Saturn mit FH 6", RG610 und Fitswork

#1
Der hier gezeigte Saturn vom 6. April 2006 gegen 2340 MESZ wurde mit dem offenen FH 6" f/20 Faltrefraktor bei f/40 sowie versehentlich mit dem Rotfilter RG610 aufgenommen, welches noch von den letzten Marsaufnahmen vor der Barlowlinse im Tubus steckte. Aufnahmerate 7,5 Bilder/s mit M640 Monochromkamera von ccddirect.



Titan wurde nachträglich durch lokale Helligkeitsspreizung in Picture Publisher aus dem Hintergrund herausgeholt.

Nachdem ich mit Registax auf Anhieb kein befriedigendes Ergebnis erzielen konnte - vermutlich aufgrund mangelhafter Kenntnisse - habe ich erstmals mit Fitswork die ausgewählten Einzelbilder (130 von 519) im 32-Bit FIT-Format aufaddiert. Das Summenbild (s.u.) zeigt ein kräftiges Muster, dessen Herkunft mir nicht klar ist. Vielleicht kennt ein geübter Fitsworker das Phänomen?



Mit Hilfe des Median-Glättungsfilters (29 Pixel) ließ sich das Muster einigermaßen, jedoch nicht vollständig entfernen. Natürlich geht durch das Filter auch etwas vom Bildinhalt verloren. Immerhin bleiben aber die durch den äußeren A-Ring schimmernde Kugel und der von den Ringen auf die Kugel fallende Schatten entlang der Cassini-Teilung sowie der C-Ring sichtbar.

Der Vollständigkeit halber füge ich auch ein Rohbild bei.



Für Tipps und Kommentare bin ich dankbar.

Gruß, Jan
 
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#2
Fragen zur Bildbearbeitung gehören wohl eher in das entsprechende Forum. Darum werde ich hier mit nützlichen Tipps kaum rechnen können.

Nach meinen eigenen Ermittlungen werden die Moirée-Störungen offenbar durch das bei der hohen Aufnahmeverstärkung hervortretende Zeilenmuster des Bilduntergrunds ausgelöst. Dieser Mangel des Ausgangsmaterials lässt sich entweder durch den Einsatz einer gekühlten Videokamera oder durch stärkere Belichtung, d.h. durch Verzicht auf Vergrößerung und Rotfilter vermeiden.

Hier ist als Ergänzung noch mein bestes Ergebnis aus Registax-2 unter Verwendung der 130 ausgewählten Einzelbilder, nachgeschärft in Picture Publisher.



Gruß, Jan
 
#3
... inzwischen habe ich das Thema aus den bereits genannten Gründen in die Rubrik "Astrofotografie" verlagert. Mit der dort beschriebenen Methode konnte ich das Moirée-Problem weitgehend beseitigen. Hier ist das Ergebnis:



Das Bild wurde für die hiesigen Leser aufrecht und seitenrichtig dargestellt.

Frohe Ostern, Jan
 
#5
Hallo Josef,

danke für Deinen zustimmenden Kurzkommentar. Mit 6" und ungekühlter Kamera erwarte ich keine größeren Qualitätssteigerungen mehr, außer natürlich Farbe. Diese Studie hier sehe ich als eine Vorübung zum Rotanteil zukünftiger RGB-Aufnahmen bei f/40. Werde mir nun möglichst bald ein Filterrad anschaffen. Graubilder sind inzwischen wohl auch nicht mehr ganz zeitgemäß ...

Gruß, Jan
 
#7
Ergänzung:

In der genannten PN wurde gefragt, ob die Hintergrundstreifen und das daraus resultierende Moiré möglicherweise durch ein Wechselstromkabel in unmittelbarer Nähe der Videokamera verursacht gewesen sein könnte. Das war zwar nicht der Fall, aber die Bemerkung hat mich auf den Gedanken gebracht, dass die Gleichstromspeisung der Kamera über Steckernetzteil möglicherweise nicht frei von Wechselstromanteilen aus dem Netz war. Habe deshalb heute einen Versuch mit Batteriespeisung der Kamera unternommen, die zu praktisch demselben Hintergrund-Streifenmuster führt.

In der linken Hälfte des folgenden Bildrahmens ist die linke Hälfte eines Rohbilds aus dem mit Steckernetzteil aufgenommenen Saturnvideo einkopiert. Das mittlere Grau wurde auf 4% gesetzt, um das Streifenmuster deutlich hervorzuheben. In der rechten Hälfte des Bildrahmens befindet sich mit entsprechender Bearbeitung ein bei derselben Kameraeinstellung, jedoch mit Stromversorgung aus einer Batterie aufgenommenes Dunkelbild.



Für mich ist überraschend, dass auf dem Vollformat-VGA-Chip nur etwa 140 und nicht 480 horizontale "Rauschzeilen" sichtbar sind. Außerdem fällt auf, dass die Streifen nicht parallel zu den horizontalen Bildrändern sondern etwas nach rechts abfallend verlaufen. Vielleicht kann jemand diese Phänomene erklären?

Gruß, Jan
 
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#8


Mit weiteren Schritten in der Datenaufbereitung konnte aus demselben Rohmaterial dieses Bild “entwickelt” werden. Es zeigt den Planeten an einem 17”-Bildschirm bei einem Betrachtungsabstand von 60 cm in knapp 600-facher visueller Vergrößerung. Bei 6” Teleskopöffnung entspricht dies einer Austrittspupille am Okular von 0,25 mm. Aufnahmedaten siehe oben.

Gruß, Jan
 

Neustes Astronomie Foto

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