Vergrößerung mal anders --> Mikroskopie für Kinder

#1
Hallo zusammen,

ich weiß, das Thema ist etwas Off-Topic fürs Forum, aber da die einschlägigen Astro-Versender auch Mikroskope anbieten und es im weiteren Sinne auch um Vergrößerung geht, hoffe ich es geht ok:

Um bei schlechten Wetter bzw. geschlossener Wolkendecke eine Alternative zum spechteln zu haben mit meinem Junior, möchte ich mit ihm gern auch die Welt im Kleinen "unter die Lupe" nehmen, also ein Mikroskop kaufen. Damit man sich mit dem anschauen leichter tut und auch mehrere Leute gleichzeitig schauen könnnen, dachte ich an ein digitales Mikroskop mit Bildschirm. Hat da schon jemand Erfahrungen damit (Bedienung, Qualität ...)?

Welche "normalen" Mikroskope sind ggf. für kleinere Kinder (ab 5 Jahren) empfehlenswert, d.h. anwenderfreundlich, robust und taugen was?

Für Tipps bin ich sehr dankbar!

Viele Grüße

Christian
 
#2
Servus Christian,
Ja ich denke das Thema ist "off-topic".....aber....ich kann dir dazu einige Randerfahrungen geben, meine Frau ist begeisterte Hobbybiologin und ich bin da ab und an auch mit am gucken....schlechtes Wetter kennt die nicht.....
Zuallererst solltest du dir im klaren sein, was du dir anschauen willst, im Grunde die selbe Thematik wie bei uns Sternguckern....meine Frau z.B. Hat ein "ZEISS PrimoStar", das ist so eine Art "Allrounder" für alles was man dünn schneiden kann, das ist für Durchlicht gemacht, Farb-Kontrastfilter alles dabei....ein Thema für sich....Wir hatten mal ein Mikroskop von KOSMOS für unseren Sohn, da war er so 8 Jahre alt, aber das Teil ist Mist, glaube mir....Eine Kamera oder Smartphone kann man da auch adaptieren....wenn du "investieren" willst und auch was sehen willst, dann nichts "günstiges" kaufen....du wirst aber echt "krasse" Sachen sehen, wie bei 1000fach im Zellkern "rumfahren" oder ganz banal bei 80fach die gemeine Küchenzwiebel....wirklich eine Sache für sich, bei uns liegen halt die Objekte 6rei im Raum, die müssen präperieren, und, und...Meinen Sohn interresiert das mikroskopieren allerdings genauso wenig wie das "Sternegucken".......Gruß Thomas.........
 
#3
Ich bin kein Mikroskopiker, da mich mehr die Miniwelt statt die Mikrowelt interessiert. Aber ich glaube eher nicht, dass sich 5-8 jährige Kinder mit den Techniken des Präparierens befassen sollten oder gar Dünnschnitte mit Mikrotomen unter die Deckgläschen schieben - von den verschiedensten Beleuchtungen mal ganz abgesehen.
Die wollen was Kleines ohne allzuviel Firlefanz und Vorbereitungen anschauen, und da bieten sich m.E. stereokospische Prismenlupen weitaus besser an, auch bekannt unter Stereolupen. Die Beleuchtung ist da auch nicht ganz trivial, aber man kann (in gewissem Rahmen) 'alles' einfach drunterlegen und dann scharf stellen. Keine enttäuschten Dünnschnitte oder falsch beleuchtete Dinge, welche auch noch recht schwer zu deuten sind: eine Feder z.B. ist auch mit 10x bis 20x (zumindest strukturell) weiterhin als Feder zu erkennen oder auch Holz, Insekten oder was weiß ich noch alles. Ich hatte mir 2011 von Optik Jülich, Bonn eine Bonntec Zoom Stereolupe gekauft (auch mit Fotoadapter), und lege immer noch begeistert alles drunter, was drunter passt (8x - 50x), und alles ohne die nicht ganz triviale Präparation. Einzig ob Durchlicht oder Auflicht (oder mtwl. auch Halogen mit Schwanenhälsen) muss ich entscheiden, und kann sofort loslegen.

Nur mal so als Gedanke
Manfred
 
#4
Hallo Manfred, ich merke schon, du bist da bewandert mit der "Mini-Welt" - Materie, ich bin da bei dir, der Makrokosmos ist da für mich auch viel begeisterungsfähiger. Und ich muss nach Rücksprache mit meiner Frau auch sagen, daß das mit Kindern in diesem Alter schlecht möglich ist und teilweise auch zu gefährlich ist (Schneidewerzeuge, Hobel, Einfärbemittel, chemische Stoffe, usw.), dein Vorschlag mit der "Lupe" ist eine Sache.......Gruß Thomas mit Frau
 
#5
Um Kindern die kleine Welt zu zeigen,sind die 'Stereomikroskope' (eigentlich: Lupen) wirklich geeigneter. Und bereits Modelle, die von 8x bis 30x vernünftig funktionieren (also auch sauber kollimiert sind) bieten da erstmal Beschäftigung mit beinahe unzähligen Dingen. Schau mal im Mikroforum oder auch den bekannteren Naturguckhändlern - die können nämlich auch eher beraten als 'große Wasser führende Systeme'…
Mittlerweile sehe ich neben der optischen Qualität die Beleuchtung als zentralen Punkt, auch für alltägliche Beobachtungs-Dinge. Dazu kann ich was sagen, zu Digi-Bildschirmchen eher nicht; außer dass das zum einen wieder nur ein 'Display-Gucken' ist, und dass zum anderen das dafür eingesetzte Geld für die Optik fehlt. In Trino-Tuben kann man auch später nach Bedarf CCD-Kameras anschließen, wenn es dokumerntiert (vmtl. geteilt) werden soll.

Kleingruß
Manfred
 
#6
Ich bin dem Display-Gucken nicht prinzipiell abgeneigt. Für eine Diskussion des Beobachteten mit mehr als 2 Leuten, Sohn, Papa und Mama und Schwester z.B., hat Display-Gucken grosse Vorteile. Das liesse sich im seltenen Fall mit Papas 6" Smartphone und einer Handy-Halterung realisieren? Oder afokal mit so einer USB-Kamera an PC angeschlossen.

Aber immersives, intimes Erleben - wie ein Kinofilm, in dem man selbst mitspielt - ist zweiäugiges, direktes Betrachten durch 2 Okulare, die es schaffen, die ganze restliche Welt auszuklammern. Dann ist man voll drin im Geschehen.

:)
 

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