Sigma 14mm f/1.8 DG HSM Art | Seite 2 | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Sigma 14mm f/1.8 DG HSM Art

Defunct

Mitglied
Lässt sich das Sigma Art f/1,8 auf z.B. f/4 abblenden - ohne einen Ring aus dem 3D Drucker vor die Linse kleben zu müssen?
Sorry, ich habe keine Ahnung von Kameraobjektiven..
Na klar, Sebastian.
Beinahe jedes Fotoobjektiv laesst sich von F/2.8 bis mindestens F/16 in Stufen die das Licht halbieren abblenden.

Mit dem "kann man irgendwas vor die Linse zimmern" ist es witzigerweise genau andersherum: Viele dieser UW-Linsen werden in der Landschaftsfotografie mit Filtern eingesetzt und daher ist es fuer diese Linsen auch ein massgebliches Auswahlkriterium, ob man "halbwegs normale" Filter davorschrauben kann, oder Riesenfilter von z.B. NiSi (und anderen) mit riesigen Filterhaltern davorschrauben muss, oder spezielle Gelfilter einschieben muss.
Die extrem gewoelbte Frontlinse des Sigma 14mm F/1.8, oder des Nikor 14-24 F/2.8, oder des Samyang 14 F/2.8 usw lassen "normale" Filter i.d.R. nicht zu.
Andere Mitbewerber, wie Zeiss, Irix, Laowa machen ihr Design aus diesem Grund ohne diese riesige Blasenlinse als Frontelement. Damit schraenkt man sich vom moeglichen optischen Design zwar etwas ein, aber das Objektiv wird erheblich leichter und akzeptiert dann (relativ grosse) normale Schraubfilter, machen dafuer aber optische Kompromisse.

Du siehst es aber in diesem Thread hier schon anklingen: Fuer einen Nichtastrofotografen sind Objektive deutlich unter 750g und mit normalen Filtern eben auch die, die man dann auch mal in den Reiserucksack packt, die anderen eher "Spezialisten", die man nur mit dem entsprechenden Zubehoer einpackt, wenn man wirklich weiss, das man diese verwenden will. Die absolute optische Performance der Linse die man eh' nie dabei hat, ist letztendlich ziemlich bummi.

Daher muss man schon mal auf dem Teppich bleiben: Das bereits ziemlich grosse Frontelement des Sigma ist fuer diese grosse Oeffnung fuer Vollformat eigentlich noch zu klein (was man z.B. an der aberwitzigen Vignitierung sieht). Das aber zu verbessern hiesse u.a. eine noch groessere asphaerische Frontlinse zu verwenden. Aber das Objektiv wiegt schon so 1.1kg und ist durch die grosse Asphaere relativ teuer zu produzieren, mit einem noch groesseren Frontelement wird es deutlich teurer und deutlich schwerer. Irgendwann hat man dann einen teuren Klotz von einem Nischenspezialisten ohne (s)einen Markt.

Das optisch perfekte, Offenblende-randscharfe 14mm F/1.4 mit 500g Gewicht zu 1000Euro wird es nicht geben, alles unter F/2 erforder bei dieser BW riesige Asphaeren, aber genau in der Nische da waere das "perfekte UW-Astroobjektiv zu finden.

Und um die Diskussion um "wie sind denn die Ecken bei Offenblende" bei so grosser Oeffnung mal etwas zu erden, man kann ja einmal schauen, wie es bei der doppelten Brennweite bei der Referenz aussieht. Welches WW-Objektiv nun "das Beste" ist, darueber kann man trefflich streiten, aber es duerfte Konsenz darueber bestehen, dass z.B. das Zeiss 28mm F/1.4 (16Linsen in 13 Gruppen, davon 8 ED-Linsen und zwei Asphaeren, Neupreis irgendwo um die 4500 Euro, 1,3kg Gewicht) vom optischen Design wohl unter die Top-Five faellt. Man kann sich die Ecken bei diesem wesentlich moderateren Weitwinkel aber qualitativ sehr hochwertigem Objektiv mal anschauen:


Auch da sind die Ecken bei F/1.4 bei der Astrofotografie nicht so der Hit, aber schon bei F/2.0-F/2.8 wird es sehr deutlich besser und bei F/4 rappelt es da richtig in der Kiste. https://www.zeiss.com/content/dam/c.../en/otus-lenses/datasheet-zeiss-otus-1428.pdf
Vielleicht stellt das die Dinge etwas in die Perspektive.

CS
 
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