Umstieg von 16" auf 12" vertretbar?

niemandanders

Mitglied
Hallo,

ich bin seit etwa 10 Jahren stolzer Besitzer eines 16" Meade Lightbridge (Newton/ Dobson).
In dieser Zeit habe ich es, wenn's hoch kommt, vielleicht 5 mal benutzt, da das Handling eines solch großen und schweren Gerätes nicht so einfach ist. ( Es ist mein einziges und erstes richtiges Teleskop neben einem 30 Jahre alten 100DM Kinderteleskop)

Ich würde dem Hobby aber gerne aktiver nachgehen und bin am überlegen, auf ein möglichst kompaktes 12" umzusteigen, was zusammengeklappt möglichst in den Kofferraum passt, ohne die Sitze umzuklappen. Ca 80x90x50 cm Platz vorhanden).

Nun mache ich mir natürlich Sorgen, dadurch viel weniger zu sehen, als mit dem 16".
Ich muss dazu sagen, auch wenn es in den Kofferraum passt, wird es zu 95% im Garten verwendet werden. (Kleines Dorf ca 5km einer Kleinstadt.)
Oder kann der Umstieg auf 12" im Garten sogar förderlich sein, da das 16" empfindlicher für das seeing ist?

Dazu muss ich sagen, das 16" habe ich vor 10 Jahren gebraucht gekauft und es wurde schon mindestens 2x der Spiegel gereinigt. Eine weitere Reinigung stünder zudem vermutlich an, der es jetzt länger in einem Raucherhaushalt stand. (Aber abgedeckt und in verschlossenem Raum)

Sehen möchte ich natürlich alles, mache mir beide der Verkleinerung aber Sorgen um Lichtschwäche Objekte.


Zum Thema kompaktes 12" Dobson stößt man erstmal auf das Explorer Scientific Ultra Light, was erstmal gut aussieht und perfekt in Budget passen würde. Aber nach dem Lesen einiger Erfahrungsberichte, bin ich davon 3 Schritte zurückgetreten. Das einzig andere, ähnliche, was ich gefunden habe, ist das Geoptik Nadirus, was mal eben das doppelte kostet. Zudem weiß ich nicht, ob so viel Holz langlebig sein kann? Schön wäre preislich etwas dazwischen, an dem man nicht so viel handwerklich korrigieren muss, wie am ES.


Die nächste Frage ist, ob mein Zubehör noch passt.
Wobei ich mir da generell auch noch unsicher bin und bisher nur 2 nennenswerte Okulare besitze und eigentlich nur insgesamt in 3 bis 4 gute investieren möchte.

Als Übersichtsokular habe ich das ES 30mm 82°.
Eigentlich könnte man bei beiden f5 bis 35mm gehen um eine AP 7mm zu erreichen, aber ich hatte mich damals bewusst für 6mm AP entschieden, da ich chronischen Zeitmangel habe, und dann wohl oft mit nicht ganz geöffneten Pupillen davor stehen würde.
Ich denke mir halt, so geht wenigstens immer das ganze Lichtbündel ins Auge. Keine Ahnung, ob diese Überlegung Sinn macht?
Dazu kommt, dass es mir hier um das maximale Gesichtsfeld geht, und bei mehr als 30mm 82° (Sichtfeld 1,614°) lachen mich nur noch Televue und co an, die außerhalb meiner Preisklasse liegen. Das ES für seine damals 350€ ist absolute Schmerzgrenze, die ich nicht für jedes Okular ausgeben kann.
Ich denke also, dass ich hier gut aufgestellt bin.

Deutlich schweres fällt mir da, das richtige Okular für die maximale Vergrößerung und Details an Planeten zu finden.
Diverse Onlinerechner sagen mir, bei 300mm Öffnung sind 428x die optimale Vergrößerung und 600x die maximal sinnvolle Vergrößerung. Bei 400mm sogar 578x und 800x.
Nur scheinen diese Rechner nicht zu berücksichtigen, dass mein Teleskop innerhalb der Erdatmosphäre und auf fast Meereshöhe steht. Man liest unterschiedlichste Behauptungen, dass das seeing unabhängig vom Teleskop eh fast nie mehr als 200x zulässt. Andere sagen 300x geht oft und sogar 400x ein paar Mal im Jahr.
Anscheinend habe ich damals auf das Maximum von 400x am 16x gezielt und so liegt hier ein 5mm 100° Omegon Panorama II rum, was auch am 12" noch 300x ergibt. Das Gesichtsfeld finde ich gut und das hilft sicherlich ungemein beim Nachführen, aber ob 5mm hier eine Gute Wahl sind, weiß ich nicht.
Welche maximale Vergrößerung macht bei meinen Gegebenheiten Sinn?
Die "200x gehen immer" wären 7,5mm.
300x wäre mein 5mm.
Und 400x wären ein 3,5mm.
3 gute Okulare übersteigen aber einfach mein Budget. Wo setzt man hier am besten an, um das meiste zu sehen?
Für diese maximal Vergrößerung würde ich nochmal tiefer in die Tasche greifen, aber eben nur für ein Okular. Das Televue Nagler 3,5 lächelt mich immer wieder an, aber ist eigentlich über der Schmerzgrenze, vor allem wenn es praktisch nicht einsetzbar ist. Optimal wäre für diese Vergrößerung wohl ein Zoom Okular, aber da ist das Gesichtsfeld klein, das Bild vermutlich schlechter als bei festen und das einzige in diesen Brennweiten über 800€ teuer...

Dazwischen würde ich dann abhängig vom maximalen mit 1 oder 2 weitwinkligen Oklularen mit 20-10 mm auffüllen, wobei ich als Bezahlbare immer wieder auf die ES 82° und Panorama II 100° stoße.

Alle Okulare sollten zudem einen möglichst großen Augenabstand haben.

Ansonsten habe ich noch einen Astronomie 2" UHC Filter, den ich auf Grund seines Preises auch gerne am 12" weiter verwenden würde.

Die Möglichkeit, Equipment bei anderen Leuten zu testen, bevor ich sie kaufe, ist bei mir zeitlich und organisatorische leider nicht möglich.

Vielleicht habt ihr ja ein paar Tipps und Meinungen.
Vielen Dank schonmal.
 
Zuletzt bearbeitet:
ich bin seit etwa 10 Jahren stolzer Besitzer eines 16" Meade Lightbridge (Newton/ Dobson).
In dieser Zeit habe ich es, wenn's hoch kommt, vielleicht 5 mal benutzt, da das Handling eines solch großen und schweren Gerätes nicht so einfach ist.
Das liegt dan aber am Modell es gibt auch sehr leichte und angenehm nach führende Dobsons der größe, hab nen nicht von mir selbstbau 16" den ich schon oft nutze. Wiegt mit Spiegel aufgebaut 34kg aber schwerste Einzelteil nur 12kg. Der steht in unter 10min.


Sehen möchte ich natürlich alles, mache mir beide der Verkleinerung aber Sorgen um Lichtschwäche Objekte.
Das steuerst über die Austritspupille und somit über die Okulare, en großes Gerät hat nur den Vorteil bei gleicher vergrößerung mehr AP zubehalten.

Zum Thema kompaktes 12" Dobson stößt man erstmal auf das Explorer Scientific Ultra Light, was erstmal gut aussieht und perfekt in Budget passen würde.
Hab das ding schon gesehen das Handling ist net so toll und sehr leicht sind die für nen Gitterohr auch nicht.

Die nächste Frage ist, ob mein Zubehör noch passt.
Wobei ich mir da generell auch noch unsicher bin und bisher nur 2 nennenswerte Okulare besitze und eigentlich nur insgesamt in 3 bis 4 gute investieren möchte.
Okulare, solltest dan vielleicht anpassen aber einige kannst sicher behalten.

7mm erreichen wir in Deutschland gar nicht. Man kann für die größte mit 5-6mm rechnen.


Würde da eher zu delos oder delite gegen, wenn zu teuer, sibd auch Morpheus echt gut.


Ansonsten habe ich noch einen Astronomie 2" UHC Filter, den ich auf Grund seines Preises auch gerne am 12" weiter verwenden würde.
Nen OIII wäre noch sehr Sinnvoll. Die sind an manchen Objekten ein unterschied von Tag und nach bsp. Cirrusbebel oder Crecentnebel.

Dobsons ob 12" oder 16" die noch zu empfehlen wären an neugeräten Gebrauchtkauf ist auch ne option. Die von Dieter Martini oder Taurus, hab ich auch gutes gehört. Spacewalk gibt es dan noch aber die sind Preislich höher und erst ab 16".

Clear skies
Felix
 
Hallo,

zur grundsätzlichen Frage kann ich erstmal sagen, dass ich den Umstieg von 15 (Obsession classic) auf 12 Zoll (Spacewalk - seinerzeit bot Christian Busch noch einen 12-Zöller als Einstieg an) nicht bereut habe. Wie du schon geschrieben hattest, stellt oftmals das Seeing den begrenzenden Faktor dar. Insofern muss das "Downsizing" nicht unbedingt ein Nachteil sein, zumal angesichts der Tatsache, dass du mit dem 16-Zöller wohl im Durchschnitt alle 2 Jahre beobachtet hast. Ein zweiter Aspekt in diesem Zusammenhang ist die Handlichkeit, und da ist das kleinere Teleskop bei ähnlicher Konzeption im Vorteil. Je geringer der Aufwand für den Aufbau, desto häufiger wird das Teleskop eingesetzt werden. Ich zitiere an dieser Stelle mal eine häufige Aussage hier im Forum: Das beste Teleskop ist jenes, dass am meisten zum Einsatz kommt. So beobachten viele (ich einschließlich) trotz Verfügbarkeit größerer Teleskope oft u. a. mit 80er Refraktoren. Lange Rede: Meine Prognose wäre, dass du mit 12" nichts vermissen oder verpassen, aber öfter beobachten wirst. Spacewalk Telescopes bietet übrigens noch 12" Spiegel an. Wäre ein Selbstbau etwas für dich?

Hinsichtlich der Okulare hat sich bei mir keine Veränderung ergeben, da das Öffnungsverhältnis von f/4,5 (und somit auch die AP) nicht verändert hat. Gleiches würde auch für f/5 gelten. Minimal- und Maximalvergrößerung scheinen mir erstmal mit 30 und 5 mm (ja, sicherlich geht da manchmal mehr, aber für unsere Breiten empfinde ich 300x schon okay) gut besetzt, so dass ich das dritte Okular bei 3 mm AP, also 15 mm Brennweite sehen würde, je nach Geschmack mit 82 oder 100° Gesichtsfeld. Ich persönlich kam mit 100° nicht so gut zurecht und bin letztlich bei 70° (allerdings Pentax XW) geblieben. Wie Felix würde auch ich dir zu einem OIII-Filter raten.

Viele Grüße
Joachim
 
Hi,

Ein „Downsizing“ macht aus meiner Sicht auch dann Sinn, wenn beispielsweise die optische und mechanische Qualität deutlich besser ist, als beim größeren Gerät.

Ein leidiges Thema ist oft bei größeren Dobs die Justierstabilität bzw. Justierbarkeit. Dies wirkt sich negativ auf die Abbildungsqualität aus. Außerdem zeigen größere (v.a. schnelle) Spiegel (meist im Niedrigpreissegment) oftmals mehr optische Fehler als ein langsamerer 12“ Spiegel.

Es gibt vorzügliche, sehr kompakte 12“ wie beispielsweise ein TAK300 Mewlon (allerdings nicht eben preiswert).
Letztendlich muss man sich für einen Kompromiss entscheiden. Es könnte aber auch bedeuten, dass du nicht zwingend „downsizing“ benötigst, dich aber nach Geräten umschaust, welche v.a. leichter trotz guter optischer/mechanischer Qualität sind.

Das ein oder andere Beispiel wurde ja schon genannt.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Namenloser,
ehrlich, deine Sorgen kann ich verstehen, aber wie du selbst schreibst, benutzt du den 16 Zöller kaum und wenn eine Chance besteht, dass du mehr beobachtest, ist eine Verkleinerung auf jeden Fall eine gute Idee. Du kannst jegliches 2" Zubehör weiterhin verwenden. Ich selbst habe mich von 12" Dobson stark verkleinert und zwar zunächst auf einen 4" ED Refraktor und inzwischen wieder etwas größer auf einen 4,5" ED Refraktor. Damit beobachte ich jetzt wirklich regelmäßig und habe die Vorteile einer funktionierenden Goto Montierung gegenüber dem Dob zu schätzen gelernt. Für Deep Sky ist ein kleiner Refraktor ebenso geeignet wie ein Spiegel, an Planeten ist er nicht so stark, aber der Unterschied ist auch nicht soooo groß. Besuche mal eine Sternwarte, da kannst du durch verschiedene Fernrohre schauen und dir selbst ein Bild machen.
CS Harald
 
Hallo zusammen,
ist denn bereits festgelegt dass es wieder ein Dobson sein muss?
Ansonsten bieten sich ein APO, Mak, SC mit mobiler Montierung an (z.B. ZWO AM5).
Das erweitert die Möglichkeiten ungemein für Anwendungsfälle wie Astrofotografie und EAA.
Z.B. einen montierten Newton für EAA genutzt zeigt deutlich mehr als ein 16“ Dobson visuell.
Nur als Gedankenimpuls…
CS Thomas (der seinen Dobson schnell wieder abgegeben hatte)
 
in dieser Zeit habe ich es, wenn's hoch kommt, vielleicht 5 mal benutzt, da das Handling eines solch großen und schweren Gerätes nicht so einfach ist.

Hast du schonmal darüber nachgedacht das Handling deines 16" zu verbessern?
Dazu gibt es ja viele Ideen und Foros im Netz wie man sowas gestalten kann.
- Rollbrett
- Schubkarrengriffe
- Schutzbau/Einhausung/Sternwarte
- Transportwagen
usw.

Meine Teleskope haben alle einen fahrbaren Untersatz, vom Gewicht merke ich da gar nichts und in max. 5 Minuten stehen die an Ihrem Platz und sind Einsatzbereit.

Ich muss dazu sagen, auch wenn es in den Kofferraum passt, wird es zu 95% im Garten verwendet werden.

Und wegen den restlichen 5% Beobachtungszeit würdest du dein Equipment umstellen wollen?

Visuell auf Öffnung zu verzichten halte ich persönlich für den Falschen Weg, vor allem wenn man das bestehende Equipment noch gar nicht ausgereizt hat.
LG
 
Hallo niemandanders,

warum nicht ein zweites, kleineres Gerät zusätzlich zum 16''-Dobson anschaffen?
Zum Beispiel ein gebrauchtes 8'' von Celestron oder Meade. Die bekommst Du zum Teil recht preiswert und von den Abmessungen sind sie sehr transportabel.
Persönlich würde ich nicht dauerhaft auf das viele Licht verzichten wollen.

CS Frank
 
Hi,
das kostet etwa 0,6 bis 0,7 mag Grenzgröße und natürlich auch Auflösungsvermögen.
Das gilt bei gleicher Qualität. Wäre das kleinere Scope deutlich besser von der Optik kann es sein, dass Du nichts vermissen würdest.
Die Lightbridge geräte sind gewaltig und vor allem schwer.
Ich würde da ansetzen und einen Umbau in ein Reisedobson angehen. Sowas z.B. https://www.guforc.de/wp-content/uploads/2018/01/16Zoll2.jpg

Dessen ungeachtet. So lange Du bei in etwa gleichem Öffnungsverhältnis bleibst ist das gar kein Thema.
CS
 
Für Deep Sky ist ein kleiner Refraktor ebenso geeignet wie ein Spiegel, an Planeten ist er nicht so stark, aber der Unterschied ist auch nicht soooo groß.

Hallo Harald,

ist es nicht genau umgekehrt?

Gerade für Deep-Sky benötigt man doch möglichst viel Licht, während die ED's/Apo's gerade am Planeten ihre Domäne haben!
Klar zeigt ein großer Dobson allein aufgrund seines Auflösungsvermögen immer mehr als ein kleiner Refraktor aber wenn man die ästhetische Komponente mit einfließen lässt hat es ein Dobson am Planeten eher schwer gegen einen Apo zu bestehen.

Andreas
 
Hallo Andreas,
nein, es ist genau so. Gerade APO´s mit größer Blende sind tolle Deep Sky Geräte. Für Planeten sind eher die langbrennweitigen Refraktoren besonders geeignet. Nur bei Galaxien muss man wegen der eher kurzen Brennweite Abstriche machen, die bleiben sowohl visuell als auch fotografisch klein.
CS Harald
 
Hallo zusammen,

ich denke, man sollte bei „Eignung“ in einer bestimmten Disziplin erst einmal unterscheiden ob visuell oder fotografisch. Im visuellen Einsatz (und darum geht es hier wohl hauptsächlich) zählt in erster Linie die optische und mechanische Qualität, unabhängig ob Linse oder Spiegel. Das hat mit der Brennweite erst einmal kaum etwas zu tun, zumal man heutzutage auch in der Lage ist, beispielsweise sehr schnelle Spiegel mit ca. F3-F4 in ausgezeichneter Qualität herzustellen.

Natürlich hat das dann seinen Preis.

Größtmögliche „Ästhetik“ bekommt man in aller Regel je nach Objekt mit erstklassigen Apos, hochaufgelöste und lichtstarke Abbildung mit erstklassigen großen Spiegeln. Man muss dabei nicht darüber nachdenken, „obstruktionsfrei“ mit 60 cm Öffnung beobachten zu wollen.

Allerdings bekommt man schon beim Sinneseindruck Schwierigkeiten, zumal viele Sternfreunde jeweils bei ästhetischen Eindrücken durchaus etwas anderes verstehen können. ;)

Viele Grüße
Werner
 
nein, es ist genau so. Gerade APO´s mit größer Blende sind tolle Deep Sky Geräte.
Ab welcher Größe sprichst Du denn von großer Blende?

Mein größter Refraktor ist ein TMB 130/1200mm, tolle Optik trotzdem hat er im Deep-Sky Bereich gegen einen 10 oder gar 12 Zöller von der Stange keine Chance, dass wird spätestens offensichtlich wenn man mal Kugelsternhaufen auflöst, bei vielen anderen Objekten ist es ähnlich.

Das bedeutet im Umkehrschluss natürlich nicht das man mit dem TMB im Deep-Sky Bereich gar nichts sieht und er zeigt eben alles was mit 5 Zoll möglich ist, dennoch ist und bleibt er einen doppelt so großen Dobson im Deep-Sky Bereich merklich unterlegen.

Andreas
 
Visuell auf Öffnung zu verzichten halte ich persönlich für den Falschen Weg, vor allem wenn man das bestehende Equipment noch gar nicht ausgereizt hat.
Ja, bei diffusen Nebeln und schwachen Objekten zählt das eigefangene Licht, aber auch der Kontrast zum möglichst dunklen Hintergrund bei passender Vergrößerung und ausreichend Bildfeld.

Habe an meinen preisgünstigen Dobsons 12" Lightbridge und 16" ES feststellen müssen, dass sie an Mond und Planeten weniger Details zeigen als mein Skywatcher 8"f6 mit relativ gutem Spiegel. Die genannten großen sind auch anfälliger für Seeing, thermische Effekte und Dejustage und die Nächte, wo bei 8" kein Seeing mehr sichtbar ist, sind äußerst selten. Das spricht für einen hochwertigen, leichten und einfach justierbaren 12". Diesen würde ich noch ein bisschen Streulichttunen und dazu einen Binoansatz und ev. ADC für mehr Detailerkennung an Planeten und Mond.

Die Austrittspupille ist nach meiner Erfahrung für Deep sky ohne Filter ideal bei ca.10-12,5mm Okularbrennweite, für Kugelsternhaufen eher 6-8 mm. Bei f5 entspricht das einer AP von nur 2-2,5mm für Nebel und Galaxien, 1,2-1,6 mm für Kugelhaufen.

CS Nik
 
Natürlich zählt auch bei der Mond und Planetenbeobachtung die Öffnung.
Allerdings steigen damit die Anforderungen an Teleskop und Zubehör. Und man braucht das Wissen um deren Leistung abrufen zu können.

Das ein großer, schwerer Spiegel, womöglich ohne Lüfter, in einem nicht justierbaren Wackelgestell und ohne Nachführung, weit hinter seinen Möglichkeiten bleibt sollte eigentlich klar sein.

Zum Thema Ästhetik, da kann man geteilter Meinung sein.

Wer jedoch schon mal Mond und Planeten ohne Farbfehler oder Farbtönungen, bei über 400x oder 500x, "scharf" beobachtet hat, bekommt eine ganz andere Ästhetik zu sehen, welche nur mit großen Öffnungen möglich ist.
LG
 
Wer jedoch schon mal Mond und Planeten ohne Farbfehler oder Farbtönungen, bei über 400x oder 500x, "scharf" beobachtet hat, bekommt eine ganz andere Ästhetik zu sehen, welche nur mit großen Öffnungen möglich ist.
Größe ist nicht alles....:)

Tatsächlich habe ich einen guten 18 Zöller da gehen 400-500x problemlos wenn das Seeing wirklich mal mitspielen sollte, dennoch beobachte ich speziell Planeten mit dem TMB lieber, letztlich ist der Kontrast und die Schärfe nochmal auf einem anderen Niveau, wenn auch bei geringerer Vergrößerung.
Übrigens, Vollapos zeigen praktisch keine Farbe auch nicht bei deutlicher Übervergrößerung.

Realistischerweise gibt es in unserer Region auch praktisch keine Nächte mehr wo man Vergrößerungen von 400-500x sinnvoll am Planeten nutzen könnte, da muss ich lange zurückgehen...

Andreas
 
Hallo Andreas,

nun nimm mal die Jupitermonde. Was siehst du da mit deinem 18er und was mit deinem 130er APO?.
Solltest du mit dem 18er keine ersten Strukturen mindestens auf Ganymed sehen (gutes Seeing vorausgesetzt), dann würde etwas mit diesem Gerät nicht stimmen. Mit dem 130er wirst du erhebliche Schwierigkeiten haben eine ähnlich detaillierte Beobachtung nachzuvollziehen.

Auch auf der Jupiterkugel wirst mit dem 18er deutlich mehr feinste Strukturen erkennen können.

Jetzt könnte man natürlich darüber diskutieren, was einen Mehrwert bei der Planetenbeobachtung bringt. Eine kleinere nahezu ruhig stehende Jupiterscheibe versus einer Scheibe mit einer Fülle an Details auf einer nicht ganz so ruhig stehenden Scheibe bei denen extrem gute und weniger „scharfe“ Momente deutlicher wechseln.

Ist letztendlich auch eine „Geschmacksfrage“ (siehe auch meine Hinweise weiter oben).

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Andreas,
ich hatte auch mal einen LZOS 130/1200, der wurde aber von einem ebenfalls sehr guten 8" f/8 Planetennewton locker überholt.

Der Kontrast wird ja gerne als das "Kriterium" vorangestellt.
Schaut man allerdings mal Objektiv auf ein paar Zahlen so kommt ein ebenso perfektes Planetennewton mit einem sehr guten Spiegelsatz und geringer Obstruktion auf eine EER von 0.90-0.94.
Wer da noch von einem schlechten Kontrast spricht hat meiner Meinung nach keine Ahnung von der Materie und das ist für deutlich größere Öffnungen und Austrittspupillen möglich.

Schaut man sich mal etwas um, so sieht man fast keine Planetenoptimierte Newtons und noch weniger mit Grenzschicht absaugung.
Solche Newtons gibt es garnicht zum kaufen, dass sind wenn überhaupt Selbstbauten oder Sonderanfertigungen.

Das bedeutet die wenigsten bekommen etwas mit wenn das Seeing auch nur momentweise besser ist.
Bei Dejustage, Grenzschicht, Tubusseeing und evtl. noch ohne Komakorrektor und mit Handnachführung ist der Strehl schnell dermaßen im Keller, da sieht man nur noch Seeing.
Allerdings ist das nicht das Athmosphärische Seeing sondern Lokales- und Instrumentenseeing.

Meine Standardvergrößerung ist bei ca. 300x und 5-6x im Jahr um 400-500x und 1-2x im Jahr auch 700x.
Das ist natürlich auch Statistik, ich gehe bei fast jeder Gelegenheit Beobachten und ich habe mein Equipment auch für Planeten optimiert.
Stundenlange Auskühlzeiten habe ich keine dank Grenzschichtabsaugung.
Daher kann ich auch mit großen Öffungen schnell mal einen Blick riskieren.
LG
 
Hallo Werner und Quanten,

wir vergleichen hier Äpfel mit Birnen!

Um eine halbwegs aussagekräftige Einschätzung treffen zu können wäre nur ein Vergleich gleicher Größe zulässig, auf den Fall der 400-500x Vergrößerung zu kommen benötigt man schon etwa einen 10 Zoll Dobson, analog dazu müsste man in etwa einen 8 Zoll Refraktor benutzen um genauso viel Licht und Auflösung zu bekommen.

M.E. sind Vergleiche deutlicher Größenunterschiede nicht zielführend da man schnell zu dem Ergebnis kommt das Quantität immer einen Vorsprung hat.

@Quanten hast Du den 8 Zoll Planetennewton mal mit einem 6-7 Zoll großen Apo verglichen?

Andreas
 
Tatsächlich habe ich einen guten 18 Zöller da gehen 400-500x problemlos wenn das Seeing wirklich mal mitspielen sollte, dennoch beobachte ich speziell Planeten mit dem TMB lieber, letztlich ist der Kontrast und die Schärfe nochmal auf einem anderen Niveau, wenn auch bei geringerer Vergrößerung.
Übrigens, Vollapos zeigen praktisch keine Farbe auch nicht bei deutlicher Übervergrößerung.

Na ja, Andreas. Diesen sogenannten „Äpfel mit Birnen“ Vergleich stellst du oben ja selbst an. Davon unabhängig ist der „Kontrast“ in einem wesentlichen kleineren Gerät nicht größer sondern kleiner, wenn man beide MTF-Kurven miteinander vergleicht (in etwa gleich gute optische Qualität vorausgesetzt).

Welcher Abbildung man aufgrund individueller Vorlieben den Vorzug geben möchte…darüber läßt sich natürlich trefflich streiten. ;)

Viele Grüße
Werner
 
Na ja, Andreas. Diesen sogenannten „Äpfel mit Birnen“ Vergleich stellst du oben ja selbst an.
Ja aber nur in gewissen Grenzen!

Sinnvoller ist es sich an die Vergrößerungsmöglichkeiten des kleineren Gerätes zu orientieren wenn man nicht gerade ähnlich große Öffnungen zur Verfügung hat.
Den TMB kann man locker bei 250x noch verwenden, analog dazu geht das mit einem größeren Gerät natürlich auch, hier trifft man sich wenigstens an einem wichtigen Kernpunkt und stellt an das kleinere Gerät keine Voraussetzungen die mangels Öffnung eh nicht erfüllt werden können, zumal man bei solchen Vergrößerungen auch nicht so vom Seeing abhängig ist.

In diesen Bereichen die das kleinere Gerät noch mühelos schafft sehe ich vom ästhetischen Standpunkt den Apo immer vorne.

Andreas
 
Sinnvoller ist es sich an die Vergrößerungsmöglichkeiten des kleineren Gerätes zu orientieren wenn man nicht gerade ähnlich große Öffnungen zur Verfügung hat.
Den TMB kann man locker bei 250x noch verwenden, analog dazu geht das mit einem größeren Gerät natürlich auch, hier trifft man sich wenigstens an einem wichtigen Kernpunkt und stellt an das kleinere Gerät keine Voraussetzungen die mangels Öffnung eh nicht erfüllt werden können, zumal man bei solchen Vergrößerungen auch nicht so vom Seeing abhängig ist.
Hi Andreas

sich daran zu orientieren was das kleinere Gerät kann, ist nicht zielführend.
Die einzige Frage ist doch am Ende: Sehe ich das, was ich gerne beobachten mag? Das ist der Kernpunkt.
Eine imaginäre Ästhetik hinsichtlich eines Objektes, das ich mit dem kleinen nicht sehe, hilft gar nichts.
Was ich auch nicht teile ist das Seeingthema.
So lange die Planeten niedrig standen hatte das sicher einen Einfluß, aber wenn normal oder gar hoch stehen,
war in gutem Großgerät oft 3-400 fach vernünftig machbar, mit unter auch mehr.
Die meisten Details am Planeten oder auch Objekte wie z.B. Uranusmonde habe ich allesamt mit Öffnungen von 12 bis zu 42 Zoll gesehen mit Vergrößerungen bis zu 800 fach. Vllt würde ein ebenso großer Apo das alles noch ästhetischer zeigen, nur kenne ich keinen der sowas hat.
CS
 
sich daran zu orientieren was das kleinere Gerät kann, ist nicht zielführend.
Hallo Antares,

zielführend kann im Enddefekt nur sein wenn man zwei Instrumente gleicher Größe, Brennweite und unter den selben Bedingungen testet, alles andere ist immer nur eine Annährung und in diesem Zusammenhang sollte man wenigstens in Teilbereichen eine Chancengleichheit herstellen.

Die einzige Frage ist doch am Ende: Sehe ich das, was ich gerne beobachten mag? Das ist der Kernpunkt.
Eine imaginäre Ästhetik hinsichtlich eines Objektes, das ich mit dem kleinen nicht sehe, hilft gar nichts.

Es geht nicht um imaginäre Ästhetik sondern um die halbwegs realistische Einschätzung was eine bestimmte Öffnung zeigen kann und was eben nicht.
Im Zweifel gibt es noch die Möglichkeit auf eine größere Blende zurückzugreifen wenn mir am kleineren Gerät etwas fehlt, die meisten Hobbyastronomen fahren ja auch nicht eingleisig! Bei mir sind Teleskope von 60mm.- 457mm. vorhanden, Spaß habe ich mit jeder Blende.

Was ich auch nicht teile ist das Seeingthema.
So lange die Planeten niedrig standen hatte das sicher einen Einfluß, aber wenn normal oder gar hoch stehen,
war in gutem Großgerät oft 3-400 fach vernünftig machbar, mit unter auch mehr.
Tut mir Leid kann ich hier vor Ort nicht mit dienen, oder wenn dann sehr selten!

Ich bin hier in der Teutoburger Wald Region unterwegs, insgesamt eher instabiles Seeing, Vergrößerungen von 3-400x sind hier absolute Rarität, oft bin ich froh wenn irgendwas bis 250x geht.

Ich bin in den letzten Jahren durch zunehmend schlechtere Bedingungen immer mehr zum Mond, Planeten und Doppelsternbeobachter geworden, ich kann das Seeing mit den verschiedensten Instrumenten hier sehr genau einschätzen, gerade an Mond und Planeten benötigt man ein sehr stabiles Seeing.

Es mag in anderen Regionen besser sein, hier ist das Seeing die meiste Zeit sehr begrenzt!

Die meisten Details am Planeten oder auch Objekte wie z.B. Uranusmonde habe ich allesamt mit Öffnungen von 12 bis zu 42 Zoll gesehen mit Vergrößerungen bis zu 800 fach. Vllt würde ein ebenso großer Apo das alles noch ästhetischer zeigen, nur kenne ich keinen der sowas hat.
Schon klar, wenn man eine entsprechend große Optik hat gibt es die meisten Details, wenn das Seeing mitspielt umso besser und ich kenne auch niemand der einen entsprechend großen Refraktor hat, dürfte dann zumindest zum schnellspechteln ein suboptimales Equipment sein. ;)

Andreas
 
So was zu sehen ist bei mir eine Berufskrankheit.

Aber es stehen zu lassen zeugt von Charakter, Bruder - Respekt!

Schöne Grüße vom
Urs
 
Hallo,
wie mir TS Ransburg mal sagte, habe er Kunden gehabt, die einen 16" gegen einen 12" getauscht haben, allein schon wg. der Handlichkeit und Gewicht.
Habe hier seit 1998 einen 12,5" Starfinder Meade, die Röhre wiegt 25 kg. Muß mir immer von meiner Frau helfen lassen, um das Rohr auf die Rockerbox zu heben. In jüngeren Jahren "gg" war das alles kein Problem. Selbst mit einer Kellertreppe von 10 Stufen brachte keine Probleme....

Das C 8 (ein Geschenk vom Sept. vorigen Jahres) ist wesentlich handlicher, obwohl auch einige Kilos an Gewicht.

Gruß Günther
 
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