VIXEN - orthoskopische Okulare | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

VIXEN - orthoskopische Okulare

williwar

Mitglied
Hallo,

hat schon jemand Erfahrungen mit den vergleichsweise preiswerten Vixen-Ortho's (spez. Im Brennweitenbereich 5 - 7 mm) gemacht?

Willi
 

widato

Mitglied
Hallo Willi!
Die von Dir angesprochenen Vixen Orthos sind in der optischen Achse sehr scharf zeichnende Okulare. Für den Mond und Planetenbeobachter geeignet, der nicht mit einer Barlow arbeiten möchte. Das Einblickverhalten ist allerdings nicht bequem. Das Auge klebt am Okular, der Winkel ist beschränkt und die Randbereiche sind unscharf.
Ich habe alle Orthos, die ich hatte (bis auf ein 25mm) verkauft...
Berthold vom WIDATO
 

williwar

Mitglied
Hallo Berthold,

vielen Dank für Deine Antwort. Hattest Du schon mal Gelegenheit durch ein anderes Ortho (UO oder Kasai) zu schauen? Oder anders herum, welche kurzbrennweitigen Okulare hast Du Dir nach Deinem Verkauf der Ortho's zur Planetenbeobachtung angeschafft?

Danke

Willi
 

widato

Mitglied
Hallo Willi!
Es soll bessere Orthos geben. Ich hab da leider keine vergleichenden Beobachtungen anzubieten. Ich bin einen anderen Weg gegangen. Ich beobachte an einem Maksutov-Newton. Dessen 1050mm Brennweite habe ich mit einer mittlerweile eingebauten Baader VIP-Barlow 2fach auf 2100mm hochgezogen und beobachte dann mit kurzbrennweitigen LV-Okularen (angenehmerer Einblick).
Sternklare Nächte
Berthold vom WIDATO
www.widato.de
 

Philipp_K

Mitglied
Hallo Willi,

ich beobachte mit den orthoskopischen Okularen von University Optics und Kasai. Speziell mit dem 7mm Oku habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Mit meinem 5mm Kasai bekomme ich an meinem 4" F15 FH eine Vergrößerung von 300x, das ist fast etwas zu viel - dementsprechend war der Sonnenfleckanblick etwas unscharf. Auch finde ich den Einblick an diesem Okular nicht gut, das Beobachten hat mich eher angestrengt.
Hingegen war der Einblick beim 7er angenehmer, aber natürlich nicht vgl. mit einem Vixen LV. Fazit: ich finde, daß die UO Orthos einen sehr guten Kontrast zeigen, ihr Einblickverhalten lässt allerdings etwas zu wünschen übrig, vor allem bei den Brennweiten unter 7mm.

Gruß Philipp
 
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hanz

Mitglied
habe das Vixen ortho 5er, ist zwar relativ billig aber problematisch an 900er f8 und 1000er f5:
1) reicht das seeing für ein 5er nur in Ausnahmefällen
2) ist die Fokussierung problematisch (wenn nicht ein Punkt da ist, wo die Schärfe "knackt" - Streulichteinfluß?)
Gerüchte über Einblick kanst Du vergessen (man kann bei etwas geringerem Gesichtsfeld das Auge auch 1-2cm wegnehmen)
Meine aktuelle Erfahrung: Linsenränder schwärzen mit Filzstift! Hat aus meinem unbrauchbaren Bresser 6mm Kellner ein Spitzenokular gemacht), man kann beim Zusammenbau nichts falsch machen, keine justierbaren Teile!
Alles über Abstandshülsen geregelt. Probiere ich beim Vixen sobald Zeit ist aus)
Meine Erfahrung:
17,5mm Bertele Super an F8 und f5
10mm: Antares Ultra Plössl Spitze
7,5mm: Antares SuperPlössl gut
6mm: Bresser Kellner mit schwarz gefilztem Rand Super
(so wie verkauft unbrauchbar)
5mm Vixen Ortho: bei bestem seeing gut




 

hanz

Mitglied
Re: VIXEN - ortho 5mm ist Plössl !!!

So, da heute der Himmel nichts bringt, habe ich mein Vixen ortho 5mm auseinander geschraubt (einfach den
zentralen schwarzen Metallteil drehen, Vorsicht, Linsen können herausfallen!) und gleich 2 Aha-Erlebnisse gehabt:

1) Das Vixen-ortho 5mm ist ein Plössl (OK, zulässig, Plössls sind orthoskopische Okulare)

2) tatsächlich waren die Linsenränder nicht geschwärzt! Mit Filzstift (Staedler Lumocolor M, auch sehr gut zum
CD's beschriften) angemalt und wieder zusammengebaut.

Daraufhin sofort auch mein Skywatcher APO Superplössl 7,5mm auseinandergeschraubt: Linsenränder waren
bereits geschwärzt!!!

Also nochmal zum Mitschreiben: wenn bei kurzbrennweitigen Okularen die Linsenränder nicht geschwärzt sind,
versaut das Streulicht das Bild so hinterhältig, daß man praktisch keine Schärfeebene mehr findet. Dieses
Problem sollte unbedingt durch Anmalen der Linsenränder beseitigt werden - und hier sind die vielgeschmähten
China-Superplössls offensichtlich besser konstruiert als die Japanischen Jungfernorthos (Vixen=Jungfrau), vermutlich
weil sich für chinesische Löhne einfacher jemand finden läßt, der die Linsenränder anmalt.
Falls jemand beim Anmalen die Einbaurichtung vergißt: die glatten Linsenflächen kommen zum Auge und zum
Teleskop, die gewölbten zur Okularmitte.

PS: die Idee mit den schwarzen Linsenrändern habe ich natürlich von Televue.
 

Olaf_K

Mitglied
Hallo,

ich habe ein neues Vixen-Orto-6mm (1 1/4"). Außerdem zwei ältere Orthos (24.5mm) mit 6mm und 12.5mm, die könnten auch von Vixen sein, es steht aber nur "Made in Japan" drauf.
Alle drei Okulare liefern knackscharfe, kontrastreiche und farbneutrale Bilder bis zum Rand. Z.B. kann ich mit meinem ED80S Jupiter halb innerhalb, halb außerhalb der Feldblende plazieren, ohne daß die Abbildung wesentlich schlechter wäre als in Gesichtsfeldmitte.

Einen Vergleich mit anderen Orthos hab ich nicht, aber z.B. die Vixen-LV haben eine deutlich weichere und nicht so farbneutrale Abbildung. Die Mondscheibe im LV-4 erscheint mir z.B. gelblich, und im LV-4 sowie LV-9 kommt es im äußeren Gesichtsfeldbereich zu Unschärfen und Farbrändern.

Die nicht geschwärzten Linsenkanten hab ich bei allen drei Orthos, an meinem 4"f/6-Newton hat mich das auch ziemlich genervt. Am ED80S (f/9) fällt es dagegen nicht störend auf.

Zum Einblickverhalten:
Will man das ganze Feld überblicken, muß man schon recht nahe ans Okular ran, dadurch beschlägt und verschmutzt es schnell. Bei Planetenbeobachtung halte ich es mittlerweile für sinnvoller, mit dem Auge etwas zurückzugehen, man sieht so zwar nur einen Teil des Feldes, aber mehr braucht man auch nicht für Planeten.
Für Planeten oder Mond ist das Vixen-Or-6mm mittlerweile mein Lieblingsokular am ED80S, vor allem wegen der Schärfe. Zur Entspannung nehm ich dann zwischendurch das LV-9.
Außerdem ist das Or-6 gut zur Okularprojektion mit Webcam geeignet.

MfG Olaf
 

Frank_Schäfer

Mitglied
Re: VIXEN - ortho 5mm ist Plössl !!!

> Also nochmal zum Mitschreiben: wenn bei kurzbrennweitigen Okularen die Linsenränder nicht geschwärzt sind,
versaut das Streulicht das Bild so hinterhältig, daß man praktisch keine Schärfeebene mehr findet.

Hallo Hanz,

so richtig kann ich das nicht nachvollziehen. Zum einen habe ich auch ein Vixen 5mm Ortho (Plössl) und kann (abgesehen vom ziemlich mickrigen Sehfeld < 40°) über das Okular nicht klagen. Schärfe und Kontrast sind eigentlich ok und kaum schlechter wie beim 5mm Kasai Ortho. Zum anderen hatten die alten Zeiss Orthos in der 24,5mm Steckversion nie geschwärzte Linsenkanten. Auch diese Okulare waren hervorragend für die Mond- und Planetenbeobachtung geeignet, ohne das Streulicht im Okular ein Problem gewesen wäre. An der Schwärzung der Linsenkanten allein kann die Streulichtproblematik also nicht liegen.

Frank.
 

Lots

Mitglied
Hi,

ich habe das 6 und 7mm Kasei am Vixen 90M (1000mm) Refraktor. Beides sind super scharfe Okulare mit ca. 46° Eigengsichtsfeld, jedoch mit problematischen Einblick, an den man sich erst mal gewöhnen muss. Die Transmission scheint auch nicht ganz so gut zu sein wie bei den Super Plössl Okularen.

Aber, das 7mm Kasei (142x) kann man fast bei jedem Seeing einsetzten und das (wahre) GF ist auch brauchbar groß. Damit also ein universelles Planeten/Mond Okular.

Beim 6mm Kasei (167x) muss das Seeing schon gut sein, damit man gegenüber dem 7mm mehr sieht. Dann aber bringt die 25x Mehrvergrößerung eine deutliche Steigerung gegenüber dem 7mm Okular.

Also wenn eines von beiden, dann das 7mm.


Gruß

Lots
 

Shadow

Mitglied
Hey Lots,

Die Transmission scheint auch nicht ganz so gut zu sein wie bei den Super Plössl Okularen.

Wie hast Du denn die Transmission zwischen "Super" Ploessl und den Kasai (uebrigens mit "ai") verglichen?
Meine Erfahrung und Vergleiche haben gezeigt, dass die Verguetung der Kasai ORs in Reflexminimierung und Trans-
mission wohl nicht mehr zu verbessern sind.


jedoch mit problematischen Einblick, an den man sich erst mal gewöhnen muss.

Also ich finde den Einblick meines 4mm University OR (baugleich mit Kasai) einfach genial, bedingt durch den oben
konisch zulaufenden Okularkoerper. Ich hatte frueher mal ein 4mm "Super" Ploessl, dass vom Einblick her schon
"vorsaetzliche Koerperverletzung" war. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Solomg,
Lamont
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 

hanz

Mitglied
Re: Streulichtunterdrückung

Damit das Bild schlechter wird, muß natürlich erst mal Streulicht da sein, das hängt zwangsläufig sehr vom
"Rohr" ab, bei Refraktoren hat man ja meist gute "dichte" Blendensysteme - die Newtons sind dagegen recht
"glatt" und reflexfreundlich.
Außerdem ist das Schwärzen der Linsenkanten ja meist nicht die einzige Maßnahme gegen Streulicht, so hat
gerade das 5er Vixen "ortho" wie Du sicher gesehen hast ein ziemlich langes "Röhrchen" als Blende, nutzt
außerdem relativ große Linsen (deutlich größer als der genutzte Durchmesser) und die Linsenränder sind relativ
glatt geschliffen (das alles war bei meinem Bresser Kellner 6mm nicht der Fall, daher war dieses vor dem
Schwärzen unbrauchbar und nicht nur weniger gut). Und natürlich sieht man die Streulichtproblematik am Mond
ziemlich stark. Leider konnte ich das geschwärzte Vixen noch nicht testen - der Mond steht schon wieder zu tief
und zu nördlich. Ich werde wohl so in 2 Wochen dazu Kommentare geben können.

zu den Zeiss orthos kann ich nicht mitreden, aber hatten die überhaupt so kurze Brennweiten, daß Linsendurch-
messer und Dicke in die gleiche Größenordnung kommen (bei langen Brennweiten = Kellner 25mm trat der
Effekt bei mir nicht auf)

Klare Nächte
 

Frank_Schäfer

Mitglied
Re: Streulichtunterdrückung

Hallo Hanz,

die Art des Teleskopes könnte durchaus auch eine Rolle spielen. Da ich nur Refraktoren nutze, kann ich bei Spiegeln nicht mitreden. An f/6, f/8 und f/10 Refraktoren macht das Vixen 5mm keine Probleme.

> zu den Zeiss orthos kann ich nicht mitreden, aber hatten die überhaupt so kurze Brennweiten, daß Linsendurch-
messer und Dicke in die gleiche Größenordnung kommen

Wie weit die Linsen in der Fassung versenkt sind, kann ich nicht sagen. Habe auch kein Verlangen, meine letzten Orthos zu zerlegen. Das Brennweitensortiment war seinerzeit reichlich: Ortho 40, 25, 16, 12,5, 10, 8, 6 und 4mm. Keins der Okulare kam je auf die Idee, Streulicht oder Reflexe zu produzieren. Allerdings habe ich auch noch keins der Zeiss Orthos in einen Newton gesteckt. Cassegrain-Systeme mit f/15 sind ebenfalls unproblematisch.

Frank.
 

Lots

Mitglied
Hi Schadow,

Ja, KASAI wird es geschrieben, tz tz tz...

Gut das mit der Transmission nehme ich zurück. Habe halt Rhea einfacher mit dem SP Okular finden können als mit dem 7mm Kasai. Das liegt aber wahrscheinlich an der größeren AP des SP Okulars. Den gestnern war z.B. ware ein 10m6 Sternchen bei 142x im Kasai sichtbar, aber bei 50x im sP Okular nicht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Das mit dem Einblickverhalten ist halt Gesachmacksache, persönlich komme ich mit dem konischen Einblick nicht so gut zu recht, habe mich allerdings inzwischen daran gewöhnt.

Das 7mm Kasai ist ein feines Okular mit MC Vergütung und ich möchte es nicht mehr missen. Aus meiner ersten Beschreibung ist es etwas zu schlecht weggekommen.

Gruß

Lots
 
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