Sonnenbebachtung mit Startravel 80/400 - Sonnenfilterfolie oder ...?

nikodemusdx

Mitglied
Nun ein so ein Startravel 80/400 ist ja nun mal kein High-End-Teleskop, aber trotzdem ganz nett.
:) Daher, wo so langsam die Tage wieder länger werden, stellt sich mir die Frage, wie man am Besten damit die Sonne beobachten kann:
Reicht eine Sonnenfilterfolie, so dass alles andere 'Overkill' ist?
Ist ein Projektionsschirm sinnvoll?
Gibt es einen preiswerten Herschelkeil, der eingesetzt werden könnte?
...
 
Hi!

Bei der Vergrößerung langt ein sicher befestigter Filter aus Astrosolar Sonnenfilterfolie, evtl. ergänzt um einen kleinen Sonnensucher für mehr Komfort. Vielleicht noch einen Solar Continuum Filter (den neuen 7,5nm) für deutlich mehr Bildschärfe am schnellen Achromat. Das bringt dir mehr Schärfegewinn als ein Herschelkeil statt der Folie.

Herschelkeil würde ich nur nehmen, wenn garantiert kein Plastik im Teleskop/Okularauszug verbaut ist oder Schmierfett verdampfen und sich innen am Objektiv niederschlagen kann, wenn die Sonne aus dem Bild läuft. Am Apo oder an größeren Teleskopen würde ich eher zum Herschel greifen als am schnellen Achromat.

Das selbe gilt für den Projektionsschirm, wobei dann auch die Okulare entsprechend robust sein müssen (kein Plastik, möglichst keine verkitteten Linsen), und der Schirm so geschlossen sein sollte, dass niemand in das Okular reinschauen kann. Und dann ist das Bild immer noch schlechter als im Okualr. Wen du projizieren willst, nimm den Astromedia Sonnenprojektor. Der ist sicher und auch nicht schlechter.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo,

Die einfachste und günstigste Lösung ist sicher einer Filterfolie der Dichte ND 5.0 (visuelle Folie) vor dem Tubus des Teleskops anzubringen. Eine gängige Folie wäre die Baader AstroSolar Filterfolie ND 5.0:


Ich hatte/habe selbst einen 80/400mm Refraktor mit einer Filterfolie ausgestattet:


2022-10-25-Teleskope.jpg

Im Bild das untere, kleine Teleskop.
Bei diesem Teleskop macht sich allerdings der Farbfehler sehr deutlich bemerkbar. Der Farbfehler verringert deutlich den Kontrast in den Sonnenflecken, der Farbfehler verschmiert auch deutlich die Strukturen in den Sonnenflecken.

Ich empfehle ein Herschelprisma für die Beobachtung der Sonne im Weißlicht. Ich habe einen 2" von Lacerta, der aber sehr überdimensioniert ist und einen 1,25" von Lunt:

Diesen Herschelkeil verwende ich sowohl an meinem 110/770mm ED-Refraktor und auch an meinem 80/400mm Refraktor.
Die immer wieder gebrachten Befürchtungen das im Teleskop, besonders in der Nähe vom Okularauszug etwas zu warm werden könnte und zu Schäden am Teleskop führen könnte, habe ich bisher in allen meinem Beobachtungen der Sonne mit einem Herschelkeil nicht feststellen können, auch nicht wenn die Sonne über einem längeren Zeitraum nicht zentrisch eingestellt war. Ich konnte bisher nie eine ungewöhnliche Wärmeentwicklung im Bereich vom Okularauszug feststellen. Die Temperatur entsprach an dieser Stelle immer der Temperatur der Umgebung.

Mit einem Herschelprisma bist du flexibler und kannst den auch an anderen Linsenteleskopen einsetzen, während eine Filterfolie wegen der Filterfassung immer an das jeweilige Teleskop angepasst ist.
Für unsere Teleskope mit nicht zu langer Brennweite reichen 1,25" Herschelkeile. Die 2" Herschelkeile sind hier völlig überdimensioniert. Den 1,25" Lunt Keil verwende ich ebenfalls am 152/1200mm Refraktor.

Ich kenne beides ausgiebig, sowohl Filterfolie wie auch die Beobachtung mit einem Herschelkeil und kann die Beobachtung mit einem Herschelkeil sehr empfehlen.
Im Herschelkeil muss zwingend ein ND 3.0 Neutralfilter eingebaut sein, was bei den neuen Modellen meist auch der Fall ist. Mit einem einfachen Polarisationsfilter lässt sich dann auch die Helligkeit der Sonne im Okular nachregeln.

Viele Grüße
Gerd
 
Hi!

Ich stimme Gerd weitestgehend zu - die Vixen-Okularauszüge, die ich kenne, verwenden kein/kaum Schmierfett; der Sky-Watcher, den ich mal hatte, hatte den China-Honig exzessiv verwendet. Daher meine Befürchtung wegen Schmierfett am Sky-Watcher. (Ich hatte auch schon Teleskope mit Plastik-Amici-Prisma mit weniger als 1,25" Durchlass, die wollte ich auch nicht so nah am Brennpunkt einsetzen wollen.)

Der Herschelkeil ist besser als die Folie, wird am Achromat seine Stärken aber wohl nicht ausspielen können. Da lieber den Aufpreis in einen Solar Continuum stecken (der natürlich auch am Herschel verwendet werden kann).

Von Preis/Leistung passt Folie+SCT besser als Herschelkeil (plus auch noch SCT, für dann doch nur die selbe Bildqualität, weil das Teleskop limitiert). Zum Solar Continuum hatte ich hier mal was geschrieben: Baader Solar Continuum Filter 7,5 nm | Kerste.de – wenn man sich mit der grünen Sonne anfreunden kann, bringt er deutlichen Kontrastgewinn.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo,

Zum Thema Sonnensucher:
Ich habe mir meine Sonnensucher bis auf wenige Ausnahmen selbst gebaut. Meist aus irgendwelchen Holz-Reststücken.
Diesen hier habe ich auf eine Telradbasis gebaut:

Sucher_01.jpg


Den ich aktuell verwende habe ich für die Sucheraufnahme gebaut. Der ist aber ein wenig groß geworden:

Sucher_03.jpg


Ich achte immer darauf, das ich beim Sonnensucher seitlich hineinsehen kann. Das ist für mich deutlich bequemer. Sonnensucher mit Heckeinblick wie dieser hier:

Sucher_02.jpg


...sind für mich genauso unbequem wie normale Sucher für die Nacht mit gerade-Einblick. Wenn ich die Sonne im Sommer zur Mittagszeit beobachte, dann tue ich mich schwer, in solche Sucher hinein zu sehen.
Falls man selbst keine Holzreste zuhause hat, dann sind eine gute und günstige Quelle die Kiste mit den Holzabschnitten in den Baumärkten.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo,

die Sonne schaue ich gerne entweder mit einem 70/500 AC oder dem Zeiss 63/840. Dabei kommt ein russisches Pentaprisma zum Einsatz, das aber auch nur weil es mir vor 35 Jahren günstig zugelaufen war.
Das Bild mit Prisma ist wirklich besser als mit den auch vorhandenen Folienfiltern, die wir an anderen Röhren z.B. beim Astronomie Tag benutzen. Ob sich aber die Mehrausgabe bei dem 80/400 wirklich lohnt, wage ich zu bezweifeln.
Sonnenprojektion machen wir bei Sonnenfinsternissen, damit mehrere Leute gleichzeitig schauen können und das Bild leicht abzufotografieren ist. Da ist die Auflösung aber deutlich schlechter als mit Prisma oder Folienfilter.

CS Gerhard
 
Am 80/400 auf jeden Fall die Folie VORN, auf gar keinen Fall einen Herschelkeil.
Beim 80/400 ragt das Auszugsrohr in den Strahlengang, gerade bei dem Backfokus eines Keils vignettiert man die Öffnung deutlich und das Rohr wird entsprechend sehr heiß.

LG
Olli
 
Hallo,

gerade bei dem Backfokus eines Keils vignettiert man die Öffnung deutlich und das Rohr wird entsprechend sehr heiß.

Die Bedenken wegen der Hitze an Bauteilen konnte ich bisher an allen meinem Teleskopen die ich mit einem Herschelprisma ausgestattet habe nicht nachvollziehen. Herschelprismen setzte und setze ich bisher an diesen Teleskopen ein, und das über viele Jahre:

  1. 80/400mm Refraktor/2" OAZ.
  2. 80/910mm Refraktor/1,25" OAZ.
  3. 110/770mm Refraktor/2" OAZ.
  4. 150/3000mm Schiefspiegler/2" OAZ.
  5. 152/1200mm Refraktor/2" OAZ.

Am 80/910mm Refraktor mit dem 1,25" OAZ musste ich den Okularauszug nahezu ganz einfahren. Es erwärmte sich bei diesem Teleskop einfach -nichts-. Bei allen meinem Beobachtungen ist die Sonne sehr oft außerhalb der Mitte vom Okular eingestellt, auch für längere Zeit. Hier sind dann durchaus die Kanten vom Okularauszug oder der Reduzierhülsen dem ungefilterten Sonnenlicht ausgesetzt, und es erwärmt sich einfach nichts.

Ist das bei euren Teleskopen wirklich so, das die irgendwo spürbar heiß werden, oder wird das immer wieder von neuen weiter erzählt?
Wie geschrieben, kann ich das nicht praktisch nachvollziehen, das sich mit einem Herschelprisma ein Bauteil am, im oder an sonstiger Stelle im Bereich vom Okularauszug oder dem Herschelprisma (außer der Lichtfalle) irgend etwas erwärmt.

Viele Grüße
Gerd
 
Ich kenne den 80/400 halt nur so, dass das OAZ Rohr die Öffnung vignettiert, also direkt in den Strahlengang ragt.
Vllt ist das bei deinem ja nicht so.
Da wird ja immer mal wieder was geändert.

An meinen Apos wird genau nichts heiß.
Außer der Lichtfalle vom Keil und dem Etalon im Quark, aber das ist ja so beabsichtigt.

LG
Olli
 
Hallo,

Ich kenne den 80/400 halt nur so, dass das OAZ Rohr die Öffnung vignettiert, also direkt in den Strahlengang ragt.

Ich kenne oder besser kannte diese Situation vom 80/910mm Refraktor. Bei diesem musste ich den Okularauszug ganz einfahren. Auch der lag dann im ungefilterten Sonnenlicht.
Bei der Entfernung zum Brennpunkt ist der Durchmesser vom Kegelschnitt des ungefilterten Sonnenlichts so groß, das die Wärme noch gleichmäßig verteilt wird und nichts anrichtet. An meinem 150/3000mm Schiefspiegler wurde die Sonne im Brennpunkt rund 30mm im Durchmesser groß. Ich konnte an dieser Stelle im Sommer meine Hand in das ungefilterte Sonnenlicht halten. Es wurde nur warm. Das wäre im ungefähren die Situation am Anfang vom Rohr vom Okularauszug.

Viele Grüße
Gerd
 
Ich kenne oder besser kannte diese Situation vom 80/910mm Refraktor. Bei diesem musste ich den Okularauszug ganz einfahren. Auch der lag dann im ungefilterten Sonnenlicht.
Bei der Entfernung zum Brennpunkt ist der Durchmesser vom Kegelschnitt des ungefilterten Sonnenlichts so groß, das die Wärme noch gleichmäßig verteilt wird und nichts anrichtet.
Anrichten tuts da vorne nichts, aber schon wenige Grad Temperaturdifferenz reichen aus für Konvektion, und schon hat man böses Tubusseeing.
Auf jeden Fall sollte man das vorher einmal prüfen.

An meinem 150/3000mm Schiefspiegler wurde die Sonne im Brennpunkt rund 30mm im Durchmesser groß. Ich konnte an dieser Stelle im Sommer meine Hand in das ungefilterte Sonnenlicht halten. Es wurde nur warm. Das wäre im ungefähren die Situation am Anfang vom Rohr vom Okularauszug.
Bei F/20 okay, bei F/5 machste das nur einmal :p
16fache Energiedichte

LG
 
Es wurde nur warm. Das wäre im ungefähren die Situation am Anfang vom Rohr vom Okularauszug.
Das ist auch der Part, wo ich mir bei Okularauszügen mit viel Schmierfett Gedanken machen würde, dass sich was im Tubus verteilt, wenn man längere Zeit beobachtet. Wenn ich mir da unnötig Sorgen mache, umso besser :cool:

Der Chinahonig ist so schon überall und der Grund, warum ich den SkyWatcher-Auszug rasch getauscht hatte. Am Vixen 90/1000 war der originale Auszug im Einsatz, bis die Zahnstange abgenutzt war.

Was wir im Verein mal hatten war ein Spezi, der den Polfilter vor dem Herschelkeil montiert hatte (am 150/2250 f/15). Danach war der Polfilter in der Mitte transparent, und wir haben das Filtergewinde vorne am Herschelkeil unbrauchbar gemacht.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo,

Bei F/20 okay, bei F/5 machste das nur einmal

Olli,
Meine Antwort:
An meinem 150/3000mm Schiefspiegler wurde die Sonne im Brennpunkt rund 30mm im Durchmesser groß. Ich konnte an dieser Stelle im Sommer meine Hand in das ungefilterte Sonnenlicht halten. Es wurde nur warm. Das wäre im ungefähren die Situation am Anfang vom Rohr vom Okularauszug.
Bezog sich auf deinem heiß werdenden Okularauszug. Das die Energiedichte zum einem näher am Fokus zunimmt und auch mit höher werdenden Öffnungsverhältnis zunimmt sollte klar sein.
Anrichten tuts da vorne nichts, aber schon wenige Grad Temperaturdifferenz reichen aus für Konvektion, und schon hat man böses Tubusseeing.
Das habe ich selbst noch alles nicht erlebt und kann das auch nicht nachvollziehen, an keinem meiner Teleskope die ich habe und die ich hatte.

Was wir im Verein mal hatten war ein Spezi, der den Polfilter vor dem Herschelkeil montiert hatte (am 150/2250 f/15). Danach war der Polfilter in der Mitte transparent, und wir haben das Filtergewinde vorne am Herschelkeil unbrauchbar gemacht.
Einen Polfilter habe ich ebenfalls schon einmal auf diese Art und Weise beschädigt. Der war von der Mondbeobachtung noch in die von 2 auf 1,25" Reduzierhülse eingeschraubt.
Ein Filtergewinde mit eingeschraubten Filter habe ich allerdings noch nicht vernichten können.

In meinem 2" Herschelprisma habe ich vor dem Herschelprisma einen IR/UV Cut auf einem KG3 Filterglas eingeschraubt. Den habe ich jetzt schon viele Jahre darin. Die Auswirkungen vom Filter sind an der Lichtfalle zu spüren, die bleibt mit Filter kalt. Meines Wissens reflektiert der Filter, der bleibt ebenfalls kalt, ebenfalls die Fassung vom Filter.
Im Lunt Herschelprisma habe ich so einem Filter nicht, da wird die Lichtfalle deutlich warm.

Es wäre schon mal interessant, woher die unterschiedlichen Erfahrungen herkommen.
  • Eure Teleskope werden mit einem Herschelkeil scheinbar warm oder heiß, es entsteht Tubusseeing und Fett verdampft.
  • Meine Teleskope, egal welcher Bauart, Objektivdurchmesser und Öffnungsverhältnis tun das einfach nicht und es heizt sich kein Bauteil auch nach langer Sonnenbeobachtung auf. Auch im Bereich vom Okularauszug bleibt alles kalt und ich konnte noch kein Tubusseeing feststellen das von aufgeheizten Bauteilen herrührt.
Ich werde im Sommer darauf achten, ob sich bei meinem Teleskopen mit Herschelprisma bei der Sonnenbeobachtung irgendetwas über die Temperatur der Umgebung aufheizt. Ich kann es mir nicht vorstellen.

Viele Grüße
Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi!

Das kam falsch rüber: Der Herschelkeil gehört dem Verein, und damit nicht noch ein Filter dran glauben muss, haben wir das Gewinde danach mit der Metallfräse unbrauchbar gemacht. Wenn viele Leute mit was arbeiten, geht öfter was kaputt.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo,

Entschuldige bitte das Missverständnis von mir.

Viele Grüße
Gerd
 
Mein 70/420mm Apo wird auch nicht warm, egal wie lange und wie er in der Sonne steht. Selbst der Lunt Herschelkeil wird kaum warm. Ich denke die 70mm Öffnung bringt einfach nicht genug Energie in das Teleskop. Im Fokus für das Auge würde die Energie natürlich locker reichen.
Der Hauptvorteil von Keil gegenüber der Folie ist für mich der Einsatz von SCT oder Polarfilter. Mit Folie wäre mir das zu dunkel.
Weiterhin traue ich meiner Selbstbau Folie bei Wind nicht so.
 
Olli,
Meine Antwort:

Bezog sich auf deinem heiß werdenden Okularauszug.
Ich hatte noch nie einen heiß werdenden Okularauszug.
Lediglich die Tatsache, dass bei mindestens einem mir bekannten 80/400 das Auszugsrohr mitten in den Strahlenkegel ragt und aus Kunststoff ist, war für mich im Zusammenhang mit einem Keil an dieser Stelle ein Anlass zur Sorge.
Weißt du ganz genau welchen 80/400 in welcher Ausführung der TE hat?
Ich nicht.

Das habe ich selbst noch alles nicht erlebt und kann das auch nicht nachvollziehen, an keinem meiner Teleskope die ich habe und die ich hatte
Bei mir ist auch in den letzten 20 Jahren noch nie was heiß geworden, aber bei mir ragt auch kein Bauteil direkt in den Strahlengang, und ich nutze dmeine Ausrüstung zweckmäßig.
(Bei einer Sonnenprojektion vor 25 Jahren ist mir mal ein Mittenzwey Okular geplatzt)
Muss man denn alles mit Sorglosigkeit wegreden mit der Begründung "ist bei mir noch nicht passiert"?
Dann machts wer nach der das ganze nicht voll verstanden hat oder nicht differenzieren kann und dann hat derjenige den Salat.
Ich will dafür nicht verantwortlich sein.

Einen Polfilter habe ich ebenfalls schon einmal auf diese Art und Weise beschädigt. Der war von der Mondbeobachtung noch in die von 2 auf 1,25" Reduzierhülse eingeschraubt.
In meinem 2" Herschelprisma habe ich vor dem Herschelprisma einen IR/UV Cut auf einem KG3 Filterglas eingeschraubt. Den habe ich jetzt schon viele Jahre darin. Die Auswirkungen vom Filter sind an der Lichtfalle zu spüren, die bleibt mit Filter kalt. Meines Wissens reflektiert der Filter, der bleibt ebenfalls kalt, ebenfalls die Fassung vom Filter.
Im Lunt Herschelprisma habe ich so einem Filter nicht, da wird die Lichtfalle deutlich warm.
Dein KG3 Filter ist für diesen Einsatz bestimmt, der Polfilter ist es nicht.
So wie ich den Astronachwuchs leider all zu oft wahrnehme, ist heutzutage kaum einer in der Lage, so etwas noch sinnvoll zu differenzieren, wenn das kein Influencer auf Instagramm genau so vorgeplappert hat.
Kaum einer nimmt sich noch die Zeit die zugrundeliegende Physik zu verstehen.
Da rate ich lieber zu oft von etwas ab als mich hinzustellen und zu sagen "mach einfach, mir noch nicht passiert".
Du, Gerd, hast die Erfahrung und weißt, was du tust, das kannst du nicht von allen Mitlesenden erwarten.

Zum Thema Interferenzfilter:
Ja, die Teile reflektieren statt zu absorbieren, und bleiben selbst entsprechend kalt, aber ich denke Niemand im Endkundenbereich kennt die Zerstörschwelle der Beschichtungen und passt den Fokusabstand und entsprechend die Energiedichte diesem Wert an.
Es gibt ja so einige, die als "ERF" einen Deep Sky H alpha Filter oder RGB Rot Filter benutzen. Eine spektrografische Transmissionsmessung nach einem Jahr würde ich gern mal sehen.
Das Glassubstrat kann auch fies altern, Stichwort Solarisation.
Neben Sicherheit sollte man sich manchmal auch Gedanken zur Nachhaltigkeit machen.

Wenn man die Technik verstanden hat, kann man selbst sein Ding tun, keine Frage, aber den Teufel würde ich tun sowas öffentlich im Forum niederzuschreiben wo Leute mitlesen, die nicht so tief in der Materie stecken und ggf falsche Schlüsse ziehen.

LG
Olli
 
Hallo Olli,
es ist ein Skywatcher Startravel 80/400. Ich weis allerdings nicht, ob es davon verschiedene Ausführungen gibt.
Der OAZ ist aus Metall.
Dirk
CS!
 
Ich kenne den 80/400 halt nur so, dass das OAZ Rohr die Öffnung vignettiert, also direkt in den Strahlengang ragt.
Vllt ist das bei deinem ja nicht so.
Da wird ja immer mal wieder was geändert.

An meinen Apos wird genau nichts heiß.
Außer der Lichtfalle vom Keil und dem Etalon im Quark, aber das ist ja so beabsichtigt.

LG
Olli
Beim von Gerd genannten 80/400 ist ja ein 2"- Auszug, dessen Auszugsrohr ja viel größer dimensioniert ist, als das sicherlich schon an Strahlengang schrappende 1,25"-Röhrchen.

csm
 
Hallo,

Zum Thema Sonnensucher:

...sind für mich genauso unbequem wie normale Sucher für die Nacht mit gerade-Einblick. Wenn ich die Sonne im Sommer zur Mittagszeit beobachte, dann tue ich mich schwer, in solche Sucher hinein zu sehen.
Falls man selbst keine Holzreste zuhause hat, dann sind eine gute und günstige Quelle die Kiste mit den Holzabschnitten in den Baumärkten.

Viele Grüße
Gerd
Die Sonne steht in D auch zur Mittagszeit noch in 'erträglichen' azimutalen Höhen, und auch die Sucher mit rückwärtigen Einblick kann man ja m.E. noch gut zumindest seitlich aus 45° Beobachtungsrichtung einsehen, und erkennen wo der projizierte Punkt sich befindet. Da man ja eh nicht sofort mit Höchstvergrößerung resp. Kleinstgesichtsfeld beginnt, genügt das zum Finden. Ich hab den roten Sucher, kenne aber auch den TeleVue (welcher mir mehr behagte wegen größere Projektionsfläche). Klar kann man selber basteln, und auch das Empfinden der Körperhaltung beim Aufsuchen mag individuell unterschiedlich sein - aber zumindest funktionieren die rückseitigen Finder praxisgerecht.

csm
 
Hi!

Kommt auch immer darauf an, wo der Sucher angebracht ist.

Meiner ist ziemlich weit vorne am Teleskop, da kann ich bequem von hinten reinschauen - und sogar nur von hinten, weil das Teleskop rechts am Eck vom Balkon steht und ich Nachmittags nur noch von der Rückseite vernünftig rankomme. Ein Sucher mit Fronteinblick wäre da wertlos.
SunDancer-am-Teleskop.jpg

Auch zu bedenken ist die Höhe: Eine größere Filterfassung wirft genau wie eine übergroße Taukappe Schatten, was prinzipiell gut ist - aber der Sucher muss dann auch weit genug oben sein, um über den Rand schauen zu können. Hier geht's mit dem Modell von Astrogarten, die meisten anderen sind deutlich flacher.
NexStar-SE-C80-P1000882.jpg

Beste Grüße,
Alex
 
Servus Manne,

Für den einem sind ein Sonnenstand von rund 60° über dem Horizont und der rückseitige Einblick in einem Sonnensucher noch erträglich, das zweifle ich auch nicht an. Für mich persönlich aber eben nicht. Das hat mehrere Gründe, insbesondere chronischer Entzündungen im Rücken.
Wie Alex schon schrieb, ist auch die Lage der Befestigung vom Sucher ausschlaggebend. Vorne am Teleskop kann ich auch mit einem rückseitigen Einblick zurechtkommen. Für diese Situation hätte ich mir einen entsprechenden Sucher selbst gebaut. Das wäre kein Problem für mich.

An meinem Teleskopen befestige ich den Sonnensucher am Sucherschuh beim Okularauszug. Deshalb und auch wegen den oben geschriebenen ist für mich ein Sonnensucher mit Projektionsfläche wie dem vom Astrogarten deutlich besser geeignet.
Und das die rückseitigen Sucher praxisgerecht funktionieren zweifle ich nicht an. Bauen würde ich mir einen solchen Sucher allerdings selbst.

Viele Grüße
Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Olli,
es ist ein Skywatcher Startravel 80/400. Ich weis allerdings nicht, ob es davon verschiedene Ausführungen gibt.
Der OAZ ist aus Metall.
Dirk
CS!
Ein Skywatcher Startravel war auch das Gerät von dem ich sprach.
1,25" hat er immernoch, aber wenigstens kein plastik mehr.
Müsstest du mal schauen ob das Rohr die Öffnung immernoch vignettiert.
Einfach mal auf ein Windrad scharf stellen, Okular raus und mit dem Auge rein schauen, ob du den kompletten Linsenrand umlaufend gleichzeitig einsehen kannst.
Bei 1,25" und F/5 wird aber sehr wahrscheinlich noch vignettiert, da darf ja zwischen dem im Teleskop liegenden inneren Ende des Rohres bis zum Okular nur 15cm liegen.

LG
Olli
 
Hallo zusammen,

ich habe mir meinen Skywatcher Star Travel 80/400 eben nochmal genauer angesehen. Er wurde im Juni 2016 angeschafft, wenn auch wegen anderer Beobachtungsshwerpunkte seit mehreren Jahren nicht genutzt.

Zu den hier relevanten Punkten kann ich folgendes sagen:

1. Die Objektivfassung ist aus Kunststoff.
2. Das OAZ-Rohr hat 1 1/4'' und ist aus Metall (Lippentest, um sicher zu gehen).
3. Schaue ich bei komplett eingefahrenem OAZ-Rohr ohne Okular in das Rohr, kann ich gerade eben noch das gesamte Objektiv überblicken. Also scheint das Rohr zumindest bei diesem Exmemplar nicht in den Strahlengang zu ragen.

Übrigens ist der gesamte OAZ aus Metall. Damals sah ich bei TS parallel mehrere Versionen mit Kunststoff- und Metall-OAZ, zumindest, soweit ich es auf den Produktfotos zu erkennen glaubte.

CS, Christian
 
3. Schaue ich bei komplett eingefahrenem OAZ-Rohr ohne Okular in das Rohr, kann ich gerade eben noch das gesamte Objektiv überblicken.
Fehler.
Du musst mit deinem Auge in der Schärfeebene sein. Bei komplett eingefahrenem Rohr bist du mit dem Auge viel zu weit intrafokal und das Rohr ist vom Auge aus auch deutlich kürzer ohne Zenithspiegel
Zenithspiegel rein, omular rein, auf was weit entferntes fokussieren, Aber kular raus, und DORT mit dem Auge rein schauen.
Also scheint das Rohr zumindest bei diesem Exmemplar nicht in den Strahlengang zu ragen.
Trugschluss an der Stelle, bitte nochmal neu prüfen.

LG
Olli
 
Hallo Olli,

muss das Okular hierfür kurz- oder langbrennweitig sein?

Verstehe ich deine Antwort richtig, dass ich nach der Entfernung des Okulars in den ZS schauen muss oder muss er auch abgenommen werden?

CS, Christian
 
Autokorrektur und automatische Wortvorschläge haben fröhlich hineingepfuscht.
Neues Handy, noch nicht alles neu eingestellt.

Selbstverständlich MIT Zenithspiegel.
Dein Auge muss da sein, wo die Feldblende vom Okular sonst wäre.
Wenn du den ZS mit raus ziehst, ist ja das vorherige fokussieren komplett für den Pudding.
Kann man drauf kommen oder?
Okularbrennweite ist dafür vollkommen irrelevant.

ZS rein, Okular rein, auf was entferntes fokussieren, Okular raus, Auge dran.

Man kann den Linsenrand immer irgendwie sehen, je nach dem wie man das auge positioniert.
Entscheident ist, ob es eine Position gibt, wo man den kompletten Rand umlaufend gleichzeitig sehen kann.

LG
Olli
 
Moin an Alle!
Nun wenn das OAZ-Rohr komplett eingefahren "eben noch das gesamte Objektiv" sichtbar sein lässt;
dann ist nach meiner laienhaften Ansicht beim fokussieren auf stellare Objekte ebenfalls das gesamte Objektiv sichtbar. ;)

Mögen uns bald wieder klare Nachte begrüßen!

Nachtrag:
Habe geraden den Lütten ohne Okular und Spiegel auf die Fensterbank gestellt und den OAZ rein- und rausgedreht.
Das Objektiv war in beiden Fällen mit Abstandsplättchen sichtbar.
Dabei fielen mit doch glatt ein paar Stellen auf die ich mal verdunkeln sollte.
:giggle: So hat die Diskussion noch einen netten Zusatznutzen!
 
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