Petition mitzeichnen: Abschaltung von Beleuchtung

schora

Mitglied
Moin!
An den Landtag in Schleswig-Holstein habe ich eine Petition gerichtet: "Abschalten der Außenbeleuchtung in der Nacht", mit der Anregung die öffentliche und private Außenbeleuchtung zwischen etwa 23 und 6 grundsätzlich auszuschalten. Mal sehen, was passiert...
Mitzeichnung (auch von Menschen außerhalb Schleswig-Holsteins) ist sehr erwünscht:
Petition Licht-Abschaltung

* freundliche Grüße
Ralf
 

Optikus

Mitglied
Hallo Ralf,

unter der angegebenen Adresse kommt "keine Petition übergeben" ...

Dauert das noch bis da was kommt?

CS
Jörg
 

schora

Mitglied
Zum Glück sind Sie nicht im Petitionsausschuss, Danke. Ich wette darauf, dass sich Veränderungen ergeben - Schleswig-Holstein hat eine fortschrittliche Regierung.
 

schora

Mitglied
Danke! Hast Du schon von dort eine E-Mail bekommen, mit einem Bestätigungslink? Das soll ein wenig haken....
 

moos

Mitglied
öffentliche und private Außenbeleuchtung zwischen etwa 23 und 6 grundsätzlich
Für so einen Aufruf hier, finde ich keine ausf. Begründung u. die Frage, wieso genau diese Zeit?
Was ist mit der gewerblichen Außenbeleuchtung?
Viele Menschen gehen vor 6 zur Arbeit, zur Bahn oder treten ihren Schulweg an. Gibt es dafür mobile Ledlampen. Kommst Du um 23.00 aus dem Kino auf den unbeleuchteten Parkplatz mit den aufgestellten Nackenhaaren? In den Städten wird das nicht gehen.
Ich bin für Petitionen, aber nicht für spontane Einzelaktionen und Brexitfragen und der Einstellung, mal sehen was passiert.
 

Torsten_Güths

Mitglied
Und unterzeichnet - danke für die Info, Ralf!
Auch wenn vielleicht der eine oder andere Pkt. (z.B. Gewerbe, was ja auch in privater Hand ist) diskussionswürdig sein mag, so geht es hier um die Sache an sich.
Das manche da noch Zweifel hegen, verstehe ich nicht ...
Viele Grüße und klaren und dunklen(!) Himmel
Torsten
 

TriffiD

Mitglied
Ich glaube auch nicht, dass diese Petition große Chancen hat. Man könnte beispielsweise einwenden, dass nächtliche Einbrüche und Überfälle selten stattfinden, gerade weil die nächtliche Beleuchtung praktisch flächendeckend vorhanden ist. Den sehr konkreten Zeitraum von 23 - 6 Uhr finde ich ebenfalls zu rigide. Annehmbarer wäre hier vielleicht die Forderung nach einer "Bedarfsbeleuchtung" gewesen, die dort und dann stattfindet, wo sie auch gebraucht wird. Also Straßen- oder Wegbeleuchtung einschalten, sobald sie jemand benutzen möchte. Das ganznächtige Anstrahlen von Sehenswürdigkeiten, Geschäfts- und Industriegebäuden und privaten Gärten (weil die alte Eiche nachts ja so toll aussieht, wenn man sie von unten beleuchtet) könnte dann schon mal eingedämmt werden.
Erfolg hätte das aber sicher auch nicht gehabt, denn Petitionsprüfungen laufen doch immer irgendwie gleich ab: Erst mal gucken, ob hier ein Gesetz zum Handeln zwingt, und wenn das nicht der Fall ist, wird möglichst abgebügelt, wobei dem Antragsteller dann aber gesagt wird, wie wertvoll sein Beitrag doch ist, und dass er im Grunde recht hat.
Trotzdem sind solche Aktionen doch gut, denke ich, denn sie rücken das Thema immer wieder ins Bewusstsein der Menschen. So langsam wird es vielen Bürgern mulmig zumute, angesichts der doch ziemlich deutlichen Rückgänge von Insekten und der daraus folgenden Abnahme des Singvogelbestandes. Wenn sich der Verdacht eines Zusammenhanges mit der nächtlichen Beleuchtungssituation erhärtet, wird man vielleicht doch mal reagieren. CO²-Ausstoß-Rechnungen sind auch etwas, das hier ein Handeln zumindest nahe legt. Und schließlich ist der Schwund der Sterne am Nachthimmel nach meiner Erfahrung auch ein Kritikpunkt, der von immer mehr Nicht-Amateuren beklagt wird.
Diese Petition wird sicherlich nicht den Durchbruch bringen, aber sie ist doch mal ein Standpunkt und trägt zum Druck in die richtige Richtung bei. Darum würde ich mich beim Ralf sehr für seinen Einsatz bedanken wollen.

Gruß
Sebastian
 

Rainmaker

Mitglied
Hallo Ralf,

der Verlauf hier ist wohl typisch für Diskussionen zu dem Thema. Ich denke das liegt daran, dass die Leute eher zufrieden sind mit der stetig wachsenden Lichtverschmutzung. Lichtdome sind einfach geil, weil ästhetisch und die inzwischen häufig jeglichen Rahmen sprengende Beleuchtungssucht vieler Firmen und privater Haushalte ist halt dem Zeitgeist geschuldet. In jedem wohnt halt ein kleiner Lichtkünstler der sich ausdrücken will. Das muss man doch einfach gut finden, schließlich leben wir in einer Konkurrenzgesellschaft und und wie könnte man besser miteinander in Konkurrenz treten als durch immer mehr Lampen. Wer die höchste Stromrechnung hat gewinnt. Außerdem handelt es sich doch bei dem ganzen neumodischen Kram immer um Energiesparlampen und da muss man schließlich viele installieren, denn sonst spart man doch keine Energie und wir müssen doch Energiesparen, weil wegen das Klima ...


Sorry, aber die ganzen Bedenkenträgerei beim Thema Petition gegen Lichtverschmutzung geht mir inzwischen gehörig auf den Senkel. Der Himmel wird immer heller und es passiert exakt gar nichts von der Seite der Amateurastronomen um auf das Thema aufmerksam zu machen. O.K., es gibt ein paar lokale Feigenblätter, aber Lichtverschmutzung ist halt wenig lokal, sondern flächendeckend. Die Straßenbeleuchtung mal auf sagen wir auf 300-400km² ein klein wenig einzuschränken bringt fast nichts. Besonders bringt es ziemlich wenig für die Umwelt. Der Insektenbestand ist fast im freien Fall und der der meisten Vögel dürfte ihm ziemlich bald folgen und "Amateurastronomen" wie Cumulus wollen lieber nichts machen, weil es ja eh aussichtslos ist. Na herzlichen Glückwunsch, warum bin ich heute blos aufgestanden, weil in ein paar Jahren bin ich doch eh tot. Das Argument von Sebastian von wegen nächtlichen Einbrüchen ist von ähnlicher Güte. Ich habe da einen kleinen Briefbeschwerer auf meinen Schreibtisch und der verhindert Atomkiege mit 100%iger Sicherheit. Beweis, seit er da steht gab es keinen Atomkrieg.

Und ja die Politik hat im Moment wenig Interesse etwas zu tun, in dieser Hinsicht hat sich seit der Petition von Rochus Hess nichts getan. Na und? Diese Leute müssen genervt werden und zwar möglichst mehrmals im Jahr, sonst beschäftigen die sich nur mit dem Schaulaufen in der Öffentlichkeit. Das Problem, welches ich sehe, ist inzwischen weniger die dauernde profesionelle Untätigkeit der Politik, sondern die Bequemlichkeit der Betroffenen bzw. das komplette Desinteresse. Macht ruhig so weiter, dann könnt ihr in den nächsten Jahren die Auswirkungen so richtig genießen. Vielleicht gibt es dann ja auf den Teleskoptreffen ja irgendwann Laserschows, weil sonst wenig zu sehen ist. Die Japaner machen es ja schon vor.


MfG

Rainmaker
 

cumulus

Mitglied
Solch ein Blödsinn .... aber so wird eben in Foren im Internet schwadroniert. Voll an den Problemen vorbei.
Herzlichen Glückwunsch!
 

maximilian

Mitglied
Hallo!

... ich würde mal sagen jeder der aus diesem Forum sollte dabei unterschreiben, ...
Nein. Ich unterschreibe nur etwas, wozu ich persönlich auch stehe. Unabhängig von einem Forum und meiner allgemeinen Interessenslage. Dieser Aufruf ist jetzt schon drei Tage hier zu sehen und zählt aktuell 300 Aufrufe, also hundert am Tag. Trotzdem hat die Petition erst 5 Unterschriften sammeln können.

Ein zwangsweises Abschalten der Aussenbeleuchtung zu willkürlichen Zeiten scheint also nicht einmal im Sinne von „unserer kleinen Gemeinschaft“ hier zu sein. Und wenn wir das schon nicht wollen will es der Rest der Bevölkerung noch viel weniger.

Viele Grüße
Maximilian

PS: Ich habe den Überblick darüber verloren, wie viele Petitionen gegen Lichtverschmutzung ich schon unterschrieben habe. Keine davon hatte bisher irgendweinen nennenswerten Erfolg, viele sind an der Mindestzahl von Unterschriften gescheitert. Anstatt immer wieder neue solche Unterschriftensammlungen zu starten sollte man vielleicht zu einer konzertierten Aktion zusammen finden. Mit ein paar prominenten Zugpferden (Lesch? Gerst? ...) die von der Bevölkerung auch wahrgenommen werden. Dahinter müssten dann aber auch große professionelle Organisationen (ESO, Max Planck Gesellschaft, Universitäten, VdS, ...) stehen und nicht nur ein paar Hobbyhanseln wie wir.
 

maximilian

Mitglied
Hallo,

Warum wohl? Aus dem gleichen Grund, weshalb es auch z.B. zu wenige Organspender gibt. Man muss ja dazu Formulare ausfüllen, was aber bei den meisten an ihrer Bequemlichkeit scheitert!
Das glaube ich nicht. Wenn ich sehe, wie die Menschen um mich rum den ganzen Tag auf ihren Handies rumtippeln, dann wird es wohl nicht daran liegen, dass sie zu faul sind ihren Namen in eine Liste einzutragen und irgendwo ein Häkchen zu machen. Selbst die kürzeste WhatsApp Antwort macht mehr Mühe und davon schreiben sie ein paar hundert am Tag,,,

Grüße
Maximilian
 

Torsten_Güths

Mitglied
Die Auflistung von 5 Unterzeichneten ist definitiv falsch, bzw. nicht aktuell, weil ich meine persönliche Unterschrift vermisse und ich von 2 weiteren Bekannten eine Bestätigung erhielt.
Grüße
Torsten
 

maximilian

Mitglied
Hallo!

Und ich bin der Meinung, dass bei mindestens 3/4 der Generation "WhatsApp" nur "Müll" getippt wird, ohne Sinn und Verstand.
Das kann schon sein, aber mangels Einsicht in den Inhalt der Nachrichten lässt sich darüber keine Aussage treffen. Trotzdem nehmen sich die Menschen dafür viel Zeit. Wenn sie also ein echtes Anliegen hätten, wie hier einen Beitrag zur Verringerung der Lichtverschmutzungen zu leisten, dann sollte man meinen, dass ihnen das 30 Sekunden wert wäre.

Grüße
Maximilian
 

Stathis

Mitglied
Die Auflistung von 5 Unterzeichneten ist definitiv falsch, bzw. nicht aktuell, weil ich meine persönliche Unterschrift vermisse und ich von 2 weiteren Bekannten eine Bestätigung erhielt.
Der Zähler stand auf 5, ich unterschrieb (incl. Bestätigungslink per Mail) und der Zähler wie eingefrohren, heute immer noch auf 5, komisch.

Wer mit den Forderungen der Petition nicht einverstanden ist (z.B. abschalten zwischen 23 und 6 Uhr als "Zwangsabschaltung" empfindet) , unterzeichnet einfach nicht.

Aber Unterschrift verweigern, weil es ohnehin nichts bringt? Diese Logik kann ich nicht nicht nachvollziehen. So wie fast die Hälfte der US.-Amerikaner nicht wählen gehen, weil es doch nichts bringt._affeaugen:
 

maximilian

Mitglied
Hallo!

Wer mit den Forderungen der Petition nicht einverstanden ist (z.B. abschalten zwischen 23 und 6 Uhr als "Zwangsabschaltung" empfindet) , unterzeichnet einfach nicht.
Die „Zwangsabschaltung“ ist eine Sache, noch mehr Sorge aber macht mir die Frage, wie die umgesetzt und kontrolliert werden soll. Gibt es dann wieder einen Nachtwächter, der mit der Laterne in der Hand seine Runde macht? Oder noch schlimmer, wie damals einen Blockwart, der pünklich um 23 Uhr alle diejenigen unter seinen Nachbarn meldet („Melden macht frei!“), die die Verdunkelung nicht einhalten? Sowas ist der Bevölkerung im Jahr 2020 zum Glück nicht zu vermitteln und das ist gut so!

Dazu kommen die z.T. wirklich nicht nachvollziehbaren Argumente für diese Maßnahme. Einbrüche mehrheitlich tagsüber? Das stimmt vielleicht im privaten Bereich (wobei bei meiner über 80 jährigen Mutter letztes Jahr nachts eingebrochen wurde, während sie sogar im Haus war. Die macht ihr Licht garantiert nicht mehr aus und hat dafür meine volle Unterstützung!), aber wie ist das im Gewerbebereich? Da wird ausschliesslich nachts eingebrochen, den tagsüber ist dort immer jemand anwesend. Deswegen kann ich gut verstehen, warum die ihre Gebäude nachts beleuchten, denn nicht nur ihre eigene Existenz hängt davon ab, sondern auch die ihrer Mitarbeiter.

Am meisten befremdet hat mich aber die Formulierung, dass der Sternenhimmel ein Kulturgut der Menschheit sei. Nein. Der Sternenhimmel ist einfach da, genauso wie der Pazifische Ozean und das Zebra. Vollkommen unabhängig vom Menschen und völlig unbeeindrucht von diesem (der erste Satz zun Thema Kultur bei Wikipedia lautet auch: „Kultur bezeichnet im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt“). Ich weiß, dass es in der Vergangenheit Versuche gegeben hat, Stellen mit dunklem Himmel als Weltkulturerbe bei der UNESCO anerkennen zu lassen, aber das ist meines Wissens bisher noch nicht erfolgt.

Vor zwanzig Jahren hat man/haben wir noch (leider vergeblich) versucht, die - vor allem öffentliche - Lichtverschmutzung mit den nicht zu widerlegenden Argumenten „Energieverschwendung“ und „Kosten/Steuergeld“ zu bekämpfen. Seit die LED Beleuchtung diese Argumente vernichtet hat, wird alles mögliche zur Begründung herangezogen. Da es damals mit wirklich guten Argumenten schon nicht funktioniert hat wird es jetzt mit schlechten erst recht nicht klappen.

Trotzdem wünsche ich Euch natürlich viel Erfolg bei Eurem Versuch!

Grüße
Maximilian
 

holger_merlitz

Mitglied
Hier in Dresden wird ab 24 Uhr ein Teil der Straßenlaternen abgeschaltet. Den Unterschied sehe ich deutlich, wenn ich mich gerade außerhalb der Stadt an meinem Beobachtungsstand befinde. Von da an wird die Milchstraße deutlich sichtbar. Es muss gar nicht die 100%-Lösung sein, es hilft bereits (auch der Umwelt!), wenn die Beleuchtung nur reduziert wird.

Viele Grüße,
Holger
 

winnie

Mitglied
Moin Max!

> Ich weiß, dass es in der Vergangenheit Versuche gegeben hat, Stellen mit dunklem Himmel als Weltkulturerbe bei der UNESCO anerkennen zu lassen, aber das ist meines Wissens bisher noch nicht erfolgt.

Lies das: Im Brennpunkt - UNESCO öffnet Welterbe für den Schutz des Nachthimmels

Ich meine, in diesem Fall der speziellen Petition wird es darauf hinauslaufen, sie abzuschmettern, weil ja jede Gemeinde in SH selbst die Möglichkeit hat, die Beleuchtung auf ihrem Gebiet nachts zu regeln. Da braucht es nicht noch einer Gesetzgebung "von oben". In mehrern Dörfern wird bereits nachts das Licht ausgeschaltet, und das auf freiwilliger Basis.
In den Großstädten ist man dagegen eher froh, dunkle Ecken ("Angsträume") möglichst DIN-gerecht auszuleuchten. Dort wird auf good-will bestimmt keine Straßenlaterne abgeschaltet.
Die Umstellung auf zeitgeschalteten und bedarfsgerechten Betrieb ist bei der knappen Finanzlage der Gemeinden kaum zu erwarten.
Es ist ja schon schwierig genug, eine Stadt- oder Gemeindeverwaltung überhaupt von der Schädlichkeit nächtlicher Sinnlosbeleuchtung zu überzeugen. Ich hab' einen 7-jährigen Schriftwechsel mit dem Kieler Ordnungsamt hinter mir, und dabei ging es "nur" um die Abschaltung der örtlichen Skybeamer (und die sind an sich schon unzulässig, weil nicht genehmigungsfähig).
 

maximilian

Mitglied
Hallo!

Das kenne ich schon. Die Quintessenz lautet: „Dieser Beschluss ermöglicht den Mitgliedstaaten der UNESCO-Welterbekonvention nun, sich um eine Welterbe-Nominierung im Rahmen dieser Studie zu bemühen.

Und genau hier hat sich meines Wissens in den 10 Jahren seit diesem Beschluss nichts oder fast nichts getan. Mir ist jedenfalls kein Platz bekannt, der wegen seines Sternenhimmels von der UNESCO als Welterbe anerkannt wäre. (Und auch hier wichtig: Welterbe und nicht Weltkulturerbe.)

Grüße
Maximilian

PS: Was das (freiwillige) nächtliche Abschalten der Beleuchtung in einigen Gemeinden angeht: Das betrifft ausschliesslich die öffentliche Beleuchtung. Große Städte werden da nie mitmachen. In Kiel ist Nachts vielleicht wenig genug los, so dass man da um 23 Uhr die Lichter ausschalten kann. Aber wären Berlin oder Köln ohne deren Nachtleben?
 
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