Variable Brennweiten mit Baader FFC | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Variable Brennweiten mit Baader FFC

mr_moon

Mitglied
Hi all,

ich habe mal eine Verständnisfrage zum Baader FFC, weil ich aus den Dokumenten von Baader nicht schlau werde.

Wenn ich den Brennpunkt meines Newtons (ohne FFC) ermittle, lasse ich meinen OAZ ganz drin, gehe mit dem Rohr auf den Mond und halte ein weißes Blatt Papier hinter den OAZ (ohne Okulare oder ähnliches). Bei dem Abstand, bei dem der Mond
dann scharf auf Blatt Papier zu sehen ist, befindet sich der Brennpunkt (also auch die Brennweite des Teleskopes)

So weit ist ja alles klar....

Wenn ich nun den FFC benutze und die variable Verlängerung zwischen 3x und 8x mittels Verlängerungshülsen probiere, müsste es doch so sein, das der FFC mittels Verstellen des OAZ den Brennpunkt immer weiter nach außen verschiebt und die Strecke bis zum Brennpunkt mittels Verlängerungshülsen überbrückt werden (man kann sein Okular ja schlecht in der Luft hängen lassen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> ).

Bin ich hier auf dem richtigen oder auf dem Holzweg????


CS
Thorsten
 

TS-Wolfi

Mitglied
Hallo Thorsten,

der Ansatz ist richtig:

Je größer der Abstand zwischen FFC und Okular, desto stärker der Verlängerungsfaktor.

Je stärker der Verlängerungsfaktor, desto weiter raus muß auch der Okularauszug gedreht werden.

Bei starkem Verlängerungsfaktor wird man

a) Zwischenringe auf der Okularseite und
b) ev auch eine Verlängerung auf der Auszugsseite, da ev. der Verstellbereich des Auszuges nicht mehr reicht.

Ich würde den Bedarf an entsprechenden Hülsen im praktischen Testverfahren (Haus/Baum... in ca. 1km Entfernung) ermitteln.

Wolfi Ransburg
Teleskop-Service
www.teleskop-service.de
info@telekop-service.de

ein guter
 

bachmaier

Mitglied
Der erste Teil ist richtig: je größer der Abstand FFC - Okular, um so stärker die Brennweitenverlängerung.

Der Zweite Teil verhält sich genau umgekehrt: Je größer der Abstand Primärfokus (des Fernrohres), desto größer die Schnittweite zum Sekundärfokus und damit die Verlängerung.

Das heißt aber, da sich ja der Primärfokus nicht verschiebt, daß der FFC nach innen, Richtung Fernrohr bewegt werden muß.
Dabei kann es bei Newton-Fernrohren mit niedrigen Okularauszügen und kleinem verfügbaren Fokussierweg knapp werden.
Das Problem ist der Anschlag des FFC, der es nicht zulässt, das Teil weiter in den Auszug zu versenken - Eine Verbesserungsanregung für Baader Planetarium.

Klare (und nicht zu kalte) Nächte wünscht
Felix
 

TS-Wolfi

Mitglied
Hallo Felix,

bitte probier es auch, es ist tatsächlich so. Bei 8fachen Verlängerungsfaktor, z.B. , wirst Du auch den FFC sehr weit rauslegen müssen.

Wolfi
 

mr_moon

Mitglied
Hallo Felix, Hallo Wolfi,

habe mal eben schnell was probiert.

Okular direkt auf FFC ohne Verlängerungshülsen, Objekt scharf gestellt und Position am Auszug markiert.

Anschließend zwischen Okular und FFC 2 x 40mm und 2 x 15 mm Verlängerung. Danach wieder scharf gestellt.

Resultat: OAZ muß nach innen gedreht werden, damit Objekt wieder scharf ist. Hier hat also Felix recht.

@Felix: Baader braucht nicht zu verbessern, denn wenn Du von Baader den Steckanschluß 2"/T-2 auf den FFC schraubst und ihn dann in den OAZ steckst, gibt es kein Problem. Er liegt komplett außen vor dem OAZ. Da ich zudem einen JMI-Auszug an meinem F/4 habe, gab es bisher auch keine Probleme mit dem Fokussierweg.

Und wenn nun endlich auch das Wetter im Norden wieder klar wird, kann ich den FFC endlich mal ausgiebig an Saturn oder Jupiter testen. Einmal komplett von 3 x bis 8 x. Meine Barlows kann ich dann getrost in die Ecke legen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

CS
Thorsten
 
Richtige Verschiebung des FFC

Hallo Thorsten,

leider sah ich diese Diskussion erst jetzt. Wolfi Ransburg hat sich leider (obwohl er in seinem zweiten Text die ursprüngliche Aussage bekräftigte) diesmal geirrt. Richtig ist, wie es Felix sagte:

Wenn die Vergrößerung wachsen soll, muß der FFC zum Hauptspiegel hin bewegt werden, der Auszug des Fokussierers also verkürzt werden. Das kann optisch auch gar nicht anders sein und gilt so für jede normale Barlow, die im wesentlichen als eine mehr oder weniger gut fehlerkorrigierte „Negativlinse” betrachtet werden kann (gilt aber nicht oder nur eingeschränkt für die Powermates, weil sie mit zwei zusätzlichen Linsen ausgestattet sind, um die Hauptstrahlrichtung für Bildpunkte nahe dem Gesichtsfeldrand nicht so stark aus der optischen Achse divergieren zu lassen, was u.a. verhindert, daß sich die Okular-Austrittspupille stark nach außen verlagert).

Exakte quantitative Angaben zu den für verschiedene Vergrößerungsfaktoren nötigen Verschiebungen des FFC und den daraus resultierenden gegenläufigen Verschiebungen des vergrößerten Bildes kann man einer PDF-Zeichnung entnehmen, die Baader leider gut versteckt hat. Man findet sie, wenn man

http://www.baader-planetarium.de/download/download_technik.htm

aufsucht, ganz nach unten scrollt und die fünftletzte Position „FFC - focal distances” aufruft. Wer mit dem exzellenten FFC arbeitet oder arbeiten will, sollte sich diese PDF herunterladen und am besten auch ausdrucken. Sie sollte Dir bei Deinen Planungen weiterhelfen. Wolfi Ransburg sollte sie sich auch mal ansehen, damit er seinen Kunden (die er bekanntlich sonst immer gut berät) nichts Falsches sagt.

Für den Fall, daß auch jemand aus dem Hause Baader diesen Text liest, empfehle ich, auf der Seite mit der ausführlichen Beschreibung und dem Foto des FFC zu den schon vorhandenen Links auch noch einen zu dieser PDF hinzuzufügen.

MfG Walter E. Schön
 

TS-Wolfi

Mitglied
Sorry

Hallo Freunde,

wer viel arbeitet ....

Ich habe das Ganze ja mit einem SC, der gerade auf der optischen Bank ist, geprüft und habe, man glaubt es kaum, die Scharfstellrichtung - extra- und intrafokal verwechselt.

Knöpfle rechts rum und Knöpfle links rum.

So schnell kanns gehen - klaro - je stärker der Verlängerungsfaktor durch zusätzliche T-2 Verlängerungen, desto weiter geht der Auszug rein und irgendwann ist halt Schluß.

Deshalb ist eine sehr kurzbauende Adaption vom Auszug auf T-2 sicher sinnvoll.

Wolfi Ransburg
Teleskop-Service
www.teleskop-service.de
info@teleskop-service.de
 
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