Theoretische Frage Newton Spiegel und Korrektor | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Theoretische Frage Newton Spiegel und Korrektor

TjMike

Mitglied
Dies Frage ist vorerst nur mal Theoretischer Natur, weil ich gestern das erste mal was von eine Schmidkamera gelesen bzw gesehen habe.
Wäre solch ein System auch für einen Newton denkbar?
Also eine Tubus wie bei einem Newton aber ohne Sekundärspiegel, der ja entfallen könnte weil die Kamera samt Korrektor auf der Fangspinne montiert würde.
Also die Kamera im Primärfokus direkt an der Spinne ( vorausgesetzt Stabil genug für das alles) und direkt davor den dazugehörigen Korrektor geschraubt im richtigen Abstand (ebenfalls vorausgesetzt das dieser realisierbar ist). Wird dann eine Sonderanfertigung speziell für dieses Teil, wenn überhaupt möglich ist.
Das ganze für einen 200 f/1,5 falls man so etwas kaufen kann. Wird auch eine Sonderanfertigung sein!
Die Fokussierung würde dann wenn präzise genug realisierbar ist, über den Hs erfolgen.

Da ich kein Optikspezi bin kenne ich mich da leider gar nicht aus und somit auch nicht ob so etwas technisch überhaupt möglich ist, was die Korrektur von einem f/1,5 Newton Spiegel angeht für ein APSC Format.
Aber sollte das gehen, wäre das ein tolles Spiegelsystem mit einer extrem kurzen Brennweite.
Noch dazu befände sich alles auf der Axe.
OAZ könnte man sich sparen und somit eventuelle Verkippungen am OAZ vermeiden.

Bitte lacht mich nicht aus wegen dieser Frage, aber der Gedanke ob das machbar ist lässt mich nicht mehr los.

Lg. Michael
 

MeisterDee

Mitglied
Hallo Michael,
wenn Du mit einem Newton fotografierst, dann passiert das so oder so im Primärfokus.
Ausnahme natürlich die Verwendung von Barlows oder bei Okularprojektion.
Der Fangspiegel lenkt das Strahlenbündel schließlich nur seitlich aus dem Tubus heraus. Unverändert.
Bei Cassegrains vergrößert der Fangspiegel (sogar erheblich) und macht die Optik „langsamer“, beim Newton nicht.

Die Brennweite verändert sich nicht, wenn Du anstatt des Fangspiegels die Kamera in den Fokus bringst, der dann natürlich weiter vom Spiegel weg ist (genau die Brennweite) . Das Teleskop wird nicht „schneller“.
Daher macht es keinen Sinn.

CS

Dietmar
 
Zuletzt bearbeitet:

TjMike

Mitglied
Da hast du wohl recht.
Nur bei einem System von 200 f/1,5 geht sich das mit der Distanz schon gar nicht aus mit einem Fangspiegel, weil ich den Lichtweg gar nicht so weit seitlich aus dem Tubus bringe und mal abgesehen von der Größe des Fs welche dazu notwendig wäre um das auszuleuchten.
Mit der Kamera im Tubus (mal angenommen es wäre alles realisierbar) würde das dann kein Problem darstellen.
Zumindest denke ich das. Wohl gemerkt bin da unwissend wenn s um Optik geht.
 

RaBaeh

Mitglied
Hallo Michael,
an was für einen Korrektor hast du in deiner theoretischen Überlegung gedacht? Wenn du einen HS mit F/1,5 schleifen lassen willst..da fällt mir estmal keiner ein...
Die schnellen System, die mir bekannt sind Arbeiten alle mit einem Korrektor, der auch die Brennweite verkürtzt. (aus F/4 wird F/2,8 z.B.)
Es gibt ja "Newton" Teleskope, die ohne FS ausgelegt sind. Nicht von der Stange natürlich. Da werden meist kleine runde Kameras eingesetzt, mit Korrektor davor.
Die Fokussierung erfolgt da über die HS Verschiebung (jedenfalls in den mir bekannten Teleskopen) Bei schnellen Systemen erfordert dies ein recht hohes Maß an Genauigkeit der Mechanik.
Das wäre sicher machbar - die Frage nach der Sinnhaftigkeit stellt sich, ob des Aufwandes, zwangsläufig. ;)

Grüße Rainer
 

TjMike

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an was für einen Korrektor hast du in deiner theoretischen Überlegung gedacht?
Eben an keinen, weil mir persönlich auch keiner bekannt ist.Darum sich theoretische frage.

Es gibt ja "Newton" Teleskope, die ohne FS ausgelegt sind
Welche wären das?


Nicht von der Stange natürlich. Da werden meist kleine runde Kameras eingesetzt, mit Korrektor davor.
Genau in diese Richtung geht meine Überlegung. Gibt es dazu genaueres?
 

Jens

Mitglied
Viel Spaß beim Polieren einer f1,5-Parabel. Ganz abgesehen davon, wenn man einen 1,5er Strahlenkegel durch einen zwei- oder dreizölligen Komakorrektor schickt, wieviel ausgeleuchtetes Feld bleibt dann übrig?
Es hat schon einen Grund, warum man vollflächige Schmidtplatten und sphärische Spiegel, einem von Dir gedachten System vorzieht.
 

P_E_T_E_R

Mitglied
Dies Frage ist vorerst nur mal Theoretischer Natur, weil ich gestern das erste mal was von eine Schmidkamera gelesen bzw gesehen habe. Wäre solch ein System auch für einen Newton denkbar? Also eine Tubus wie bei einem Newton aber ohne Sekundärspiegel, der ja entfallen könnte weil die Kamera samt Korrektor auf der Fangspinne montiert würde. Also die Kamera im Primärfokus direkt an der Spinne ( vorausgesetzt Stabil genug für das alles) und direkt davor den dazugehörigen Korrektor geschraubt im richtigen Abstand (ebenfalls vorausgesetzt das dieser realisierbar ist). Wird dann eine Sonderanfertigung speziell für dieses Teil, wenn überhaupt möglich ist. Das ganze für einen 200 f/1,5 falls man so etwas kaufen kann. Wird auch eine Sonderanfertigung sein!
Die Fokussierung würde dann wenn präzise genug realisierbar ist, über den Hs erfolgen.
Mit einem 200 f/1,5 Parabolspiegel würde das einen extrem ambitionierten Koma und Feldkorrektor erfordern, den es so jedenfalls auf dem Markt nicht gibt.

Was es stattdessen gibt, sind die Rowe-Ackermann (RASA) Astrographen von Celestron mit einer Öffnung von 8", 11" und 14", die den originalen Schmidt-Kameras nachempfunden sind, anstelle der langen Bauform aber die kurze Bauform des Schmidt-Cassegrain zugrunde legen und mit einer Korrektoroptik vor dem Fokus ein ebenes Bildfeld erzeugen, so dass moderne Digitalkameras mit flachem Bildsensor daran funktionieren. Gibt es unter anderem als 8" f/2 System, was deinen Vorstellungen ziemlich gut entspricht:

RASA 8"

Stattdessen kann man auch die originalen SCTs von Celestron umbauen und anstelle vom Fangspiegel mit entsprechenden käuflich erhältlichen Korrekturoptiken ausstatten. Zunächst hieß das Verfahren FASTAR, später dann Hyperstar von Starizona. Wenn du von vorn herein auf so eine schnelle Optik abzielst, wäre es einfacher, gleich einen RASA zu nehmen.
 
Zuletzt bearbeitet:

TjMike

Mitglied
Viel Spaß beim Polieren einer f1,5-Parabel. Ganz abgesehen davon, wenn man einen 1,5er Strahlenkegel durch einen zwei- oder dreizölligen Komakorrektor schickt, wieviel ausgeleuchtetes Feld bleibt dann übrig?
Es hat schon einen Grund, warum man vollflächige Schmidtplatten und sphärische Spiegel, einem von Dir gedachten System vorzieht.
Darum sage ich ja, ob dies theoretisch überhaupt machbar wäre.
Und wie ich sehen kann bzw lesen wenn überhaupt dann nur mit unwahrscheinlich großem Aufwand und nicht praktikabel.

Lg. Michael
 

Gerd_Duering

Mitglied
Hallo Peter,

Mit einem 200 f/1,5 Parabolspiegel würde das einen extrem ambitionierten Koma und Feldkorrektor erfordern, den es so jedenfalls auf dem Markt nicht gibt.

bei der reinen Komakorrektur sehe ich hier gar nicht das Problem. Das Problem für den Korrektor wäre nur das ganze ohne die Einführung von SA und Farbfehler hinzubekommen.
Bezüglich SA gibt es da aber eine ganz einfache Lösung. Man verwendet keinen Parabolspiegel sondern einen Elliptischen ( cc um die -0,8 statt -1) und kompensiert so sie SA die der Korrektor einführt ganz einfach.
Das ermöglicht auch einen kurzbauenden Korrektor und dadurch weniger Obstruktion.
Das führt dann zu einem Astrografen wie ihn zb. Takahashi als Epsilon herstellt.


Sowas könnte man natürlich auch ohne FS mit vor dem Spiegel angeordnetem Korrektor und Cam verwirklichen.
Die Grenze des Machbaren setzt hier aber nicht der Korrektor sondern die Politur des HS.
Die F 1,5 wie sie der Michael anstrebt sind zu extrem, das poliert keiner mehr vernünftig aber die F2,8 beim Epsilon sind machbar. Ist aber auch schon recht anspruchsvoll und damit entsprechend teuer.

@TjMike
Für ein F1,5 System ist und bleibt eine echte Schmidtkamera mit der Schmidtplatte im Krümmungsmittelpunkt des HS das Beste und Kostengünstigste.
Eine Bildfeldebnung ist hier sehr einfach und preiswert mit einer einzelnen Linse von der Stange möglich.
Ich sehe daher keinen Grund sich hier um ein anderes System Gedanken zu machen.

Grüße Gerd
 

P_E_T_E_R

Mitglied
Für ein F1,5 System ist und bleibt eine echte Schmidtkamera mit der Schmidtplatte im Krümmungsmittelpunkt des HS das Beste und Kostengünstigste. Eine Bildfeldebnung ist hier sehr einfach und preiswert mit einer einzelnen Linse von der Stange möglich.
Ich sehe daher keinen Grund sich hier um ein anderes System Gedanken zu machen.
So wie hier schon mal ausführlich diskutiert:

Bildfeldebnungslinse für eine CCD-Schmidt-Kamera

Celestron 5 1/2" Schmidt-Kamera Umbau

Aber wie man sieht steckt auch da der Teufel im Detail ...
 
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