Okular für die Hochvergrößerung

xt3rest

Mitglied
Hallo Sternenfreunde!

Ich beobachte seit einiger Zeit mit einem 200/1200mm Dobson und bin bisher äußerst zufrieden. Allerdings fehlt mir noch ein Okular unter 8mm. Meine bisherige Besetzung sieht folgendermaßen aus (orientiert an den Empfehlungen auf Svens Seite): 30mm Erfle, 21mm, 13mm und 8mm Hyperion sowie 15mm und 9mm SuperPlössel (waren beim Teleskop dabei).
Mit den Okularen komme ich soweit prima zurecht (sogar mit den Plössels), auch habe ich den 17mm Verlängerungsring von Baader und habe somit schon die Brennweite des 8mm Hyperions auf glaube ich 6,7mm verkürzt. Das funktioniert auch tadellos allerdings möchte ich das Gefummel mit dem Ring nicht weiter machen und jedes mal im Dunklen das Okular zerlegen wenn ich es brauche.
Mein Ziel sind vorwiegend Planeten mit dem neuen Okular außer es stellt sich heraus das dies nix wird mit meiner Kombination.

Also bin ich auf der Suche nach einem passenden Okular für die Brennweite zwischen 4 und 6mm.
Gelesen habe ich schon einiges darüber, dass die Orthos (z.B. Baader Classic mit entsprechender Barlow) für Planeten wohl sehr gut sein sollen. Dabei bin ich mir aber nicht sicher ob ich wegen des geringen Gesichtsfeldes am Dobson da so viel Freude haben werde wenn ich ununterbrochen nachschubsen muss und dadurch das Bild ständig wackelt, ist dies ein Problem oder liege ich da falsch?
Haben denn nun andere weitwinkligere Okulare so viele Nachteile gegenüber den Orthos?
In Betrachtung habe ich aktuell:
Explore Scientific 4,5mm 82°
Baader Hyperion 5mm 68°
Baader Morpheus 4,5mm 82°
TS Planetary HR 5mm 58°
TS UWAN 4mm 82°

Mein Budget liegt so bei 150€ außer das Morpheus da würde ich noch was für sparen. Ich persönlich tendiere aktuell zum ES 4,5mm.
Vielleicht könnt ihr mir da eine grobe Richtung geben oder sagen was gar kein Sinn macht bzw. welche Alternativen es da noch gibt?

Vielen Dank schon mal!
Gruß, Ralf
 

WUNNI

Mitglied
Hallo Ralf,
letztens habe ich mit meinem f/5-Newton ein altes Zeiss-Ortho probiert. In der Mitte war es halbwegs scharf, am Rand waren es Bögen statt Punkte. Keine Überraschung! Bei Dir sieht es mit f/6 etwas entspannter aus.
Ich habe mehrere ES 82°, neuerdings auch das 4,7mm. Ich bin zufrieden! Mond mit 82°, scharf bis zum Rand, sieht schon cool aus. :cool:
Das ES liegt im Rahmen Deines Budgets und ist meiner Meinung nach sein Geld wert.
Vereinbare doch ein verlängertes Rückgaberecht bis zu geeignetem Testwetter, damit Du es zuhause testen kannst. Die Händler lassen sich meistens darauf ein.

CS!
-wunni
 

bogix

Mitglied
Hallo Ralf,

Orthos sind gute Okulare (ich selber habe BCO´s von Baader). Ich habe auch die gesamte 82 Grad Serie von ES mal probiert und diese sind meiner Meinung nach das Geld absolut wert. Preis/-Leistung finde ich hier wirklich in Ordnung.

Orthos bringen ein angenehmes Bild ins Auge, vor allem gefällt mir hier die "Farbwiedergabe". Jedoch sollte man 2 Dinge beachten:
- Kleines Gesichtsfeld: wenn man ohne eine Nachführung beobachtet, läuft bei einem z.B. 6mm Ortho das Objekt razz-fazz aus dem Bildfeld raus. Man ist hier immer mit Nachschubsen beschäftigt.
- Augenabstand: bei kurzbrennweitigen Orthos muss man im Regelfall mit dem Auge sehr nah dran. Hier kann man dann die Liste mit Wimpern etc verschmieren oder manche Leute haben mit dem Einblicksverhalten grundsätzlich ein Problem.

Was ich bei selber festgestellt habe: ich beobachte, auch im hochvergrössernde Bereich, gerne mit etwas Gesichtsfeld. Somit habe ich in diesem Bereich mind 72 Grad Gesichtsfeld. Hat bei mir weniger mit praktischem Nutzen zu tun (ich bebachte meist mit Nachführung), sondern weil es mir schlicht und einfach besser gefällt.

Aus deiner Liste würde ich für das ES 82 Grad plädieren. Jedoch gilt beim Okularkauf immer: auch die ausführlichste oder ehrlichste/aussagekräftigste Meinung kann deinen eigenen Eindruck nicht ersetzen --->immer die betreffenden Okulare am eigenen Gerät testen... das ist die beste aller Möglichkeit, um keine Fehlkauf etc zu machen.

CS

Matthias
 

Antares

Mitglied
Hi Ralf,

3 Dinge kommen mir dazu direkt in den Kopf:
1. Planeten sind auf absehbare Zeit noch tiefstehend und damit eher durch Seeing begrenzt.
2. Mit 8 mm bist Du auch bei Deepsky nicht am oberen Ende, Staffelung...
3. Die modernen Weitwinkel -Viellinser haben inzwischen so hohe Transmissionswerte, dass sie kaum mehr den " Planetenokularen" nachstehen. Das war früher, vor 20 Jahren und mehr, etwas anderes. Insofern stört der Lichtnachteil, wenn er denn überhaupt besteht, aus meiner Sicht weit weniger, als es der Detailverlust durch das häufigere Nachführen am Dobson verursacht. Aus meiner Praxis kann ich Deine Befürchtung daher Bejahen.

Daher rate ich eher zu weitwinkeligen Okularen. Ich persönlich würde keinesfalls unter 80 Grad gehen. Mein eigener Bestand für monokular ist inzw. wo es geht 100 oder mehr Grad.
Die ES 82 Grad sind ganz ordentliche Okulare, ebenso das angedachte 4er Uwan, wobei dieses für eine "Testbrennweite" vllt schon etwas kurz ist (AP 0,66)
Ich finde, so es teleskopseitig Sinn macht, ist die Anschaffung eines Okulars für ca. 200 fach und eines für AP 1 mm grundsätzlich angeraten. Ein 6 mm Okular würde beides erfüllen und wäre sicher oft nutzbar.
Daher würde ich eher zu 5 oder 6 mm raten statt der 4 oder 4,5.

Auch denkbar wäre eine Barlow. Du hast Hyperion-Okulare, die mit der 2,25 fach Barlow von Baader funktionieren sollten. Das 13er ergibt damit das Äquivalent von rd. 5,8 mm
CS
 

xt3rest

Mitglied
Hallo Zusammen,

@WUNNI @bogix @Antares

vielen Dank schon mal für eure Antworten!

3. Die modernen Weitwinkel -Viellinser haben inzwischen so hohe Transmissionswerte, dass sie kaum mehr den " Planetenokularen" nachstehen. Das war früher, vor 20 Jahren und mehr, etwas anderes. Insofern stört der Lichtnachteil, wenn er denn überhaupt besteht, aus meiner Sicht weit weniger, als es der Detailverlust durch das häufigere Nachführen am Dobson verursacht. Aus meiner Praxis kann ich Deine Befürchtung daher Bejahen.
CS
Ja das dachte ich mir schon da auch die meisten Artikel die ich über die Orthos gelesen habe schon sehr alt waren und dort halt mit Okularen aus der entsprechenden Epoche verglichen wurde. Was natürlich nicht heißen soll, dass sie für die Anwendungfälle keine guten Okulare wären nur am Dobson passen sie denke ich nicht so gut.

Ich habe eben noch mal nachgeschaut und mit dem Tuningring (14mm nicht 17mm) kommt das 8mm Baader auf genau 6mm was dann zu der AP von 1 führt wie Antares geschrieben hat. Da werde ich bei nächster Gelegenheit noch weiter mit Testen.
Darüber hinaus schiele ich schon auf die ES die bieten ja noch ne Ecke mehr GF und machen einen ordentlichen Eindruck...
Werde dann natürlich versuchen eines mit Absprache beim Händler zum Testen zu bekommen.

CS
Ralf
 

Specht

Mitglied
Hallo!

Das oben erwähnte AP-Kriterium von 1.0mm finde ich wichtig. In den meisten Nächten ist die Vergrößerung, die eine solche AP erzeugt, nutzbar. Bei dir wäre das bei f/6 ein Okular mit 6mm Brennweite. Aus deiner Liste käme dann eine Brennweite von 5mm am nächsten. Bei einer Vergrößerung von V=240x an einem Dobson ist man für ein großes Gesichtsfeld dankbar. Das ist natürlich vom Geschmack abhängig, aber 58° oder auch 68° sGF wären mir da zu wenig. 82° finde ich optimal.

Ich hatte auch einmal ein Hyperion 8mm (noch mit der alten Chromhülse) mit den beiden Finetuning-Ringen, kenne also die Abbildungsleistung recht gut. Mir war am Planeten die Abbildung nicht hart genug, außerdem war der Farbton recht (zu?) warm. Als damals viele Beobachter zu den neuen Ethos wechselten, konnte ich gebraucht ein 5mm Nagler T6 zu einem günstigen Preis kaufen (etwa dem Neupreis eines ES). Diese Okulare spielen in einer ganz anderen Liga. Sie haben eine solche Schärfe, dass ich sie auch für Planetenbeobachtungen benutze. Große Unterschiede zu Orthos sehe ich nicht, im Gegenteil: Man klebt bei 5mm nicht an der Linse, das macht nach spätestens 30min Beobachtung den Unterschied. Auch bei engen Doppelsternen mit Farbkontrast (z.B. ε Boo) sehe ich deutliche Unterschiede zum Hyperion+FTR.

Das ES 4.7mm (82°) kenne ich nicht, scheint aber als Nagler-Alternative recht beliebt zu sein. Zur Zeit sind die Preise für Nagler leider recht hoch, sonst wäre ein gebrauchtes 5mm meine erste Wahl.

Viele Grüße, Volker.
 

xt3rest

Mitglied
Hallo Volker,

Ich hatte auch einmal ein Hyperion 8mm (noch mit der alten Chromhülse) mit den beiden Finetuning-Ringen, kenne also die Abbildungsleistung recht gut. Mir war am Planeten die Abbildung nicht hart genug, außerdem war der Farbton recht (zu?) warm. Als damals viele Beobachter zu den neuen Ethos wechselten, konnte ich gebraucht ein 5mm Nagler T6 zu einem günstigen Preis kaufen (etwa dem Neupreis eines ES). Diese Okulare spielen in einer ganz anderen Liga. Sie haben eine solche Schärfe, dass ich sie auch für Planetenbeobachtungen benutze.
Vielen Dank auch für Deinen Input. Die Hyperions habe ich mir in erster Linie zugelegt, weil ich sie recht günstig bekommen habe und ich besseres Equipment haben wollte als den Auslieferungssatz. Was mir bei den Hyps sehr gut gefällt ist der angenehme Einblick. Sogar meine Kinder könne spontan einen Blick ins Okular werfen und sehen direkt was. Das ist natürlch bei hochwertigen Okularen nicht anders. Für die TV Naglers reicht zur Zeit mein Budget leider nicht. Aber ich sehe den Punkt lieber noch zu warten und ggf. auch in ein gebrauchtes Okular zu investieren als später doppelt zu Zahlen. Allerdings scheinen mir die ES doch ein guter Kompromiss zu sein. Das werde ich vermutlich alles mal anders sehen wenn ich durch ein TV geschaut habe ;)

CS Ralf
 

Specht

Mitglied
Was mir bei den Hyps sehr gut gefällt ist der angenehme Einblick. Sogar meine Kinder könne spontan einen Blick ins Okular werfen und sehen direkt was.
Das ist richtig. Die Hyps haben einen äußerst angenehmen Einblick, völlig ohne Abschattungen (kidney-beaning) etc. Besonders ideal für Führungen auch mit Kindern. Ich hatte das Okular lange an meinem alten C8. Mit ihm sind stundenlange völlig ermüdungsfreie Beobachtungen möglich. Ein feines Teil, an das ich gerne zurückdenke...

salü, volker.
 

Antares

Mitglied
Hi Ralf,
wenn Du Dich auf Hyperion oder ES einschränkst, dann dazu noch mal konkret.
Hyperions sind von der Linsenanordnung her und den Konstruktionsmerkmalen Nachbauten der Vixen LVW. Die Eigenschaften wie z.B. der Augenabstand sind mit Ausnahme des HYP 23 (LVW hat 22 mm) auch quasi erhalten geblieben. Liegt ja auf der Hand. ;)
D.h im Umkehrschluss wären gebrauchte LVW auch denkbar. Liegen auch in der Preisliga.
Die ES 82° sind vom Einblick her auch nicht problematisch, finde ich. Ich habe mehrere Paare am 100 mm ED Bino in Benutzung. Da ist der Augenabstand m.W.n. größer als bei Nagler T6 mit kleinen Brennweiten.
CS
 

Ruppi

Mitglied
Die Hyperions sind qualitativ Mittelklasse. Hab mich von denen nach kurzer Zeit wieder getrennt.
Was Orthos angeht, ziehe ich sie für Planeten auch an schnellen Optiken allen anderen Okularen vor. Das Bild ist einfach schärfer und kontrastreicher, mehr Details, mehr Farbtreue, mehr Brillanz.
Nun ist es natürlich blöd, dass gerade in dem Vergrößerungsbereich, in dem man Planeten sinnvollerweise beobachtet (also die hohen Vergrößerungen) dann das sGf kleiner ist.
Ich habe aber über die Jahre gelernt, dass es wichtiger ist, die eigene manuelle Nachführtechnik durch Übung und Feinfühligkeit zu optimieren, als durch weite Gesichtsfelder kompensieren zu wollen. Den Qualitätsverlust kann man dann nämlich nicht wieder kompensieren.
Ortho plus Barlow erhöht den Augenabstand, was komfortabel sein kann.
In Deinem Fall würde ich mir mal ein BCO 6mm zulegen. Kostet nicht viel, leistet aber erstaunliches (hat im Direktvergleich mit 3 erfahrenen Beobachtern an Uranus das 6mm Ethos klar geschlagen). Damit hättest Du 200 fache Vergrößerung und höher würde ich persönlich auch nicht gehen mit 200mm Öffnung, ansonsten wird das Bild flau und unscharf, jedenfalls wenn Du einen guten persönlichen Visus hast. Im Falle eines schlechten persönlichen Visus kann noch höhere Vergrößerung aber Sinn machen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Dahlmann

Mitglied
Hallo Michael,
normalerweise vermeide ich postings zu Okular Themen, denn Okulare sind sehr individuell und jeder hat andere Vorlieben.
In deinem Fall legt sich aber meine Stirn in Falten... du empfiehlst tatsächlich für den Hochvergrößerungsbereich an einem Dobson ein BCO mit 6mm... was haben die Teile eigentlich für ein Gesichtsfeld? 50*? Ich selber habe ein 6 mm Geniuo oder wie die heißen... an einem paralaktisch montiertem Gerät brauchbar aber selbst da, ist der Einblick im Vergleich zu modernen Designs unkomfortabel. Bei einem Vergleich an einem TMB 100 f8 konnten zu einem ES 6,7mm keine zusätzlichen Details an Jupiter erkannt werden.
Richtig stutzig machen mich auch Aussagen, dass dieses BCO an Uranus ein Ethos klar geschlagen haben soll... ich kenne auch diese Okulare .... ohne Augenverbiegerei wird man keinen Unterschied feststellen. Schon gar nicht, wenn ich den Dobson permanent nachschubsen muss und die Linse verschmiert.... Was war denn da klar und an welchem Teleskop mit welcher Montierung? Ich glaube, es gibt heutzutage bessere Alternativen als diese alten Designs und nein, es muss nicht immer Ethos sein.
An langbrennweitigen Refraktoren, wenn man im Stil der alten Astronomen beobachten möchte, sind diese Orthos sicher richtig...

Aber jeder so wie er mag...

CS Holger
 

Ruppi

Mitglied
Hallo Holger,
das war sogar an einem sehr edlen High End Dobson. ICS 24" Der letzte von Birkmeyer gebaute und angeblich sein bester.
Steht auf Kiripotib in Namibia. Den hatte ich für 3 Nächte gemietet, zusammen mit einem Satz Ethos Okulare, natürlich zum Deep Sky spechteln. Das war auch unvergesslich. Gegen Ende der 3. Bobachtungsnacht stand dann Uranus schön hoch und dann haben wir uns den mal vorgenommen und eher zum Spaß auch mal ein 6mm BCO reingesteckt und siehe da: Bild deutlich knackiger und schärfer, ansatzweise Andeutungen von Bänderung erkennbar, mit dem Ethos jedoch nicht. Ok, der Planet rennt schon ganz schön bei 400 fach, außerdem givt das die Luftruhe nicht ganz her, daher dann Wechsel zu Ethos 10mm vs. BCO 10mm : gleiches Ergebnis. Bestätigt von 3 erfahrenen Mitbeobachtern, also keine Einbildung.
Auch zu Hause an meinem 16" ES bevorzuge ich Orthos für Planeten. Der nahe Einblick stört mich nicht, Auge näher ran und gut isses. Beim Nachführen braucht man mehr Gefühl, aber das ist reine Übungssache. Dafür genieße ich die optischen Vorteile.
Mad sein dass das bei Jupiter die Vorteile nicht so ins Gewicht fallen, der ist ja sehr sehr hell.
 

xt3rest

Mitglied
Hallo zusammen!

Vielen Dank noch für eure Antworten.

@Ruppi Die vermeintlichen Vorteile eines Orthos erkenne ich aber ich denke das kleine GF könnt für mich doch ein zu großes Problem darstellen. Bei aktuellen Beobachtungen lasse ich am liebsten die Finger vom Teleskop und schauen entspannt ins Okular bis das Objekt verschwindet. Das habe ich testweise mit dem 9mm Plössel gemacht was ich auch habe und das fand ich schon nicht besonders angenehm. Ist sicherlich alles Übungssache und will die Orthos deswegen nicht abwerten.

@Dahlmann Ich denke auch das die modernen Okulare zumindest den klassischen Planetenokularen ebenbürtig sind.

@Antares Ich möchte mich nicht zwingend auf ES festnageln aber sie scheinen mir ein gutes Preis/Leistungsverhältnis zu sein und eine Steigerung zu meinen Hyp sind sie bestimmt. Auch habe ich die Tage noch mal das 8mm mit dem Tuningring auf 6mm gebracht und getestet. Da wurde es teilweise schon schwierig mit Scharfstellen. Denke ich werde da Deiner Empfehlung folgen und erst mal bei einer AP von mind. 1 bleiben. Da käme dann das 6.7mm ES am nächsten und wenn die Planeten besser stehen orientiere ich mich noch mal neu.

CS
Ralf
 

bogix

Mitglied
Hallo Ralf,

wie du an der Diskussion erkennen kannst, gibt es mehrere Wege die ans Ziel führen. Ich kenne persönlich auch Beobachter, die mit Zeiss Orthos beobachten und nix anders nutzen wollen, ich kenne auch Leute, die unter 100 Grad Gesichtsfeld kein Okular mehr nutzen. Für mich persönlich ist der "Wohlfühlfaktor" beim Beobachten wichtiger als das letzte womögliche 1%, d.h. z.B. wenn ich bei einem Refraktor ohne Zenitspiegel beobachte, ist ein Bauteil weniger dran und somit eine Quelle für einen Verlust an Qualität weg. Das ich dadurch am Boden knien (oder den Refraktor alternativ sehr sportlich montieren muss) muss und ich das persönlich als absolut ungemütlich empfinde, macht den möglichen Qualitätsverlust für mich wieder wett.

Das beste Beobachten ist entspanntes Beobachten, denn wenn man schon angestrengt (sei es durch knien, durch angestrengtes Nachschubsen oder was auch immer) beobachtet, ist das schon mal eine große Einschränkung.

Wenn ich mit ein paar Leuten beobachte und man denen mal zuschaut, geht fast jeder anders an die Sache ran. :)

CS

Matthias
 

Ruppi

Mitglied
Ja klar, es gibt da verschiedene Wege. Der Qualitätszuwachs ist hier aber schon deutlich größer als 1% und deshalb nehme ich gerne ein wenig Komforteinbußen in Kauf, die ich nicht als einschränkend empfinde.
 

sunspot

Mitglied
Hmm - also ich war von meinen BCO's total enttäuscht- das sGF und der enge Augenabstand geht ja aus den Datenblättern hervor - war mir vor Kauf bewusst. Aber ich wollte eben meine eigenen Erfahrungen mit diesen so toll beworbenen Okus machen...

Fazit - die gingen umgehend in den Verkauf - selbst bei moderaten Öffnungsverhältnissen am Rand merklich unscharf - insgesamt haben mich diese Okulare überhaupt nicht überzeugt.

Da finde ich andere Okulare besser - zB DeLite und Delos.

CS
sunspot
 

Dahlmann

Mitglied
Hallo Sunspot, das meinte ich, als ich schrieb das moderne Designs da mittlerweile besser geeignet sind. Ich selbst habe ein Delos 4,5mm, der Augenabstand ist ein Traum. Von der Abbildung ist es das beste was ich in diesem Brennweitenbereich am Auge hatte.
Aber das muss jeder selber entscheiden und ausprobieren.
CS Holger
 

NZett

Mitglied
Hallo Ralf,

da ich inzwischen auch einen F6 Newton habe (allerdings 6" und mit paralaktischer Montierung) und mir vor einiger Zeit ähnliche Fragen gestellt habe wie Du, hier meine Erfahrungen:

Der oben bereits gemachte Vorschlag, es mit einer Barlow zu versuchen, ist durchaus der Erwägung wert.
Ich habe die Q-Turret von Baader (x2,25), sie ist gut und günstig, wie sie allerdings mit den Hyperion harmonisiert, kann ich nicht sagen. Ich habe sie hauptsächlich mit meinem BCO 10mm genutzt, damit funktioniert sie wirklich sehr gut.
Weil ich allerdings noch etwas mehr Vergrösserung wollte, habe ich mir vor kurzem eine komakorrigierende Barlow nach Gerd Düring bei APM geholt. Die hat den Faktor 2,67 und zu meiner Überraschung liefert die nicht nur mit dem 10mm Ortho ein tolles Bild, sondern auch mit meinem ES Maxvision 20mm 68°. Mein Eindruck ist sogar, dass das Bild insgesamt besser geworden ist. Mit dieser Barlow, die allerdings nicht ganz billig ist, könntest Du Deine Hyperions weiter bis in den höchsten Vergrößerungsbereich nutzen. Wenn der jeweilige Händler 1 Monat Rücknahme anbietet, lohnt es sich vielleicht, das auszuprobieren.
Zum Beobachten des Mondes muss allerdings die Barlow innen zwingend mit Velour ausgekleidet werden (geht recht einfach, da sich der Adapter von APM vollständig auseinander nehmen lässt), damit es keine Reflexe und Kontrastverlust gibt (Sven Wienstein hat diesen Effekt auf seiner Homepage beschrieben). Und Du solltest bedenken, dass sie mit dem Adapter bei 2,67fach ziemlich lang ist (rund 10cm), und noch länger mit den Hyperions.

Ortho or no ortho - das ist so eine Frage, die von vielen Faktoren abhängig ist. Tatsache ist, dass mein BCO 10mm auf der Achse vielleicht die kontrastreichste und schärfste Abbildung aller meiner Okulare hat, die durch die Düring-Barlow nicht gemindert wird. Für Planeten braucht man meiner Meinung nach kein großes GF, das Problem ist die Nachführung. Zunächst hatte ich das Ortho an meinem F4 Tisch-Dobson, aber erst seitdem ich den F6 Newton auf der EQ-5 habe, bin ich so richtig glücklich damit. Mit einer Barlow könntest Du mit dem 9mm Plössl ausprobieren, ob das mit der Nachführung am Dobson für Dich noch i.O. ist, und Dir das 10mm BCO später zulegen. Es hat ein deutlich angenehmeren Einblick als das Plössl.
Um allerdings die Unterschiede eine Orthos zu anderen Okularen wirklich sehen zu können, braucht man auch die entsprechenden Sichtverhältnisse. Wie hier bereits gesagt wurde, stehen die Planeten z.Zt. recht nahe am Horizont, und damit ist die atmosphärische Dispersion das Problem.

Noch eine Anmerkung: Ich erinnere mich im "Cloudy Nights"-Forum gelesen zu haben, dass ES das 82° 4.5mm LER Okular zurück gezogen hat. Möglich, dass es noch irgendwo angeboten wird, aber es soll einen Fehler haben, bzw. sehr schlecht sein. Wenn, dann also besser das gängige 4.7 nehmen.
 

UwePilz

Mitglied
> Hmm - also ich war von meinen BCO's total enttäuscht- das sGF und der enge Augenabstand geht ja aus den Datenblättern hervor - war mir vor Kauf bewusst. Aber ich wollte eben meine eigenen Erfahrungen mit diesen so toll beworbenen Okus machen...

Orthos kommen mit den schnellen Öffnungen nicht klar. Im Zentrum vielleicht gerade noch, am Rand dann weniger. Ich kombiniere sie mit einer wirklich guten Barlow-Linse, am Newton mit einer Düring-Barlow. Dann benötgt man auch keine 6mm-Reinkriech-Okulare, sondern kommt mit dem 18er oder dem 12er gut klar.

Einer meiner Freunde muss mit Brille beobachten, da sind Orthos freilich keine gute Wahl.
 

sunspot

Mitglied
Hallo NZett,

du schreibst, dass dein BCO im Vergleich zu deinen anderen Okularen zentral den kontrastreichsten und schärfsten Eindruck hinterlassen hat ;
mich würde einmal interessieren welche Okulare du für den Vergleich herangezogen hast !

Seinerzeit habe ich auch gemerkt, dass die BCO im zentralen Bereich sehr gut sind - aber außerhalb stark nachlassen. Insgesamt haben sie mich nicht überzeugt - zumal ich Okulare habe die im Zentrum gleich gut aber im Randbereich deutlich besser abschneiden ....

CS
sunspot
 

sunspot

Mitglied
Hi Martin,

vielleicht weil sie recht hochpreisig sind ? TeleVue Okulare sind ja - zumindest neu - idR nicht gerade günstig. Man muss sie sich auch leisten wollen ...

CS
sunspot
 

Sselhak

Mitglied
Also ich stelle zur Zeit nach und nach auf Delos um, da sie auch für mich die besten Okulare sind, die zur Zeit am Markt sind (zumindest habe ich noch durch nichts durchgesehen, dass ich besser fand).

Nach und nach deshalb, weil sie einfach teuer sind (und ich meine TeleVue Nagler dennoch behalten will, da sie am Binoansatz praktischer, da viel kleiner und leichter, sind).

Mario
 

bogix

Mitglied
Hallo zusammen,

dann poste ich mal was in Richtung Delos:

habe/hatte für meinen Refraktor im kurzen Brennweitenbereich noch Bedarf. Nach verschiedenen Tests unter guten/sehr guten Bedingungen mit ES/Nagler/Delos/Ethos/BCO etc. habe ich mich für die Delos entschieden, da diese mich, nach anfänglicher Skepsis, absolut überzeugt haben (bei sehr guten Bedingungen: Saturn mit dem 6mm, ein unvergesslicher Anblick). Bin derzeit auch wie Mario sukzessive am umstellen bzw. neu beschaffen. Warum kein Ethos bei mir: ich finde die 100 Grad schon schön, jedoch kann ich das Feld mit einem Blick nicht überschauen. Das geht bei 82 bzw 72 Grad einwandfrei und passt mir einfach besser.

CS

Matthias
 
Oben