UHC Filter an 100/900 ED visuell | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

UHC Filter an 100/900 ED visuell

lukeflo

Mitglied
Moin,
würde mir gerne einen Filter zulegen, um mit o.g. ED oder meinem 80mm f/11 Achromaten hellere Nebel zu beobachten - rein visuell, z.T. in Stadtnähe, z.T. auf dem Land. Nun sollen ja laut Herstellerangabe einige UHC Filter (z.B. Baader UHC-S, Omegon UHC Pro) auch an Teleskopen mit kleinerer Öffnung einen durchaus deutlich wahrnehmbaren Effekt erzielen.
Hat diesbezüglich jemand hier Erfahrungen mit einer ähnlichen Kombination und kann einen Hinweis geben, ob sich einer der Filter dafür lohnt?
Gruß
Florian
 

Kerste

Mitarbeiter
Meiner Erfahrung nach hängt die Filterwirkung nur von der Austrittspupille ab, nicht von der Öffnung. Egal, ob mit 4 Zoll oder 14 Zoll.
UHC bringt was, OIII bringt was (anderes). Und LED-Lampen werden immer mehr zum Problem.

Beste Grüße,
Alex
 

b_schaefer

Mitglied
Um mich mal anzuhängen:

Gibt es da irgendwelche Erfahrungswerte, wie groß die AP für verschiedene Filter sein sollte? Unterhalb von 2 mm AP sollte man wohl eher nicht mehr filtern, oder? Ich mag jedenfalls den sternlosen Look von harten Filtern bei kleiner AP so gar nicht.

Viele Grüße
Sebastian
 

Kerste

Mitarbeiter
Hi!

Da die Filter ja eh nur zur Nebelbeobachtung taugen, benutze ich meistens nur die niedrigen Vergrößerungen, ohne auf die AP zu achten. Bei kleinen Nebeln wird so hoch vergrößert wie nötig - aber ich habe keine Daten dazu aufgeschrieben.

Je breitbandiger der Filter, desto kleiner kann die AP werden - O-III geht bis 1 oder 2mm, weiß nicht mehr genau; UHC und CLS dürften mehr zulassen - wobei ich den CLS am liebsten bei Jupiter für die Kontraststeigerung verwende:)

Beste Grüße,
Alex
 

lukeflo

Mitglied
Danke für die Tipps Alex. Dann wäre solch eine Herstellerangabe wohl eher als Verkaufsargument zu interpretieren.
Werde wohl mal schauen, wo ich einen gebrauchten Filter her bekomme, um selbst in der Richtung Erfahrungen zu sammeln.
Gruß
Florian
 

Kerste

Mitarbeiter
Hallo Florian,

an kleinen Geräten lohnen sie sich auch – am ED80 und am C14 ist mir bei selber AP das Licht im OIII-Filter ausgegangen, Filterwirkung ist bei beiden da. Nur beim C14 ist die kleine AP leichter erreicht als am ED80.

Nimm einen Filter möglichst in 2", wobei die selten auf dem Gebrauchtmarkt landen.

Clear Skies,
Alex
 

klawipo

Mitglied
Hallo Florian,

ich nutze einen UHC Filter häufig gewinnbringend mit 5mm Austrittspupille bei 80mm Öffnung. Bei ca. 3mm wird mir bei den meisten ausgedehnten Objekten das Bild zu flau.

für den f/11 Refraktor wird es da eventuell schwierig an eine angenehme Bildhelligkeit zu kommen, vor allem, wenn da nur ein 1,25 Zoll Okularauszug verbaut sein sollte.

User @Lots filtert, soweit ich mich erinnere, bei höheren Vergrößerungen auch Planetarische Nebel. Ich habe damit bislang weniger Erfolg, aber auch noch nicht so häufig experimentiert.

VG Klaus
 

Gerd-K

Mitglied
Hallo,

Gibt es da irgendwelche Erfahrungswerte, wie groß die AP für verschiedene Filter sein sollte? Unterhalb von 2 mm AP sollte man wohl eher nicht mehr filtern, oder?

Ich habe in meinem Aufzeichnungen Beobachtungen gefunden bei denen ich einen [OIII] Filter mit einer Öffnung von 114mm (114/900mm Newton) erfolgreich eingesetzt habe.
Ich nutze meine Filter, [OIII], UHC und den H-beta unabhängig von der Vergrößerung bzw. der Austrittspupille. Mit den Filtern beobachte ich ausgedehnte Objekte bei geringer Vergrößerung und großer Austrittspupille und auch bei kleinen Objekten oder kleinräumigen Strukturen bei hoher Vergrößerung und kleiner Austrittspupille.
Der Bereich der Austrittspupille bei der ich diese Filter einsetze umfasst einen Bereich von 7 bis 0,7mm.

Den H-beta Filter habe ich bereits mit 80mm erfolgreich eingesetzt.

Viele Grüße
Gerd
 

lukeflo

Mitglied
Hey,
danke an euch alle für die Erfahrungsberichte und Tipps. Werde mich auch mal nach einem gebrauchten 2" Filter umsehen, aber die gibt es auf den ersten Blick tatsächlich eher selten. Allerdings fehlt mir eh noch 2" Übersichtsokular. Den ED mit 2" OAZ hab ich erst seit ein paar Wochen...
Der f/11 Achromat hat zudem tatsächlich nur einen 1,25" Auszug, wie Klaus richtig vermutet hat. Deshalb wirds erstmal auch ein 1,25" Filter tun.
Sobald ich einen habe, das Wetter endlich mal besser wird und auch die gesundheitliche Lage sich entspannt, berichte ich von meinen Erfahrungen.
Gruß
Florian
 

klawipo

Mitglied
Hallo Florian,

mit 2 Zoll kommst du auf mehr Okular-Brennweite ohne Tunnelblick und so auf ein helleres Bild, das würde ich schon nutzen.

Recht preisgünstig und nicht schlecht sollen die Castell Filter sein (bei Teleskop Austria unter 80 Euro). Selbst ausprobiert habe ich sie aber nicht. Bei Astronomik und Lumicon habe ich noch von keinem schlechten Exemplar gelesen. Am Ende sind auch Filter etwas Geschmackssache (will ich mehr oder weniger Sterne sehen?), bei den günstigsten Marken gibt es aber Exemplare, die schlicht nicht funktionieren, weil die Spektrallinien nicht getroffen werden.

VG Klaus
 

lukeflo

Mitglied
Hallo,

ok, werde mal drauf achten bezüglich der Hersteller.
Wie siehts denn mit den Baader Filtern aus:


Eigentlich haben Baader Produkte ja einen ganz guten Ruf.

Gruß
Florian
 

lukeflo

Mitglied
Hallo Gerd,

danke für den Link. Werde mich mal damit auseinandersetzen. Preise scheinen ja zumindest bei Astronomik und Baader neu recht ähnlich zu sein.

Gruß
Florian
 

Gerd-K

Mitglied
Hallo,

In den Astronomieforen wird der Baader Filter als ein "härterer" Filter als der Astronomik [OIII] Filter vorgestellt. Der Baader Filter dunkelt durch seinen engeren Durchlass den Hintergrund stärker ab als ein Astronomik [OIII] Filter.

Ich habe den Baader [OIII] ebenfalls ins Auge gefasst, aber nur als zusätzlichen Filter. Zur Erstanschaffung speziell von einem [OIII] Filter würde ich immer noch zum "breiteren" und damit weniger "harten" Filter von Astronomik greifen.

Viele Grüße
Gerd
 

Specht

Mitglied
...überlegenswert, ob man überhaupt einen UHC braucht. Ich bin visuell unterwegs und hatte einen UHC von Lumicon viele Jahre, ohne ihn wirklich oft zu benutzen. Ich finde Linienfilter wie den OIII oder Hß bei den entsprechenden Objektklassen wichtiger, auch bei kleineren Öffnungen.

Zu meiner aktivsten Zeit benutzte ich die OIII-Filter von Baader, Lumicon und Astronomik nebeneinander, um wirklich mal zu schauen, wie groß die Unterschiede sind. Trotz viel Theorie in den Foren und Interpretation von Transmissionskurven konnte ich visuell keine großen Unterschiede feststellen. Alle Filter machten ihren Job sehr gut.

Über die visuelle Wirkung von Filtern als Störlichtfilter in Stadtnähe, wie dem Lumicon Deep-Sky und dem Astronomik CLS, gehen die Meinungen stark auseinander. Meine Erfahrungen mit diesen Filtern hatte ich mal im Nachbarforum zusammengefasst: Astrotreff - Astronomie Treffpunkt - Störlichtfilter - Mythos und Erfahrungen

meint
volker.
 
Zuletzt bearbeitet:

j.gardavsky

Mitglied
Hallo Florian,

ich habe über 2 dutzend Nebelfilter von Astrodon, Astronomik, Baader, Lumicon, und für die meisten Nebel)* benutze ich den Baader OIII 10nm Visual Filter. Hiermit kann man die hellen Emissionsnebel, wie die von Messier, auch beim Vollmond noch beobachten.

CS,
Jiri

PS: )* Zu den Nebeln für einen OIII Filter zählen insbesondere: Die meisten planetarischen Nebel, Supernova Remnants, Wolf-Rayet Nebel, aktive Sternentstehungsregionen. Für die kleinen bis mittleren Teleskopöffnungen sind es über 200 schöne Objekte.
 

lukeflo

Mitglied
Danke den letzten dreien nochmal für ihre Antworten.
Ihr sprecht ja alle sehr gut über die OIII Filter und, dass diese auch gut mit kleineren Öfnnungen funktionieren. An anderer Stelle habe ich hingegen gelesen, OIII lohne sich erst ab 6" bis 8" Öffnung. Derzeit wohne ich noch recht städtisch zentral in Köln. Das soll sich zwar ändern, aber wann, steht noch aus. Welche Art Filter seht ihr denn in solch einem lichtverschmutzten Bereich vorne (bei einer 4" Öffnung)? Persönlich würde ich mal auf den OIII tippen wegen der deutlich kleineren Halbwertbreite von 10nm. Bisher bin ich aber noch nicht wirklich sicher.

Gruß
Florian
 

Kerste

Mitarbeiter
Hallo Florian,

die 6-8"-Empfehlung dürfte aus der Zeit stammen, als Refraktoren noch f/10-f/15 hatten und dementsprechend (gerade mit 0,96"-Auszügen) nur kleine Austrittspupillen lieferten, bei denen einem OIII-Filter das Licht ausgeht bzw. nur der Nebel ohne Sterne zu sehen war. Spiegel waren mit schnellerem Öffnungsverhältnis schon eher üblich.
Wenn die Autoren dann noch seit 60 Jahren alle voneinander abschreiben, und mit der Austrittspupille gefühlt erst seit der Jahrtausendwende vermehrt argumentiert wird, hält sich die Fixierung auf die Öffnung.

Ein OIII ist der speziellste Filter, der aber auch am sichersten funktioniert, weil er das meiste ausblendet. Ich hatte mal mit einem CLS-Filter die Heilbronner Innenstadt angeschaut und genau eine Lampe ausgeblendet. Das mag in Köln ganz anders aussehen, je nachdem, welche Lampen bei dir installiert sind. UHC und CLS blenden nicht ganz so viel aus, dafür ist das Bild halt auch heller, und du siehst mehr Sterne.

Je mehr Lichtverschmutzung du hast, desto eher würde ich zu einem engbandigen Filter als Erstfilter greifen. Oder du nimmst mal Kontakt zur Kölner Volkssternwarte auf, welche Filter die einsetzen, wenn überhaupt. In Heilbronn verwenden wir bislang wenige Nebelfilter im Einsatz, weil die meisten nur in 1,25" vorhanden waren, was am C14 mit f/10 und 3900mm Brennweite wenig Spaß macht. Mittlerweile haben wir den Baader OIII und demnächst den Baader UHC-S für den Führungsbetrieb in 2". Der OIII war schon länger da, die Entscheidung für dem UHC-S kam nach einem Schnellvergleich mit Astronomik UHC und CLS, da er bei uns ganz gut funktioniert hat. Die Kombination aus einem sehr engen und einem eher schwachen Filter passt für diesen Standort ganz gut; bzw. der Astronomik war nicht so viel besser, dass sich der deutliche Mehrpreis gerechnet hätte. Ich kann nicht beschwören, ob der Astronomik in der Testnacht überhaupt viel mehr gezeigt hatte.

Beste Grüße,
Alex

Nachtrag: =>Jiri: Setzt du 1,25"-Filter in die Augenmuscheln ein, hinter dem Okular?
 

j.gardavsky

Mitglied
Re: Nachtrag: =>Jiri: Setzt du 1,25"-Filter in die Augenmuscheln ein, hinter dem Okular?

Hallo Alex,

ja, die Filter kommen in die Augenmuscheln, wie in dem Link zu meiner Gallerie in CN.
Einige Ferngläser haben dafür die 1.25" Filtergewinde, bei den anderen, wie bei DOCTER, werden die Filter mit einer zusätzlichen Augenmuschel befestigt.
An dem alten Leica Ultravid 7x42 kann man die schmalen Astronomikfilter einfach in die Augenmuscheln hineindrücken.

Es funktioniert sehr gut, und die Vistas sind einfach atemberaubend, zwei Augen sehen mehr,
Jiri
 
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