Okularwahl für Planeten | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Okularwahl für Planeten

ChrisS

Mitglied
Hallo,
die Suchfunktion bietet ja einige Ergebnisse zum Thema, aber ab einem gewissen Punkt verzettele ich mich in den spezifischen Informationen über Hersteller, Eigenschaften usw., was meine Einsteigerurteilskraft übersteigt.
Ich habe mit meinem Skywatcher 150/750 (handnachgeführt) die ersten Beobachtungen auf der Wiese gemacht. Im Moment habe ich die dem Teleskop mitgelieferten 10mm, 25mm und 2xBarlowlinse in 1,25" sowie ein 2" Explore Scientific 32mm 62°. Welche Größe könnte ich noch sinnvoll ergänzen, um Saturn und Jupiter detailreicher und schärfer als unter Einsatz der Barlowlinse zu beobachten? Ist für Planeten 1,25" die Standartwahl oder hat der Mehrpreis für 2" einen signifikanten Effekt außer ein Loch im Budget?
Ich danke im Voraus für Euren Rat!
ChrisS
 

komposer

Mitglied
Hallo Chris,

ob die 2x Beilagen-Barlow eine gute Qualität hat ist wohl eher fraglich. Also fehlt ein 1,25" Okular um die 5-6 mm.
Preis- Leistung finde ich da bei den Planetarys oder der Goldkante ziemlich gut.

Gruß,
Holger
 

ChrisS

Mitglied
Hallo Chris,

ob die 2x Beilagen-Barlow eine gute Qualität hat ist wohl eher fraglich. Also fehlt ein 1,25" Okular um die 5-6 mm.
Preis- Leistung finde ich da bei den Planetarys oder der Goldkante ziemlich gut.

Gruß,
Holger
Danke, Holger, für die schnelle sachliche Antwort. Ich nehme an, der Hersteller spielt keine wesentliche Rolle, ob nun Skywatcher, Omegon, TS Optics? Preislich sind die ja alle ähnlich.
Grüße,
ChrisS
 

FrankFu

Mitglied
Hallo Chris,
Bin ganz verwundert, dass hier nicht schon deutlich mehr Antworten gegeben wurden, geht schließlich um Okulare :cool:
Will Holger gar nicht widersprechen, auch aus meiner Sicht solltest Du für Planeten ein schönes Okular wählen, ich würde bei Deinem Teleskop (150/750 = f/5) für Planeten 5mm oder weniger überlegen, denn 5mm (150x Vergrößerung) ist bei Dir dann eine Austrittspupille von 1mm, bei 4mm (187x Vergrößerung) bist Du immer noch bei AP=0,8, das sollte für Planeten auch gut gehen.

Ich möchte mehr auf ein anderes Thema eingehen…du schreibst, das Du manuell nachführst… und da kommt eigentlich immer die Diskussion auf das Gesichtsfeld des Okulars. Je kleiner das Gesichtsfeld desto mehr musst Du, gerade bei hohen Vergrößerungen nachführen, um das Objekt im Blick zu halten. Bei Okularen mit großem Gesichtsfeld (Weitwinkel) hast Du hingegen das Objekt länger im Blick, Du kannst es durch Dein Sichtfeld „durchlaufen“ lassen und somit länger beobachten, bevor Du nachführen musst.
Holger weist auf die Planetaries und Goldkanten hin, die so bei ca. 60° bis 66° Gesichtsfeld liegen. Gerne für Planeten genutzte Okulare sind aus meiner Sicht auch Orthos, die aber ein noch kleineres Gesichtsfeld (ca. 45°) haben, typischerweise Weise kommen hier aber im Forum sonst immer schnell Hinweise auf Weitwinkel Okulare mit 80° bis 110° Gesichtsfeld. Das sind dann die üblichen Verdächtigen von ExploreScientific mit 4,5mm 82°, oder Skywatcher Nirvana-ES mit 4mm 82° Oder dann SWA / XWA Okulare verschiedener Marken (TS, APM…) mit 100°-110°.

Die Sternfreunde Münster haben hier Sternfreunde Münster - Okularrechner/Teleskoprechner, Auswahl von über 600 Okularen einen Simulator, wo man sich die Wirkung des Gesichtsfeldes verschiedener Okulare an Planeten ganz gut vor einem Kauf verdeutlichen kann.

Was Du nicht vergessen solltest, ist allerdings die Größe und Gewicht einiger dieser Weitwinkelokulare. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, daher hier mal ein Größenvergleich:
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Wie Du siehst, ist so ein XWA schon ein ordentlicher Klopper, der will erstmal stabil getragen werden, da ist so ein Nirvana-ES (3. in der Reihe) schon fast klein und ein Ortho wirkt dann geradezu winzig.

Über Preise haben wir auch noch nicht gesprochen, aber hier kommt oft das Argument, dass man Okulare fürs Leben kauft…kann man so sehen…muss man aber nicht :cool:
Die Goldkanten und Planetary kosten neu auch so um die 60,- / 70,- Euro, so Nirvana-Style Okular um die 110-120,-, die SWA/XWA dann 200,- und mehr…

Ich habe übrigens auch keine klare Meinung, tut mir leid, dafür mache ich das noch nicht lange genug und so freue ich mich am 8“ Dobson über das große Gesichtsfeld des XWA und an den kleinen Refraktoren führe ich dann halt manuell mit den kleineren Okularen öfter nach… so ist das Sternguckerleben :cool:

Hoffe, ich konnte Dir trotzdem Hinweise für Deine Überlegung geben.

Beste Grüße und klare Nächte
Frank
 

ChrisS

Mitglied
Das war ausführlich :y: Habe mich jetzt für ein 6mm TS Planetary mit 58° entschieden. Irgendwann kann ja noch ein 4mm Goldkante mit 66° dazukommen. Irgendwo habe ich gelesen, je höher die Vergrößerung, desto besser müssen die Bedingungen sein?
Grüße,
ChrisS
 

FrankFu

Mitglied
Hallo Chris,
Irgendwo habe ich gelesen, je höher die Vergrößerung, desto besser müssen die Bedingungen sein?
Ja, das stimmt, aber Du kommst ja bei Deinem Teleskop selbst mit einem 5mm Okular nicht über 200x Vergrößerung, daher würde ich sogar die 4mm bei Dir als unkritisch ansehen.

Schau mal hier

Da kannst Du für kleines Geld nochmal ein paar Millimeter runter gehen :cool:

Beste Grüße und klare Nächte
Frank
 

MarcusAurelius

Mitglied
Besonders in englischsprachigen Foren wird den BST Starguidern eine noch merklich bessere Qualität als den HR Planetaries nachgesagt, bei fast identischem Preis (£50, nach Umrechnung und Einfuhrumsatzsteuer €69 vs. TS HR Planetary €68). Dazu ist das Gesichtsfeld leicht größer. Ich kann's selbst nicht vergleichen, da ich das TS HR Planetary 5 mm und das BST Starguider 12 mm habe - verschiedene Brennweiten.
 

Alko Schurr

Mitglied
Hallo ChrisS,

ich hatte über 2 Jahre den 150 / 750 Skywatcher Newton. Ich hatte direkt vorher schon das 4mm Planetary. Wenn Jupiter und Saturn derzeit nicht so niedrig stehen würden, hätte ich dir vom 4mm oder längerbrennweitig absolut abgeraten. Viel zu helles Bild für deinen Lichtsammler. Ab 3,2mm Planetary war es dann ok und zeigte schöne Details. Sogar das 2.5mm war ohne Probleme machbar - aber da standen die Kandidaten auch ganz oben auf der Himmelsleiter...

Bedenkt man allerdings die derzeitig schlechteren Bedingungen, dann würde ich jetzt auch das 4mm wählen. Allerdings würde ich einen leichten Graufilter (ND 0.3) dazu nehmen, um Überstrahlungen zu eliminieren.

Sternklare Grüße - Alko
 

ChrisS

Mitglied
Hallo ChrisS,

ich hatte über 2 Jahre den 150 / 750 Skywatcher Newton. Ich hatte direkt vorher schon das 4mm Planetary. Wenn Jupiter und Saturn derzeit nicht so niedrig stehen würden, hätte ich dir vom 4mm oder längerbrennweitig absolut abgeraten. Viel zu helles Bild für deinen Lichtsammler. Ab 3,2mm Planetary war es dann ok und zeigte schöne Details. Sogar das 2.5mm war ohne Probleme machbar - aber da standen die Kandidaten auch ganz oben auf der Himmelsleiter...

Bedenkt man allerdings die derzeitig schlechteren Bedingungen, dann würde ich jetzt auch das 4mm wählen. Allerdings würde ich einen leichten Graufilter (ND 0.3) dazu nehmen, um Überstrahlungen zu eliminieren.

Sternklare Grüße - Alko
Welchen Hersteller und welches Gesichtsfeld haben Deine 4 und 3,2mm?
Mein Explore Scientific 32mm macht auf mich (nochLaien) einen qualitativ guten Eindruck, in dem Bereich <4mm bieten die aber nur 52° im Gegensatz zu anderen Herstellern mit 58-60°.
 

Alko Schurr

Mitglied
Es waren die Planetarys (2.5 und 3.2mm mit der blauen Aufschrift und 4mm in Schwarz). Es gibt sie in etwas unterschiedlichen Außengestaltungen - innen drin ist aber immer das Selbe. Die Planetarys haben offiziell 58° sGF. Ich empfand das zu der Zeit als gut und möchte es jetzt immer noch als ausreichend bezeichnen. Ich bin aber auch mit motorischer Nachführung unterwegs. Wenn du händisch nachführst, wirst bei hohen Vergrößerungen den Planeten immer schneller durch's Feld ziehen sehen.

An deinen 750mm Brennweite bedeutet das, dass im 3.2mm der Planet in ziemlich genau einer Minute von einem Rand zum anderen zieht. Es macht da auch keinen so großen Unterschied zu deinen 52° aus. Eine motorische Nachführung ist da eher wichtig und erspart die jede Menge teurer Superweitwinkelokulare - bei denen jedes allein schon den Preis einer motorischen Nachführung kostet.

Das eigentlich wichtige bei Planetenokularen ist die Schärfe. Wenn die nicht gegeben ist, siehst du entsprechende Feinheiten nicht. Was die Schärfe betrifft, werden die Planetarys immer noch recht hoch eingestuft und sind dafür ausgesprochen günstig.

Sternklare Grüße - Alko
 
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