Spiegelokular ohne Linsen? | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Spiegelokular ohne Linsen?

Jorrit

Mitglied
Idee:
Währe es theoretisch möglich, ein Spiegelokular zu bauen?
Ähnlich einem umgedrehten Spieglelteleskop.
Also statt mit Linsen mit einem kleinen Hohlspiegel.
Welche Vor- und Nachteile hätte das? Macht das Sinn?
Hat das überhaupt schon jemals einer ausprobiert?

Bin mal gespannt auf Antworten.
 
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Optikus

Mitglied
Moin,

hm, schwierig.

Das Okular ist praktisch eine Lupe, die das Luftbild, das vom Objektiv entworfen wird, entsprechend seiner Brennweite vergrößert dem Auge darbietet. Also ein afokales Projektiv für das Auge.

Das Bild wird vergleichsweise kurz vor der ersten Linse des Okulars betrachtet, man müßte also Dein hypothetisches umgedrehtes Teleskop mit der Oku-Seite zum Luftbild hin anordnen und dann allerdings einen wieder konvergenten Strahlengang auf der "offenen" Seite erzeugen.

Das könnte grundsätzlich vom Strahlengang her funktionieren, aber die Einblickverhältnisse dürften extrem ungünstig sein, denn eine Auffächerung des Strahlenbündels, wie dies z.B. durch eine eher weitwinklige Konstrukution des Okulars möglich ist, um angenehme Sichtverhältnisse zu schaffen dürfte mit einem Spiegel aufgrund der vorgegebenen Geometrie, und der Tatsache, daß ich immer durch einen Spiegel hindurch gehen muß (also eine Art Cassegrain-Struktur) kaum denkbar sein.

Also sind wir vom farbfehlerfreien Betrachtungssystem noch ein wenig entfernt ...
(Indiz dafür ist auch, daß aus der gesamten Geschichte der Optik von solcherart Dingen nichts bekannt ist, habe mal dazu ein wenig recherchiert. Und da praktisch alles, was geht, auch schon mal gemacht wurde mit Glas und Spiegeln, stehen die Chancen wohl vergleichsweise schlecht.)

CS

J.
 

Jorrit

Mitglied
Also da das Bild kurz vor dem Minispiegel währe und der Brennpunkt der meißten Okulare recht niedrig ist (1-4cm), hätte man z.B. ein Problem das Okular als Schiefspiegler zu konstruieren. Es ist also hauptsächlich ein Problem der Länge des Strahengangs, der durch das Zurückspiegeln nach dem Minispiegel zu lang währe. Das Auge währe zu weit entfernt vom Okular. Richtig.

Währe ja auch zu schön gewesen. Danke. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
 

Julian

Mitglied
solche okulare gibt es tätsächlich!

die selbe frage hat vor geraumer zeit schonmal jemand gestellt, da wurde auf eine amerikanische seite verwiesen, auf der die okus angeboten wurden. soweit ich mich entsinne waren die für die mikroskopie, aber das ist ja egal.

leider kann ich dir den link nicht geben, ist ja bestimmt schon 1 1/2 jahre her, und ich hab auch auf die schnelle nix gefunden....
 

Optikus

Mitglied
Hi zusammen,

Spiegel im bzw. als Okular kenne ich nur zur Laseruntersuchung der Augen selbst, also zur Abbildung des Augeninneren oder bei der Mikroskopie zur Probenbeleuchtung, also zur Trennung der Lichtwege.

... mal suchen ...

CS

J.
 

Jorrit

Mitglied
Danke. Ich hatte schon Angst, daß man mich für verrückt erklährt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> Zumindest bin ich nicht der Einzige mit solchen Ideen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
 

derTobi

Mitglied
Hallo,

das wäre doch mal die ultimative Herausforderung jemanden der schon jeden erdenklichen Spiegel geschliffen hat. Man stelle sich das mal vor: Ein Teleskop nur aus Spiegeln, frei von jeglicher chromatischer Abberation <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> . Vielleicht wird sowas mal irgenwann bezahlbar?

Grüße Tobias
 

Jorrit

Mitglied
Dirksel: Ist ja der Hammer. Dann gibts ja doch sowas. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />
Preise stehen z.T. dabei. Um die 300$. Kleine Schmidt Cassegrain Okulare. Echt genial. Wenn ich mal Knete habe würde ich mir glatt welche kaufen. Nur zum Test.
 

Dirksel

Mitglied
Ähm, ich will dich ja nicht in deiner Euphorie dämpfen, aber ich glaube du hast beim Preis eine Null vergessen. Es sind 1999-3847$, du musst auf die letzte Seite schauen, ansonsten sind das normale Mikroskopokulare mit Linse,

CS
Dirk
 

RaykoM

Mitglied
geht mir beim Kontoauszug auch immer so...

"Ui... 4000 Euro, freu"

und dann seh ich das Komma <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/totlach.gif" alt="" />

Sorry für das OT
 

Optikus

Mitglied
Hmm..

SCHMIDT-Cassegrain = Schmidtplatte = Linse.

Und dann sind es Geräte für die Microskopie, da sollte man sich erstmal über die verwendete Beleuchtung und die Lichtwege im klaren werden. Die Anforderungen an ein Mikroskopokular sind ein wenig anders als die bei terrestrischer oder astronomischer Beobachtung.

CS

J.
 

Dirksel

Mitglied
Dass die Okulare für die Mikroskopie sind finde ich nicht so schlimm, da 1. es eigentlich schon interessant ist, dass es solche Okulare gibt, und 2. würde sich sowiso keiner Amateurastronom so ein teures Okular leisten, wo der Nutzen wahrscheinlich doch mehr als fraglich ist.
Was die Schmidtplatte betrifft: klar, dass dabei Dispersion auftritt, aber sind die Krümmungen nicht etwas günstiger, als bei herkömmlichen Okularen? Abgesehen davon, will ich nicht wissen, wie sehr das Fangspiegelchen wackelt, wenn es an winzig dünnen Fangspiegelstreben aufgehangen werden würde. Da ist die Schmidtplatte als mögliche Halterung doch die bessere Alternative.

@Rayko : solange das Komma nur auf Einnahmeseite fehlt ist doch alles bestens:)
 
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Jorrit

Mitglied
Immerhin zeigt die Seite, daß es geht. Also könnte man auch ein solches Okular herstellen (lassen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
 

Optikus

Mitglied
Hi Dirksel

ähmm ... die Radien etc. sind die selben (oder allenfalls ähnliche) wie beim Oku, denn an den Brennweitengesetzmäßigkeiten ändert sich ja nix ...

Also sind das Spiegeloptiken mit 7, 14 ... 22 ... 40 mm Brennweite!

Ist aber auf jeden Fall eine interessante Sache. Vielleicht kriegt man ja auf die eine oder andere Weise mal nen Schnitt oder eine Aufbauskizze von sowas, wär schon interessant da mal reinzusehen ...

CS

J.
 

Dirksel

Mitglied
"ähmm ... die Radien etc. sind die selben (oder allenfalls ähnliche) wie beim Oku, denn an den Brennweitengesetzmäßigkeiten ändert sich ja nix ..."

Eigentlich schon, die Spiegel erzeugen ja keine Dispersion, lediglich die Schmidtplatte ist brechend und beim SCHMIDT-Cassegrain sogar eine Asphäre.

CS
Dirk
 

Jorrit

Mitglied
Muß ein Spiegel eigentlich aus Glas sein?
Könnte man nicht einen aus Metall machen?
Natürlich eins, daß möglichst temperaturstabil ist.
Ähnlich wie das Urmeter.
 

bobbesch

Mitglied
Ich möchte eure Euphorie nicht bremsen, aber beide Fundstellen betreffen Mikroskop-Objektive und keine Okulare. Sie sind daher nicht als Spiegel-Okulare verwendbar.

Grüße

Norbert
 
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