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Okulare von Explore Scientific für Skywatcher Quattro 10" ?

Hallo zusammen,

ich bin auf der Suche nach geeigneten Okularen für meinen 10" Skywatcher F/4. Gekauft hatte ich ihn für die Fotografie, aber das Life-View-feeling möchte ich dann auf die Dauer doch nicht missen. Ich habe ein Omegon 26mm 70° und ein Hyperion 8mm 68°, die beide kein wirklich scharfes Bild liefern. Nun habe ich im www viel gelesen und es scheint so, dass ich für meinen Newton höherwertigere Okulare brauche.
Die Auswahl an Okularen ist so groß und bei F/4 doch so begrenzt, dass ich euch jetzt um eure Hilfe bitte. Mir fehlt da doch noch die Erfahrung mit dem F/4 und ich bin mittlerweile total ratlos, welches Okular ich kaufen soll, bzw. wieviel Geld ich in die Hand nehmen muss (Nagler und Ethos sind mir eigentlich etwas zu teuer). Ich habe kein Problem damit, 300 Euro für ein gutes Okular auszugeben, aber bei 700 muss ich dann doch schlucken.
In meiner näheren Auswahl habe ich derzeit die Okulare von Explore Scientific. Konkret das 24mm 82° als Übersichtsokular und dazu ein 14mm, entweder in 2" 100° oder in 1,25" als 82° Okular. Das 2" 100° ist allerdings mehr als doppelt so teuer wie das 1,25".
Dazu dann einen 2x Fokal Extender, auch von ES und evtl. später nochmal das 11mm 82° Okular.

Was denkt ihr über diese Auswahl für meinen F/4 Newton?
Ist es sinnvoll, das doppelt so teure 2" 100° 14mm Okular zu kaufen oder ist das 1,25 82° auch für f/4 geeignet?

Beste Grüße
Holger

P.S.: Für die Justage habe ich mir das Set aus Laser und Cheshire von Farpoint geholt. Damit klappt die Kollimation schonmal recht gut...finde ich...
 

Antares

Mitglied
Luuuuke,
Okulare kaufen Du mußt noch nicht.
Ursachen erforschen wir müssen, warum unscharfe Bilder DU siehst.

Versuche mal zu beschreiben wie das "Unscharfe" aussieht.
Bei f/4 muss die Justage wirklich 100% exakt sein. So lari fari ist da nicht, denn das produziert dann Bildfehler. Stimmt die Temperierung vom Ablauf her?
Wie war das Seeing (Luftunruhe) allgemein? Wie gehst Du vor wenn Du gucken willst?
Ist die Mechanik ok, Spiegel nicht gequetscht ?
Funktionieren die Okulare an anderen Geräten?
Hat das Gerät irgendwann schon mal besser funktioniert mit den Okularen? Wie ist es bei fotografischer Nutzung.

CS
 
Die Macht ist mit Dir Antares :)
Danke für Deine Antwort!

Also die Unschärfe sieht aus wie nicht ganz scharf gestellt. Die Sterne sind dicker, als ich sie gern hätte . Ich schaffe das Teleskop immer etwa 2 Stunden vorher nach draußen, damit es abkühlen kann . Dann kontrolliere ich die Justage. Wie erkenne ich denn , ob der Spiegel gequetscht ist ?
Die Okulare waren schon immer so und ich habe siw bisher noch nie an einem anderen Teleskop benutzt. Dazu habe ich keine Möglichkeit.
Die Unschärfe habe ich auch bei gutem Seeing.
Viele Grüße
Holger
 
Ach ja , auf den Fotos sehen die Sterne besser aus ... abgesehen von Koma und noch leichten Nachführproblemen. Ich kann heute Abend mal ein Bild hochladen.
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Holger,

normalerweise brennen Sterne auf Fotos aus, sollten also deutlich schlechter aussehen, als in einem schlechten Okular - bei gleichem Maßstab.
Beim 8mm Hyperion habe ich, wie beim 8mm LVW, die Sternabbildung an f/4-Teleskopen immer als etwas größer erlebt, als es im direkten Vergleich ein Speers Zoom 5-8mm oder ein UWA Serie 4000 8,8mm ablieferte.

Clear Skies
Sven
 
Hallo zusammen,

hier ist mal ein Beispielbild, aufgenommen im Februar. Belichtungszeit 6 x 3min mit ISO 800 auf Canon 1300d.

IC 434 fokal 20190215.jpg


Viele Grüße
Holger
 

klawipo

Mitglied
Hallo Holger,

ein ganz trivialer Grund können Kontaktlinsen sein. Führen bei mir nach einem langen Tag abends zuverlässig zu verschlierten Bildern.

VG
Klaus
 
Hallo Klaus,

danke für Deine Idee. Ich trage keine Kontaktlinsen, aber Deine Anwort bringt mich auf eine Idee. Ich lasse bei Gelegenheit mal meine Augen überprüfen. Vielleicht hat sich ja eine Hornhautverkrümmung entwickelt.

Viele Grüße
Holger
 

klawipo

Mitglied
Hallo Luke Holgwalker,

ja das ist leider möglich, dass sich eine Asphäre einschleicht. Bei mir ist das so, wenn auch nur leicht. Meine Befürchtung letztens, dass dies der Grund für verzerrte Sterne war hat sich aber nicht bestätigt. Das Okular einfach mal NICHT verkanten, dann sah die Welt schon wieder besser aus. Also könntest du auch mal auf etwaige Verkippung achten.

VG Klaus
 

Antares

Mitglied
Hi Luuuke,
danke für das Bild. Sehen die Sterne visuell so aus?
Habe ich das richtig verstanden, dass im Bild auch Nachführfehler mit drin sind?
Mach mal einen Sterntest an Polaris.
Ich könnte mir vorstellen, dass da auch Asti im Spiel ist.
CS
 
Hallo Antares ,
ja , auf dem ersten Bild war noch ein Nachführfehler erkennbar.
Ich habe mir nun nach langem Zögern den ES-Komakorrektor gekauft und gleich getestet. Nun sieht alles schon viel besser aus. Ich konnte M13 mit dem Hyperion bei 5mm Brennweite bis ins Zentrum in Einzelsterne auflösen. Bei epsilon Lyrae ging der eine ohne Probleme, der andere war eher oval als getrennt zu sehen , als wäre der Doppelstern zu hell zum Auflösen. Ich vermute , das Hyperion ist bei 5mm nicht optimal für mein Teleskop.
Die Justierung hatte ich vorher nochmal per Laser und Cheshire optimiert.
Das angehängte Foto ist M101 in derselben Nacht. Zumindest sind die Sterne jetzt rund! ;-)
Viele Grüße
Holger
M101_Feuerradgalaxie_1060mm.jpg
 

Antares

Mitglied
Luuuke,
das hört sich doch schon mal bessern an und sieht auch viel besser aus.
Wie ist der Stand der Ausgangsfrage? Okularberatung noch erforderlich?
CS
 
Hallo Antares ,

ja , die Okularberatung könnte ich immer noch gebrauchen. Ich möchte größere Blickwinkel und optimale Schärfe. Ist eine gute Barlow sinnvoll oder lieber nur Okulare ohne Barlow?

Viele Grüße
Holger
 

Antares

Mitglied
Hi Luke
nun größere Blickwinkel, also größere Gesichtsfelder und das einhergehend mit f/4 führen visuell zur Highendklasse der Okulare und das wird dann richtig teuer. Für mich endete sie in der Anschaffung von einigen Ethos-Okularen, einem Nagler 26. Kleinere Abstriche habe ich bei selten genutzten Brennweiten gemacht. Preis-Leistung waren für mich klarer Sieger die Ethos-Clone in Schwarz mit 100 bzw. 110 Grad Feld die es unter diversen Labens gibt.
Ich will aber nochmal auf das Optikproblem zurück kommen. Du sagst ja u.a. dass Du Schärfe willst und dass z.B. Epsylon Lyra nicht sauber zu trennen war. Das macht mich stutzig. Ich habe bei guten Bedingungen mit 70mm Teleskopen manchmal nur rd. 60-70 fach gebraucht.
Wie oft hast Du das mit EPy Lyr schon probiert. Wie war der Sterntest?
CS
 
Hallo Antares ,

ich habe mir ep-lyr tatsächlich mit diesem Teleskop zum ersten Mal angesehen. Vor vielen (ca. 30 ) Jahren mit meinem Revue 4,5 Zöller und H-Okularen (!) war die Trennung kein Problem. Umso überraschter war ich , dass mein Quattro ihn nicht trennen konnte.
Den Sterntest kannte ich noch nicht. Habe eben mal gegooglt... klingt als bräuchte man etwas Übung, um die Beugungsbilder zu beurteilen. Worauf muß ich besonders achten?
Danke für Deine Hilfe! 😊👍

Viele Grüße
Holger
 

UwePilz

Mitglied
Epsilon Lyrae läßt sich im 6-cm-Fernrohr trennen, vielleicht genügt sogar noch weniger. Wenn dies mit diesem Instrument nicht gelingt, dann stimmt etwas nicht. Zuerst herausfinden, was das ist, ehe du große Summen in teure Okulare versenkst.

Ich empfehle, den Sterntest zu lernen. Am besten macht man den am Tage mit einem künstlichen Stern. Ich habe dazu eine kleine Anleitung geschrieben, die sich auf meinen Astroseiten unter Technik befindet. Vielleicht ist dies nicht ausführlich genug. Dick Suiters Buch ist aber eine wirklich gute Einweisung. Das Buch ist viel billiger, als das einfachtse Okular, was du zu kaufen überhaupt in Erwägung ziehst.

Ich empfehle weiter, zumindest eine einfache Barlow-Linse zu kaufen, so etwas bekmmt manhier im Markt gebracuht recht günstig. Im Endeffekt empfehle ich aber eine komakompensierende Barlow für alle Vergrößerungen jenseits von sagen wir 100x. Aber auch mit einer einfachen Barlow muss ein Stern ein Stern sein - wenn du ihn im Zentrum des Bildfeldes hast.

Ich empfehle auch folgendes: Lass dein teleskop mal über Nacht im Freien stehen und sieh dir alles mal am Morgen an, so nach 2 Uhr. Dann ist es einigermaßen im thermischen Gleichgewicht, und die Umgebung auch. Das macht viel aus! Wenn du am Morgenhimmel gute Bilde rbekommst, dann musst du dich um die Temperaturanpassung kümmern.

Auf den Herzberger Teleskoptreffen biete ich immer einen Justageworkshop an. Ich kann auchmal einen Sterntest-Workshop anbieten, falls genügend Interessenten zusammenkommen.
 

WUNNI

Mitglied
Hallo Uwe und Holger,

meiner Erfahrung nach ist eine Spiegeljustage mit Laser usw. nicht alles. Grobjustage natürlich so. Aber nur mit dem Sterntest bekommt man wirklich optimale Ergebnisse. So eingeübt, sieht obendrein schneller, wenn die Kollimation nicht optimal ist oder sich verstellt hat.
Ein Workshop dazu auf dem HTT wäre bestimmt sinnvoll.

Uwe - Ich habe mal testhalber ein Zeiss Ortho in den 12" f/5 Newton gesteckt. Damit waren noch nicht einmal die Sterne in Bildmitte scharf, das ist halt für f/5 total ungeeignet.
Da man den Komafehler bei jeder Vergrößerung mitvergrößert, verwende ich visuell immer einen Koma Korrektor, auch bei hohen Vergrößerungen. Ich finde, dass sich das lohnt.

Holger - hast Du keine anderen Sternfreunde in erreichbarer Nähe? Ausprobieren und vergleichen lohnt immer. Ein Satz guter Okulare ist teurer als das Teleskop (ohne Monti usw.), da sollte man schon sicher sein, das Richtige zu kaufen.
Dein alter 4"er ist viel weniger Seeing-empfindlich als der neue 10"er. Ich habe 12" und 4" nebeneinander auf der Monti, oft liefert der 4" seeing-bedingt ein schärferes (genauer: ein weniger unscharfes) Bild.

CS,
-wunni
 

UwePilz

Mitglied
Lieber Wunni,

wenn ein Newton-Teleskop per Laser oder Justierokular ordentlich eingestellt ist, dann sollte keine Feinjustage am Stern mehr nötig sein. Wenn das der Fall wäre, würde dies ja bedeuten, dass die otische und mechnische Mitte nicht übereinanderliegen (schief parabolisiert). Bei einem Billig-Newton habe ich das mal erlebt, aber ansonsten nicht.

Es kann aber sein, dass es dem einen oder der anderen leichter fällt, am Stern zu justieren. Dies geht - unabhängig vom Teleskoptyp - so: Man sucht im Gesichtsfeld die Stelle, in welcher der Stern scharf ist. Das setzt eine Grobjustage voraus. Diese Stelle rückt man mit Hilfe der Justageeinrichtung in die Mitte des gesichtsfeldes. Falls nicht mal grob justiert wurde, muss man die Stelle suchen, an welcehr der Stern am schärfsten ist, in die Mitte rücken und das Ganze wiederholen.

Die wirkliche Tugend des Sterntestes besteht darin, dass man die optische Güte des Teleskops halbquatitativ einschätzen kann. Außeraxiale Koma und Astigmatismus sind meist behebbar, mit dem Kugelgestaltsfehler und seinem Bruder, dem Gaußfehler, muss man leben. MIt den chromatischen Aberrationen sowieso.
 

klawipo

Mitglied
Hallo,

nach meiner Vorstellung müsste im Widerspruch zu Wunnis Beobachtung ein Stern in der Bildmitte eines Beugungsbegrenzten Newton doch eigentlich auch in einfachen Okularen scharf abgebildet werden, oder? Okularastigmatismus sollte doch hier ebensowenig eine Rolle spielen wie Koma, oder?

VG
Klaus
 

klawipo

Mitglied
Kugelgestaltsfehler kommen laut Wikipedia allein von sphärischen Flächen, also dann der Kugelgestaltsfehler des Okulares?

VG Klaus
 

WUNNI

Mitglied
wenn ein Newton-Teleskop per Laser oder Justierokular ordentlich eingestellt ist, dann sollte keine Feinjustage am Stern mehr nötig sein.
Lieber Uwe,
Du hast Recht - wenn Laser bzw. Justierokular perfekt sind und spielfrei und zentrisch im OAZ stecken. Bei meinem Laser ist das nicht der Fall, mein Justierokular ist nur ein Schätzeisen. Daher konnte ich mit dem Sterntest die Justierung verbessern.
Ein optimaler Sterntest am Himmel setzt zudem gutes Seeing voraus.
Ich muss die Justierung baldmöglichst wiederholen (ist verstellt); werde nach dem Sterntest mal den Laser in den OAZ stecken und gucken, wo der Strahl hingeht.

Beste Grüße,
-wunni
 
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