Grüße
Gerd
 

mettling

Mitglied
Hallo Volker,

zeige bitte mal ein Gesamtbild des Filters von beiden Seiten, damit man die Fassung und die Gravur sehen kann. Daran kann man den Filter identifizieren.
Eventuell handelt es sich um einen Lumicon der ersten Generation. Alle gealterten Filter die ich bislang gesehen habe gehörten zu dieser Generation. Allerdings altern sie eher vom Rand her und nicht flächig. Bei diesen war die Filterschicht zwischen zwei Glasplatten aufgebracht, weil sie nicht annähernd so stabil war wie man das von modernen Filtern gewohnt ist. Ich habe einen Lumicon UHC aus dieser Generation und den habe ich vor rund 25 Jahren gebraucht erworben. Das nur zur zeitlichen Einordnung. Mein Filter zeigt keinerlei Gratulation und ist von der Wirkung her einwandfrei.

Mittlerweile sind wir bei Lumicon bei der dritten oder vierten Filtergeneration. Ich verwende Lumicons der zweiten Generation: OIII, UHC und H-Beta. Die sind alle um die zehn Jahre alt und zeigen keinerlei Altersspuren, obwohl sie oft in Gebrauch sind. Die Filterschicht ist auf einer Seite aufgebracht und wird durch eine aufgedampfte harte Schutzschicht geschützt. Diese Fertigungsweise ist seit vielen Jahren bei allen namhaften Filterherstellern üblich und hat sauber ausgeführt keine Alterungsprobleme. Lumicon, Astronomik, Baader, Thousand Oaks, im Prinzip sind die alle gleich aufgebaut und die Qualität stimmt.

Wenn Dein Filter gleichmäßig über die Fläche so aussieht und einer späteren Generation angehört, wurde er eventuell schlecht gelagert, beschädigt oder vielleicht handelt es sich doch um einen Produktionsfehler. Es wäre halt interessant zu wissen, wie alt dieser Filter ist. Wie gesagt: Fotos würden helfen.

Bis dann:
Marcus
 

volker_k

Mitglied
Hallo Marcus,

Danke für Deine Hinweise. Hier kommt ein Foto. Die Schicht ist in der gezeigten Art gleichmäßig verteilt ohne anderer Auffälligkeiten am Rand. Dies unterscheidet die angegebene Erscheinung von dem, was ich im Internet gefunden habe. Dort hatte sich die Korrosion sozusagen von außen Richtung Mittelpunkt "gefressen". Die angegebenen Transmissionsmesswerte waren prima. Die aktuellen Werte stehen "in den Sternen".

P1010062.JPG
Vermutlich muss ein neuer Filter angeschafft werden, da die Effektivität doch stark angezweifelt werden muss.


Gruß
Volker
 

mettling

Mitglied
Hallo Volker,

ist Dir nicht aufgefallen, dass das Foto total unscharf ist, bevor Du es gepostet hast?
Die Schachtel interessiert mich nicht. Mach bitte scharfe (!) Fotos von beiden Seiten des Filters und von der Gravur.

Danke:
Marcus
 

Gerd-K

Mitglied
Hallo Volker,

Grundsätzlich wäre es gut wenn du deine Bilder auf Helligkeit und Schärfe kontrollieren würdest bevor du sie hier einstellst. Damit tun diejenigen sich leichter die dir helfen wollen.
Eventuell kannst du die Filterfassung rund herum fotografieren.

Viele Grüße
Gerd
 

volker_k

Mitglied
Es geht mir nicht um eine Altersbestimmumg, sondern um Ursache und Wirkung. Es ist nicht mein erster OIII Filter. Alle waren augenscheinlich einwandfrei und zumindest von mir unfallfrei behandelt und gelagert. Hier kam ich nur per Zufall auf die genauere Betrachtung. Die Frage ist, ob es vielleicht frühere Generationen von Filtern gab, die man sich besser mal genauer ansieht. Ferner hinsichtlich Auswirkung die Frage, ob andere mit diesem Zustand beobachtet haben und mit welcher Einschätzung zur Auswirkung auf die Effektivität. Am Ende geht es wie gesagt um die Frage, ob ein neuerer her muss.

Gruß
Volker
 

Specht

Mitglied
Moin Volker,

das ist ein Lumicon OIII der ersten Generation. Wurde er artgerecht gehalten, macht er auch heute noch seinen Job. Ich habe einen Lumicon Deep-Sky aus dieser Zeit, der hat außer ein paar Kratzerchen eigentlich nichts.

Schwierig ist jetzt eine Ferndiagnose, könnte vlt Glaspilz sein, obwohl der meist feinere Strukturen hat. Seltsam auch, dass diese Inseln in der Mitte größer und zahlreicher sind als am Rand.

Helfen würde natürlich ein Test mit einem anderen OIII-Filter. Was aber auch ginge, wäre ein Filterblink an einem kleinen Planetarischen Nebel (also Filter vorsichtig hin- und herbewegen und das Gesichtsfeld beobachten). Das Ausmaß, wie stark die Sterne beim Blink abgeschwächt werden, ließe eine grobe Einschätzung zu. Auch eine Vergleichsbeobachtung eines schwächeren, aber ausgedehnteren PNs (20"-30") bei höherer Vergrößerung ggb. dem UHC und ggb. ganz ohne Filter könnte helfen. Oder ein Vergleich OIII-UHC an einem durch Streulicht stark aufgehellten Stadthimmel. Um wieviel stärker ist die Abdunklung ggb dem UHC?

Vermutlich macht er noch seinen Job, vlt nicht mehr ganz so gut wie ein neuer...

salü+cs, volker.
 
Zuletzt bearbeitet:

jweingrill

Mitglied
Hallo,

bei den Filtern, die ich habe sterben, sehen war der Kitt zwischen den Gläsern die Ursache für einen derartigen Alterungseffekt. Obwohl die Ränder versiegelt waren traten die Spuren zufällig verteilt auf dem Glas auf. Mein SolarSpectrum Filter aus dem Jahr 2007 hat 2014/15 angefangen, blühende Zonen auszubilden. Diesen habe ich immer in einer luftdichten Dose mit Karbid und SilicaGel gelagert.

Cs,
Jörg
 

j.gardavsky

Mitglied
Ich habe 2 solche Lumicon OIII Filter in meiner Sammlung, als Belegstücke für die Geschichte der Optik.
Das Problem ist, mit der Älterung verändert sich auch die Durchlässigkeit bei OIII bis zu nix tauglich und es wird immer mehr fremdes Licht auf anderen Wellenlängen durchgelassen.
Vom Hörensagen sollen die neuen OIII Lumiconfilter von einem anderen Hersteller (Astronomik???) kommen, und die H-Beta Filter wurden wohl eingestellt (???).

So war es,
Jiri
 

StKorth_privat

Mitglied
Ich kann den beobachteten Effekt auch an meinem 2"-OIII-Filter bestätigen, nicht am gleich alten 1/4"-Teil. Beide sind aber schon fast 30 Jahre alt, von daher habe ich das so hingenommen und neue Filter bestellt. Die neue Gen.3 (wer auch immer die fertigen mag) kommt jedenfalls besser daher, auch im Vergleich zum unbeschädigten Filter. Also hat sich der Neukauf gelohnt.

Stefan Korth
 
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