Wandertag am 9.1.2024

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Wandertag am 9.1.2024

…und wieder habe ich Tyrion auf die Spur geschickt, lange keine klare Nacht gehabt, der Winter meint es hierzulande im Rheinland nicht gut mit uns. Sei´s drum, auf geht´s. Am Start: Mein 12“-Dobson mit 1.500 mm – Brennweite und mit der wunderbaren Martini-Rockerbox (nicht geschüttelt, oh je, welch ein Kalauer…).



Melotte 31

Die markante Fünfergruppe um 16 – 19 Aurigae passt wunderbar in die 1,2 Grad Sehfeld meines 22mm-Nagler-Boliden. Bei 68x sind dann auch im 12“-Reflektor alle Sterne – von Seeing-Einflüssen unberührt – nadelfein im „Raum“ vor mir. Einfach nur schön zum Eingrooven!



Teutsch 89


Eine sehr kompakte Sterngruppe gut 15 Bogenminuten nördlich von IC 410, schon oft fotografier, visuell eher unbekannt – aber lohnenswert! Auffälliges Dreieck mit Sternen 9 – 11. Größe, HD 34925 als hellster davon ist auch Mehrfachstern, südlich davon eine lose Gruppe von Sternen 12 – 14. Größe, insgesamt gut 10 – 15 Sterne (115x). Als Haufen wurde dieses Objekt erst 2006 „bekannt“.


NGC 1893

Ca. 40 Sterne 9. – 14. Größe – der Haufen in der HII-Region IC410. Er windet sich als breite Sternenkett von Süden nach Nordwesten, ist sehr locker und hat im Zentrum auffällige Doppelsterne.


IC 410

Per OIII-Filter ist dieser galaktische Nebel „um“ NGC 1893 als verschwommene Aufhellung auch schon direkt zu erkennen, bei indirektem Sehen wird er auch etwas fleckig. Das H-beta-Filter hat hier das nachsehen (68x und 115x).


Dolidze 18


Ein sehr loser Sternhaufen unmittelbar östlich von NGC 1893 und IC 410, ca. 15 Sterne 10. – 13. Größe (115x). Trotz der Größe von gut 20 Bogenminuten ist er noch gut als Haufen wahrnehmbar, sollte man immer mitnehmen, wenn man in der Gegend unterwegs ist.


14 Aurigae = Struve 653

Ein wunderschönes Vierfachsystem, in Summe ein Stern 5. Größe, die weiteren Komponenten sind 7 – 11 mag hell und 10 bis 181 Bogensekunden voneinander getrennt. Liest sich dürr, muss man sehen, so ein Objekt lohnt auch bei Dunst! Die Sterne sind wie ein kleines Kettchen in NO-SW-Richtung aufgereiht (115x).


M 38


Schön, immer wieder schön, muss man nicht viel drüber sagen, mehr als 100 Einzelsterne recht gleichmäßig verteilt. Ich sehe dort eine Art „Schaukelpferd“ im SW -Quadranten (je nach Orientierung), dazu viele Sterne mit weißlicher und mit rötlicher Färbung, etliche auch als Doppelstern (115x). Hier lohnt auch das Durchprobieren unterschiedlicher Vergrößerungen, da kann man dann auch viele Doppelsterne finden und durch den Haufen schwenken – wenn man dann bis 214x geht.


ASCC 15

Ca. 1,5 Grad nordwestlich von M 38 ist dieses Sternhäufchen zu finden, das zum ersten Mal 2005 beschrieben wurde. Am Westrand steht ein Stern 9. Größe (HD 281027), die restlichen knapp 20 Sterne sind ca. 11. – 14. und fächern sich nach NO auf. Locker, aber trotzdem noch als Haufen erkennbar (115x).


Stock 10

Offener Sternhaufen gute 3 Grad nordöstlich von M 38, ziemlich auffällige Sternengruppe. Am Nordrand steht eine Dreierkette mit weißlichen Sternen 7. Größe, nach SW hin gruppieren sich locker weitere 25 Sterne bis ca. 13. Größe (115x).


M 36


„The Frog“ hat man diesen hübschen Sternhaufen im englischsprachigen Raum genannt – (Messier war´s nicht!), das hat diese knackige Sternansammlung nicht verdient. Für mich sieht er eher wie ein fliegender Vogel aus, knapp 80 Sterne 9. – 14. Größe kann ich abschätzen (zählen kann man das kaum nennen…), zentrumsnah sieht man drei auffallende Doppelsterne (115x).


M 37


Immer wieder der Beste von den „Fuhrmann“-Haufen! Die hellsten Sterne sind vielleicht etwas schwächer als bei den Geschwistern, aber die Menge und Dichte begeistert! Und wie ein himmlischer Glimmstengel funzelt einen im Zentrum HD 39183 als rötliche Hauptkomponente eines netten Doppelsterns an, im 12-Zöller gut gefärbt zu erkennen. M 37 ist immer wieder mein Nachtanker, wenn ich vorher meine Netzhaut mit Lichtschwachem gequält habe (was heute nicht der Fall war), schnell gefunden lädt er zur Pause und zum Genießen ein (115x). Auch hier gilt: Einmal den Okularkoffer rauf- und runterwechseln!


Basel 4


Basel 1 bei M 11 im Schild ist immer ein nettes Kontrastprogramm für M 11, Basel 4 gute zwei Grad südlich von M 37 hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm – aber der interstellarum Deep-Sky-Atlas (der bei mir den Tirion 2000.0 abgelöst hat!) hat mich auf die Fährte gebracht. Ein wenige Bogenminuten kleiner Haufen, länglich ausgerichtet in SW-NO-Richtung, zwei Sterne 12. Grüße, der Rest bis ca. 15. Größe, da muss 214x her!


M 33


Heute geht´s auf HII-Jagd in der Nachbargalaxie. HII? Na, wohl eher nicht, aber dazu gleich mehr. Erst einmal ohne Filter, man sieht … nichts! Da stört der Restdunst etwas und die übliche rheinische Lichtglocke besonders – nein, für den Vorstadthimmelbeobachter ist diese Spirale ein sehr ödes Objekt, weil riesengroß und flächenschwach. Die Sternwolken, die man von Fotos kennt, sind einfach zu schwach. Aber gut – ich will ja auch auf die Nebel gehen…

NGC 604 – was Leichtes zum Anfang. Im Baader H-beta-Filterwunder kann man das Ding indirekt gut ausmachen (68x und 115x). Aber im Lumicon OIII-Filter wird er viel leichter! Also eine HII-Region mit viel Sauerstoff – das lassen aber Schmalbandfotos auch schon fast erwarten. Das hellste Nebelgebiet dieser Galaxie ist eine unregelmäßig geformte und auch schon mit direktem Sehen auszumachende Wolke nahe einem Vordergrundstern 11. Größe (115x). Das war einfach…

IC 143 (wer das einmal nachfahren möchte – ich könnte eine Karte liefern, lässt sich aber bestimmt auch in AstroBin dank Overlay nachvollziehen). Sehr schwierig, bestenfalls indirekte sichtbare, schwache Aufhellung (115x, OIII). Das Teil braucht klareren Himmel…

IC 142 - bei 115x und mit OIII-Filter sofort indirekt sichtbar, etwas länglich.

NGC 595 - nach NGC 604 das nächstleichtere Nebelgebiet, so gerade eben direkt sichtbar, indirekt einfach zu halten, wenn man es einmal gefunden hat. Rundliche Form, gleichmäßige Helligkeit (115x, OIII).

NGC 592 - unregelmäßige Auffhellung, verwaschener Rand (115x, OIII).

IC 136 – formlose, nur indirekt wahrnehmbare Aufhellung – aber sicher geknackt (115x, OIII).



IC 405


Tja, noch so eine HII-Region, die im OIII besser funzt als im H-beta-Filter… Der „Flaming Star“ ist eine auch von Meerbusch aus erkennbare ausgedehnte Aufhellung, ein Klassiker in Sachen „Indirektes Sehen“ – geht nicht ohne (68x)!


IC 417

Hätte ich einmal in den BafK (Beobachteratlas für Kurzentschlossene) geschaut – dann hätte mir das UHC-Filter vielleicht noch besser als OIII helfen können, diese diffuse Aufhellung beim Sternhaufen Stock 8 einzufangen. Nächstes Mal – so bleibt da eben nur ein schwaches Glimmen… (68x)


NGC 1931

Ohne Filter bei 68x und 115x ein kompakter Sternhaufen, Nebel kann ich nicht erahnen – aber da hilft mir OIII einmal mehr. Aber mehr als eine strukturlose Auffhellung kann ich da nicht sehen, da soll wohl auch viel Reflexionsnebel im Spiel sein, das bekomme ich meist nicht mit. Das Objekt wird auf jeden Fall in einer klaren Nacht noch angefahren – und auch ein Remotefoto gönne ich mir da einmal.


Auf dem Schreibtisch liegen noch die Notizen vom 12.2. - jawoll, Rosenmontagsspechteln war ich. Ich wohne zwar im Rheinland, bin aber als gebürtiger Holstein eben nicht mit jenem Gendefekt gesegnet, der dann da zur Karnevalszeit die Hormone in Wallung bringt und den Schunkelreflex auslöst. Aber mehr zu jener Beobachtungsnacht dann ein anderes Mal, ich mache jetzt den Rechner aus...

CS,
Stefan
 
Hallo Stefan,

Ein interessanter und informativer Bericht, vielen Dank für das veröffentlichen.
Einige Objekte davon habe ich in meinem Aufzeichnungen gefunden, viele noch nicht, die sich aber lohnen beobachtet zu werden.

Zu Messier 33:
Für die HII Regionen habe ich ebenfalls mit einem [OIII] Filter gute Erfahrungen gemacht, um diese aus der Galaxie herauszuarbeiten. Ich habe bisher einen 12nm [OIII] Filter, möchte mir dieses Jahr aber einen engeren Filter zulegen.
Eine Karte der HII Regionen in der Galaxie Messier 33 habe ich mal im Internet gefunden, leider gibt es die Adresse nicht mehr. Eventuell könnten diese beiden Karten helfen, die HII Regionen zu finden:
Viele Grüße
Gerd
 
Gerd, zwei tolle Links hast Du da gepostet, vielen Dank! War gestern Abend zu faul, selber weiter zu suchen, schön, wenn das Thema auch anderen auf dem Herzen liegt.
In Sachen OIII bin ich im Moment noch meinem neuesten Lumicon OIII treu. Aber schmalbandigere Alternativen machen mich schon neugierig. Viel AP wird dann wohl nötig sein, aber das bekomme ich hin. Ich halte die Augen auf, was Du dann ´mal von Deinem neuen Filter postest!

CS,
Stefan
 
Hallo Stefan,

Diese HII Regionen zu beobachten ist schon eine schöne Herausforderung für mich. In der Galaxie Messier 101 gibt es ebenfalls viele HII Regionen die ich mit 12" gut sehen konnte.

Mit dem Filter werde ich noch bis in das späte Frühjahr hinein warten. Bei dem Wetter macht es keinen Sinn, den jetzt schon anzuschaffen. Ich bin mir nur nach nicht sicher wegen dem Durchlass. 12nm Astronomik habe ich jetzt. Eventuell schaffe ich mir einem 10nm Baader an oder einen 6,5nm Baader f/2 Filter.
Eventuell treffe ich auf dem DSM ein paar Leute, die enge [OIII] Filter einsetzen, die mir eventuell etwas darüber berichten können.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo Stefan ,
Schöne, informative Zusammenfassung. Wenig Prosa, dafür viel Objektinfo - mir persönlich kommt das sehr entgegen.

Der isDSA ist eine feine Sache für das Visuelle. Einfach eine Seite aufschlagen und durchbeobachten!
Ich freue mich, daß sich die Martini Rockerbox zu bewähren scheint.
Viele Grüße
Uwe
 
Hallo Stefan,

Diese HII Regionen zu beobachten ist schon eine schöne Herausforderung für mich. In der Galaxie Messier 101 gibt es ebenfalls viele HII Regionen die ich mit 12" gut sehen konnte.

Mit dem Filter werde ich noch bis in das späte Frühjahr hinein warten. Bei dem Wetter macht es keinen Sinn, den jetzt schon anzuschaffen. Ich bin mir nur nach nicht sicher wegen dem Durchlass. 12nm Astronomik habe ich jetzt. Eventuell schaffe ich mir einem 10nm Baader an oder einen 6,5nm Baader f/2 Filter.
Eventuell treffe ich auf dem DSM ein paar Leute, die enge [OIII] Filter einsetzen, die mir eventuell etwas darüber berichten können.

Viele Grüße
Gerd
DSM? Da sehen wir uns!

CU,
Stefan
 
Hallo Stefan,

Dieses Jahr bin ich seit langen wieder beim DSM. 2019 war ich das letzte mal dort.

Viele Grüße
Gerd
 
Lieber Stefan, auch von mir ein herzlicher Dank für diesen schönen Bericht - kompakt und zugleich lebhaft und sehr informativ!

Deine OIII-Sichtung vom Flaming Star Nebula IC 405 hat mich zunächst gewundert. Soweit mir bekannt enthält dieser Nebel kein OIII-Signal. Allerdings erzeugt der anregender Stern AE Aurigae in seiner direkten Umgebung, vor allem nach Norden, eine blaue Reflexionskomponente. Vermutlich ist es das, was Du mit dem Lumicon OIII gesehen hast. Wenn dieses blaue Licht primär um 500nm herum strahlt (und nicht etwa im Tiefblauen um 450nm) wird es von einem mittelbreitem OIII-Filter durchgelassen. So erkläre ich mir das.

Gerd, ich habe mich intensiv mit enger visueller Filterung beschäftigt und bin beim DSM. Ich werde die Ehre haben, den letzten Vortrag des Samstags zu halten. Wir können gerne dort plaudern. Freilich kann ich schon vorab sagen, dass die Nützlichkeit eines bestimmten Filters sehr vom komplexen Zusammenspiel zahlreicher Parameter abhängen kann. Nicht zuletzt ist da die spezielle Emissionscharakteristik jedes einzelenen Himmelsobjekts zu nennen - wie obige Ausführungen zum Flaming Star Nebula verdeutlichen.

Daraus folgt in meiner Praxis, dass ich die gesamte potenziell nützliche Palette von Filterdurchläßen in der Filtertasche vorhalten will. Es gibt immer wieder Überraschungen. Manchmal ist es der 8,5nm OIII Filter, der das beste Bild liefert, manchmal der 6,5nm, manchmal wieder der 10nm, in meiner Vorstadtpraxis eher seltener der 12nm. Bei H-Beta ist das genau so in der Spanne von 5,5nm bis 12nm. Viele von uns tragen im Okularkoffer Okulare mit, die nur für spezielle Fälle das Richtige sind, dann aber entscheidend werden. So sehe ich das auch mit Filter.

Zum Warmlesen bzgl. 6,5nm OIII mag mein Blogbeitrag auf der Baader-Website von Interesse sein. Ich würde bei einem F5-Teleskop nicht zur Preshift-F2-Version raten (Du hast sie erwähnt). Letztere ist für Systeme mit F3,4 oder schneller optimiert und entfaltet nur dort seine positive Wirkung.

Beste Grüße, Christopher
 
Hallo,


Gerne doch. Das Angebot nehme ich an.

Daraus folgt in meiner Praxis, dass ich die gesamte potenziell nützliche Palette von Filterdurchläßen in der Filtertasche vorhalten will.

Es ist für mich eben auch eine Verhältnisfrage:
Wie viele verschiedene Filter schaffe ich mir an, die ich unterm Jahr nur selten einsetze oder einsetzen kann. Freilich wäre ein umfassender Filtersatz mit verschiedenen Bandbreiten gut. Aber wie geschrieben, ist das für mich eben eine Verhältnisfrage und auch eine Kostenfrage. So günstig sind die Filter schließlich auch nicht.

Den Beitrag auf der Baader Seite kenne ich schon. Der ist auch sehr informativ. Danke dafür.

Ich würde bei einem F5-Teleskop nicht zur Preshift-F2-Version raten (Du hast sie erwähnt). Letztere ist für Systeme mit F3,4 oder schneller optimiert und entfaltet nur dort seine positive Wirkung.

Bei mir wäre es ein 12"/f4 Newton oder auch mal ein 10"/f12 Cassegrain.
Ich hatte die Befürchtung, das ein enger Filter mit dem stumpfen Strahlenkegel vom f/4 Newton nicht mehr so richtig zurechtkommt und mir die f/2 Filter angedacht. Wenn die "normalen" Filter ebenfalls funktionieren ist das natürlich auch gut.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo Stefan,
du erwähnst bei deinem Spaziergang am 9.1. "Basel 4" bei M 11. Hast du nicht auch gleich einen Blick auf R Scuti geworfen ?? (Einer meiner "Lieblingsveränderlicher" seit ich mich in diesem Astrozweig tummele.....)

Gruß Günther
 
Hallo Stefan,
du erwähnst bei deinem Spaziergang am 9.1. "Basel 4" bei M 11. Hast du nicht auch gleich einen Blick auf R Scuti geworfen ?? (Einer meiner "Lieblingsveränderlicher" seit ich mich in diesem Astrozweig tummele.....)

Gruß Günther
Basel 4 habe ich jetzt beobachtet, Basel 1 ist ein Sommerklassiker bei mir - war vielleicht ein wenig missverständlich formuliert. R Sct? Hm, Veränderliche beobachte ich schon seit Jahren nicht mehr, nur dann und wann greife ich Remote die eine oder andere Supernova ab (die aber eigentlich auch einmal den Weg in meinen Dobson finden sollte - Schande über mich!). Aber als Beifang sollte man da natürlich immer ein Auge für haben, gerade dann, wenn die Veränderlichen auch noch eine starke Färbung aufweisen.

CS,
Stefan
 
Lieber Stefan, auch von mir ein herzlicher Dank für diesen schönen Bericht - kompakt und zugleich lebhaft und sehr informativ!

Deine OIII-Sichtung vom Flaming Star Nebula IC 405 hat mich zunächst gewundert. Soweit mir bekannt enthält dieser Nebel kein OIII-Signal. Allerdings erzeugt der anregender Stern AE Aurigae in seiner direkten Umgebung, vor allem nach Norden, eine blaue Reflexionskomponente. Vermutlich ist es das, was Du mit dem Lumicon OIII gesehen hast. Wenn dieses blaue Licht primär um 500nm herum strahlt (und nicht etwa im Tiefblauen um 450nm) wird es von einem mittelbreitem OIII-Filter durchgelassen. So erkläre ich mir das.
Danke für die freundliche Rückmeldung, Christopher - auf´s DSM freue ich mich schon wie Bolle, werde dort aber etwas Filterloses in Richtung Sternhaufen vortragen...
IC 405 hat mich angefixt, heute früh habe ich mir noch einmal den digitalen NASA Emission Line Survey hervorgeholt. In der Tat ist da mit OIII nichts zu erwarten - womöglich ein Fehlgriff Richtung H-beta??? Das Objekt steht auf der Liste für die nächste Neumond-Tour, da wird noch einmal nachgeprüft.
Wildes Filterhin- und herschrauben hatte ich Rosenmontag, da hatte ich UHC, OIII und H-beta im Ringtausch - Bericht folgt noch. In dem Zusammenhang ärgert es mich, das mein aktueller GSO-Dob keinen Filterschieber zulässt, weil da eine Fangspiegelstrebe im Weg ist! Aber man muss ja noch etwas zum Umbauen haben, irgendwann...

Grüße aus dem Heimbüro und bis bald,
Stefan
 
Lieber Stefan,

ich freue mich auf Deinen nächsten Beobachtungsbericht - und nicht zuletzt auf Deinen Vortrag am Deep Sky Meeting!

Wenn Du es schaffst, IC 405 nochmal unter die Lupe zu nehmen bevor er im Frühling versinkt wäre das auch klasse. Der Wirkmechanismus der Nebelanregung ist derselbe wei beim Kaliforniennebel im Perseus: ein entlaufener Stern (runaway star) donnert in eine Molekülwolke hinein, regt ihn an, und die Energie wird in der Balmerserie H-alpha/beta/gamma etc. wieder abgegeben. Für unsere Augen beobachtbar ist die H-beta Linie, die Fotografen halten eher auf die H-alpha Linie.

Interessant ist nun, dass bei beiden Nebeln tiefe Fotos bläuliche Bereiche in der direkten Umgebung des anregenden Sterns zeigen (IC 405: AE Aur; Kalifornien: Xi Per). Ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich dabei um blaue Reflexion des Sternlichts an Umgebungsstaub handelt, aber eine kleine Restunsicherheit bleibt, da ich in der Literatur dazu nichts finden kann.

Gruß, Christopher
 
Hallo Stefan,

Diese HII Regionen zu beobachten ist schon eine schöne Herausforderung für mich. In der Galaxie Messier 101 gibt es ebenfalls viele HII Regionen die ich mit 12" gut sehen konnte.

Mit dem Filter werde ich noch bis in das späte Frühjahr hinein warten. Bei dem Wetter macht es keinen Sinn, den jetzt schon anzuschaffen. Ich bin mir nur nach nicht sicher wegen dem Durchlass. 12nm Astronomik habe ich jetzt. Eventuell schaffe ich mir einem 10nm Baader an oder einen 6,5nm Baader f/2 Filter.
Eventuell treffe ich auf dem DSM ein paar Leute, die enge [OIII] Filter einsetzen, die mir eventuell etwas darüber berichten können.

Viele Grüße
Gerd
Tja, da hätte ich auch gerne meine Ohren aufgehalten, aber DSM 2024 muss ich leider streichen, Stimme ist weg, meine erste richtige Wintererkältung in dieser Saison muss mich ausrechnete an diesem Wochenende umhauen, schade... Viel Spaß jedenfalls!

CS,
Stefan
 
Hallo Christopher, hallo Stefan,

ich habe am 28.03. IC 405 mit dem Filter c-mos blau beobachtet. Folgendes habe ich dazu notiert:
Ziel waren die Reflexionsnebel in IC 405, die mit dem Filter gut dargestellt werden konnten, insbesondere um die Sterne AE Aur und HD 34030.
IC 405 RN.JPG

Die "Fahne" am oberen Reflexionsnebel konnte ich später auf Vergleichsfotos kaum verifizieren, aber so stellte es sich nun mal im Visuellen für mich dar. Äußere Bedingungen fst 4m9.

Viele Grüße
Uwe
 
Hallo Christopher, hallo Stefan,

ich habe am 28.03. IC 405 mit dem Filter c-mos blau beobachtet. Folgendes habe ich dazu notiert:
Ziel waren die Reflexionsnebel in IC 405, die mit dem Filter gut dargestellt werden konnten, insbesondere um die Sterne AE Aur und HD 34030.


Viele Grüße
Uwe
Huch? Breitband-Blaufilter für Reflektionsnebel-Beobachtung? Das ist mir neu... Mit anderen Worten: Ein "neues" Plejadenfilter?
Spannende, darüber muss ich mehr erfahren.

CS,
Stefan
 
Hallo Stefan,
das stand vor gut einem Jahr im VdS Magazin, darüber bin ich darauf aufmerksam geworden. Christopher hat es auch auf dem DSM 2023 erwähnt. Daher findest Du es auch hier: Blaufilter

Ich fand es interessant, weil es m.W. der erste Filter ist, der visuell Reflexionsnebel hervorhebt. Der Effekt ist nicht so riesig wie beim Cirrusnebel, wenn man vergleichsweise mit oder ohne OIII schaut. Das ist schon etwas subtiler, aber nach meiner persönlichen Einschätzung kann man schon einen Unterschied bemerken. Ich denke aber, dass dafür visuelle Beobachtungserfahrung hilfreich ist. Aber dann ist der Effekt ebenso augenfällig wie subtil.

- nun ja - : klappt vor allem im kleinen Apo bei den Plejaden mit genügend AP, ansonsten fand ich die zu hell. Andere Reflexionsnebel, die weniger strahlende Sterne als Ursache haben sind dann eher wahrzunehmen. Auch am C11 habe ich den Filter gewinnbringend eingesetzt.

- und dann ist da noch die Sache mit der Himmelsqualität. Die div. seeing-Einflüsse (auch die irdischen) können dafür sorgen, dass an manchen Abenden mal keine Vorteile erkannt werden können. Insgesamt bin ich persönlich der Auffassung, das die Anschaffung lohnt. Im Prinzip hat sich für eine eine weitere Objektklasse erschlossen, die ich bisher als vernachlässigbar erachtet hatte, weil "man sieht ja eh kaum was".
Ob man nun einen Reflexionsnebel wahrnimmt oder "nur" visuell ein Halo, lässt sich ja leicht anhand von Umgebungssternen prüfen. Zeigen nur manche ein Halo ist es der gesuchte Nebel, ansonsten hätten alle im GF einen Haloeffekt (z.B. bei leichtem Hochnebel o.ä.).

Viele Grüße
Uwe
 
Hallo Stefan,

hier nochmal fix eine Skizze, die das oben geschriebene illustriert.

NGC 7129-RN.JPG


...und der Running Man

Running Man-2.JPG
 
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