Probleme mit Satellitenspuren

Ephesier

Mitglied
Hallo alle zusammen,

ich habe letztens den Hexenkopfnebel aufgenommen und dabei in einem Bereich/Streifen des Bildes auf den meisten Frames eine Satellitenspur.
Hier Crops von zwei Einzelframes:

saellitenspuren_einzelbild.jpg


saellitenspuren_einzelbild2.jpg



Nach dem Stacking bleibt die Spur leider sichtbar.


saellitenspuren_stack.jpg


Aufgenommen habe ich 70 Frames a 105 Sekunden bei 135mm mit APCS-Sensor.

Beim Stacking habe ich mich mit Siril und Pixinisght versucht.

Was macht man da am Besten?

CS,
Manuel
 
Hallo Manuel, ich kenne das Problem genau an dieser Stelle. Hier befindet sich sowas wie eine Satelliten Autobahn und die stacking Programme (bei mir app) können das nicht mehr sauber über sigma clipping regeln, da einfach in fast allen frames auf dieser Bahn ein Satellit durch zieht. Bei mir waren es damals 90x240 s. Mir blieb nichts anderes als mit einem Retusche/Reparatur Tool in Affinity die Bahnen hart raus zu retuschieren.
Viele Grüße und CS Ben
 
Hallo Manuel, hast Du auch Darks, Flats und Dark Flats mit in den Prozess einfließen lassen? Bitte auch mal das Kameramodell Posten.
Du kannst auch gerne mal ein Light, Dark und Flat Posten / in Rohform, dann kann man mal in den Fits Header schauen.
CS Alex
 
Hallo Manuel,

70 Bilder sind eigentlich genug, um diese Artefakte per Pixel Rejection loszuwerden. Gradienten in den Subs können das manchmal erschweren, da könnte Local Normalization helfen vor dem Integrieren. Das ist übrigens generell zu empfehlen, da der verbliebene Gradient im Summenstack dadurch oft weniger komplex wird und leichter zu entfernen ist.

Wenn du das Preprocessing in PI mit dem WBPP-Skript machst, kann man die Local Normalization einfach per Haken anwählen.

Ich sortiere praktisch keine Bilder mit Sattrails mehr raus, es sei denn, es sind ganz extreme wie z. B. helle, breite Flugzeugspuren.

CS, Bernd
 
Hallo Manuel, hast Du auch Darks, Flats und Dark Flats mit in den Prozess einfließen lassen? Bitte auch mal das Kameramodell Posten.
Du kannst auch gerne mal ein Light, Dark und Flat Posten / in Rohform, dann kann man mal in den Fits Header schauen.
CS Alex
Hallo Alex, ja Darks und Flats habe ich einfließen lasst. Das Kameramodell ist in diesem Fall eine Fuji X-T20.
CS Manuel
 
Hallo Manuel, sonst bitte Darkflats anlegen oder Bias - Wenn Du die in NINA machst, Sequencer -Bias - Belichtung - 0.0001=1E-05s / Darkflats kannst Du mit 0.2s machen.
Bilder mit Satelitenspuren sortiere ich generell aus. Aber je weniger Belichtungszeit(BLZ) Du gesammelt hast wird das Ergebnis, naja, nicht besser. Am besten nochmal nachlegen und mehr BLZ sammeln. Dann Darflats ( einfach in Darks bei WBPP reinkopieren) PI erkennt das, oder BIAS einpflegen.
CS Alex
 
Mit Sigma-Stacking im Programm FITSWORK hatte ich noch nie Probleme mit Flugzeug- und Satellitenspuren.
 
auch wenn DSS irgendwie keinen guten Ruf hat, aber es bietet gute Eingriffsmöglichkeiten und ist sehr schnell, so dass man auch einfach mit den Parametern beim Sigma-Clipping mal spielen kann.
Als Stackingalgorithmus nur Sigma Clipping - nicht Median Sigma Clipping auswählen.
Ich würde mal bei Kappa auf Werte um 1,2 ... 1,5 gehen und die Iterationen mal auf 10 oder höher setzen und schauen, wie sich das auf die Spuren auswirkt.
Das SNR verschlechtert sich dann natürlich in diesen Bildbereichen aber vllt. bekommst die die Spuren damit eliminiert.

viel Erfolg! - Ronald
 
Hallo Manuel,

es gibt hier zwei Möglichkeiten, die Satellitenspuren los zu werden.
Einerseits kann man beim Sigma-Stacking den Sigma-Bereich verringern, sodass abweichende Pixel eher als Ausreißer erkannt und verworfen werden. Das wäre die automatischere Methode. Dadurch werden aber aufs gesamte Bild gesehen "Ausreißer" erkannt, die im Grunde keine sind.

Eine andere Methode steckt in den Einstellungen in Pixinsight und ist verwendbar, wenn es genug Frames gibt, in denen nicht die gleichen Bildbereiche betroffen sind. Wenn man mit dem WBPP-Script durch ist, findet man im Ergebnisverzeichnis auch die korrigierten und aufeinander registrierten Einzelframes. Auf denen sind die Satellitenspuren noch zu sehen.
Dann erstelle mit Pixelmath ein komplett schwarzes Bild der gleichen Größe wie die Einzelframes (einfach ne "0" da eintragen und das Dreieck auf irgendeinen Lightframe ziehen). Öffne dann den Clonestamp-Prozess und clicke auf das Bild mit Sat-Spur. Dann halte die CTRL-Taste gedrückt und klicke ins schwarze Bild. Jetzt "Opacity" auf 1 und Softness auf 0 Setzen und die Sat Spuren aus dem Bild einfach schwarz machen. Macht nix, wenn die schwarzen Striche breiter sind als die Satspuren. Haptsache die sind komplett schwarz.
Jetzt das Bild so speichern und den Vorgang mit allen Bildern mit Sat-Spuren wiederholen.
Wenn alle Satelliten schwarz sind, den Prozess "ImageIntegration" öffnen und alle Bilder ohne Sat-Spuren und ebenso die Geschwärzten dort hineinladen. Darauf achten, dass unter "Pixel Rejection (1)" ein Rejection-Algorithmus ausgewählt ist und das Feld "Clip Low Range" einen Haken hat. Dann noch kontrollieren, ob unter "Pixel Rejection (2)" bei "Low Range" eine "0.000000" steht.
Der Prozess erstellt nun einen neuen Master-Lightframe. Die Sat-Spuren sind restlos verschwunden.

Gruß
Sebastian
 
Hallo Sebastian,

auch wenn ich bislang keine Probleme mit Satellitenspuren habe und auch Pixinsight noch nicht nutze danke ich dir für diese tolle Erklärung. Diese Möglichkeit werde ich mir abspeichern, falls es in Zukunft mal nicht mehr mit der konventionellen Rejection klappen sollte. Vielen vielen Dank :)

CS Johannes
 
Hallo!
Ja, sehr gerne.
Ein kleiner Nachtrag: Bei der Erstellung des schwarzen Bildes in PixelMath natürlich darauf achten, dass er ein neues Bild erstellt und nicht den Lightframe schwärzt.
Gruß
Sebastian
 
Hallo allerseits,

ich denke nicht das sich Satleittenspuren in Lightframes dadurch beseitigen lassen, oder hab ich was verpasst?

Gruß
Tobi
Es braucht ja Kalibrierungsdaten damit WBPP errechnen kann was ist was.
Bestes Beispiel meine ersten Aufnahmen mit der Omegon 571c. Nach erhalt habe ich als erstes Darkframes angelegt (Gain 100 Offset 100) Ein wenig später haben ich die Kamera auf den Besten Offset eingestellt, der dann 64 betrug. Lights und Darks also mit unterschiedlichem Offset.
Ergebnis war, das Staubflecken nicht abgezogen worden, wofür eigentlich die Flats da sind. Das muss schon alles passen damit ein gutes Ergebnis rauskommt. Wie gesagt, Bilder mit Satelitenspuren aus dem Prozess nehmen, auch wenn die Programme sie rausrechnen, haben sie nichts da verloren.
CS Alex
 
Es braucht ja Kalibrierungsdaten damit WBPP errechnen kann was ist was.
Ja, Darks und Flats sind eine gute Idee, aber bei Satellitenspuren helfen sie absolut nicht weiter.
Ich nehme nur Frames mit extrem hellen Satelliten- oder Flugzeugspuren aus dem Prozess. Aber die Bilder mit normalen Satellitenspuren zu verwerfen ist nicht mehr zeitgemäß. In Zeiten von Starlink werden wir immer weniger saubere Frames haben und dann ist es doch besser die Qualitätsverluste (schlechtere SNR) durch Rejection-Methoden durch ein paar Extraaufnahmen zu kompensieren. Zumal es immer bessere Verfahren zum Herausrechnen von Spuren gibt.
Außerdem hat Manuel ja gesagt, dass er auf den meisten Bildern solche Spuren hat. Dann stünde er also vor der Wahl, die Aufnahme entweder komplett in den Müll zu werfen, oder eben das Beste draus zu machen.
Kann natürlich jeder so machen, wie er denkt.
Gruß
Sebastian
 
Ich stacke bisher alles ob hell oder dunkel. Bei meinem Redcat habe ich fast auf jedem Light ein bis zwei Spuren. Da dieser Starlink-Dreck noch viel mehr werden wird, werden sich die Spuren wahrscheinlich auch nochmal verzehnfachen. Wahrscheinlich ist es aber trotzdem kein Problem solange man genug Bilder macht, wie ja bereits gesagt wurde. Der Aufwand wird wahrscheinlich mehr, da mehr Bilder, aber ich bin optimistisch, dass einem die Fotografie erhalten bleiben wird. Problematisch sind auch eher geostationäre Satelliten...

CS Johannes
 
Hier mal ein Beispiel mit FITSWORK. 10 RAW-Bilder mit Sigma-Stacking. Keine Darks, keine Flats, keine Bias.
Bild 1: das schlimmste Einzelbild, Bild 2: ein weiteres Beispiel, Bild 3: der Sigma-Stack.
Gesamt auf den 10 Raw-Files 2 geostat. Satelliten, 6 Satelliten unterschiedlicher Helligkeit, 2 fette Flugzeugspuren.

worst.jpg
another.jpg
sigma.jpg
 

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Weil die sich nicht großartig bewegen und damit nicht rejected werden.
Falsch. Die machen auch Strichspuren auf den Aufnahmen, weil das Bildfeld der nachgeführten Kamera sich mit 15°/Std. über sie hinweg bewegt.
Siehe meine ersten beiden Bilder oben. Da sind 2 geostat. Satelliten auf der Diagonalen. Bei 30 Sekunden Belichtungszeit sind die Spuren 1/8° lang.
 
Hallo Manuel,

es gibt hier zwei Möglichkeiten, die Satellitenspuren los zu werden.
Einerseits kann man beim Sigma-Stacking den Sigma-Bereich verringern, sodass abweichende Pixel eher als Ausreißer erkannt und verworfen werden. Das wäre die automatischere Methode. Dadurch werden aber aufs gesamte Bild gesehen "Ausreißer" erkannt, die im Grunde keine sind.

Eine andere Methode steckt in den Einstellungen in Pixinsight und ist verwendbar, wenn es genug Frames gibt, in denen nicht die gleichen Bildbereiche betroffen sind. Wenn man mit dem WBPP-Script durch ist, findet man im Ergebnisverzeichnis auch die korrigierten und aufeinander registrierten Einzelframes. Auf denen sind die Satellitenspuren noch zu sehen.
Dann erstelle mit Pixelmath ein komplett schwarzes Bild der gleichen Größe wie die Einzelframes (einfach ne "0" da eintragen und das Dreieck auf irgendeinen Lightframe ziehen). Öffne dann den Clonestamp-Prozess und clicke auf das Bild mit Sat-Spur. Dann halte die CTRL-Taste gedrückt und klicke ins schwarze Bild. Jetzt "Opacity" auf 1 und Softness auf 0 Setzen und die Sat Spuren aus dem Bild einfach schwarz machen. Macht nix, wenn die schwarzen Striche breiter sind als die Satspuren. Haptsache die sind komplett schwarz.
Jetzt das Bild so speichern und den Vorgang mit allen Bildern mit Sat-Spuren wiederholen.
Wenn alle Satelliten schwarz sind, den Prozess "ImageIntegration" öffnen und alle Bilder ohne Sat-Spuren und ebenso die Geschwärzten dort hineinladen. Darauf achten, dass unter "Pixel Rejection (1)" ein Rejection-Algorithmus ausgewählt ist und das Feld "Clip Low Range" einen Haken hat. Dann noch kontrollieren, ob unter "Pixel Rejection (2)" bei "Low Range" eine "0.000000" steht.
Der Prozess erstellt nun einen neuen Master-Lightframe. Die Sat-Spuren sind restlos verschwunden.

Gruß
Sebastian
Hallo miteinander
Diese Methode habe ich auch immer verwendet und dann habe ich entdeckt, dass es dazu einen tollen Skript gibt, und zwar den SKill von Hartmut Bornemann, siehe hier: Herbert Walter PixInsight Scripts

Die Schlussbearbeitung ist dann dieselbe wie oben beschrieben, einfach alle Bilder in ImageIntegration reinkippen. Unten ein Beispiel, wie das Fenster des Sripts aussieht. Wenn das Bild gespeichert ist, wird die dicke Satellitenspur schwarz, rot dient nur der besseren Sichtbarkeit im Skript.
Liebe Grüsse, Bernhard

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