Okulare verstehen

fohnbit

Mitglied
Hallo,

da ich noch ganz neu in der Thematik bin, versuche ich mich einzulernen. Aber die Okulare verstehe ich noch nicht so ganz.

Ich gehe vom normalen fotografieren aus:
50mm Objektiv und ich kann die Sichtbreite berechnen.

Habe ich nun ein Teleskop mit 1000mm ... dachte ich das sei eben ein 1000m "Objektiv".
Aber die dargestellte Sichtbreite ist ja nun vom Okular abhängig?

Wenn ich nun dahinter eine DSLR hänge, kann ich gar nichts mehr berechnen :)

Ich plane gerne mit Stellarium welche Brennweite mir ein Objekt wie groß ablichten.

Kann mir da bite jemand ein paar klärende Worte schreiben?

Beispiel:
Ich möchte mit diesem Teleskop den Mond fotografieren.

Wenn ich nun meine EOS 80D dahinter hänge, wie groß bzw. wie berechne ich die FOV (Field of view) (heißt das so?)

Danke!
 

Demokrat

Mitglied
Wenn Du die Daten deines EOS 80D Chips in Stellarium eingibst (bei der Erweiterung "Okulare", die beim Start geladen werden muss), dann siehst Du das FOV ja als rotes Rechteck.


104395
104394
104398



lg
Niki
 

fohnbit

Mitglied
Hallo Niki,

ja das habe ich im Moment so mit deinem Canon Objektiv.

Aber wenn ich dann ein Teleskop nutze, benötige ich ja auch ein Okular, oder? Und da hängt es wieder vom Okular ab, welchen FOV ich habe?
 

Demokrat

Mitglied
Ja, von der Brennweite. Die gibst Du auch dort ein, nur unter "Okulare".
Brennweite und scheinbares Gesichtsfeld.
(Wenn bekannt auch noch den Feldblendendurchmesser des Okulars, aber das muss nicht sein)

Dann kannst Du ein Teleskop und ein Okular auswählen und das wahre Gesichtsfeld am Himmel wird angezeigt.

lg
Niki
 

fohnbit

Mitglied
Ok, wenn wir aber von dem Beispiel Teleskope ausgehen ... im Lieferumfang steht APEX28.

Wohl dieses:

28mm und 56° aFOV

Das ist dann korrekt?

Und wenn meine EOS dran hängt, ändert sich nichts daran?

Vielen Dank!
 

Feldstecher

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Du benötigst kein Okular, es sei denn Du machst Okularprojektion. Im allgemeinen klemmst Du deine EOS mit einem T2 nach 2" Adapter im OAZ. Das Teleskop ist dein Objektiv (ohne Okular.)
Matthias
 

Demokrat

Mitglied
Aso, nein, die Kamera kommt direkt an den Tubus, ohne Okular dazwischen.
Wenn Du DOCH durch ein Okular fotografieren willst, dann brauchst Du einen Okularadapter und dann sieht das FOW so aus, wie mit dem Okular und dem bloßen Auge dargestellt. Du tust ja statt dem Auge eine Kamera hinten dran und fokussierst. (google: Okularprojektion)

Normal stellt man die Kamera in den Primärfokus des Teleskops (Objektivs). Dann gilt der rote Rahmen.

lg
Niki
 

fohnbit

Mitglied
ok, dann benötige ich kein Okular wenn ich die EOS zum fotografieren nutze. Die Liveview der Kamera zeigt mir ja das Bild an.

Aber mit dem Okular stelle ich ja den Fokus sein, oder nicht? Wie mach ich dann das mit der EOS?

Aber dann gilt wieder im Stellarium das ich den Bildsensor-Rahmen einschalte um den FOV sehe, richtig?
 

VisuSCor

Mitglied
Den Fokus stellst Du über den Fokussierer des Teleskops ein, der sitzt vor der Okularaufnahme. Dazu brauchst Du kein Okular. Deine Kamera ist dann an Stelle des Okulares montiert.

CS Oli
 

fohnbit

Mitglied
Hallo,

ok, vielen Dank ... ich hatte gelesen, das manche günstige Okulars auswechseln, damit Sie besser und feiner fokussieren können. Denk das hieß 1/10 Untersetzung?
 

Demokrat

Mitglied
Ich würde mich an Deiner Stelle ein wenig einlesen zum Thema Astrofotografie.
Im Web und in der Literatur gibt es gute Erklärungen dazu! :)

lg
Niki
 

VisuSCor

Mitglied
ich denke der Niki meinte Du solltest Dich mit Büchern zum Thema Astrofotografie beschäftigen und nicht so sehr mit den Werbetexten der einschlägigen Astroversandhäusern... ;)

CS Oli
 

klawipo

Mitglied
Hallo,

ich erkläre mal die Sache mit den Okularen. Vergrößerung=Brennweite Teleskop/Brennweite Okular. Wahres Gesichtsfeld=Scheinbares Gesichtfeld/Vergrößerung

Beispiel: Teleskop 400mm Brennweite, Okular 5mm Brennweite mit 60 Grad sGF. Gibt 80x, also wahres Gesichtsfeld 3/4 Grad oder 45 Bogenminuten. Da passt der Mond etwa 1,5mal rein.

VG Klaus
 

fohnbit

Mitglied
:) .. nein war eh hier im Forum. Auch war in einem Beitrag erwähnt das man eine Kamera hinter dem Teleskop montiert, der Fokuspunkt nicht erreicht werden kann.

Drum dachte ich ich versuch das zu verstehen :)
 

Demokrat

Mitglied
Das hat etwas mit "Backfokus" und "Frontfokus" zu tun und mit der Okularauszugslänge... da muss man erst mal durch all diese Beziehungen durchsurfen. Es dauert eine Weile, bis man sich einen Überblick über alle Begriffe und Zusammenhänge verschafft hat. ;) Nimm Dir ein wenig Zeit und lies Dich mal ein in die Grundbegriffe (y)


lg
Niki
 
Hallo zusammen,
jetzt habe ich auch mal eine Frage zu dem Thema.
Wenn ich durch das Okular fotografiere wird das Bild dann noch mal vergrößert??
Also ich hatte letzten Sommer mal die Webcam in den Okularauszug gesteckt und da war Jupiter am Bildschirm 2-3 cm groß. Wo bei er bei mir im Teleskop visuell mit 30mm Okular ca. 3 bis 4 mm groß erschien.
Würde sich dann durch den Camerachip das ganze noch mal vergrößern ??
Gruß Wolfgang.
 

Demokrat

Mitglied
Ein Okular ist eine Lupe.
Damit betrachten wir ja das kleine Bild, das das Teleskop in der Fokalebene abbildet.

Wenn wir dort einen Kamerachip platzieren, dann hängt es von der Pixelgröße ab, von wie vielen Pixel das dort befindliche Objekt erfasst wird. Dann wird das zum Bildschirm gesendet und dort mit 72 Pixeln pro Zoll (25,4 mm) abgebildet. 1 Pixel am Schirm ist also ca 0,35mm groß. Je nachdem, wie viele Pixel das Objekt hat - sagen wir Jupiter - wird dieses Objekt dann in entsprechender Größe am Schirm abgebildet.

Wenn Du ein Okular dazwischen schaltest, dann vergrößert es dieses Bild in der Fokalebene.
Ob man dann mit einer Kamera oder dem Auge dahinter durchschauen würde, ist egal, das Bild ist jetzt in jedem Fall größer, als ohne.
Aber nicht zwangsläufig größer, als mit der Kamera auf dem Bildschirm.

Die Abbildungsgröße der Kamera samt Darstellung am Bildschirm ist also anders, als das Bild, das ein Auge durch ein Okular auf die Netzhaut projiziert bekommt. Das sind zwei ganz verschiedene Auflösungen und zwei ganz verschiedene Ausgangsbilder.

Einmal sieht eine Kamera mit Pixeln das Bild ohne Okular im Promärfokus.
Dann sieht das Auge das Bild durch ein Okular vergrößert auf der Netzhaut, die wieder eine andere "Pixelgröße" hat.

lg
Niki
 

RaBaeh

Mitglied
Hallo fohnbit,

du bringst durch die nicht korrekten Begriffe Verwirrung in die Beratung.
Du sprichst vom Okular meinst aber vermutlich den Okularauszug. Das mag arrogant erscheinen, aber es hilft allen Beteiligten - den Beratern, weil sie verstehen was du wissen willst, und natürlich auch dir, weil du dann auch eine richtige Antwort erhalten kannst... ;)

Grüße Rainer
 

Thomas_John

Mitglied
Hallo!

Ein Teleskop mit 1000mm Brennweite erzeugt, wenn man eine KB-Kamera hat, ein Bildfeld mit einer Diagonale von ca. 2,5 Grad:


Wenn ich an das Teleskop ein 40mm Okular setze, bekomme ich 25x Vergrößerung. Wenn das Okular nun ein scheinbares Gesichtsfeld von 50 Grad hat, bleiben 2,0 Grad wahres Gesichtsfeld übrig:

Wahres GF = scheinbares GF / Vergrößerung

Dieselben 2,0 Grad wahres GF erreiche ich selbstverständlich auch, wenn ich ein Okular mit 25mm (also = 40x Vergrößerung) ansetze, was aber ein scheinbares Feld von 80 Grad hat ...

Diese beiden Beispielokulare entsprechen also grob dem Bildfeld der KB-Kamera, weil deren Sensor ja nunmal ein Rechteck ist und kein Kreis ...

LG
Thomas
 

marcus_z

Mitglied
Hier ist eine Seite auf der die verschiedenen Aufnahmetechniken erklärt sind: https://astrofotografie.hohmann-edv.de/aufnahmetechniken/grundlagen.php
Dort sind auch Vergrößerungs-Formeln für die jeweilige Aufnahmetechnik angegeben. Eine Umrechnung von Vergrößerung zu Gesichtsfeld ist bei Okularen problematisch, weil diese je nach Okular (insbesondere bei Weitwinkelokularen) unterschiedliche Verzeichnungen aufweisen und die Ergebnisse dann abweichen.
 
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