Was kann man mit welchem Teleskop und Okular sehen? | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Was kann man mit welchem Teleskop und Okular sehen?

Biancchen

Mitglied
Hallo ihr Lieben! _maedchenhier:

Ich habe hier im Forum zweimal einem Link gelesen, in dem angezeigt wird, was man mit welchem Teleskop und mit welchem Okular sieht. Also da müsste man z.B. Öffnung und Brennweite vom Teleskop und Bauart, Brennweite und Gesichtsfeld vom Okular eingeben. Weiß jemand, welche ich meine und kann mir hier nochmal den Link veröffentlichen? Das wäre ganz toll!

Viele Grüße
Bianca
 

VisuSCor

Mitglied
Hallo Bianca,

wenn Du Stellarium auf dem PC hast, dann kannst Du in eine Okularansicht umschalten. Das finde ich am besten, weil die Objekte sehr schön dargestellt sind.

Rechts oben kann man umstellen und über das Werkzeugsymbol auch die eingene Optik und Okulare oder auch Kameras einstellen, zwischen denen man dann in der Ansicht auswählen kann.

CS.Oli
 

Biancchen

Mitglied
Jaaaa, die meinte ich! Vielen Dank, @Spunti!

Danke auch dir, Oli! Ich überlege mir schon seit Längerem, ob ich mir Stellarium oder eine ähnliche App installiere. Geht das von dir Beschriebene auch auf dem Smartphone? Mit Computer sieht es etwas mau aus bei mir. Auf jeden Fall ist finde ich es schöner, wenn man eigene Okular- und Teleskoplisten erstellen kann. Für den groben Überblick finde ich das Tool von den Sternfreunden Münster ganz nett.
 

VisuSCor

Mitglied

Michael1

Mitglied
Hallo Oli,

ich nutze auch Stellarium wirklich klasse Tool, aber vlt. mache ich auch etwas falsch, aber wenn ich in die Okularansicht
wechsle und dann die unterschiedlichen Teleskope anwähle sieht M42 eigentlich bis auf die Vergrößerung die sich ändert
in allen Teleskopen gleich aus von der Intensität, es ändert sich nur der Vergrößerungsfaktor ob ETX 125 zu Meade 16"
und Gesichtsfelddurchmesser.

Habe erwartet, dass die Objekte eher so gezeigt werden , was man mit der Lichtsammelfläche/Auflösung eines ETX 125 im Vergleich zum SC 16" Meade sehen kann. Das geht aber wohl nicht?

Gibt es da vielleicht noch ein anderes Tool das meinen Erwartungen eher entspricht?

VG u CS Michael
 

Demokrat

Aktives Mitglied
Habe erwartet, dass die Objekte eher so gezeigt werden , was man mit der Lichtsammelfläche/Auflösung eines ETX 125 im Vergleich zum SC 16" Meade sehen kann. Das geht aber wohl nicht?
Nope.

Gibt es da vielleicht noch ein anderes Tool das meinen Erwartungen eher entspricht?
Maximal eine Simulation für Einsteiger - wurde schon öfter in Posts erwähnt:

Praxis | VdS-Fachgruppe Amateurteleskope / Selbstbau (scrollen zu: Teleskopvergleich an bekannten Deepsky-Objekten, etc.)

lg
Niki
 

VisuSCor

Mitglied
Hallo Michael,

die Okularansicht auf das Lichtsammelvermögen des Teleskopes zu berechnen wäre vielleicht noch machbar, würde nur nicht viel nutzen, denn entscheidend für das was man durchs Okular sieht sind die Beobachtungsbedingungen: Lichtverschmutzung und Seeing.

Letztendlich geht es bei der Okularansicht von Stellarium nur darum zu sehen, wie groß ein Objekt im Okular erscheint bzw ob es in das FOV des Okulars passt. Also eine Hilfe für die Okularauswahl. Mehr kann Stellarium für die visuelle Beobachtung nicht leisten.

CS.Oli
 

Horst66

Mitglied
Weiß das auch der völlig unbedarfte Einsteiger oder wird durch die "Okularansicht" nicht vielmehr eine übertriebene Erwartungshaltung geschürt?

Gruß Horst
 

VisuSCor

Mitglied
Hallo Horst,

weiß denn der völlig unbedarfte Einsteiger, dass er in einem Aldi-Teleskop die Spiralarme von M31 nicht in Farbe sehen kann? Was da an Erwartungshaltung geschürt wird ist schon eher bemerkenswert.

Manche Dinge muss man einfach lernen...

CS.Oli
 

Biancchen

Mitglied
Letztendlich geht es bei der Okularansicht von Stellarium nur darum zu sehen, wie groß ein Objekt im Okular erscheint bzw ob es in das FOV des Okulars passt. Also eine Hilfe für die Okularauswahl. Mehr kann Stellarium für die visuelle Beobachtung nicht leisten.
Darum geht es mir auch. Grob schauen, welches Objektiv wie groß bzw. (un-) vollständig ins Gesichtsfeld passt und welche Brennweiten und Gesichtsfelder ich dann "brauche". Dass die Abbildungen selber völlig unrealistisch sind, ist mir klar. Wie wollen die Tools das auch berücksichtigen: Die Lochtsammelvermögen verschiedener Teleskope, Streulicht, Seeing....!?
 

Michael1

Mitglied
Man könnte ja Parameter setzen z B Borte 5, Pickering 5 mit 5,5 mag Himmel nebst 1-2 weiterer Parameter ist bestimmt kein Hexenwerk heutzutage und die verschiedenen Teleskope sind in Stellarium ja schon implementiert. Mit einem entsprechenden Computerprogramm und gespeist mit Beispielbildern
bei entsprechenden Sichtbedingungen sollte das mehr als 50 Jahre nach der Mondreise doch nicht unmöglich sein.
Glaube mit einem entsprechenden Computerprogramm entsprechend programmiert sollte das m E gar kein Problem darstellen. Nur meine Meinung.
Könnte den Teleskopkauf / Auswahl revolutionieren, aber ggf auch abschrecken, ja.....

VG u CS. Michael
 

Opa_Maik

Mitglied
In dem Zusammenhang eine Frage.
Irgendwo habe ich mal gelesen das ein 1 1/4" Okular ein wahres GF von 1,5° und 2" auch nur 2,7° haben kann.
Stellarium zeigt mir, das ein 30mm Okular mit 82° sGF an einem 80/480 Teleskop, ein wGF von 5,1°

Ist das jetzt eben rein Rechnerisch in Ordnung und man sieht halt nur, Begrenzt durch die 2", die max. 2,7°?

Danke für eine Antwort,
Michael
 

VisuSCor

Mitglied
Hallo Michael,

meiner Erfahrung nach kommt bei so etwas nichts wirklich realistisches raus, denn der Einfluß der Beobachtungsbedingungen, die (gesundheitliche) Verfassung und die Erfahrung des Beobachters bilden einen zu komplexen Rahmen für das was dann tatsächlich am Okular wahrgenommen wird.

Wenn Du dem Stoyan DeepSky Reiseführer hast, dann kannst Du da gut nachvollziehen was ich meine. Da sind zum Teil DSO Skizzen drin, die mit 60 mm Fernrohren gemacht wurden wo ich mit dem C8 schon nichts erkennen kann... eine echte Hilfe waren mir diese Abbildungen deshalb höchstens in 10 % der Fälle.

CS.Oli
 

Antares

Mitglied
Hi
eine halbwegs reale Ansicht zu generieren scheitert schon daran, dass der Himmel zu viele Facetten an Bedingungen hat die in die Ergebnisse einfließen müssen. Auch niemals berücksichtungsfähig ist das Sehvermögen der Beobachter und deren Erfahrung. Wer länger dabei ist weiß dass ein schon mal gefundenes und gesehenes Objekt leichter wieder erkannt wird, als ein neues Objekt im Grenzbereich.
...und plötzlich siehst Du M51 sogar im 6x30 Fernglas
Wahre Gesichtsfelder braucht es für viele Objekte nicht viel, danach würde ich mich weniger orientieren. Auch hier kann man für viele Objekte über die AP schon mal zumindest ne Range definieren, die optimal ist. So braucht man für Kugelsternhaufen z.B. am ehensten 2 mm AP aufwärts. Das gilt auch für kleine PNs. Aber M57 ist auch ein PN. Den finden viele ab 40-50 facher Vergrößerung, anderen PNs erst ab 150fach. M57 kann man mit Übersichten angehen, geht man aber auf die Jagd nach dem Zentralstern, so brauchst Du 300-400 fache Vergrößerung und damit einhergehend je nach Gerät unter 1mm AP.
Das macht Simulation und Aufstellen von möglichst allgemeingültigen Regeln nur bedingt hilfreich.
Ganz viel hängt in der praktischen Astronomie von der Erfahrung ab, eben genau aus jenen Gründen.

Wenn Du mal die ersten 15 /20 Nächte hinter Dir hast, kennst Du Dein Gerät und den Himmel etc. Dann weißt Du das alles schon recht treffen einzuschätzen, Bianca.
CS
 

Michael1

Mitglied
Hallo (Opa mak) Michael,

grundsätzlich kann man das wahre GesFeld ausrechnen ==> z B GesFeld des Okulars z B 65 Grad dividiert durch erreichte Vergrößerung am eigenen Gerät mit diesem Okular z B 130 fache = 0,5 Grad wahres GesFeld
================
Stellarem hat richtig gerechnet in Deinem Beispiel, aber das kann man auch selber wie oben beschrieben.

VG. Michael
 

Opa_Maik

Mitglied
Danke,
mir ging es nur um einen Vergleich zwischen den Okularen, eben wie viel man sieht,
ob also das wahre Sichtfeld eines 68° oder 100° ab einer bestimmten Brennweite beide nicht mehr als die 2,7°
zeigen oder eben doch die 5° von Stellarium
 

Michael1

Mitglied
Hallo,

also in Deinem Fall wenn Dein Gerät einen 2" Anschluss hat müsstest Du mit dem 30 mm Okular und 82 Grad
= 16 Fache Vergrößerung. erreichen bei ca 5,1 Grad Feld. Die Austrittspuppille beträgt dann ca 5 mm.

VG. Michael
 

Opa_Maik

Mitglied
ja, nachgerechnet habe ich es auch, ich denke eben nur, das ist rein rechnerisch, weil ich gelesen habe das durch den 2" OAZ nicht mehr als die 2,72° durchpassen soll, oder ist das doch ganz anders?
 

Michael1

Mitglied
Also da mögen sich auch mal die Experten hier zu melden....

Meines Erachtens wenn Deine Endteleskopöffnung (Strahenegang) nicht vignetiert und Du einen 2" Anschluss hast
und einen 2" Zenitspiegel verwendest müsste m E das Feld bei Verwendung des 30mm/82 Grad 2" Okulars
an dem genannten Teleskop 80/480 ein wahres Gersfeld von 5,1 Grad ergeben.
Wenn sich hier niemand dazu mehr äussert auch mal den Händler fragen vor dem Kauf eines solchen Okulars.

VG. Michael
 

Opa_Maik

Mitglied
Gefunden hatte ich diese Behauptung, weil ich nach den Vorteilen von 2" Okularen gegoogelt habe,
und auf vielen Seiten wurde gesagt das ab einem wGF von >1,5° bei 1 1/4" Okularen sich 2" lohnt aber
eben auch die 2" eine Grenze des wGF haben, der kleine Spiegel bei SCs soll das auch Begrenzen,
wenn der nicht groß genug ist kann dann kein noch so großer sGF helfen selbst die 2,7° zu erreichen.

Wie gesagt, alles nur im WWW gelesen...

CS, Michael

(wie viele Ms hier doch zu lesen sind)
 

AstroPZ

Mitglied
Hi,

ganz wichtig zu dieser Frage:
Es gibt das (alte) Astronomie Programm Eye&Telescope inzwischen frei.

Dieses Programm war damals bahnbrechend!
Es ist an sich ein Beobachtungs Planer, d. h. man ermittelt aus dem Katalog welche Objekt in einer bestimmten Nacht, wann am besten und wie gut (CAT Wert siehe unten) zu sehen sind. Aus dieser Liste kann man dann die Objekte herauspicken die man in dieser Nacht beobachten will und daraus einen Plan generieren lassen. Nach der Beobachtung kann man dann auch für jedes Objekt für diese Nacht Logbuch Einträge erzeugen, die auch wieder durch die Suche berücksichtigt werden.

Das Bahnbrechende an Eye&Telescope ist aber, dass man seine Teleskope und seine Okulare und seinen Standort mit seinen Bedingungen eintragen kann.
Aus diesen Eingaben wird dann der sogenannte CAT Wert berechnet, der angibt wie gut das Objekt mit dem gewählten Teleskop, Okular und den Bedingungen des Standorts in dieser Nacht sichtbar ist.
CAT bedeutet Contrast above Threshold und berücksichtigt Flächenhelligkeit des Objekts, Hintergrundhelligkeit des Himmels des Standorts und wahrscheinlich Uhrzeit, Öffnung des Teleskops und Vergrösserung und Gesichtsfeld des Okulars.

Zusätzlich kann man im Objekt Info Fenster auf den Perceptibility Tab gehen und dort verschiedene Werte zur Sichtbarkeit des Objekts anschauen. Hier kann man auch das Okular und Teleskop auswählen und sich die Änderung der Werte zur Sichtbarkeit des Objekts anschauen.

Besonders klasse ist, dass es hier auch eine Okular Ansicht gibt.
Diese Okular Ansicht versucht die korrekte Ansicht des Objekts unter den angegebenen Bedingungen zu simmulieren.
Man kann zB das Teleskop wechseln und dann sieht man wie das Objekt heller, dunkler oder unsichtbar wird.

Unbedingt ausprobieren!

Hier der Download:


Das Programm ist leider etwas altertümlich und die Sternkarte ist gewöhnungsbedürftig, aber dafür ist es auch nicht gemacht.

Ich muss auch sagen, dass ich es völlig unverständlich und enttäuschend finde, dass die Hersteller von Astronomy Software diesen Weg nicht aufgenommen und weiter verfolgt haben.

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:

Radfahrer

Mitglied
Hallo Michael,
noch so großer sGF helfen selbst die 2,7° zu erreichen.
kompletter Unsinn. Mein 80/480er hat rechnerisch mit dem 41mm Pano 5,8° und die bringt er auch realiter am Sternhimmel. Beta und gamma Lyrae mit M57 mittendrin liegen 2° auseinander und wenn ich sehe, wieviel Platz rechts und links davon ist .....

Beim starhopping rechne ich immer mit 5° und das stimmt ganz gut.

Gruß Uwe
 

Horst66

Mitglied
Das wahre Gesichtsfeld ist keine Eigenschafts des Okulars, sondern eine Eigenschaft, die auf Okular UND Teleskop basiert!

Einfluß Teleskop: Je kleiner die Brennweite, desto geringer die Vergrößerung desto größer das wahre Gesichtsfeld

Einfluß Okular: Desto größer das scheinbare Gesichtsfeld und die Brennweite, desto größer das wahre Gesichtsfeld.

Die Berechnung geht folgender maßen:
Brennweite Teleskop durch Brennweite Okular = Vergrößerung
Scheinbares Gesichtfeld Okular durch Vergrößerung = wahres Gesichtfeld

Gruß Horst
 

Opa_Maik

Mitglied
... Mein 80/480er hat rechnerisch mit dem 41mm Pano 5,8° und die bringt er auch...
Aha,
man sollte also nicht wirklich glauben was alles im WWW zu lesen ist, ich dachte mir schon sowas.

@Peter AST
Danke für den Link, kenne ich noch nicht, werde es mal installieren

@Horst0552
Die Formeln sind mir Bekannt, habe ja auch eine Calc-Tabelle gemacht die mir die gewünschten Daten der Okulare
anzeigt und in Verbindung mit einem ausgesuchten Teleskopes die V, AP, GF ebenfalls anzeigt

lG, Michael
 

Biancchen

Mitglied
Ich denke auch, dass viele Parameter technisch schon beachtet werden könnten, aber macht das jemand in einem (fast) kostenlosem Tool!? Und außerdem ist es ja Sinn der Sache, selber zu gucken. Wie ihr ja schon sagt: es gibt es Parameter, die zu individuell sind.

Es ist meiner Meinung nach wirklich nett, mal zu gucken und das in die Okularwahl mit einfließen zu lassen.
 
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