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Petition mitzeichnen: Abschaltung von Beleuchtung

Quasaro

Mitglied
Es ist ja schon schwierig genug, eine Stadt- oder Gemeindeverwaltung überhaupt von der Schädlichkeit nächtlicher Sinnlosbeleuchtung zu überzeugen. Ich hab' einen 7-jährigen Schriftwechsel mit dem Kieler Ordnungsamt hinter mir, und dabei ging es "nur" um die Abschaltung der örtlichen Skybeamer (und die sind an sich schon unzulässig, weil nicht genehmigungsfähig).

Hallo Michael,

das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Ich selbst hatte unlängst eine umfangreiche Korrespondenz mit der Ordnungsbehörde des Kreises Plön geführt, um gegen einen sinnfreien Skybeamer einer in Raisdorf bei Kiel ansässigen Großdiskothek vorzugehen. Ich wollte dessen Abschaltung durchsetzen. Obwohl dieser nur an Wochenenden aktiv ist (seinen Lichtkegel dabei aber ständig die ganze Nacht vom West- zum Osthrizont wandern lässt) nervt dieses Ding ungemein. Trotz meiner Hinweise auf die einschlägigen bekannten Sachzusammenhänge ist es mir nicht gelungen, was offensichtlich letztlich an der Ignoranz und Unkenntnis oder gar Bequemlichkeit der Plöner Behörde lag. Es wäre mir wohl nur der Klageweg geblieben mit ungewissem Ausgang. Ggf. wollte man auch einen "potenten" Gewerbesteuerzahler nicht verprellen.

Gruß
Stefan
 
Zuletzt bearbeitet:

Vector-cal.45

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Hallo,

ich habe inzwischen auch unterzeichnet, selbst wenn es letztendlich wohl ein eher symbolischer Akt bleibt, egal. Ich unterstütze diese Anliegen ja grundsätzlich also möchte ich mich nicht unbedingt auf mein Bundesland oder die gesamte Republik betreffend beschränken.

Meines Erachtens sind allein die (bereits nachgewiesenen) negativen Auswirkungen auf Flora und Fauna Grund genug, jede Möglichkeit wahrzunehmen, das Thema in die Köpfe der Menschen zu bringen.

Obwohl nur einer von mehreren Punkten dort, enthält der genannte HR2-Podcast bereits einige Beispiele dieser Folgen, derer sich eine breite Masse von Bürgern mit Sicherheit nicht bewusst sind.

Ich wohne in einem kleinen Dorf im noch verhältnismäßig dunklen Odenwald, aber selbst hier gibt es genug Beispiele für die zunehmende und auch völlig sinnlose Lichtverschmutzung.

So wird bspw. das ca. 4-5m hohe Glockentürmchen des winzigen Dorffriedhofes seit kurzem im oberen Teil, wo die Glocke in einer Art offenen Fachwerkkonstruktion aufgehängt ist, künstlich beleuchtet.
Das besonders skurrile hierbei: Der Turm ist von keiner Straße aus irgendwie einsehbar, der Friedhof sehr versteckt. Der geteerte Feldweg, der am Friedhof vorbei führt, mündet nach nichtmal 100m im Wald. Völliger Schwachsinn also.

Mindestens genauso irritierend ist das Verhalten vieler in der Nachbarschaft. Sicher ist das Holzhaus unseres Nachbarn sehr schön anzusehen, aber muss man es deswegen mit gleich 6 künstlichen Lichtquellen an der Front bis in die Nacht beleuchten?! (Zumindest kam er mir soweit entgegen, die Zeitschaltung auf 22:00 Uhr zu stellen. Zu dieser Zeit werden bei uns auch viele Straßenlampen abgeschaltet).

Bezeichnend auch zwei Doppelhaushälften in Sichtweite: Hier reicht schon die Katze oder scheinbar sogar ein ausreichend großes Insekt und schon gehen vier (zwei pro Eingang) gleißend helle Außenlampen an, die zwischen 5 und 10 Minuten (eher Richtung letzterem) nicht mehr ausgehen. Faktisch sind diese Lichter mehr an als aus.

Besonders beliebt scheinen bei manchen diese billigen Solarleuchten aus Discountern und Restemärkten, wahlweise mit Erdspieß oder in Kugelform, mit denen sie dann sorgfältig ihre Vorgärten zupflastern. Defekte Lampen (was natürlich häufig vorkommt) landen komplett im Restmüll und werden durch neue ersetzt, kostet ja fast nichts.

Nennt mich kleinlich, aber m. E. kann man sowas durchaus als Gedankenlos bezeichnen. Scheinbar ist vielen Menschen Umwelt, Natur und die Schonung von Ressourcen nach wie vor egal, selbst hier auf dem Land.

cds
Jörg
 

Quasaro

Mitglied
Hallo Jörg,

ich stimme dir voll umfänglich zu. In meinem "Normalumfeld" am heimischen Balkonstandort in Kiel ist seitens meiner Nachbarschaft ebenfalls ein gedankenloser Umgang mit nächtlicher Beleuchtung fest zu stellen. So mancher macht z. B. auch jetzt noch auf Weihnachten mit die ganze Nacht hindurch hell leuchtenden Lichterketten und einige Zeitgenosen lassen ihre agressive Hausaußenbeleuchtung auch die ganze Nacht hindurch brennen ohne Bewgungsmelder. Meine anfangs mit der Nachbarschaft geführten Gespräche, nachts die Beleuchtungen zumindest ab 22.00 Uhr auszuschalten oder wenigstens durch geeignete Maßnahmen zu reduzieren (z. B. über eine Dimmung) , führten zu mehr oder weniger verständnislosen Reaktionen, so dass ich mittlerweile keine Lust mehr habe, mich jedes mal in endlose Diskussionen zu ergehen, einfach ätzend.

Gruß
Stefan
 

felixthecat

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hallo
Ich könnte mir vorstellen, wenn man bei Beleuchtung Blendfreiheit fordert, dann würde man die Hauptursache der Lichtverschutzung gleich mitbekämpfen.
Blendfreiheit als Forderung ist vielleicht noch am ehesten vermittelbar da Blendung den Zweck der Beleuchtung sabottiert.
Außerdem werden tatsächlich Unbeteiligte betroffen zB Verkehrsteilnehmer.
Ich hatte schon öfter das Problem, daß starke Lichtquellen in den Straßenraum leuchten- vergleichbar mit Fernlicht im Gegenverkehr. Das könnte die Sensibilität bei Behörden und auch bei den Herstellern und Planern erhöhen. Es sind übrigens überwiegend private Lichtanlagen die am häufigsten stören.

dunkle Grüße
Felix
 

Knapp_Manfred

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Hallo

Jeder Mensch...mancher verseht es nicht wozu Nächtliche Beleuchtungen oder andere verstehen es wozu sie sind.
Es gibt Millionen unnötig beleuchtete Dinge und Sachen, es ist manchmal nur eine........ Schaut mal was Ich habe
mein Beleuchteter Garten, Fassade, Baum, Turm, Werbung, Figuren, Kirchen, Parkanlage, Dinge,

Es sollte grundsätzlich einige unnützliche dinge Sachen vertobten werden sogar dafür Strafe Bezahlen, denkt nur an Insekten
wie viele durch Blödsinnliche Beleuchtung vertrieben werden oder Sterben, viel Menschen ist es uninteressiert
eine Beleuchtete Ruine, Haus, Kirche, Industrie, Steinbruch, Werbung und und und, zu sehen.

Parkanlagen Lichter aus wozu beleuchtet, geh außen rum, Jede Firma die seine Beleuchtung in der Nacht als Werbe Zwecke an hat soll dafür eine neu Erstelte Steuer bezahlen ....Werbebeleuchtung Steuer :oops::oops: wo zu müssen

Man kann natürlich nicht alles aus machen Sicherheit, es geht auch um Strom Sparren.

Gehweg-kanten Beleuchtung Sicherheit :LOL::LOL::LOL:.

Mit gruß Manfred
 

aexeler

Mitglied
Die reden von der Energieeinsparung beim Abschalten, nicht ÜBER die Lichtverschmutzung, dann "besser" auf LED umrüsten und dauer brennen lassen (da man ja auch Energie spart, können auch mehr LED-Lampen angeschafft werden)
Na toll
Gruß
Andreas
 

Rainmaker

Mitglied
Hallo,

ich habe gestern auch die Benachrichtigung bekommen. Nach kurzem Überfliegen muss ich sagen muss ich sagen, dass ich eigentlich nichts anderes erwartet habe. Alles ist demnach ganz toll wie es ist, die Regierung hat ohnehin schon alle Probleme erkannt, aber, man kann ohnehin nichts machen und wenn man was macht, dann haben die Leute Angst und werden umgebracht. O.k., das war jetzt vielleicht ein klein wenig überspitzt.
Soll die Politik ruhig so weitermachen und sich wundern darüber wundern warum die Wahlbeteiligung so niedrig ist und andere schon weiter sind.

MfG

Rainmaker
 

Optikus

Mitglied
Hallo Rainmaker,

ich lebe ja - wenn ich nicht in Saarbrücken bin um zu arbeiten - in einem kleinen Nest am Rhein, wir hatten früher durchgehende Nachtbeleuchtung, dann wurde das abgestellt da zu teuer - nun haben wir statt Natriumdampf-Hochdrucklampen LED. Erstes Anliegen der Anwohner war, die Lampen wieder durchgehend brennen zu lassen, da die überwiegend aus Rentnern bestehende Population sich dann sicherer fühlt ...

Nachts ist es bei uns dreimal so tot auf den Straßen wie auf dem Friedhof und gegen die gelegentlich rumziehenden Einbrecherbanden hilft keine Straßenbeleuchtung sondern mehr Polizei, aber das kommt in den Köpfen der Leute nicht am. Nur die Häuser dürfen natürlich nicht angeleuchtet werden wegen des Nachtschlafs, darum baut man alles in den recht großen Gärten bei uns mit hohen Gehölzen zu, in denen man ne Kompanie Einbrecher verstecken könnte...

CS
Jörg
 

holger_merlitz

Mitglied
In der Politik geht es um das Zuschanzen von Aufträgen, und ein simples Abschalten von Lampen füllt keine Politikertasche. An dem Protokoll kann man sehr schön nachvollziehen, wie das abgelaufen sein muss:

Zuerst geht es um die Insekten, deren Leiden durch die künstliche Beleuchtung etc. Alle Probleme wurden erkannt und zur Kenntnis genommen. Gut, damit war der moralische Teil der Diskussion erledigt - let's talk business! Plötzlich der logische Sprung im Protokoll, als es um die wunderbaren Eigenschaften der LEDs geht. Die brauchen ja so wenig Strom, dass ein Abschalten sich gar nicht mehr lohnen würde. Ausserdem kann man damit jeden Feldweg taghell ausleuchten und die Sicherheit der Menschen erhöhen (wirksame Maßnahme, gemäß einer amerikanischen Studie aus der New York Bronx).

Ergebnis der Aktion:

* Es sterben mehr Insekten
* 24 Stunden taghell
* Enorme Steuergelder sind verpulvert
* Ein paar lokale Firmen verdienen sich eine goldene Nase bei der Umrüstung auf LED
* Die Politiker brüsten sich damit, die Sicherheit erhöht und Arbeitsplätze gerettet zu haben; sie werden wieder gewählt ...

Viele Grüße,
Holger
 

Optikus

Mitglied
Holger,

ich war lange hautnah an der Kommunalpolitik - das ist was anderes als die "große" Politik, da stehen die Leute meuternd und rumorend im Rathaus, machen die Ratsmitglieder schalü und dann wird, nachdem alle auch im gleichen Ort wohnen, eben im Rat abgestimmt wie es die Leute wollen.
Da macht sich keiner den Spaß dass seine Frau und Kinder angegangen werden wenn man sich quer legt, und das für 10€ Sitzungsentschädigung resp. wenn der Bürgermeister noch ehrenamtlich tätig ist für'n Händedruck.

In größeren Städten ist das vielleicht was anderes, da gibt's ne professionelle Verwaltung, in einer kleinen Gemeinde mit nem 5 Mann Rathaus und 2 Mann Bauhof (der im Zweifel mit nem örtlichen Handwerker und der Leiter der freiw. Feuerwehr die Lampen wechselt weil der Haushalt nicht mehr hergibt).

Uns ärgert das, man muss aber auf'm Teppich bleiben, es gibt in der Fläche Sachzwänge, die man gemeinhin nicht vermutet. Ich rede wie gesagt nicht von großen Städten, da sieht die Welt vielleicht anders aus, aber in der Fläche ist die Butter und erst recht die Marmelade auf dem Brötchen in den Kommunen sehr sehr dünn aufgetragen.

CS
Jörg
 

holger_merlitz

Mitglied
Hallo Jörg,

das mag schon so sein; das Ergebnis ist leider das selbe: Insekten haben keine Lobby, und drei Amateurastronomen, die vor dem Rathaus stehen, gehen in der Menge sowieso unter. Geld ist woanders zu holen, die vermeintliche Sicherheit eine Schutzbehauptung, und so geht es mit der Umwelt weiter bergab ...

Viele Grüße,
Holger
 

Optikus

Mitglied
Hallo Holger,

das muss aber nicht sein. Es gibt ja durchaus positive Beispiele, aber das braucht vor Ort engagierte Leute die das propagieren. Die Leute müssen davon überzeugt werden, dass es ihnen was bringt. Verbreitung von Weltuntergangsstimmung nutzt nix. Bei uns im Rheintal wird sich zur Buga sicher auch noch was tun, mal sehen. Wir haben auch brennende Probleme bei uns, zwar jetzt nicht erstrangig die Beleuchtung, wir sind schon froh dass wir jetzt Leuchten haben die nicht mehr nach oben abstrahlen, aber auch da muss der passende Zeitpunkt gefunden werden.

CS
Jörg
 
Hallo zusammen,
ich verstehe nicht, warum es sich nicht lohnen soll, auch LED-Lampen zeitweise abzuschalten. Nehmen wir mal an, so eine Strassenleuchte hätte 100W, verbraucht also 0,1 KWh Energie. Wenn man das mit 5 gesparten Nachtstunden (z.B. 0:00 bis 05:00) multipliziert, ist man schon bei 0,5 KWh. Wie viele Strassenleuchten gibt es wohl allein in Deutschland...gefühlte Millionen...und das soll sich nicht lohnen? Denkt mal, man würde das weltweit hinbekommen...

Viele Grüße
Holger
 
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