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US Rückkehr zum Mond

P_E_T_E_R

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Das Gerangel der Milliardäre geht in eine neue Runde:

Bezos kann sich einfach nicht damit abfinden, dass Konkurrent Musk den Moon Lander bauen soll.
Jetzt bietet er der NASA sogar einen $2 Mrd. Preisnachlass an:

Bezos offers NASA a $2 billion discount for Blue Origin Moon lander

The human landing system (HLS) contract, worth $2.9 billion, was awarded to rival SpaceX in April, but Blue Origin and a third company Dynetics filed protests that are currently awaiting adjudication by the US Government Accountability Office.

In his letter to NASA Administrator Bill Nelson, Bezos said the offer would "bridge the funding shortfall" that led to the space agency picking just one contractor, instead of two which would then compete with each other.

Since losing the award, Blue Origin has been frantically lobbying to have the decision reversed, leading the Senate to pass a bill agreeing to add $10 billion to the human lander system.

But the legislation is still being debated in the House, and has been branded a "Bezos Bailout" by critics.

space.com
 

MiMeDo

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Bezos kann sich einfach nicht damit abfinden, dass Konkurrent Musk den Moon Lander bauen soll.
Jetzt bietet er der NASA sogar einen $2 Mrd. Preisnachlass an:
Das ist schon besonders schwach, finde ich.
Anstatt zu feilschen sollte er einfach mal anfangen seinen Lander zu bauen, genauso wie es Elon Musk getan hat.
Geld sollte er genug dafür haben.
Und wenn das Ergebnis brauchbar ist dann gibt's auch Aufträge dafür.

Nur mal so 'ne Meinung...

Gruss
Thorsten
 

MiMeDo

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Jeff Bezos scheint nicht glücklich mit der Entscheidung der NASA.
Er hat bei der zuständigen Behörde ("GAO") Beschwerde eingelegt.
Und die Behörde hat entschieden.
Gegen Bezos.
Die NASA hat "rechtlich korrekt" gehandelt.
Es ist also bisher weiterhin das Starship der einzige offizielle Mondlander für Astronauten.

Gruss
Thorsten
 

MiMeDo

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Blue Origin lässt nicht locker. Es wird weiter geklagt. Es ist nicht so richtig klar ob da Jeff Bezos selber dahinter steht oder vor allem der CEO, Bob Smith, dem die "Niederlage" wohl gar nicht geschmeckt hat. Stand ist im Moment, dass die NASA freiwillig die Arbeit am Mondlander aussetzt, bis 01. November. Andere Unternehmen, auch die die im "National Team" sind, äussern sich nicht unbedingt "begeistert". Tory Bruno (von ULA) mahnt, dass doch bitte die schon lange überfälligen BE-4 Triebwerke mit dem gleichen Enthusiasmus wie die Klagerei vorangetrieben werden. SpaceX dürfte das zumindest temporär noch nicht jucken. Da wird fleissig weiter gewerkelt, mit oder ohne Geld von der NASA.

Gruss
Thorsten
 

P_E_T_E_R

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Zur Vorbereitung der bemannten Rückkehr zum Mond soll auch ein Rover mit dem Namen

VIPER

zum Einsatzt kommen. VIPER steht für Volatiles Investigating Polar Exploration Rover, was im wesentlichen bedeutet, dass dieser Rover vor Ort nach Wassereis suchen soll, das man in den Kratern am Südpol vermutet.

Der Rover soll etwa die Größe von einem Golfwagen und eine Masse von 430 kg haben. Die Betriebsdauer ist für 100 Tage ausgelegt. Die Kosten der Mission sind auf $430 Millionen veranschlagt - eine Million pro Kilo!

Bodenproben sollen bis zu einer Tiefe von 1 m mit einem Bohrer genommen werden und auf Wassereis untersucht werden, und zwar mit Spektroskopie im nahen Infrarot und Massenspektroskopie. Schon vor der Bohrung hofft man mit einem Neutronenspektrometer auf Hinweise auf potentielle Fundstätten.

Vertragspartner ist SpaceX und geplanter Start mit einer Falcon Heavy ist November 2023.

VIPER Instrumentation.jpg

Credit: Wikipedia
 
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MiMeDo

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Vertragspartner ist SpaceX und geplanter Start mit einer Falcon Heavy ist November 2023.
Das klingt etwas verwirrend. SpaceX ist für den Start zuständig, aber nicht für den Betrieb und auch nicht für die Landung. Die Landung wird von der Firma Astrobotic mit ihrem Griffin-Lander im Rahmen des CLPS Programms durchgeführt.

Gestern Abend wurde der Landeplatz bekannt gegeben.
VIPER soll auf der Hochebene westlich vom Rand des Nobile Kraters landen.

Gruss
Thorsten
 

MiMeDo

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Ui.
Die NASA hat das "Human Exploration and Operations Mission Directorate (HEOMD)" in zwei Teile geteilt. HEOMD ist die Abteilung die für astronautische Flüge zuständig war. Jetzt sind das zwei Teile, eines für "Space Operations" = kommerzielle Flüge in die Erdumlaufbahn und eines für "Exploration Systems Development", also Artemis zum Mond. Ersteres leitet die bisherige HEOMD Chefin Kathy Lueders und letzteres ein Herr Jim Free der früher u.a. Direktor vom Glenn Research Center war.


Das ganze wird zumindest von der SpaceX Fangemeinde eher kritisch gesehen, da Kathy Lueders die erfolgreiche Kommerzialisierung gemanaged hat, während Jim Free eher für die "Old-Space" Strategie steht.

Wir werden sehen. Meiner Ansicht nach wird SpaceX auf jeden Fall (wenn nicht irgendwas dicke schief geht) als erstes zu Mond und Mars fliegen. Die Frage wird dann lediglich sein, ob mit oder ohne NASA.

Gruss
Thorsten
 

P_E_T_E_R

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... und jetzt haben sie auch noch das mächtige Senate Appropriations Committee rumgekriegt:

Senate directs NASA to choose another company to build a lunar lander

On Tuesday (Oct. 18), the Senate Appropriations Committee — the largest U.S. Senate committee that oversees all discretionary spending legislation in the Senate — released a draft report of nine appropriations bills for the fiscal year 2022 which included funding for NASA, according to SpaceNews.

The report directs NASA to give Congress a plan showing how it will bring in a second HLS team and support them through the Artemis program. This means that NASA's plan, which the agency will have to deliver to Congress within 30 days of the bill becoming law, will have to include budget projections for the next few years, through 2026, according to SpaceNews.
 

P_E_T_E_R

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Allmählich kommt Bewegung in das Mondprogramm ...

Die auf 25 Tage angestzte Artemis 1 Testmission mit einer unbemannten Orion-Kapsel soll jetzt im Februar 2022 zum Mond starten:

Artemis 1

Die SLS-Trägerrakete liefert beim Start einen Schub von 39.000 kN. Das Orion-Raumschiff an der Spitze der zweiten Stufe besteht aus dem (noch unbemannten) Crew-Module (CM) von Lockheed-Martin und dem European Servive Module (ESM), mit einer Gesamtmasse von 33 t einschließlich Treibstoff beim Start.

Vier Tage nach dem Start soll das Schiff für sechs Tage in einen tiefen Mondorbit einschwenken, um dann nach insgesamt 20 Tagen die Rückkehr zur Erde einzuleiten. Splashdown der Kapsel im Pazifik soll 25 Tage nach dem Start erfolgen.

NASA targeting Feb. 2022 to launch new lunar program Artemis

The space agency had initially wanted to launch the test flight by the end of this year, with astronauts on the ground by 2024 on Artemis 3, but the timeline has slipped back.

It achieved a major milestone Wednesday when it stacked the Orion crew capsule atop its Space Launch System megarocket, which now stands 98 meters tall inside the Vehicle Assembly Building at NASA Kennedy Space Center in Florida.

After further tests, it will be wheeled out to the launch pad for a final test known as the "wet dress rehearsal" in January, with the first window for launch opening in February, officials told reporters on a call.

Artemis 1 Orion joins SLS to complete vehicle stack
 
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P_E_T_E_R

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Soll es nicht dieser hohe "distant retrograde orbit" sein?
Der Orbit wird wohl eingeleitet mit einem tiefen gravity assist Manöver in einem Mondabstand von nur 100 km, und darauf folgt dann der "distant retrograde orbit", was auch immer das bedeutet. Klingt für mich, wie ein langgestreckter Orbit mit tiefer Periapse und weiter Apoapse, aber nähere Angaben dazu konnte ich bislang nicht finden.
Das Service Modul schafft es doch gar nicht bis in einen niedrigen Orbit.
Wieso?
 

MiMeDo

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Klingt für mich, wie ein langgestreckter Orbit mit tiefer Periapse und weiter Apoapse, aber nähere Angaben dazu konnte ich bislang nicht finden.
So ist es.
Mondnächster Punkt ist über dem lunaren Nordpol mit 3000 km Abstand, der fernste Punkt über dem Südpol mit 70000km. Ein Orbit dauert 7 Tage oder 1/4 Monat, d.h. vier Umläufe während eines Monats. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann dreht sich die Bahnebene ebenfalls pro Runde um 90°, so dass man von der Erde aus immer auf die Ellipse (und nicht die Kante) sehen kann.
Ganz gut beschrieben da: Lunar Gateway - Wikipedia

Gute Frage. Weil Orion nicht genug Δv hat.
Und warum nicht?
Noch bessere Frage. Da kann man nur vermuten. Weil wenn Orion in der Lage wäre, so wie das Apollo Kommandomodul in eine niedrige Mondumlaufbahn zu gelangen, dann wäre das Gateway ja überflüssig, und das wollen ein paar Politiker nicht. Ein sinnvolleres Argument fällt mir nicht ein.

Gruss
Thorsten
 

DocHighCo

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Was der Sinn des Gateway und des "distant retrograde orbit" sein soll, ist auch mir schleierhaft. Außer vielleicht als Relaisstation zur Südpolregion. Aber dazu müßte es ja nicht bemannt sein. Da wird m.M.n. eine Menge Geld vernichtet.

Gruß

Heiko
 
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