Urheberrecht vs. Nutzungsrecht am eigenen Bild

#1
Hallo zusammen,

ich möchte Euch einmal an einer Unterhaltung zwischen mir und einer Fotografin eines Fotoladens teilhaben lassen, denn ich war bzw. bin doch recht erstaunt:

Ausgangssituation: Mein Personalausweis läuft demnächst ab und ich benötige neue Passbilder. Also auf zum nächsten Fotoladen.

Ich: Hallo, ich benötige Passbilder für einen neuen Personalausweis, mein alter Ausweis läuft demnächst ab. Ich benötige aber eigentlich nur ein Bild, denn das wird am Amt ja eingescannt.

Verkäuferin: Sie müssen immer 6 Bilder kaufen, ein Einzelbild kann ich Ihnen nicht geben.

Ich: Schade. Wie wäre es denn, wenn Sie mir die Bilder in elektronischer Form zur Verfügung stellen, ganz ohne Papierabzug?

Verkäuferin: Wie stellen Sie sich das denn vor?

Ich: Na, dass Sie mir die die Bilder evtl. per Mail schicken oder so.

Verkäuferin: Per Mail schicken wir nicht, nur per Daten-CD und das kostet 10 Euro zusätzlich.

Ich: Aber ich brauche die Papierbilder eigentlich nicht, warum muss ich die denn mitbezahlen?

Verkäuferin: Die Kosten fallen immer an, egal ob Sie die Bilder mitnehmen oder nicht.

Ich: Na gut, dann nehme ich die 6 Abzüge.

Nachdem die Fotos gemacht wurden ging es ans bezahlen:

Verkäuferin: Das macht dann 16 Euro für die 6 Abzüge. Möchten Sie die Daten-CD dazu haben?

Ich: Nein, ich scanne mir die Bilder dann zu Hause einfach selber ein.

Verkäuferin: DAS DÜRFEN SIE NICHT! Schon mal was von Urheberrecht gehört?

Ich: ?

Verkäuferin: Wir besitzen das Urheberrecht an den Bildern und Sie dürfen die nicht einscannen oder anderweitig verwenden, das kann empfindliche Strafen geben!

Ich war platt (und werde den Fotoladen in Zukunft meiden).

Zu Hause gleich Google bemüht ... stimmt!

Ist das jedem klar?

Man hat nur ein Nutzungsrecht. Wenn nichts anderes vereinbart ist auch nur für den Zweck für den die Bilder ursprünglich gemacht wurden. Also Passbilder dürfen nur für Personalausweis, Reisepass usw. genutzt werden, nicht aber für z.B. Bewerbungen oder andere Zwecke. Eine Verbreitung im Internet (z.B Xing usw.) ist, wenn nichts anderes vereinbart, nicht erlaubt!

Ich hatte mir zugegebenermaßen vorher keine Gedanken zu dem Thema gemacht und ging davon aus, dass ich die vollen Nutzungsrechte habe, da ich ja den Fotografen beauftrage ein Foto von mir anzufertigen und ihn dafür ja auch bezahle.

Fazit: Passbilder in Zukunft selber machen :D
 
Zuletzt bearbeitet:
#2
Hallo Frank,

J, das ist tatsächlich so. Herzlich willkommen in der Wunderwelt des Urheberrechtes. Im Grunde ist der Fotograf der Ersteller des Fotos, Du bist "nur" das Fotomodell. Über den Umfang der Nutzungsrechte die er Dir gibt, musst Du Dich mit ihm einigen, bzw. sie ihm abkaufen.
Wenn er dann aber das Bild, an dem er die Nutzungsrechte hat, anderweitig veröffentlichen will, muss er Dein Einverständnis haben, weil Du auf dem Bild zu sehenund zu erkennen bist. Je nach AGBs hast Du ihm dieses Recht aber eventuell schon gegeben, als Du Dich vor seine Linse gesetzt hast.

Ja, das bringt schon Spaß.
Marcus
 
#3
Aber schauen wir mal in die „gute alte Zeit“, sieht es überraschend ähnlich aus:

Der Fotograf machte hinten auf die Passfotos sein Stempelchen („Foto Meier - Stadthausen“) und behielt das Negativ ein. Wollte man noch ein Passfoto oder einen größeren Abzug für Tante Erna dann ging man wieder zum Fotografen und er holte das Negativ hervor. Vielleicht empfahl er noch ein neues Foto, weil die Haare damals noch kürzer waren und noch kein Vollbart da war, aber im Endeffekt lag auch damals schon das Urheberrecht beim Fotografen und das Persönlichkeitsrecht (am Bild) bei Dir.

Ich denke, heutige Fotografen sollten an ihrer Kommunikation und ihrem Angebotsportfolio arbeiten. Passfotos aufnehmen: XX Euro inkl. X Abzüge oder Datei auf vom Kunden bereitgestellten Speichermedium wäre ja eine Möglichkeit. E-Mail Versand oder Speichermedium gegen Aufpreis.

Aber selber machen als Alternative? Für mich würde das heißen: Anforderungen an biometrische Passfotos im Internet raussuchen, weissen Hintergrund finden, Kamera und Stativ aufbauen, für weiches, ungerichtetes nicht farbiges Licht sorgen (z.B. Laken vor’s Fenster) Ausrichtung der Kamera bzw. Pose per Handyfernsteuerung der Kamera überprüfen, mehrere Bilder machen, nachher das beste aussuchen, bearbeiten und zuschneiden.

Da ich das nicht als Hobby oder Freizeitgestaltung sehe, müsste ich realistischerweise irgendeinen Preisansatz für meine Arbeitszeit (z.B. Mindestlohn) ansetzen. Da käme mich der Besuch beim Fotografen sicher billiger.

Zudem arbeite ich als Ingenieur und bin (indirekt) auf Kunden angewiesen, die meine Leistungen bezahlen können. Entziehe ich jetzt dem Fotografen (indirekt) die Geschäftsgrundlage, habe ich gar nichts gewonnen.

Viele Grüße,
Sebastian
 
#6
huch? Guck an. Coole Story. Auf dejure.org nachgeguckt: Das LG Köln hat das 2006 so entschieden, dass Bewerbungsfotos nicht als Profilbild in XING oder auf einer profitorientierten, eigenen Webseite erscheinen dürfen, wenn der Fotograf das nicht ausdrücklich genehmigt hat. Danach gab's wohl keine Urteile mehr zu so einer Konstellation, wird also immernoch herrschende Meinung sein.
Beim Nachdenken über das Recht am eigenen Bild und dass Du das Verwertungsrecht und das Persönlichkeitsrecht gegenüberstellst, hab ich so gedacht, dass der Fotograf nur Dir als Vertragspartner gegenüber profitorientiert mit Deinem Bild arbeitet, er es aber nicht zum eigenen Nutzen und in Verletzung Deiner Privatsphäre ins Schaufenster stellt.

Etwas anderes ist mir beim kurzen Urteile-Stöbern untergekommen, das hier auf A.de relevant wäre, wenn man's genau nähme und sowieso ein gemeiner Typ Mensch ist.
Weil A.de eine Webseite im Besitz eines Astroherstellers und -händlers ist, der von der Frequentierung durch Seitenbesucher profitiert. U.a. weil die Besucher die Verkaufsanzeigen sehen. Und auch, weil diese durch das Betrachten der Astrofotos a) zum Verweilen und Wiederkommen und b) zum Gerätekauf animiert werden, zumal, wenn, wie üblich, das verwendete Setup in der Bildbeschreibung genannt wird.

Da gab's einen Fall, der bis zum BGH ging, wo der Schnappschuss eines Rennwagens von einem Dritten unerlaubt verwendet wurde, um damit auf Facebook Werbung für einen Event zu machen. Die Gerichte gingen in der Fallprüfung so weit, dass sie die Einordnung "Schnappschuss" detailliert begründeten und ein Honorar = 100€ festsetzten. Der Kläger hatte 450€ verlangt, was damals wohl das empfohlene Honorar von so einer Fotografen-Berufsvereinigung, MFM, war. 450€ fanden die Gerichte zu viel, weil's ein Schnappschuss war, "Einkaufswagen abgeschnitten in der Bildecke".
Der betriebene Aufwand für die geposteten Fotos hier ist ungleich höher. Dabei hat der Bild-postende user selbst keine Gewinnerzielungsabsicht. Er profitiert geldlich nicht mal indirekt davon, wenn er hier was postet.
Der Forumsbetreiber hingegen schon. Weil das Forum halt seit ein paar Monaten nun untrennbar mit einer unterstellbaren Gewinnerzielungsabsicht verbunden ist.
Tricky.

Aber wenn wir das mal mitkriegen, dass sich ein user hier als so ein gemeiner, widerlicher Typ herausstellt, der Baader auf Honorar verklagt, dann teeren und federn wir den. :cool:
 
#7
Aber schauen wir mal in die „gute alte Zeit“, sieht es überraschend ähnlich aus: Der Fotograf machte hinten auf die Passfotos sein Stempelchen („Foto Meier - Stadthausen“) und behielt das Negativ ein. Wollte man noch ein Passfoto oder einen größeren Abzug für Tante Erna dann ging man wieder zum Fotografen und er holte das Negativ hervor. Vielleicht empfahl er noch ein neues Foto, weil die Haare damals noch kürzer waren und noch kein Vollbart da war, aber im Endeffekt lag auch damals schon das Urheberrecht beim Fotografen und das Persönlichkeitsrecht (am Bild) bei Dir.
Prinzipiell gebe ich Dir Recht. Nur damals hatte niemand zu Hause die Ausrüstung, um von einem Negativ noch ein paar zusätzliche Abzüge anzufertigen, da ist der Gang zum Fotografen nachvollziehbar. Heute in der digitalen Zeit hat jeder einen Computer und ggf. professionelle Bildbearbeitungssoftware.

Ich denke, heutige Fotografen sollten an ihrer Kommunikation und ihrem Angebotsportfolio arbeiten. Passfotos aufnehmen: XX Euro inkl. X Abzüge oder Datei auf vom Kunden bereitgestellten Speichermedium wäre ja eine Möglichkeit. E-Mail Versand oder Speichermedium gegen Aufpreis.
Genau das ist mein Kritikpunkt an dem Fotoladen und der Grund warum ich da nicht mehr hingehen werde. Der Hinweis auf das Urheberrecht ist absolut legitim. Nur hätte ich dann erwartet, dass mir die Fotografin eine Brücke baut. Sie hätte ja gegen einen Aufpreis die erweiterten Nutzungsrechte an mich abtreten können, anstatt auf irgendwelche drohenden Strafen hinzuweisen. Dann hätten beide Parteien etwas davon gehabt: Der Fotoladen macht mehr Umsatz und ich habe Rechtssicherheit. Wahrscheinlich muss man in Zukunft immer eine Lizenzvereinbarung mit dem Fotografen abschließen, auch für ein paar popelige Passbilder.

Du wirst lachen, ich ziehe das tatsächlich in Erwägung. Ist zwar ein gewisser Mehraufwand aber dann kann ich mit den Bildern machen was ich will.

CS

Frank
 
Zuletzt bearbeitet:
#8
Moin,

das Lustige daran ist die in sich widersinnige Pattsituation: Du darfst das Bild nur zum angegebenen Zweck verwenden, der Urheberrechtsinhaber aber auf Dein Verlangen hin gar nicht (Recht am eigenen Bildnis). Nun könnte man fragen, in wie fern der Auftrag ein Bildnis anzufertigen im Sinne der Einwilligung eine konkludente Handlung wäre, in gleichem Sinne die Anfertigung des Bildes seitens des Fotografen und wie weit das im Zweifel geht, wenn keine kommerzielle Absicht erkennbar ist.

Auf jeden Fall bietet das Urheberrecht eine vielgestaltige und umfassende Spielwiese für die Rechtspflege und deren Protagonisten ...

CS
Jörg
 
#9
Du wirst lachen, ich ziehe das tatsächlich in Erwägung. Ist zwar ein gewisser Mehraufwand aber dann kann ich mit den Bilder machen was ich will.
Könntest Du mit Fotos vom Fotografen auch - wenn Du ihm seinen Aufwand vergütest.

Dass die Frau sich da selbst in Knie geschossen hat, als sie laut Deines Gesprächsprotokolls bloss mit "darfst Du nicht!!! :mad:" antwortete, ist halt so ein menschliches Ding, nech. Zu viel Kaffee oder Ärger mit dem Freund gehabt.
Oder ein Zwischenmenschliches. Vll war sie irgendwie schon durch Dein sich veränderndes Auftreten während des Gesprächs selbst zu dem Schluss gekommen, dass sie auf Dich als zukünftigen Kunden und auch auf die paar € verzichten möchte, die sie durch eine offizielle Genehmigung der Weiterverwendung hätte erzielen können. Weil Du ihr unangenehm geworden warst. Kann ja sein.
 
#11
Ich hab 1999 mal Bewerbungsfotos machen lassen. Über 60 D-Mark, wenn ich recht erinnere. Das Setting hat auch fast ne Stunde! gedauert und dann hat die Fotografin noch irgendwie dran rum gemacht, Abholung war erst 2 Wochen später.
Dem gegenüber gestellt sei ein Profi-erstelltes, biom. Passfoto 5 Jahre später.
Ich stell die hier mal ein, da ich nicht Gefahr laufe, anhand der beiden Fotos heute noch identifiziert werden zu können. Es ist eine, auch für mich ganz fremde Frau, die einen hier aus den Fotos anschaut, auch wenn ich weiss, dass das mal "ich" war.

1999.png
2004.png


Ich weiss nicht, welche Wirkung Ihr mit Bewerbungsfotos erzielen möchtet. Und ehrlich gesagt, traf das hübsche Gesicht, das so freundlich-ehrerbietig von unten nach oben blickt, auch nicht die verantwortungsvollen Stellenbeschreibungen. Aber diese Manipulationswirkung mit ein zu kalkulieren und zu artikulieren, hätte meiner kompetenten Mitarbeit beim Setting bedurft, derer ich damals, mit immerhin 32 Jahren, nicht fähig war.
Das Foto war trotzdem mehrfach vermutlich erfolgreich - da Personalentscheider in meinem Bereich dann doch überwiegend männlich waren und immernoch sind.

Mit dem billigen Passfoto wär es ziemlich sicher anders gewesen. Oder? 60 Mark, die sich gelohnt haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
#13
lach. Nee. Ich kann noch nicht mal mehr die beiden Namen erinnern, um ihr copyright zu spezifizieren.
Vor Gericht, nehme ich an, könnte ich ausreichend schadensabwendend darstellen, wie ich mit dem unerlaubten Posten beider uralt-Bilder in diesem speziellen Zusammenhang allen Fotografen und damit auch den beiden ungenannten Profis geldwerte Vorteile verschaffte?
 
#14
Hallo Silver,

nun das wäre eine spannende Argumentation... :D
Aber manchmal ist das genze echt verrückt.Bei einer Eröffnung eines Ladens wollte ein Musiker seine eigenen (Text und Musik) Lieder zu Unterhaltung der Gäste vortragen...jedoch sollte der Ladenbetreibe GEMA Gebühren bezahlen.Wegen öffentlicher Musik und so...auf Nachfrage, ob denn der Künstler im Gegenzug auch Geld von der GEMA erhält, kam eine negative Aussage zurück...verrückt...

Grüße Rainer
 
#15
kicher. oder auch nicht "kicher" - ist traurig, diese Art menschliches Versagen bei dem verantwortlichen GEMA-Menschen, und dem Menschen, der das angezeigt hat, falls nicht identisch.
Ich hoffe, Du kannst auch erzählen, wie und dass das gut ausging für den Künstler?
 
#17
Hallo Silver,

der ist dann nicht aufgetreten...und hat erst als der offizielle Teil vorbei war, also im Freundeskreis, aufgespielt... ;)

Grüße Rainer
 
#18
<----- selbst aufgenommen, Canon EOS, 2 Studioblitze, Fernauslöser vom MacBook. Urheberrecht und Nutzungsrecht bei mir. ;)

Prinzipiell kann man ja die Nutzungsrechte vereinbaren, auch bei Grafikern ist das so üblich, ob regionale, nationale ider internationale Nutzungsrechte vergeben werden, bei Logos oder Werbungen, etc. - auch Fotos kann man nur für einen Zweck anfertigen lassen oder eben bis zur uneingeschränkten Verwendbarkeit, inkl. Recht auf Digitalisierung und Bearbeitung, was auch immer eine Rolle spielt! Sollte man aber schriftlich auf der Rechnung stehen haben. Nutzungsrecht, Bearbeitungsrecht.

lg
Niki
 
#19
Wobei für mich etwas unklar ist, dass auch bei biometrischen(!) Passbildern das Urheberrecht greift! Schliesslich beruht deren "künstlerischer" Ausdruck lediglich auf dem "Model" und nicht auf dem Können des Fotografen, da Ausleuchtung, Pose und Perspektive vom Gesetzgeber vorgegeben sind und nicht auf der Kreativität des Fotografen beruhen.
Bei Bewerbungsfotos ist die Lage natürlich komplett anders, da hierbei der Fotografierende sein Können (neben dem Model) unter Beweis stellen muss...

viele Grüße - Ronald (der auch seine Passbilder selber gemacht hat:cool:)
 
#20
Hallo zusammen,

unabhängig mal von der Urheberrechtsdebatte: ich habe für meinen zuletzt ausgestellten Ausweis bzw. Reisepass das Programm "Passbild Generator" in der kostenlosen Version verwendet (einfach mal im Web nach Passbildgenerator 4.0 suchen). Dieses Programm bringt euer selbst aufgenommenes Foto auf das richtige Format und und zeigt einem an, ob das Bild den korrekten Ausschnitt etc. aufweist (man kann es dann entsprechend verschieben bzw. zuschneiden und skalieren). Anschließend das Foto beim nächsten Automaten ausdrucken - fertig. Vor ein paar Jahren bezahlte ich dann für ein neues Passbild 7 Cent, und hatte auf dem Abzug aber mindestens 8 Stück drauf (weiß ich nicht mehr so genau).

Schöne Grüße
Christian
 
#21
Auch ein toller Witz an der Sache ...
Ich darf das Bild nur zum bestimmten Zweck benutzen.
Erstellung eines Pass/Ausweis.
Die auf dem Amt brauchen nur EINS !!!
Warum muss ich dann 6 Stück nehmen?

Ist das dann nicht ziel gerichtete Abzocke?
Gibts da nicht auch ein Gesetz gegen ?

Gruß
Markus
 
#22
Hallo zusammen,

Aber manchmal ist das genze echt verrückt.Bei einer Eröffnung eines Ladens wollte ein Musiker seine eigenen (Text und Musik) Lieder zu Unterhaltung der Gäste vortragen...jedoch sollte der Ladenbetreibe GEMA Gebühren bezahlen.Wegen öffentlicher Musik und so...auf Nachfrage, ob denn der Künstler im Gegenzug auch Geld von der GEMA erhält, kam eine negative Aussage zurück...verrückt...
Nein, das ist nicht verrückt, es ist nur nicht sehr schlau von dem Musiker gewesen sich nicht bei der GEMA anzumelden bzw. seine Werke denn dort anzumelden. Insofern ein Versäumnis des Musikers, und in dem Zusammenhang dann völlig anders zu betrachten! Denn würde er seine Lieder dort anmelden würde er jedesmal wenn eines seiner Lieder gespielt wird, eine Vergütung dafür bekommen. Egal ob Live oder im Radio/TV oder YouTube etc. Für uns Musiker eine Einrichtung die es uns u.a. überhaupt erst erlaubt mit unserer Kunst Geld zu verdienen.

Abgesehen davon, dass die Dame im Fotoladen sich nicht sehr geschickt verhalten hat in ihrer Kommunikation, finde ich es bedauerlich, dass Fähigkeiten wie etwa die ein tolles Foto zu erstellen, derart runtergespielt werden. Zum (Berufs)fotografen wird man durch eine Ausbildung wenn nicht durch ein Studium. Klar kann man Passfotos mittlerweile selber machen, allerdings setzt das ja auch schon einiges voraus. Die Ausrüstung z.Bsp. und das KnowHow. Ich habe beides, werde aber vermutlich dennoch das nächste mal zum Fotoladen um die Ecke gehen, da das einfach schneller geht. Das sind übrigens auch Qualifikationen eines Berufes, etwas schneller machen zu können als jemand der das nicht gelernt hat.

CS Frank
 
#23
Zum (Berufs)fotografen wird man durch eine Ausbildung wenn nicht durch ein Studium.
Ah interessant. :unsure: Bei uns in Österreich ist das wie Grafiker oder dutzende andere Berufe ein freier Beruf. Man muss sich nur bei der Kammer und der Steuer anmelden und darf das Gewerbe ausüben. Befähigungsnachweis braucht man keinen, das bleibt gefährlicheren Berufen wie Elektriker oder Installateur vorbehalten. Dort kann man Stromschläge bekommen oder etwas in die Luft jagen. Bei einem Fotografen kann das durch ein Foto wohl nicht so leicht passieren. (Obgleich ein Bild "brisant" sein kann.)

Trotzdem ist es ein Lehrberuf, und man kann durchaus auch auf grafischen Schulen den Beruf erlernen.

lg
Niki
 
#24
Hi niki,

das ist im Prinzip in Deutschland auch so. Du kannst auch ohne Studium oder Ausbildung Fotograf sein. Ich habe es erwähnt, um klar zu stellen welche Fähigkeiten ein Fotograf (Grafiker, Musiker etc.) mitbringen muss. Das Studium zielt natürlich eher auf eine künstlerische Arbeit ab. Da ist übrigens die Vorauswahl, wie in jedem künstlerischen Studium, knallhart. Der Mensch im Fotoladen wird eher den Lehrberuf erlernt haben.
Bei uns Musikern ist es natürlich auch so, dass es Kollegen gibt die nicht studiert haben und trotzdem sehr qualifiziert sind. Es zeigt aber ja u.a. auch eine gewisse innere Haltung, wenn jemand sich dazu entscheidet einen künstlerischen Beruf zu wählen und das mit einer entsprechenden Ausbildung untermauert.

CS Frank
 
#25
Tja, da bin ich dann des Amateurtums überführt! :eek::D

Ich hab weder Fotograf gelernt noch Musik studiert, aber betreibe beides leidenschaftlich. :p
Zugegeben, wenn mein Freund vom Konservatorium dann mixolydisch soliert, fehlt mir der Durchblick. Hat was. Darf man nicht unterschätzen. Aber nicht alle vom Konservatorium sind automatisch interpretatorische Kanonen. Talent darf auch dazugehören. However. Lernen schadet nie. (y)

Dass man Passbilder nur für den Pass verwenden darf erscheint mir allerdings protektionistisch. Aber gut, die kleinen Fotografen verdienen ja auch nicht umwerfend mit solchen Jobs. Trotzdem ist es für mich eine Art "Auswuchs", hier normale Bürger zu limitieren.

lg
Niki
 
#26
Hallo Niki,

zum Glück lernt man am Konservatorium nicht nur mixolydisch und alteriert, sondern reift im besten Fall zu einer Persönlichkeit heran:) Aber es gibt nichts was es nicht gibt. Ich habe auch nicht Fotografie studiert und betreibe es leidenschaftlich und auch nebenberuflich.

Ich gebe zu, mir war es auch neu, dass man beim Passfoto nicht das Recht an der Vervielfältigung mit erwirbt. Aber habe gerade mal auf meine letzten Passfotos geschaut und da steht es ganz groß und in Rot drauf: Copyright.
Wie du richtig schreibst, verdient da der Fotograf nicht viel dran, es ist aber sein Tagesgeschäft. Und ich finde man sollte das respektieren, da gehört das Können dazu, die Ausrüstung in der Anschaffung, die Ladenlokalmiete etc. etc. große Luftsprünge macht so ein Mensch sicher nicht. Hier im Forum hat jeder zweite eine gescheite Fotoausrüstung und kann natürlich seine Passfotos selber machen. Aber Liesschen Müller kann das eben nicht. Und diese Gesetze haben meistens auch einen tieferen Sinn, auch wenn es da ab und zu etwas absurd wird. Man muss das auch nicht alles verstehen, aber ich finde man darf das durchaus mit Respekt sehen und muss nicht gleich Abzocke wittern.
Tatsächlich ist es was anderes wie man oft in Fachgeschäften behandelt wird. Da kann ich mich auch herrlich drüber aufregen. Egal ob im Foto, Musik oder Fahrradladen. Das gibt es immer wieder, dass man da bescheuert behandelt wird.

CS Frank
 
#27
Hi alle zusammen. Ich bin selber auch kein Fan der GSVO. Vor der GSVO hab ich was ähnliches erlebt. Wohne in der Schweiz und vor drei Jahren machte ich ein Foto Kurs zum Thema "Street art" in Zürich, Stadt Zentrum. da kam einer auf mich zu und sagte ob ich fotografiert hätte?! Ich sagte ja ich mache einen Kurs und dadrüber ist mein Kursleiter. sauer wie der Typ war musste ich das Bild löschen und hab es meinen Kursleiter gemeldet. der Kursleiter sagte mir das kommt in der Schweiz noch häufig vor, in anderen Ländern seien sie darüber locker und freundlich. Ich mach nur noch ab und zu Street art Fotos. beste Lösung Gruppe oder einzel Personen fragen (im Park als beispiel)
 
#28
Ich habe mich auch amüsiert über die Passfotos.

Ich brauchte im letzten Jahr welche für den neuen Reisepass. Bin extra zum Fotografen. Der hat das natürlich digital gemacht. Habe dann vier Stück (analog) für 12,- Euro bekommen. Dann habe ich eins zum Stadthaus mitgenommen. Die haben dann das kleine Passbild gleich wieder eingescannt und mir das analog Bild wieder zurückgegeben. Ich habe direkt gefagt, ob es nicht einfacher wäre, gleich ein digitales Bild abzuliefern. Das geht aber bei unsrer Stadtverwaltung (noch) nicht hieß es. Naja.
Jetzt habe ich vier Passbilder herumliegen und kann und darf sie nicht verwenden...

Da ich für andere Zwecke ein digitales Bild brauchte, bin ich später nochmal zum Fotografen hin. Der wollte tatsächlich nochmal 8 Euro sehen, um mir das digitale Foto via EMail zukommen zu lassen. Angeblich verdient er an den Passfotos nichts, hat er behauptet. Ich gehe aber jetzt einaml davon aus, dass ich das Foto auch "zweckentfremdet" benutzen kann.

Da habe ich mir nun auch beim lesen der Kommentare hier gadacht, dass ich die nächsten Fotos selber mache. In der heutigen Selfie-Gesellschaft ist das doch keine Kunst mehr. Da muss man doch nicht mehr zum Fotografen. Mein Avatar ist übrigens auch ein Foto, das ein Freund im Urlaub gemacht hat mit meiner Kamera. Ich muß den aber jetzt nicht fragen, oder?
 
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