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Okular reinigen?

SkyMax96

Mitglied
Hallo Astrofreunde,

ich habe Anfang der Woche mit meinem Schwager gespechtelt, er hatte eine Maske auf weil er leicht erkältet war. Nachdem er einmal aufgestanden war, habe ich gesehen, dass das Okular komplett beschlagen war. Vielleicht ist die Luft oben an der Maske raus. Jedenfalls hatte ich es über Nacht offen trocknen lassen, jedoch sieht man immer noch ein paar Spuren. Ich weiß nicht was es ist, es kann eigentlich nur vom Atem oder höchstens noch von den Wimpern kommen. Es sieht irgendwie gefroren aus mit vereinzelten Punkten/Tropfen aber ich kann es nicht identifizieren. Vorgestern habe ich dann mal kurz durchgeschaut. Ich bemerke in der Abbildungsqualität keinen Unterschied, am Mond habe ich es nicht ausprobiert.

Jetzt stellt sich mir die Frage, ob ich das Okular sauber machen sollte, Isopropanol habe ich da. Da es auf die Optik aber keinen Einfluss zu haben scheint würde ich es lieber belassen. Jedoch weiß ich auch nicht ob sowas die Vergütung beeinflusst.

Vielleicht wisst ihr ja was es ist und ob ich das entfernen sollte. Ich bin um jede Hilfe dankbar.


Gruß und CS
Max

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Orionsieben

Mitglied
Warum wischst Du das Okular nicht einfach ab, was lässt Dich zögern? Die Vergütung hält das aus. Ich nehme Optical Wonder von Baader, mit dem dazuzgehörigen Mikrofasertuch. Oder einfach ein Kosmetiktuch trocken.
 

komposer

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Hallo,

also für leichte Verschmutzungen nehme ich destilliertes Wasser mit Wattestäbchen. Anschließend trockne ich die Fläche mit der anderen Wattestäbchen-Seite ab.

Gruß,
Holger
 

Orionsieben

Mitglied

Dagegen ist überhaußt nichts einzuwänden, wenn es sich um Fett oder weiche Rückstände handelt. Die Okulare sind HARTvergütet und nicht besonders emfpindlich gegen Verkratzen.

Haut hat einen PH Wert von 4 bis 5, diese Rückstände sollte man nicht dauerhaft auf dem Okular belassen. Gegen mechanische Schäden ist es gut geschützt, bei Säure wäre ich mir nicht so sicher, vor allem, wenn sie tage- oder wochenlang einwirkt.
 

arago

Mitglied
Hallo Freunde

Optische Flächen, egal welche, niemals trocken abwischen/abreiben! Das ruiniert die Oberflächen. Selbst härteste Oberflächen bekommen dadurch feinste Kratzer und werden mit der Zeit matt. Ein Putztuch sollte immer leicht mit Reinigungsflüssigkeit angefeuchtet werden ganz besonders wenn Tücher auf Zellstoffbasis ( Cleenex-Tücher ) verwendet werden. Mikrofasertücher sind nicht ganz so agressiv, da sind die Mikro-Fasern aus Kunststoff und der hat einen leichten Gleiteffekt was weniger agressiv ist aber auch schlechter Schmutz ( Fett / Säuren ) aufnimmt. Eine leichte Restfeuchtigkeit vom Reinigungsmittel auf der Linsenfläche ist nicht weiter schlimm sie verdunstet in sekundenschnelle.
Eine Anleitung zur Reinigung von optischen Flächen findet sich hier.

Gruß Peter
 

RoRo

Mitglied
die Reinigung des Newton spg. mach ich aber anders
(vieleicht nehm ich das "Optical Wonder Fluid" mal für die Autoscheibe innen, die wird irgendwie auch nicht so richtig sauber :) )

roro
 

eckehardt70

Mitglied
Das Okulare beim Gebrauch verschmieren ist ganz normal und passiert öfter.
Ich putze mit einem Microfasertuch, ohne Druck und in den allermeisten Fällen ohne Chemie. Mal anhauchen und vorsichtig wischen. Wenn die Rückstände hartnäckig sind, dann nutze ich zusätzlich Baaders Putzwässerchen (Optical Wonder).
Die Hartvergütung hält schon was aus, aber auch nicht übertreiben mit der Putzerei.

Thomas
 

Demokrat

Aktives Mitglied
Also der Sinn eines Fluids ist ja, dass die anhaftenden Verschmutzungen gelöst und dann von einem Medium aufgenommen werden. Okulare werden von den Wimpern auch mit Fett verschmiert, ergo haften damit auch Staub und Pollen recht fest auf dem Glas. Staub besteht neben Sporen, Pollen und Bakterien zu einem Teil aus Gesteinsstaub und Mineralfasern, also relativ harten Abrieben, ergo ist die Gefahr eines Verkratzens bei Krafteinwirkung nicht gerade gering.

Quarzabrieb mit einer Mohshärte von etwa 7 ritzt problemlos Glas (Diamant hat 10), und wenn man die Anhaftungen nicht löst und den Belag nur "verreibt" macht das m.E. dauerhaft nicht wirklich Sinn. Ich kenne auch keinen Fototechniker, der einen Sensor (bzw das Glas) trocken reinigt.

Deshalb gibt es ja optische Reinigungsflüssigkeiten, um die Anhaftungen in Suspension zu bringen, um Fette und Pollen wie auch Mineralstäube, die darauf kleben, wirklich zu lösen. Ein weiches Tuch oder PecPads oder was immer nimmt dann diese Flüssigkeit kapillar auf und das Zeug ist sauber. :coffee:

lg
Niki
 
Anhauchen, Stoff(!)taschentuch, fertig.
Mache ich ohne negative Effekte seit 50 Jahren so, nicht nur bei Astrooptiken, auch bei Fotoobjektiven und Mikroskopen.
Nur bei hartnäckigeren Verschmutzungen Optical Wonder, oder früher meine eigengemischte Schallplattenreinigungsflüssigkeit (eine Mischung aus 99%igen Alkohol und dest. Wasser mit einem Tropfen Mirasol, ich schätze aber mal, dieses Optical Wonder ist im wesentlichen nichts anderes).
Um die Reinigung optischer Flächen wird meiner Meinung nach teilweise viel zu viel Bohei gemacht.

CS
Günter
 

AndiHH

Mitglied
Hallo.
Achtung! Ich habe vor einiger Zeit ein Minox Fernglas gekauft und direkt bei Minox nachgefragt, ob ich es mit Isopropanol reinigen kann. Kann ich schon, zerstört aber die Vergütung. Die sind wohl nicht bei allen Herstellern Lösemittelbeständig.
Also Vorsicht, oder beim Hersteller nachfragen, ob Isopropanol ok ist. Minox schrieb ich könnte handelsüblichen Glasreininger zB vom Aldi nehmen, sollte eine Nassreinigung erforderlich sein. Meine Erfahrung mit Putztüchern ist, das es sich lohnt ein großes, flauschiges Linsenreinigungstuch zu kaufen.
LG,
Andi
 
In diesen Fällen darfste dann aber Optical Wonder auch nicht nehmen.
Lt. Produktbeschreibung darf es nicht auf alkoholempfindlichen Flächen angewendet werden.

CS
Günter
 

ws_mak12

Mitglied
Hallo Leute,

sicher gibt es Techniken, welche nicht wirklich Schaden verursachen. Bitte aber noch folgendes beachten:

1) Härtere Bestandteile (Staub, etc.) erst einmal vorsichtig mit einem kleinen Blasebalg o.ä. abpusten, dann feucht abtupfen, nicht wischen dabei.
2) Das Okular mit z.B. der zu reinigenden Augenlinse hierbei senkrecht nacht unten halten, damit möglichst keine Feuchtigkeit/Flüssigkeit ins Innere des Okulars gelangt. Das habe ich schon öfter mal bei Sternfreunden gesehen, die darauf nicht achten. Den Beschlag kriegt man sonst kaum mehr raus...und wer zerlegt denn schon ein 6-7 -linsiges Okular gerne...? ;)
3) Dann erst reinigen mit den oben bereits beschriebenen Methoden.

Viele Grüße
Werner
 

NCC-2893

Mitglied
Hallo zusammen,

Kurz mal hier die Frage, ob bei euch Optical Wonder auch schmiert bzw ganz schöne Schlieren hinterlässt?
Ich frage mich, warum das bei allen andern so gut funktioniert, ich die Flasche aber am liebsten in den Müll schmeißen würde?

Ich habe mir kürzlich 200 Brillenputztücher von Zeiss bestellt, das sind so einzeln eingepackte kleine feuchte Tücher. Ökologisch sicherlich fragwürdig. Allerdings sind sie ohne Alkohol und ich muss sagen, die Reinigungsleistung ist wirklich gut und es hinterlässt auch keine Schlieren oder ähnliches.

Nutze außerdem noch Propan-2-ol 70% und 99,9%.
Außerdem Wasser aus einem Entfeuchter, welches ich in der Mikrowelle stark erhitzt habe. Da sind wohl auch jede Menge Sporen und Bakterien drin. Kann ich nicht beurteilen, ob es stimmt, aber wenn man schon so einen Aufriss macht, dann kann man es auch in der Mikrowelle noch einmal abtöten.

Die letzten Schlieren, die es dann teilweise noch auf den Oberflächen gibt, wische ich dann auch mit einem dicken Mikrofasertuch trocken weg. Das sollten dann eigentlich nur noch Rückstände der jeweiligen Flüssigkeiten ohne Schmutzpartikel sein.

Eigentlich immer alles nach dem Motto, so wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Vielen Dank für eine Antwort zum Optical Wonder
Jan
 

Demokrat

Aktives Mitglied
Kurz mal hier die Frage, ob bei euch Optical Wonder auch schmiert bzw ganz schöne Schlieren hinterlässt?

Offiziell natürlich nicht, inoffiziell schon. :ROFLMAO:
Wenn niemand zusieht putze ich aber so lange, bis keine Streifen und Schlieren mehr da sind.

Als ich letztens ein CPC putzte, ging es mir so. Allerdings waren bereits ein Pollenrasen samt weiterer, unbekannter Bevölkerung plus Pilze auf der Schmidtplatte, sodass ich mit dem Putzzeug wütete, bis alles vernichtet war. Man sollte Dinge nicht 2 Jahre unbesehen einlagern, wenn man den Deckel auf ein feuchtes Teleskop gibt. Aber Optical Wonder hat es hinbekommen - trotz Schlieren und Putz-Schlacht.

lg
Niki
 

Low_Roar

Mitglied
Hallo,
ich nutze einen kleinen Blasebalg und anschl. den Hama Lenspen. Völlig unkompliziert und: macht nicht nur sauber- sondern porentief rein! Strahlende Frische ohne Grauschleier, Frau Sommer - das ist die Krönung, usw, usf...;)

CS Robert
 

Low_Roar

Mitglied
Der Pen hat ein Reinigungspad, das durch ein kleinen Schwamm in der Verschlusskappe befeuchtet wird.
Durch drehen der Kappe werden zudem Fremdkörper vom Pad entfernt. Bei mir ist über die Jahre nie eine Verkratzung entstanden.

CS Robert
 

Zerot

Mitglied
Hallo zusammen,

mir wurde selbst vor über 10 Jahre von ich möchte behaupten erfahrenden Astronomen der Lens Pen empfohlen. Und ich hauche ganz zart das Okular vorab etwas an, um nicht trocken zu wischen. Ich habe bis dato keine schlechten Erfahrungen gemacht und habe diesen nun auch schon über 10 Jahre mit regelmäßigen Wechsel genutzt. Es gibt bestimmt viele Wege und Augenfett etc. gehört für mich nicht auf Dauer auf die Linse ;-)

Clear Sky
Markus
 

Martin_B

Mitglied
Der "Schleier", welcher manchmal nach Verwendung des OpticalWonder zurückbleibt kann (zumindest auf kleinen Flächen wie Okularen) beseitigt werden, wenn man als letzten Schritt das Okular anhaucht und den Kondesfilm mit einem neuen Wattestäbchen oder einem sauberen Microfasertuch abnimmt.
Beim Hauchen aber nicht husten :LOL:
 

Low_Roar

Mitglied
Hallo Niki,
> mit dem freien Auge oder unter einem Mikroskop

da würde ich eher ein Spiegelteleskop mit der Taschenlampe ausleuchten. :ROFLMAO:
Aber was ich nicht weiss, ...
CS Robert
 

Demokrat

Aktives Mitglied
da würde ich eher ein Spiegelteleskop mit der Taschenlampe ausleuchten. :ROFLMAO:
Ich hatte mal festsitzende Staubpartikel auf dem Glas meiner ASI, das hatte ich zwar gute sechsmal gereinigt, aber das Zeug ging nicht ab. Also: das gute, alte, russische MBS-10 Auflicht-Mikroskop her, das Ganze in groß betrachtet (funktioniert fantastisch!) und dann mit dem Zahnstocher die festklebenden Partikel weggedrückt. Und: nein, da waren vorher wie nachher keine Kratzer drauf... :y:

lg
Niki
 
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