Straßenlaterne: Welches Leuchtmittel ist wohl benutzt worden? | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Straßenlaterne: Welches Leuchtmittel ist wohl benutzt worden?

DemonsRun

Mitglied
Hallo Forum,
ich habe da mal eine (dumme) Frage:
Vor unserem Haus bzw. die Straße entlang (es ist eine "Spielstraße, also kein Autoverkehr), wurde die Pflasterung erneuert wie auch (leider) neue Straßenlaternen gesetzt. Diese leuchten in einem hell-orange-warmen Ton. Wie kann ich herausfinden, um welche Art von Leuchtmittel es sich handelt bzw. welcher Filter ggf. hilft?
Dies ist recht deprimierend für mich, denn bis dahin war alles so unglaublich dunkel bei uns und ich konnte mein Teleskop rund ums Haus aufstellen. Und bis auf ein paar Lichtquellen aus den Fenstern von den Nachbarnhäusern heraus, war hier nix.
Freue mich über jeden Tipp :)
Viele Grüße, Toni
 

MeisterDee

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Hallo Toni,
Du kannst ein einfaches Spektrometer nehmen, oder Dir ein Spektrometer selbst bauen , die Emissionslinien auslesen und mit den typischen Emissionslinien der gebräuchlichen Leuchtmittel vergleichen.

Aber wenn die Leuchten erst vor Kurzem aufgestellt / getauscht wurden, dann ist die Warscheinlichkeit extrem hoch, dass die LED zum Einsatz kam.
Bei Dir zwar immerhin warmtönig, aber für Beobachtung und Astrofotografie trotzdem ein Graus, weil diese LEDs größtenteils Kontinuumstrahler sind, die sehr breitbandiges Licht erzeugen. Beinahe alle Wellenlängen sind vertreten.
Dieses Licht lässt sich deutlich schwerer filtern, als das der alten Leuchten, bei denen das Licht typische Emissionslinien / Wellenlängen hatte, wie z.B. die Quecksilber-Spektrallinien bei Leuchtstofflampen oder die Natrium-Spektrallinien bei den gelben Natrium-Dampf-Lampen.

Eigentlich ist der Einsatz von LED bei Straßenbeleuchtung (wenn richtig ausgeführt) ein Segen für Energieeinsparung und manchmal auch für Behaglichkeit.
Doch wie das Sprichwort schon sagt: "Wo Licht ist, ist auch Schatten".

Und der Schatten fällt hier erbarmungslos auf die Hobby-Astronomie.

CS

Dietmar
 

AstroBHO

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Es geht noch einfacher: Einfach mal ein Liniengitter oder ein Amici-Dispersionsprisma nehmen, vor das Auge halten und das Spektrum ansehem. Wenn Du Spektrallinien siehst ist es keine LED.

Gruß Bernd
 

Cpt.Boiler

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Oder man nimmt eine CD/DVD. Evtl. noch ein Stück dunkles Papier nehmen und einen Schlitz hineinschneiden. Aber wer verwendet heute noch CDs? Mit neueren Speichermedien wie z.B. USB-Sticks funktioniert es leider nicht mehr :)
 

DemonsRun

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Danke für eure Tipps!
Das mit Franks Video ist klasse, war mir aber zu bauintensiv und da hätte ich einiges bestellen müssen. Aber das und dann noch hier eure Hinweise zu den Linien, haben mich zu einer einfachen Bastelarbeit gebracht: habe mir so ein Handspektroskop nach einer Vorlage von Astromedia gebastelt: Pappe von einer Cornflakes Packung + schwarz-matten Acryl + einer Spielzeugfernglaslinse und ein Liniengitter hatte ich auch noch von einer Kinderzeitung :D So eine Bastelsammlung gibt was her, wenn man ein Kind hat und alles aufhebt nach „könnte man mal gebrauchen“ :)
Ergebnis:
ja, die neuen Laternen sind LEDs :( es hat im vollem Spektrum abgebildet, der reinste Regenbogen 🌈
Tja, von West bis Nord habe ich nun verloren - Schade...
 

mettling

Mitglied
Hallo Toni,

Ich habe das gleiche Problem, ebenfalls Vollspektrumlampen in meiner Straße. Das einzige was einigermaßen hilft, ist ein möglichst schmalbandiger Nebelfilter und dann auf helle Emissionsnebel gehen. Ich komme nicht mehr unter m5.5. Der Lumicon OIII spricht recht gut an, bei niedrigen Vergrößerungen verwende ich den sehr harten Baader OIII. Damit kommt der Rosettennebel auch unter diesen Bedingungen sehr gut raus.

Bis dann:
Marcus
 
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