Okulare bei schnelle Optiken - Unterschied zwischen Reflektor und Refraktor?

Ruminahui

Mitglied
Hallo zusammen,

...mit einer Frage an die Okularexperten im Forum:

Ein Gerät mit schnellem Öffnungsverhältnis, so ab f/5 ist ja als anspruchsvoller was die Okularausstattung anbelangt. Gilt das Eurer Erfahrung / Einschätzung nach für Spiegel und Linsenteleskope gleichermaßen, wenn man Geräte mit ähnlicher Öffnung und Brennweite unter sonst gleichen Bedingungen vergleicht, oder ist da eines der beiden Systeme im Vorteil?
Ich weiß, die Frage ist näher dran am Akademischen als am Lebenspraktischen, würde mich aber trotzdem interessieren.

Schöne Grüße und CS

Rolf
 

klawipo

Mitglied
Hallo Rolf,

kann ich jetzt nur aus der Praxis sagen: Ein 25mm Plössl hat an einem 80mm f/5 Fraunhofer-Achromaten eine ähnlich schlechte Abbildung wie an einem 12 Zoll f/5 Newton. Ein 25mm Celestron X-Cel LX ist an beiden randscharf.

Zu genaueren quantitativen Betrachtungen hinsichtlich der unterschiedlichen Bildfehler der optischen Systeme werden sich die Experten hier sicher noch melden.

VG Klaus
 

klawipo

Mitglied
Ne, die einen sind Orange schwarz die anderen haben andere Farben... Der innere Aufbau dürfte ähnlich sein, habe ich auch so im Hinterkopf. Verglichen habe ich sie aber nicht.

VG Klaus
 

Antares

Mitglied
Hi Martin
da bin ich mir nicht sicher, auch wenn es nach den Daten Parallelen gibt.
Es fehlt der ED Hinweis, der aus Marketinggründen sicher gebracht würde.
Auch gibt es bei den Brennweiten Abweichungen. Das C LX gibt es z.B. in 9 mm , die NED nur in 8.
Zweifelsfrei ein Double ist das: Omegon Flatfield ED Okular 8mm 1,25''
und ich meine noch unter einem anderen Label schon mal Doubles gesehen zu haben.
CS
 

b_schaefer

Mitglied
Zur Ausgangsfrage mal mein Verständnis:

Teleskope produzieren im Normalfall kein geebnetes Bildfeld, sondern ein je nach Brennweite und Teleskoptyp unterschiedlich gewölbtes Bildfeld.

Okulare bilden ebenfalls keine flache Bildebene ab, sondern haben je nach Konstruktion auch eine inherente Bildfeldwölbung.

Gut korrigierte Okulare bilden eher ein flaches Bildfeld ab und funktionieren daher an den meisten Teleskopen gut. Einfache Okulare haben ebenso wie die meisten Teleskope (Newtons, „schnelle“ Refraktoren) ein nach außen gewölbtes Bildfeld.

Da nun also die Bildfeldwölbungen von Teleskop und Okular gleich sind, stehen sie sich bei gemeinsamer Nutzung quasi gegenläufig gegenüber, zum Rand hin entfernen sich die Bildebenen von Teleskop und Okular also zunehmend.

Bei langbrennweitigen Teleskopen wird die Bildfeldwölbung geringer und bei Maksutov-Teleskopen scheint sie sogar gegenläufig (also vom Teleskop aus nach innen gewölbt) zu sein. Daher funktionieren einfache Okulare da meistens deutlich besser.

Vereinfacht gesagt: Je kürzer die Brennweite eines Teleskops, je höher die Anforderungen an die Korrektur des Okulars. Natürlich kommen im echten Leben noch andere Bildfehler als nur die Bildfeldwölbung hinzu...

Ein Beispiel für die Ausnahme Maksutov: Ich habe ein einfaches Weitwinkelokular von Intes Micro (Q75, 12,5mm), das zeigt an einem f=480mm Refraktor schon ab der Hälfte des Bildfeldradius ein unscharfes Bild, aber an einem f=500mm Mak ein randscharfes Bild.

Viele Grüße,
Sebastian
 
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