Tasco 80/1200 - wer kennt es? | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Tasco 80/1200 - wer kennt es?

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R_Andreas

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Hallo Leute,

bei mit steht seit heute ein tasco 80/1200 Refraktor, komplett mit Montierung, Huygens Oklularen, usw. Das Gerät scheint ein erster Nachbau der entsprechenden Zeiss Serie zu sein, vielleicht ein Vorläufer der Vixen Serie. Zu der Zeit (Baujahr 1981) war noch ein anderer Steckhülsendurchmesser gängig, 24,5 mm. Das ganze Gerät ist sehr hochwertig gebaut, besonders wenn man es mit dem heutigen Chinastandard vergleicht. Nur die Montierung (mit 220V RA Nachführmotor) macht einen etwas schwächlichen Eindruck.

Der Okularauszug läuft absolut satt und spiellos, ein voll justierbares, zumindest außen vergütetes Objektiv, und die herrliche "tailor-made" Holzaufbewahrungskiste gefallen sofort. Auch die ganzen Verbindungselemente sind irgendwie fetter und schöner, als die heutigen Teile. Der eigentliche Clou beim Zubehör ist ein 24,5 mm Herschelkeil, sowas ist auch für mich neu. Eigentlich habe ich das Gerät als Sonnenteleskop gekauft, dachte aber dabei ursprünglich an einen Folienfilter. Mal sehen, vielleicht taugt der Keil ja was. Wie der Zufall manchmal so spielt!

Leider konnte ich das Gerät noch nicht ausprobieren, morgen ist Urlaub angesagt, so dass die Beurteilung der optischen Qualität noch aussteht. Ich hoffe aber, sie wird Vixen 80L Niveau erreichen.

Kennt jemand vielleicht ein solches Gerät und kann mit etwas dazu sagen? Das Gerät stammt von einem verstorbenen Sternfreund, da hat man gleich eine andere Beziehung dazu. Was er wohl alles schon damit gesehen hat? Mich hat die Kaufaktion bei der Witwe daran erinnert, dass man seine ganzen Schätze nicht auf die andere Seite mitnehmen kann.

Nachdenkliche Grüße
Andreas
 

Reverend_Coyote

Aktives Mitglied
Hallo Andreas,

ich habe meine Laufbahn mit einem Tasco 60/910mm Refraktor
begonnen, damals Weihnachten 1967/68 von Oma geschenkt bekommen.
Auf einer schrecklichen azimuthalen Wackelmontierung, und auch
mit den beliebten 24.5mm Huyghens-Okularen.

Die Optik des Gerätes war voll ok, allerdings konnte ich
erst beurteilen, wie schrecklich die Okulare waren, als ich von
der Volkssternwarte einen Satz Orthos ausgeliehen bekam. Vergiß
die Okulare, stell sie in die Sammler-Vitrine und benutze solche,
die den idR. recht ordentlichen Tasco-Objektiven angemessen sind.

Zu diesem Behufe würde ich mich nicht scheuen den Okularstutzen
gegen ein modernes Exemplar mit 1.25" Auszug zu tauschen - immer
vorausgesetzt, die Optikprüfung rechtfertigt diesen Schritt.

Als ich mir dann vernünftige Okulare besorgt hatte, habe ich lange
Jahre an dem Teleskop Freude gehabt. Als Montierung benutzte ich eine
primitive Konstruktion, aus Holz gebaut und immerhin parallaktisch.
Die Anleitung dazu fand ich in dem Buch "Praktische Astronomie für
Sternfreunde" von Wolfgang Schroeder. Die Tasco-Montierungen waren
fast alle nicht sonderlich stabil.


MfG Coyote

PS: Gratulation zu Deinem Fang!
 
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R_Andreas

Aktives Mitglied
Hallo Roland,

genau das ist es. Sehr informative Seite, danke für den Link!

So einen Towa 80/600 Refraktor, die Firma hat Ulrich in seinem Bericht als Tasco Importeur erwähnt, habe ich auch noch. Der muss aus der gleichen Zeit stammen, ist ähnliches Zubehör dabei.

Andreas
 

hasebergen

Aktives Mitglied
Hi Andreas!

Ich habe das Teil auch mal kurz gehabt, musste es aber - aus Platzgründen - doch leider wieder abgeben.
War zu meinen Anfängerzeiten immer mein Traumgerät ... der "Tasco 10-K bzw. 15-K" für damals unbezahlbare 1.400 DM beim Optiker.
Sollte das Gerät in Ordnung sein, Gratulation, dann haste ein Klassegerät erwischt; wenig Farbfehler, mechanisch robust ... vielleicht könnte die Montierung etwas stabiler sein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />.
Ich habe noch den Original Tasco-Prospekt aus den frühen 80er zu liegen; kann ihn das nächste Mal ja zum Stammtisch mitrbringen!

So, jetzt erstmal einen Guten Rutsch ins neue .. und geniesst die letzten schönen Sonnenstunden vor einer kommenden und wieder einmal anrauschenden längerandauernden Wolken- und Siffwetterphase <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" />

Gruss Hannes
 

JSchmoll

Aktives Mitglied
Hallo Andreas,


schoenes Geraet, war auch mal ein Jugendtraum von mir. Ein Freund hatte es spaeter von Wachter als "Jupiter 80" erworben.

Ein Zeissnachbau ist das nicht, das Format 80/1200 war schon vorher ueblich, halt ein klassischer Fraunhofer-Dreizöller. Sollte auch wirklich 76mm Oeffnung haben, keine 80. Die Okularnorm von 24.5mm war nicht nur bei Zeissens, sondern auch generell bei den meisten Amateurfernrohren bis in die 80er Jahre hinein ueblich.

Das Geraet ist ein Schmuckstueck, das mit gescheiten Okularen auch an Mond und Planeten was zeigt. Leider muss der Okularauszug ausgetauscht werden, willst Du das volle Gesichtsfeld fuer 31.8mm-Okulare nutzen. Sonst vignettiert das duenne Auszugsrohr der "Posaune" - eine Konstruktion, die scheinbar gewaehlt wurde um den Refraktor kuerzer bauen zu können. Alternativ kannst Du einen "Hybrid"-Zenitspiegel verwenden, eingangsseitig kleiner, ausgangsseitig grosser Einsteckdurchmesser. Nur schattet solch ein Teil bauartbedingt bei Weitfeldokularen den Rand ab, was bei Planetenbeobachtung nicht stört.

Viel Beobachtungsgenuss und
 

G2_Astro

Aktives Mitglied
Hallo Andreas,

wenn Du den Okularklemmring abschraust, kommt da warscheinlich ein 36,4 Außengewinde zum vorschein, so war es bei meinem 60/910mm, dem im Karton eine Tasco Beschreibung beilag. Es dürfte sich vielleicht um den gleichen Metall - Auszug handeln. Ich habe von einer defekten Barlow den gleichen Okularklemmring benutzt, um ein Stück Messingrohr Dm 31 mm eingelötet und T-förmig eingegeschnitten , um damals meine 31 mm Kosmosokulare daran zu benutzen. Wenn vorhanden, die Blende im Auszugrohr entfernen und es mit Velur auskleiden. Der Gewinn war dann mehr als deutlich.
Dafür müsste es bei Baader was passendes geben um dann 1,25" Okulare zubenutzen. Sollte sich dann die gute Qualität der Optik bestätigen, kann man dann ja zum großen Auszug wechseln. Dann wäre sogar 2" möglich ist dann sowieso auch ein prima Sonnenteleskop das sich nach weiterem Sonnen - Zubehöhr sehnt.

Gruß Günter und guten Rutsch
 

R_Andreas

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

erst mal ein frohes neues Jahr für Euch!

Wenn das Gerät sein First Light unter meiner Regie hatte, werd ich mal schauen, was noch investiert wird. Um das Gerät im Originalzustand zu erhalten, möchte ich weder OAZ austauschen, noch Blenden herausnehmen. Eventuell wird die lange Taukappe von innen mit Veloursfolie ausgekleidet, das geht ja mit einer Pappröhre rückstandslos und sollte einen guten Effekt haben.

Jürgen: Da es sich eh nicht um ein Weitfeldgerät handelt und dies für die Sonnenbeobachtung auch gar nicht nötig ist, dürfte ein Hybridzenitspiegel das Mittel der Wahl sein, guter Tipp. Mit einem 10 mm Plössl bekäme man die Sonne formatfüllend abgebildet, ein Okular mit 24,5 mm Feldblende macht ungefähr ein wGF von einem Grad.

Vielleicht taugt das kleine Herschelprisma etwas, dann würde es sich vielleicht lohnen, dort eine 1 1/4" Adaption anzubringen.

Sobald das Wetter mal wieder besser wird, mache ich Versuche mit Baader Folie und dem Keil, dann sieht man Unterschiede bestimmt sofort, falls vorhanden.

Hannes: Die Orginalpapiere von Tasco sind ebenfalls vorhanden, die bringe ich dann auch mit.
Günter: In der Tat, da sitzt ein Klemmring außen drauf, denn ich aber so ohne Gewalt nicht ab bekomme.

Uff, gar nicht so einfach, hier Bilder einzustellen, ich hoffe, es langweilt Euch nicht.

Hier die beiden Röhren:
Link zur Grafik: http://www.beepworld.de/memberdateien/members40/andreaspw/tasco0007klein.jpg
Und hier die justierbare Fassung der Großen:
Link zur Grafik: http://www.beepworld.de/memberdateien/members40/andreaspw/tascoobjektivklein.jpg

Viele Grüße
Andreas
 
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faelup

Aktives Mitglied
Jupp der Tasco 80/1200 ist der Tasco 10k. Wir gerne
gesucht von Sammlern und ist ca. 250 Euro bei eBay
wert. Wäre es ein Weltblick oder Unitron, dann wäre
er ca. 600 Euro wert bei eBay. Es gab auch noch einen
grösseren, einen 100/1500, soweit ich weiss hies der
dann 20k. Wie gesagt, die langen Tascos sind Sammlerstücke
und jeder der einen hat sollte sich glücklich schätzen ...
 

Reverend_Coyote

Aktives Mitglied
Guten Morgen,

der größte Tasco war ein 108/1600mm FH und hieß 20T oder 20TE,
je nach Ausstattung. Mein alter, nichtbezahlbarer Jugendtraum! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/appl.gif" alt="" />


Gruß Coyote
 

piepen

Aktives Mitglied
Besitze seit 1980 ein Tasco-90/1200 und kann noch heute
bestätigen, dass dies ein hervorragendes Gerät-gerade für
Planetenbeobachtung ist. Eine ausgezeichnete Optik-ein echter, klassischer Fraunhofer-verbunden mit einer soliden
Verarbeitung , wie man sie heutzutage selten vorfindet.
Habe das Gerät im Okurarauszug auf 1,25 Zoll umgerüstet
und nutze es auch als Leitrohr zur Fotografie.Oft nutze ich es als Zweitrohr neben einem 6"/1200 Achromat von TS auf einer Doppelmontierung. Kein erkennbarer Farbfehler, gestochen scharfe,nadelfeine Sterne -relativ zur Öffnung
im Vergleich zum 6" TS-Refraktor absolut besser!Im Deep-Sky -Bereich sollte man nicht allzuviel erwarten - hier setzt die Öffnung Grenzen . Auf jeden Fall ist der Tasco
ein wirklich gutes Teleskop, das ich jedenfalls nicht hergeben werde.
 

R_Andreas

Aktives Mitglied
Hallo,

das Teleskop hatte gestern Abend sein First Light bei mir. Ungläubig habe ich die lehrbuchartige Beugungsfigur im Fokus angestarrt. Schon bei kleinster Vergrößerung (60-fach) konnte Alpha Geminorum leicht getrennt werden, und zwar nicht als Ei oder Oval, sondern als zwei ganz klar getrennte Sternpunkte mit schwarzem Zwischenraum. Ich habe wirklich vor dem Okular gehangen und den Mund nicht mehr zu bekommen (kalt). Von daher kann ich Deine nachhaltige Treue zu dem Gerät absolut nachvollziehen.

Die defokussierten Beugungsbilder waren intra- und extrafokal recht deutlich verschieden, ein perfektes Objektiv ist es wohl nicht. Andererseits ist der Fokusbereich der größten Schärfe so lang gezogen, dass man den perfekten Schärfepunkt optimal einstellen kann. Mir jedenfalls hat es gereicht, um Lust auf einen großen 5", langen F15 FH-Refraktor zu machen. Die D&G Linse ist bereits bestellt.

Viele Grüße
Andreas
 

Bernd62

Aktives Mitglied
Tasco 90/1300 (V18)

Hallo,

es gab auch eine 90/1300(f 14,4) Version.

Link zur Grafik: http://bernyland.de/Bilder/Astro/tascoweb.jpg
(Zum Größenvergleich: Das daneben ist ein 12" SC.)
Den Tasco-Refraktor gab es wohl original mit einer NP auf einem Holzstativ. Meiner ist schon auf 1 1/4" aufgerüstet, das kleine Prisma mit 3 Okularen war aber noch dabei.
Irgendwo ist auch schon das Vehrenberg-V drauf ... .
Das schöne Stück war mal hier als Anfängerteleskop sehr günstig zu haben. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />
Optisch wirklich sehr gut! Geb ich nimmer her. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Schönen Gruß
Bernd

Jetzt hab' ich gerade erst oben den Beitrag gesehen vom 90/1200 ... . Bin mir nicht mehr 100%ig sicher mit der Brennweite. (Muß mal bei Gelegenheit schauen; er hängt in der Sternwarte an der Wand.)

UPDATE:
also: ist tatsächlich ein 90/1300; Typenbezeichnung ist V18
 
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piepen

Aktives Mitglied
Re: Tasco 90/1300 (V18)

Hallo Bernd62

Muß mich für den Schreibfehler zum Tasco 80/1200 höflichst entschuldigen . Mein Gerät ist ein Tasco 90/1300 auf einem recht stabilen Holzstativ mit einer robusten Montierung, die ich von der Tragfähigkeit knapp unter der Astro 5 ansiedeln würde.Ich habe das Gerät im Okularauszug auf 1.25" umgerüstet und nutze es immer noch sehr gerne,da es eine ausgezeichnete Optik mit kaum bemerkbarem Farbfehler aufweist.
Gruß Piepen
 

JSchmoll

Aktives Mitglied
Re: Tasco 90/1300 (V18)

Hallo,

diese Teleskope wurden in den 80ern von Vixen geliefert - es ist nicht das 10K/15K der 70er und fruehen 80er Jahre, das von einer Firma "Towa" in Japan geliefert wurde. Damals waren auf den kleinen Aufklebern auf den Produkten oft ein V oder ein T in einem Kreis zu finden, wohl um die beiden Zulieferer auseinanderzuhalten.

Die Montierung des 90/1300ers war die Vixen Polaris2000 (heute leicht abgeaendert bekannt als NewPolaris).
 
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