Voyager Team

Wolfgang Hofer

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Hallo zusammen!

1977 wurden die beiden Voyager-Sonden gestartet. Es handelt sich dabei um eine der erfolgreichsten Missionen der Raumfahrtgeschichte. Bis heute wird von einem kleinen Team der Kontakt zu den beiden Sonden aufrechterhalten. Dabei sind die beteiligten Menschen genauso gealtert wie die Technik. Viele Teammitglieder arbeiten noch, obwohl sie eigentlich längst im Rentenalter sind. Da sie sich aber mit den Voyager-Sonden verheiratet fühlen, können sie einfach aufhören. Da ist z.B. der Rockmusiker Tom Weeks, der mangels musikalischen Erfolgs auf einen "Brotjob" bei der NASA angewiesen war. Seine Frisur hat eines mit der Computertechnik der Voyager-Sonden gemeinsam: Beides sind Zeitkapseln der 70er Jahre.

NRab_Voyager_005.JPG

Quelle: NASA JPL — Noah Rabinowitz

Ich interessiere mich für die neueste Entwicklung des Voyager-Projekts. Dazu habe ich einiges im Internet gefunden, z.B. einen Artikel des "The Guardian" von 2015, in dem geschildert wird, dass das Team ins nördliche Pasadena umgesiedelt ist. Im Artikel ist das gegenüberliegende schmuddelige Jim's Burger-Restaurant erwähnt, bei dessen Leuchtwerbung der Buchstabe "M" fehlt. Aber die Zeit steht nicht still. So sah das Jim's dann 2017 aus:

Screenshot_2020-02-08 Google Maps.png


Daran sieht man, dass sich bereits innerhalb von zwei Jahren sehr viel ändern kann. :)
Mich interessiert vor allem die menschliche Seite des Voyager-Projekts. Das Neueste, was ich dazu gefunden habe, ist folgender Artikel:

Wer lieber auf deutsch liest:

Da das Team aber schon ziemlich alt ist, kann sich schnell etwas verändern. Hat jemand von euch hierzu neuere Information? Wer ist konkret noch im Team? Hat jemand von euch noch allgemein Informationen zu Voyager, die jenseits einer normalen Google-Suche liegen?

Gruß
Wolfgang
 
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P_E_T_E_R

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Vor zwei Wochen gab es ja eine Anomalie bei Voyager 2, die aber inzwischen weitgehend behoben ist:

Voyager 2 engineers working to restore normal operations

Ist natürlich eine besondere Herausforderung, ein so altes System noch am Laufen zu halten.

Wie stellt man sich das mit dem sog. Generation Ship eigentlich vor, wenn man über eine Zeitspanne von ein paar Jahrzehnten, wie bei den Voyager Sonden, bereits die praktische Grenze des Machbaren erreicht oder überschritten hat?

Vielleicht muss man dann das "Team" im Kontrollraum auf der Erde ebenso wie die Besatzung an Bord für ein paar Jahrhunderte einfrieren, um sie dann bei Bedarf zu reaktivieren. Dieser Typ mit der seltsamen Frisur sieht ja geradewegs so aus, als wenn er aus der Zeit gefallen ist.
 
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Reaktion: hhh

Wolfgang Hofer

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Vielleicht muss man dann das "Team" im Kontrollraum auf der Erde ebenso wie die Besatzung an Bord für ein paar Jahrhunderte einfrieren, um sie dann bei Bedarf zu reaktivieren. Dieser Typ mit der seltsamen Frisur sieht ja geradewegs so aus, als wenn er aus der Zeit gefallen ist.
Wenn man den Typen mit der seltsamen Frisur (Tom Weeks) einfriert, muss man aber gleichzeitig auch seinen Schreibtisch konservieren. Sonst kommt er womöglich nach dem Auftauen nicht mehr zurecht.

NRab_Voyager_002.JPG

Quelle: NASA JPL — Noah Rabinowitz

Gruß
Wolfgang
 

P_E_T_E_R

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Zum 30. Jahrestag vom letzten Blick zurück:

'Pale Blue Dot' revisited

Like the original, the new color view shows Planet Earth as a single, bright blue pixel in the vastness of space. Rays of sunlight scattered within the camera optics stretch across the scene, one of which happens to have intersected dramatically with Earth.

The view was obtained on Feb. 14, 1990, just minutes before Voyager 1's cameras were intentionally powered off. This celebrated Voyager 1 view was part of a series of 60 images designed to produce what the mission called the "Family Portrait of the Solar System."

The popular name of this view is traced to the title of the 1994 book by Voyager imaging scientist Carl Sagan, who originated the idea of using Voyager's cameras to image the distant Earth and played a critical role in enabling the family portrait images to be taken.


palebludot.jpg

Credit: NASA/JPL-Caltech
 

Erwin R.

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Hallo Wolfgang,
Ich war früher auch hobbymässig als Rockmusiker (Bassist) unterwegs, aber Tom Weeks sagt mir auf die Schnelle nix🙄
Das Voyager Projekt ist wirklich grossartig,
wenn man bedenkt, dass die Speicherkarte einer Playstation heutzutage weitaus mehr
leistet, als die damalige Technik😁
Kann leider keine deiner Fragen beantworten.
Gruss
Erwin :alien: :cool:
 

Wolfgang Hofer

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Hallo Peter!

Der Pale Blue Dot ist Teil der Geschichte, die ich bei einer VHS-Veranstaltung erzähle.

Ich mache mit den Teilnehmern eine Rundwanderung in landschaftlich schöner und dunkler Umgebung. Ich erkläre den Leuten dabei den Sternenhimmel, zuerst mit bloßen Augen und Ferngläsern, später dann mit meinem 18-Zöller, den ich auf einer Wiese aufgebaut habe. Als übergerordnete Story verfolgen wir den Weg der Voyager-Sonden auf einem "Planetenweg" im Maßstab 1:1 Milliarde. Das überbrückt nebenbei etwas die Zeit bis zur völligen Dunkelheit. Wichtig ist mir dabei, dass die menschliche Seite der Geschichte nicht zu kurz kommt.

Faszinierend ist, dass so eine Raumfahrt-Mission auch immer eine Zeitreise ist. Während wir auf unserem Planetenweg mit ungefähr 4-facher Lichtgeschwindigkeit unterwegs sind, zuckelt die Sonde mit lächerlich langsamen 61000 km/h durch den Weltraum. Die Sonde hat als Zeitkapsel die berühmte Schallplatte "Golden Record" an Bord. Aber die Sonde ist eben mit ihrer veralteten Technik auch selbst eine Zeitkapsel. Wie lang die Sonde bereits unterwegs ist, wird einem erst so richtig bewusst, wenn man sich die beteiligten Menschen anschaut, die mit dem ganzen Projekt alt geworden sind.

Am Ende unserer Wanderung nach ca. 6 km haben wir in unserem Modell-Maßstab die Entfernung erreicht, an der Voyager 1 seine Kamera zurück in Richtung Erde gerichtet und das Bild "Pale Blue Dot" geschossen hat. Das Bild (in Originalversion) habe ich auf eine Plane gedruckt, die ich den Teilnehmern zum Schlusswort zeige.

Die vergangene Reise der Voyager-Sonden war faszinierend. Aber die Zukunft der Sonden ist geradezu atemberaubend. Irgendwann wird es keinen Menschen mehr auf der Erde geben. Irgendwann danach werden auch alle menschlichen Errungenschaften für immer von der Erde verschwunden sein. Aber die Schallplatten mit den altmodischen Bildern und der altmodischen Musik fliegen als Überbleibsel der Menschheit weiter durchs Universum. Laut Carl Sagan werden die Schallplatten wenigstens 500 Millionen Jahre intakt bleiben. Selbst wenn eines Tages unser Sonnensystem komplett verschwunden sein wird, drehen die Voyager-Sonden weiter ihre Runden im Sternenstrudel unserer Galaxie.

Gruß
Wolfgang

P.S.: Wer es noch nicht kennt, der sollte sich unbedingt Carl Sagans Originalstimme zum Pale Blue Dot anhören:
 
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