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Poste deine planetarischen Nebel!

Emissionsnebel

Mitglied
Planetarische Nebel - Teil 1
Schon als ich 2016 mit einem 6" Newton angefangen habe fand ich planetarische Nebel faszinierend. Und in den ersten 5 Beobachtungsnächten habe ich auch schon 3 der 4 Messier-PN's beobachtet - man bedenke, in den ersten beiden Nächten habe ich erstmal gar nichts gefunden außer Doppelsterne.
Ich möchte euch heute die Planetarischen Nebel zeigen, die ich bisher gezeichnet habe. Meine Top 13 sozusagen. Da man nur 8 Dateien anhängen kann, kommt noch ein zweiter Teil.
Diese Liste inspiriert vielleicht den ein oder anderen, der noch nicht alle dieser PN's kennt, sie zu beobachten, oder aber eigene Zeichnungen oder Erfahrungen zu posten. Denn auch ich brauch mal eine Inspiration, mit welchen PN's ich weiter machen soll! Also, zeigt doch hier drunter einfach gerne mal eure Werke, doppelte sind natürlich auch willkommen.

Mit der Zeit wächst die Erfahrung und man kann immer mehr Details aus kleinen Nebelflecken herausholen. Zudem kam vor 1,5 Jahren ein größeres Teleskop, ein C8, dazu. Und auch die "Zeichenkünste" sind etwas besser geworden, wie ich finde. Das bedeutet, ältere Zeichnungen, also die mit dem 6-Zöller, lassen sich nicht gut mit den aktuelleren Vergleichen. Außerdem sind manche Skizzen beim einscannen zu dunkel geworden, also bitte die Bildschirmhelligkeit anpassen um alles gut zu sehen.
Alle Beobachtungen gemacht aus dem Garten, Grenzgröße schwankt je nach Abend so zwischen 5,6 und 6,2 Magnituden.

1. Beginnen wir mit dem ersten PN den ich überhaupt gesehen habe: Messier 57 im 6" Newton bei 115X. Den muss ich unbedingt nochmal neu zeichnen, das bekomme ich inzwischen besser hin. Naja...

Messier 57.jpg


2. Der wohl eindrucksvollste und am leichtesten zu findende der Liste, durch die vielen Helligkeitsunterschiede aber gar nicht einfach zu zeichnen: Der Hantelnebel Messier 27. Hier zu sehen im C8 bei 161X und UHC-Filter, der schwache Halo wurde mit 51X und UHC-Filter hinzugefügt, da war er besser zu erkennen.

Messier 27 mit C8.png


3. Wenn wir schon die Hälfte der Messier-PN's abgehakt haben, machen wir doch direkt noch die andere. Messier 76 im 6" Newton bei 115X. Auch der schreit förmlich danach, nochmal neu gezeichnet zu werden.

Messier 76.jpg


4. Als viertes, wie angekündigt, der Eulennebel Messier 97 im 6" bei 60X und UHC-Filter. Ich glaube den suche ich demnächst im C8 nochmal und versuche sie Eulenaugen zu finden.

1610545346476.png


5. Jetzt geht es zu den NGC's. Den Anfang macht hier NGC 40 - einer meiner Favoriten! Hohe Flächenhelligkeit, sichtbarer Zentralstern und dann im Nebel selbst auch noch Helligkeitsunterschiede an der oberen Ecke zu erkennen. Die Zeichnung entstand im 6" bei 120X, ist aber schon eher eine der aktuelleren. Der Zentralstern ist schon bei 60X auffällig.

NGC 40.jpg


6. NGC 1501 zeigt zwar im 6-Zöller keinen Zentralstern, aber zumindest eine schwache Aufhellung in der Mitte des Ovals. Ebenfalls 120X + UHC-Filter.

NGC 1501.jpg


7. Mal wieder eine Zeichnung im C8: NGC 2392 bei 160X mit und ohne UHC-Filter. Der Zentralstern war mit indirektem Sehen zu erkennen, ist aber eher ein schwieriges Detail. Um ihn ist ein ovaler Zentralbereich und darum nochmal ein schwächerer Ring, der an einer Stelle sehr viel schwächer ist, fast unterbrochen wirkt. Laut Wikipedia sind die Hüllen übrigens überhaupt nicht rund, sondern bipolar geformt und erscheinen nur rund, da wir auf die Polachse schauen. Kommt wohl häufiger vor, finde ich interessant.

NGC 2392.jpg


8. Von kaum einem anderen PN gibt es so faszinierende Aufnahmen - sei es durch Hubble oder dem Chandra-Röntgenteleskop - als von NGC 6543, dem Katzenaugennebel. Hier im 6" bei 120X und UHC-Filter. Ich hab ihn in meinen Aufzeichnungen folgendermaßen beschrieben: "Der Nebel erscheint mit direktem sehen als nahezu runder Fleck. Indirekt ist er jedoch deutlich elliptisch mit rundem Zentrum. Die Helligkeitsverteilung ist ansonsten gleichmäßig, ein UHC-Filter bringt eine kleine Verbesserung der Kontraste. Ein sehr schwieriges Detail ist der Zentralstern, welcher zumindest zeitweise zu erahnen ist. Der Nebel an sich ist sehr hell und leicht zu sehen." - Den muss ich unbedingt nochmal im C8 heimsuchen!

NGC 6543.jpg


Fortsetzung folgt...
 

Emissionsnebel

Mitglied
Planetarische Nebel - Teil 2

9. Ein weiterer interessanter ist NGC 6826, der „blinking planetary“. Hier im 6“ bei 187X, mit und ohne UHC-Filter. Den Zentralstern habe ich als ‚grenzwertig, aber gerade noch zu erkennen‘ vermerkt. Um ihn lässt sich eine schwache Helligkeitskonzentration zur Mitte erkennen. Der bekannte Blink-Effekt wird mit 120X und etwas Geduld sichtbar.

NGC 6826.jpg


10. NGC 6905 ist ein schwächerer Kandidat. Im C8 bei 162X und UHC-Filter zeigt sich eine runde Nebelscheibe, die am unteren Rand etwas heller ist. Der Zentralstern bleibt unsichtbar.

NGC 6905.jpg



11. Zusammen mit der von M27 wohl meine aktuellste PN-Zeichnung: NGC 7026, der Cheeseburgernebel. Wo dieser Spitzname herkommt sollte offensichtlich sein. Aber Vorsicht, die dunkle Trennlinie zwischen den beiden Hälften ist ein schwieriges Detail! Ich brauchte zumindest etwas Geduld dafür. Die Zeichnung entstand im C8 bei 325X und UHC-Filter.

NGC 7026.jpg


12. Ebenfalls bei 325X im C8 entstand diese hier: NGC 7027. Ein kleiner, aber sehr heller Nebel, mit einem hellen und einem etwas dunkleren Teil. Übrigens mit einem Alter von etwa 600 Jahren eines der jüngsten DSO die wir beobachten können!

NGC 7027.jpg


13. Der letzte Nebel der Liste: NGC 7662, der blaue Schneeball. Er hat eine so hohe Flächenhelligkeit das ein UHC-Filter überflüssig ist. Im 6“ bei 187X erscheint er klein, strukturlos und hell. Sogar die namensgebende blaue Farbe konnte ich beim besten Willen nicht erkennen – aber ich bin was Farbwahrnehmung angeht auch wirklich nicht gut, da habe ich auch bei Sternen schon Schwierigkeiten. Ich werde bei Gelegenheit mal schauen ob ich mit dem C8 noch etwas rausholen kann.

NGC 7662.jpg



So, jetzt seid ihr dran! Fügt gerne einen Teil 3 an. Habt ihr selbst Skizzen von PNs? Oder einfach Berichte und Empfehlungen für mich, welche PNs noch lohnenswert sind?

CS
Kalle
 

Gerd-K

Mitglied
Hallo,

Das ist ein interessantes Projekt das du hier vorstellst.
Ich werde mir deinem Thread am Wochenende genauer durchlesen, jetzt komme ich arbeitszeittechnisch nicht dazu.

Ich beobachte selbst Planetarische Nebel. Ich beschreibe meine Beobachtungen, zeichne aber nicht.
Meine Beobachtungen habe ich aufeiner HP veröffentlicht:
Planetarische Nebel.

Viele Grüße
Gerd
 

juri1

Mitglied
Eine schöne Arbeit zeigst Du da. Ich mag mir Zeichnungen gerne anschauen.
Im 8“ SC habe ich damals M97 unter dunklem Landhimmel gut identifizieren können.
Die „Eulenaugen“ waren gut zu erkennen. Ich kann aber leider nicht mehr sagen,
welche Vergrößerung ich eingesetzt habe. M76 habe ich als sehr hell in Erinnerung, auch mit SC8“ (Meade LX 10 damals)
Im Sternbild Draco habe ich noch einen planetarischen Nebel im Gedächtnis, welcher enorm grün leuchtete.
Das war sehr eindrücklich. Weiß jemand, welcher PN das sein könnte?
Bin mal gespannt, was hier noch so gezeigt wird.
Gruss und CS,
Arne
 

Emissionsnebel

Mitglied
Hallo Arne,

danke schön! Und danke für deinen Erfahrungsbericht mit M97, dann nehm ich mir den auf jeden Fall auch mal mit 8 Zoll vor.

Im Sternbild Draco habe ich noch einen planetarischen Nebel im Gedächtnis, welcher enorm grün leuchtete.
Das war sehr eindrücklich. Weiß jemand, welcher PN das sein könnte?
Das könnte NGC 6543 sein, den ich ja oben auch aufgeführt habe. Der ist hell und im Drache. Außerdem mein ich mich zu erinnern von dem als grün beschrieben gelesen zu haben. Da ich aber schlecht im Farbsehen bin, kann es gut sein das der deutlich grün ist und ich das garnicht gemerkt habe...

CS
Kalle
 

Emissionsnebel

Mitglied
Hallo Gerd,

super Homepage, da lohnt sich aufjedenfall noch mal ein gründlicher Blick rein!

Und auch du beschreibst NGC 6543 auf der Seite als deutlich grün, kann also gut sein dass das der PN ist den du meinst, Arne.

CS
Kalle
 

juri1

Mitglied
Ja, NGC 6543, das passt. Vielen Dank! Ich habe damals mein LX 10 auf eine Betonsaeule gesetzt und eingescheinert.
Dann habe ich mit dem Karkoschka und den Teilkreisen den Himmel durchforstet. Das war um 2000 rum.Funktionierte perfekt.
Jupiter und Saturn standen recht hoch und ließen Tagbeobachtungen zu. Das war damals ein Erlebnis, als ich mein Bresser 60/900
aus den 80ern gegen das LX10 tauschte.
Gruss und CS,
Arne
 
Zuletzt bearbeitet:

Emissionsnebel

Mitglied
Hallo Uwe,

Ach, gute Idee! Das wär doch auch ein schönes Projekt, ein direkter Vergleich, welcher PN reagiert wie auf welche Filter. Gefällt mir:y:

CS
Kalle
 

StKorth_privat

Mitglied
Schöne Thread hier! Ich habe auch noch ein paar alte Zeichnungen aus den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts da liegen, mangels grafischer Fähigkeiten habe ich das Thema aber nicht weiterverfolgt. Ich finde es trotzdem spannend, weil man sich auf dieser Basis besser über visuelle Beobachtungen austauschen kann. Weiter so!

Stefan Korth
 

Gerd-K

Mitglied

Hallo,

Vor vielen Jahren hatte ich auch mal gezeichnet, nicht viel und ich habe es aber nicht mehr fortgeführt.
Eine Zeichnung von Messier 76 habe ich gefunden:

Messier 76


Zu deiner Zeichentechnik:
Zeichnest du am Teleskop mit schwarzen Bleistift auf weises Papier und zeichnest dann Zuhause um? Ist die Zeichnung am Teleskop nahezu schon die fertige Zeichnung oder entsteht der letzte "Schliff" der Zeichnung Zuhause?

Viele Grüße
Gerd
 

Uwe65

Mitglied
Hallo Gerd,
ich weiß nicht genau, wen Du mit Deiner Frage zu Zeichentechnik ansprichst, aber ich antworte einfach mal darauf:
Am Teleskop habe ich nicht lange versucht Reinzeichnungen zu machen, das ist bei Rotlicht auch eine Sache für sich. Ich zeiche mit einem HB Bleistift auf A5 Papier, befestigt auf einem Klemmbrett. Das ist handlich und stabil. Die jeweiligen Bereiche werden umrissen und mit Ziffern bezeichnet, die die Helligkeitsabstufungen darstellen. Dazu kommen kleine Kommentare bzgl. evtl. Opazität und Hinweisen, ob die Ränder abgegrenzt sind oder diffus auslaufen.
In der warmen Stube entsteht dann - spätestens am Folgetag - die Reinzeichnung. Bleistifte: ein harter, zwei weiche und Edding 1800 für Sterne sowie ein Radierstift.



Links und Mitte das Equipment, Rechts eine Nachtskizze von M421610744379452.png1610744418923.png

Ich bin leider nicht so talentiert, wie manche Sternfreunde, was ich sehr bewundere, daher reicht mir manchmal auch das skizzenhafte Festhalten der Objekte. Das Zeichnen am Teleskop die Beobachtung intensiviert, muss ich in dieser Runde wohl nicht weiter ausführen. Für mich ist es entscheidend, dass faktisch gesehene festzuhalten. Das ist es was mich interessiert. Also mein Bildbearbeitungsprogramm ist von Faber-Castell :) (sehr analoge hardware).

CS Uwe
 

Gerd-K

Mitglied
Hallo Uwe,

Vielen Dank für deinem Beitrag.
Ich sollte auch mal wieder mit zeichnen anfangen, zumindest mal ein Objekt pro Beobachtungsnacht.

Viele Grüße
Gerd
 

Emissionsnebel

Mitglied
Hallo Stefan und Frank, danke schön! Ja, ich finde auch, dass zeichnen ein wichtiges Instrument der visuellen Beobachtung sein kann.

Hallo Gerd,

Vor vielen Jahren hatte ich auch mal gezeichnet, nicht viel und ich habe es aber nicht mehr fortgeführt.
Eine Zeichnung von Messier 76 habe ich gefunden:

Sieht gut aus! Warum machst du das jetzt nicht mehr? Zu aufwändig?

Zeichnest du am Teleskop mit schwarzen Bleistift auf weises Papier und zeichnest dann Zuhause um? Ist die Zeichnung am Teleskop nahezu schon die fertige Zeichnung oder entsteht der letzte "Schliff" der Zeichnung Zuhause?

Genau, also ich nehm ein Blatt Papier und zeichne einen Kreis mit Zirkel drauf. Dann nehm ich einen Bleistift und zeichne die Sterne ein, die man direkt sieht. Dabei hilft es, sich am Rand als Referenz zu orientieren und immer im Kopf Muster zu bilden (also etwa, wie viel Grad hat ungefähr der Winkel zwischen den drei Sternen? Auf wie viel Uhr ist dieser Stern?). Dann kommt das Objekt. Erst die Form, dann nähere Details und zum Schluss die ganzen Helligkeitsnuancen. Dabei kann man sich mit Zahlen behelfen, wie Uwe beschreibt, aber ich mach das meistens direkt zeichnerisch.
Am nächsten Tag (oder wenn ich noch am selben Tag wach genug bin, je früher desto besser, dann ist die Erinnerung am frischsten) folgt die Reinzeichnung. Die Sterne entweder durchpausen unter einem Leuchtbrett oder ähnlichem, oder alternativ mit Polarkoordinaten übertragen (also z.B. dieser Stern ist bei 60° und 3,2cm von der Mitte entfernt). Den Bleistift möglichst spitz und hart für die Sterne wählen, ich nehm oft einen Druckbleistift. Den Nebel mach ich meistens mit dem gleichen Bleistift, alleine schon aus Mangel an Kenntnis über Bleistifttypen und das funktioniert auch sehr gut. Bei flächigen Objekten, wie oben mein M27, hilft es die Bleistiftstriche immer mit dem Finger zu verwischen, dann kommt der Nebelcharakter fast von alleine.

CS
Kalle
 

StKorth_privat

Mitglied
Ich persönlich halte es für gar nicht so verkehrt, Sterne auch vorab ausdrucken - denn wenn es zeichnerisch nur um den Nebel geht, dann kann man sich anhand der Sternmuster auch gut eine Art "Raster" schaffen, dass dann dafür sorgt, dass man maßstabsgerecht zeichnet.

Nur so eine Idee...
Stefan Korth
 

Blue Star

Mitglied
Hallo Kalle und alle anderen,

auch ich kann mich nur der Meinung anschließen, dass dies ein schönes Thema ist.

Auch ich zeichne hin und wieder und doch zu selten mit verschiedenen Optiken und auch unter verschiedensten Bedingungen. Mein Talent hält sich meiner Meinung nach in Grenzen, aber wenn ich dann zeichne, dann ist dies für mich immer die pure Entspannung. Vor allem dann, wenn ich von der Astrofotografie mal ein oder zwei Nächte eine Auszeit brauche. ;)

Planetarische Nebel habe ich erst zwei gezeichnet, M 57 und M 27 und den letzteren habe ich im Sommer 2019 an unserem 24 Zoll Cassegrain f/9 in der Volkssternwarte Köln mit einem OIII-Filter gezeichnet. Eine Woche davor habe ich diesen, bei etwas schlechteren Bedingungen (18,72 SQL, aber etwas besseren Seeing) mit meiner Canon 700Da und einem LPS-D1 Filter an unserem 140`er TEC aufgenommen. Hier konnte ich 40 x 3 Minuten Licht sammeln.

Über die Bildbearbeitung reden wir jetzt besser nicht. Ist okay, aber für Stadtverhältnisse und meiner Lernkurve von vor 1 ½ Jahre, ja wie schon geschrieben okay und Punkt. :whistle:

Den Vergleich fand ich ganz interessant.

Schönen Gruß und CS (was immer das mittlerweile sein soll :rolleyes:)

Karsten

M 27 - CLT - 31.08.2019.jpg

M 27 - 2019 - TEC Canon 700Da.jpg
 

NONSENS

Mitglied
Hallo! In meinen Aufzeichnungen gibt es nur wenige Zeichnungen planetarischer Nebel, die digitalen Kopien sind zudem alt und klein... Trotzdem will ich hier mal die Zeichnungen bzw. Skizzen vom Eskimonebel, von Jupiters Geist und vom Blue Flash Nebel zeigen. Sie sind (wahrscheinlich) am 10" Schmidt Newton entstanden, da müßte ich noch mal nachsehen. Es gibt noch ein paar Skizzen von M 27, M 67, Ringnebel, M 1... Sollte es mal wieder klaren Himmel geben, will ich ein paar einfache Fotografien planetarischer Nebel versuchen.

Gruß und CS, Michael

Eskimonebel.jpg
<= Eskimonebel

Jup_Geist.jpg
<= Jupiters Geist

ngc6905.JPG
 

mettling

Mitglied
Hallo Deepskyfreunde,

Zeichnungen von PNs sind eine feine Sache. Ich habe 2020 auch mit dem Zeichnen angefangen, hatte mich aber zunächst verstärkt auf Galaxien und Emissionsnebel gestürzt. Aber zwei PNs finden sich auch schon unter meinen Bildern und ich zeige sie gerne vor.

Besonderheit: ich zeichne nicht auf Papier, sondern mit dem Apple Pencil direkt auf dem iPad. Das Tablet habe ich dazu hinreichend abgedunkelt und arbeite dann mit der App Adobe Fresco. Dadurch stehen mir bei den Zeichnungen Ebenen zur Verfügung und ich kann Fehler rückgängig machen. Zudem zeichne ich direkt mit weiß auf schwarz, was ich deutlich angenehmer finde. Ich habe meine Zeichentechnik im Astrotreff dokumentiert. Falls Interesse besteht:

Nun aber die beiden Bilder. Zunächst der unausweichliche M27:

AD152EEE-AD9A-4D2B-9D69-D181ED13E7CE.jpeg


Ich glaube das war erst meine zehnte Zeichnung oder so und das erste Objekt, das derart viele Details bietet. Ich habe versucht einen möglichst realistischen Eindruck einzufangen und Details nicht betonter zu zeichnen, als ich sie gesehen habe. Dadurch wirkt die Zeichnung vielleicht weniger spektakulär als andere, ich finde sie gibt aber den visuellen Eindruck recht gut wieder. Aber der Nebel erscheint im Teleskop natürlich nicht so hell.

Das hier ist NGC 1501 in Camelopardalis:

B27CD179-71D0-48C0-9A19-F32BE8B8F603.jpeg


Der Nebel erschien mir zunächst als strukturlose flache Scheibe, erst nach ein paar Minuten konzentrierter Beobachtung schälten sich Strukturen im Inneren heraus. Hätte ich nicht versucht ihn zu zeichnen, hätte ich vermutlich nicht die Geduld aufgebracht, ihn intensiv genug zu beobachten um sie zu sehen.
Gerade deshalb finde ich das Zeichnen so lohnend: es zwingt den Beobachter zu genauerer Betrachtung des Objektes, wodurch man einfach mehr sieht als bei einem flüchtigen „Abhaken“ von Deepskyobjekten.

Ich hoffe die Bilder gefallen Euch.

Bis dann:
Marcus
 

Uwe65

Mitglied
Hallo Marcus,

erst nach ein paar Minuten konzentrierter Beobachtung schälten sich Strukturen im Inneren heraus. Hätte ich nicht versucht ihn zu zeichnen, hätte ich vermutlich nicht die Geduld aufgebracht, ihn intensiv genug zu beobachten um sie zu sehen.
...ich bin da "sowas von bei Dir" und kann das nur doppelt, dick und rot unterschreichen!!

wirkt die Zeichnung vielleicht weniger spektakulär als andere
Ach was, gerade das ist doch der Reiz der visuellen Beobachtung, herauszufinden was man wirklich sehen kann und das kann von Beobachtung zu Beobachtung anders sein. Aber wem sage ich das...

CS Uwe
 

Emissionsnebel

Mitglied
Hallo Karsten, Michael und Marcus,
danke für eure schönen Zeichnungen!

Mein Talent hält sich meiner Meinung nach in Grenzen
Och, also wenn ich dein M27 sehe, wage ich doch glatt zu widersprechen. ;)
Der sieht doch ziemlich treffend aus.

Sie sind (wahrscheinlich) am 10" Schmidt Newton entstanden, da müßte ich noch mal nachsehen.
Find ich ja toll das du bei Jupiters Geist auch was von der inneren Struktur erkannt hast! Den setze ich auch auf meine Liste, bin gespannt ob ich auch was an Strukturen mit 8" rausholen kann. Um einen vollständigen Ring als innere Struktur zu sehen braucht man ja eher 12" aufwärts, zumindest wenn man sich die Zeichnungen im Netz dazu anschaut. Hat den auch jemand in 8" schonmal gesehen?

Gerade deshalb finde ich das Zeichnen so lohnend: es zwingt den Beobachter zu genauerer Betrachtung des Objektes, wodurch man einfach mehr sieht als bei einem flüchtigen „Abhaken“ von Deepskyobjekten.
Meine Worte! Übrigens eine interessante Zeichentechnik, die du hier zeigst. Sieht gut aus!

CS
Kalle
 

WOBAFGKMRN

Mitglied
Hallo,

tolles Thema - da kann ich mir viele Ideen für weitere Beobachtungsziele holen! Der Cheeseburger-Nebel hats mir auf jeden Fall schon angetan :D. In meiner Mappe mit den Zeichnungen finden sich leider erst zwei Planetarische Nebel (eh die Klassiker). Aber das habe ich vor zu ändern. In beiden Fällen sind die Nebel invertierte Bleistiftzeichnungen und die Sterne wurden am PC ersetzt.

M 57: Der Himmel war in dieser Nacht sehr dunkel und die Ringform, sowie der aufgehellte Innenbereich super zu sehen.
m57_heller.JPG



M 27: Hier habe ich mit einer ausgedruckten Sternenkarte des beobachteten Feldes gearbeitet. Der Halo war an der Wahrnehmungsgrenze ganz leicht indirekt sichtbar.
m27_heller.JPG


LG Michael
 

StKorth_privat

Mitglied
Das ist jedenfalls so
Hallo Deepskyfreunde,

Zeichnungen von PNs sind eine feine Sache. Ich habe 2020 auch mit dem Zeichnen angefangen, hatte mich aber zunächst verstärkt auf Galaxien und Emissionsnebel gestürzt. Aber zwei PNs finden sich auch schon unter meinen Bildern und ich zeige sie gerne vor.

Besonderheit: ich zeichne nicht auf Papier, sondern mit dem Apple Pencil direkt auf dem iPad. Das Tablet habe ich dazu hinreichend abgedunkelt und arbeite dann mit der App Adobe Fresco. Dadurch stehen mir bei den Zeichnungen Ebenen zur Verfügung und ich kann Fehler rückgängig machen. Zudem zeichne ich direkt mit weiß auf schwarz, was ich deutlich angenehmer finde. Ich habe meine Zeichentechnik im Astrotreff dokumentiert. Falls Interesse besteht:

Nun aber die beiden Bilder. Zunächst der unausweichliche M27:

Den Anhang 175454 betrachten

Ich glaube das war erst meine zehnte Zeichnung oder so und das erste Objekt, das derart viele Details bietet. Ich habe versucht einen möglichst realistischen Eindruck einzufangen und Details nicht betonter zu zeichnen, als ich sie gesehen habe. Dadurch wirkt die Zeichnung vielleicht weniger spektakulär als andere, ich finde sie gibt aber den visuellen Eindruck recht gut wieder. Aber der Nebel erscheint im Teleskop natürlich nicht so hell.

Das hier ist NGC 1501 in Camelopardalis:

Den Anhang 175455 betrachten

Der Nebel erschien mir zunächst als strukturlose flache Scheibe, erst nach ein paar Minuten konzentrierter Beobachtung schälten sich Strukturen im Inneren heraus. Hätte ich nicht versucht ihn zu zeichnen, hätte ich vermutlich nicht die Geduld aufgebracht, ihn intensiv genug zu beobachten um sie zu sehen.
Gerade deshalb finde ich das Zeichnen so lohnend: es zwingt den Beobachter zu genauerer Betrachtung des Objektes, wodurch man einfach mehr sieht als bei einem flüchtigen „Abhaken“ von Deepskyobjekten.

Ich hoffe die Bilder gefallen Euch.

Bis dann:
Marcus

...das ist jedenfalls so "milchig" gezeichnet wie ich es gerne können würde - wenn ich den noch zeichnen würde. Kommt schon ziemlich realistisch ´rüber.
Ich selber nehme mir auch ohne Zeichnen die Zeit, die man braucht, um nach und nach etwas mehr Struktur ausmachen zu können, das zahlt sich so oder so aus. Gerade bei PN-Einzelheiten oder schwächeren Galaxienhaufen gehen da schon einmal 15 - 30 Minuten oder mehr ins Land.

Gruß,
Stefan Korth
 

hamburg711

Mitglied
Zeichne ich was ich sehe?
Oder sehe ich (innerlich) was ich zeichne?

Das sollte nun keine philosophishe Abhandlung werden sondern die Frage der herangehensweise.
Ich habe noch keine Zeichenerfahrungen, möchte aber gerne damit anfangen.
Gestern habe ich von jemanden Zeichnungen auf seiner Homepage angeschaut. Jupiter mit seinen vielen Wirbeln. Im Jahr 2006 und im Jahr 2020 gezeichnet. Beides mal mit der gleichen Fernrohr. Im Jahr 2020 viel detailreicher, viel mehr Wirbel. Haben da etwa die super Farbfotos der Nasa ihre Spuren im Gedächtnis hinterlassen?
Zeichne ich nun wirklichkeitsgetreu mit Farbnuancen die planetarischen Nebel?
Oder einfach strukturiert weil ich im 4 Zöller nicht mehr erkennen konnte. Nur in schwarz/weiss weil ich eben nicht mehr gesehen habe?
 

Gerd-K

Mitglied
Im Jahr 2006 und im Jahr 2020 gezeichnet. Beides mal mit der gleichen Fernrohr. Im Jahr 2020 viel detailreicher, viel mehr Wirbel. Haben da etwa die super Farbfotos der Nasa ihre Spuren im Gedächtnis hinterlassen?

Hallo,

Meiner Meinung nach nennt man das "Beobachtungserfahrung".
Im Laufe der Jahre wird man am Okular immer mehr sehen, denn die Erfahrung und die Fähigkeit kleine Strukturen zu erfassen steigt mit jedem Beobachten. Das gilt auch für die Beobachtung von Nebeln, Sternhaufen und Galaxien am Nachthimmel.
Das es eventuell nicht einfach erklärbar, ich kann das aber selbst an meinen eigenen Beobachtungen nachvollziehen.

Viele Grüße
Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:

klawipo

Mitglied
Hallo Kalle,

tolles Projekt, bzgl der Farbe ist es so, dass man sie bei kleiner Vergrößerung oft ganz deutlich sieht, sie verschwindet dann aber rasch schon bei mittlerer Vergrößerung.

Beim Hantelnebel würde ich mal auf die durchscheinenden Sterne (naja, manche liegen vielleicht auch davor) achten. Die machen das Objekt (für mich) erst richtig reizvoll.

VG Klaus
 
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