welche drehbank???

Edgar_Mueller

Mitglied
hi,

ich plane die anschaffung einer drehbank. ich habe aber noch nie so ein gerät bedient und die angegebenen werte bei den händlern sind teilweise verwirrend.
- max. Werkstückdurchmesser über Bett
- Werkstückdurchmesser über Planschlitten
usw. und so fort....

wichtig ist für mich erstmal nur, dass ich sie in ferner zukunft auch mal zum drehen für teile einer grösseren montierung nutzen kann.

was haltet ihr von gebrauchtangeboten? ich weiss, die frage ist sehr allgemein formuliert aber da gibt es sicher erfahrungen bei dem ein oder anderen.

immo habe ich die rotwerk 350ds im auge. das wäre auch meine preisklasse <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/schwitz.gif" alt="" />

gruss und danke für jeden tip, edgar
 

Marcus_Göbel

Mitglied
Hallo Edgar
Die Rotwerk würde ich nicht kaufen, habe mal nachgeschaut. Bei Ebay kostet die 780 Euro.
Wichtig ist der Spindeldurchlass, damit man lange Teile einfach in die Spindel stecken kann und vorne was drandreht.
Spindelbohrung ist 20 mm, das ist ja ok, aber das Futter hat nur 16 mm Durchlass. Also kannst du nur 16 mm Material in die Spindel stecken.
Automatichen Vorschub scheint sie auch keinen zu besitzen, der Gewindevorschub geht erst bei 0,4 mm los und das ist zum drehen zuviel.
Das ganze Ding ist ein wenig leicht gebaut mit 46 kg. Vor vielen Jahren hatte ich eine Drehbank aus China, die war ein bisschen größer, hat aber 120 kg gewogen.
Schau mal bei ebay:
http://cgi.ebay.de/Fleischmann-Metall-Dr...1QQcmdZViewItem
Zu deinen Fragen:
Max Werkstückdurchmesser über Bett, da kannst du dann nichtmehr mit deinem Werkzeugschlitten drunter fahren, also nur dünne Scheiben.
Werkstückdurchmesser über Planschlitten: Das ist der maximale Durchmesser, wo du noch mit dem Werkzeugschlitten drunter kommst, da gehen auch längere Teilen, die du mit dem Reitstock abstützt.
Überstürze nichts mit dem Kauf.
Bis bald
Marcus
 

Pitlem

Mitglied
Hi,

schau mal hier .

Die 350er hat auch einen automatischen Vorschub. Wie sollte man sonst Gewinde schneiden. Ich hab die Herkules MDB 350 vom Bauhaus für 500.-Teuronen. Alles baugleich. Auf den elektronischen Schnick-Schnack würde ich erstmal verzichten und in anständige Drehmeißel investieren.

Die MDB hat im Vergleich zur Rothwerk mehr Wechselzahnräder mit denen geht auch Zöllig. Ich weiß im Moment aber nicht ab welcher Steigerung.

Ich bin zufrieden, um nen OZ zu drehen, reichts allemal.

Gruß Pit
 
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FrankZ

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Hallo Edgar,
vernünftige neue Drehbänke, mit denen man auch größere Teile bearbeiten kann, sind doch recht teuer. Für Basteleien haben wir (mein Junge und ich, wobei ich hauptsächlich bastele) uns eine alte Maschine bei eBay ersteigert und wieder aufgearbeitet - so hat die Maschine z.B. neue Lager und neue Spindeln bekommen (guckst Du hier ). Dabei haben wir auf die Möglichkeit des Gewindedrehens verzichtet, viel wichtiger war, dass das Maschinenbett möglichst steif ist und die Maschine auch sonst nicht so leicht kaputt zu bekommen ist (die damals im Baumarkt angebotenen Maschinen sahen nicht so vertrauenserweckend aus). Wir sind übrigens beide reine Schreibtschmenschen und hatten vorher Drehbänke nur von der Ferne gesehen (das nötige Wissen haben wir uns mit Hilfe der im Link angegebenen Literatur angeeignet). Obwohl ein Fachmann, dem ich die Maschine mal gezeigt habe, der Meinung war, dass wir die Maschine auf den Schrott schmeißen sollen, sind mit der Maschine schon einige schöne Sachen entstanden. Man muß nur realistisch einschätzen, was man kann und seine Selbstbauten so konstruieren, dass die erforderliche Präzision möglichst durch verwendete industriell gefertigte Teile gebracht wird bzw. Justiermöglichkeiten vorsehen.
Wie gesagt, ganz persönliche Erfahrungen!

CS. Frank
 

Marcus_Göbel

Mitglied
Hallo Pit
Nein, sie hat nur Vorschub zum Gewindeschneiden, lies bitte mal die Seite 11 der Bedienungsanleitung.
Der Vorschubsbereich 0,4 - 2,0 mm/U dürfte für so ne Minidrehbank nicht als Vorschub gedacht werden.
Am 6 Meter Karusell, da wurden 2 mm Vorschub gefahren, aber nicht mit der Rotwerk.
Bis bald
Marcus
 

R_Morgenstern

Mitglied
Eine Werkzeugmaschine muß man nach der Aufgabe auswählen, die sie erfüllen soll. Der erste Schritt für Dich muß also die Konstruktion der großen Montierung sein.

Ein wesentlicher Parameter ist die Spitzenhöhe. Sie gibt den Radius der größten Scheibe an, die noch auf der Maschine bearbeitet werden kann.

Ein Hinweis zum Gewindedrehen: Nachdem ich vor dem Kauf meiner Drehmaschine wochenlang Fachliteratur studiert hatte und immer noch nicht herausbekommen hatte, bei welcher Drehzahl das gemacht werden kann, und ich mir dann einen Langsamläufer (28 U/min) zugelegt hatte, fand ich doch noch in der Literatur die Auskunft: "Alles, was unter 100 U/min ist, ist gut." Da war ich beruhigt.


Mach's gut!

Roland
 

IngoG

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Hallo,

gegen eine gebrauchte Profimaschine (keine Baumarktmarken wie Proxon oder Rotwerk) ist eigentlich nichts einzuwenden. Man muß dann aber u.U. Geld für eine Überholung einplanen - hat dann aber was richtiges. Auch sollte man sich jemand mit Wissen dazuholen. Fakt ist, eine Drehbank mit der man auch schwerere Montierungsteile drehen kann, wiegt weit über 100kg ist also zwangsweise staionär.
was sollte mindestens sein:
spielfreie Spindel
möglichst ein Prüfprotokoll für Parallelität der Arbeitsspindel <0,03mm

wenn das Drehfutter ein bisschen unrund läuft ist das nicht ganz so schlimm, kann man eigentlich direkt mit der Drehbank korrigieren

Alle Schlitten müssen spielfrei sein und sollten auch nachstellbar sein. verstellbare 0,1mm Skalen an den Handrädern sind ne feine Sache.
Vorschubgeschwindigkeiten sowohl für Gewinde (metrisch u. evtl auch zoll) als auch für normales Drehen (0,05-0,1).

In die Kosten mußt du natürlich noch Bohrfutter für die Reiststockaufnahme, Drehstähle, Material, Zentrierbohrer, mitlaufende Körnerspitze, Schleifbock ... einkalkulieren


viel Spaß

Gruß

Ingo
 

Marcus_Göbel

Mitglied
Hallo Roland
Aber eine gewisse Mindestgeschwindigkeit brauchst du schon zum Gewindeschneiden. M30x1,5 lasse ich mit 300 U/min laufen. Auf ner CNC natürlich noch schneller.
@ Ingo, kleine Profimaschinen, sind sündhaft teuer ( Deckel Fräsen). Große Maschinen kriegst du fast zum Schrottpreis, wer will aber den ganzen Keller für sowas leerräumen ?
Bis bald
Marcus
 
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Clark

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Hi,
will dir nicht zu nahe treten,aber ne rotwerk 350 ds und größere (?) montierungsteile <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />
stand auch mal davor,ne Drehbank zu kaufen-habs aber nach reiflichen Überlegungen doch bleiben lassen
die entsprechende(Fa. K... aus Österreich) kostet mind. 2000 €,von Werkzeug ganz zu schweigen
und bis ich(der vom Drehen kaum Ahnung hat)soweit wäre <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/help.gif" alt="" />

such dir lieber ein Profi-ist allemal günstiger
auch da mußte ich Lehrgeld zahlen,bis ich den richtigen fand
konzentriere mich lieber als "engineer" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> und auf Zusammenbau <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/schwitz.gif" alt="" />
 
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Optikbastler

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Hallo Edgar,

schau mal unter www.rc-machines.com
Ähnliche oder die gleichen Produkte werden auch von der
Westfalia Werkzeugcompanie in Hagen vertrieben.

Die Produkte kommen wohl auch aus China, haben aber schon eine gewisse Qualität, ich erinnere an Martin Raabe der hier schon mal seine Selbstbaumontierung vorgestellt hat.

Spitzenhöhe ist meist wichtiger als Spitzenweite. So um
1000 Euro ist für Deine Zwecke und Vorhaben schon was zu bekommen mit ca. 500mm Spitzenweite.

Von Rotwerk würde ich unbedingt die Finger lassen, die sind einfach zu labberig.

Gruß
Hans
 

Edgar_Mueller

Mitglied
erstmal danke für eure antworten und tips


ich ahnte, dass die frage nach der 'richtigen' drehbank nicht pauschal beantwortet werden kann. aber aus den antworten kann ich mir schonmal ein besseres bild davon machen, was beachtet werden muss. es sollte also ein schwerers gerät sein, das auf alle fälle eine grosse spitzenhöhe hat. bei mir in meinem bastelraum kommen für die stromversorgung nur 230V in frage. wie teuer sind denn im schnitt absolut notwendige zubehörteile? hauen die richtig rein oder kann man die sich nach und nach leisten (geburtstag <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />)?

bin dem link von hans mal gefolgt und habe diese in die engere wahl genommen:
was haltet ihr von der?


------------------------------------------------
RC2555-2
Drehmaschine 230 V
Spitzenweite 550 mm
Spitzenhöhe 125 mm
max. Drehstahlhöhe 12 mm
max. Drehdurchmesser über Bett 250 mm
max. Drehdurchmesser über Support 150 mm
Längsvorschübe 0,1/0,2 mm/U
Spindelbohrung 20 mm
Spindelkonus MK3
Reitstockkonus MK2
Reitstockspindelhub 60 mm
Gewindesteigungen metrisch (12) 0,4 - 3 mm
Gewindesteigungen zoll (8) 10 - 44 Gg/Zoll
Drehzahlbereich (6) 125 - 2000 U/min.
Motor 230 V / 550 W
Nettogewicht 110 kg
Abmessungen 1100 x 560 x 460 mm

Standardzubehör
Dreibackenfutter Ø 125 mm
Vierbackenfutter Ø 125 mm
Planscheibe
1 feste Zentrierspitze MK3
1 feste Zentrierspitze MK2
feststehende und mitlaufende Lünette
4-fach Stahlhalter
Wechselräder
Spritzwand, Spännwanne, Werkzeugkasten


Abmessungen

Länge: 1200 mm
Breite: 800 mm
Höhe: 800 mm
Bruttogewicht: 120,00 kg
----------------------------------------------

bei der spitzehhöhe-angabe von 125mm ist der mögliche radius eines drehstückes gemeint? also in dem falle maximaler durchmesser von 25cm?

lieben gruss und danke nochmal, edgar
 
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Marcus_Göbel

Mitglied
Hallo Edgar
Die Frage hast du dir doch selbst beantwortet:
max. Drehdurchmesser über Bett 250 mm
max. Drehdurchmesser über Support 150 mm

Es geht eine Scheibe von 250 mm Durchmesser und vielleicht 50 mm Länge
und eine Welle von 150 mm durchmesser und 550 mm Länge

Das sind aber extremwerte, vergleichbar mit: Die Montierung trägt x kg, lach

Zubehör:
Mitlaufende Körnerspitze MK2

Bohrfutter MK2

Drehstähle, da gibt es die Qual der Wahl
HSS: Einfach nachzuschleifen billig, geringe Standzeit
Hartmeltall: Aufwändiger nachzuschleifen, höhere Standzeit, höhere Schnittgeschwindigkeit möglich
Wendeplatten: Teuer in der Anschaffung der Halter, Platten relativ billig 4 €, kein nachschleifen möglich, man dreht einfach die Platte, es sind da mehrer Schneiden drauf.

Messmittel:
Messchieber
Außenmikrometer
Messuhr( mit Magnethalter, damit kann man sehr genau, das zu drehende Maß einstellen)

Bohrersatz mit Zylindrichen Schaft

Großer Bohrer mit MK2 Schaft, der so groß ist, dass man in die Bohrung mit einem Drehstahl reinkommt 16 mm

Zentrierbohrer

4 Backenfutter mit einzeln verstellbaren Backen, für 4 Kantmaterial und unregelmäßig geformte Sachen.

Mit der Ausstattung kannst du schon viel machen. Preise gibt es von bis.


Bis bald
Marcus
 
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Optikbastler

Mitglied
Hallo Edgar,

ja genau, so was in der Art hab ich gemeint. Da ist schon viel Zubehör mit dabei so daß nur noch Drehstähle und Bohrer gekauft werden müssen.
Das mit der Spitzenhöhe oder dem Durchmesser hast Du schon richtig verstanden. Zu beachten ist daß die maximal möglichen Durchmesser meistens nicht mehr im Futter sondern nur noch auf der Planscheibe gespannt werden können.
Wenn Du totaler Anfänger bist empfiehlt es sich auch etwas an Literatur zu haben. Es gibt da so Bücher wie Drehen im Modellbau, Drehbank für Einsteiger usw.

Viel Spaß beim beginnenden Zerspanen!

Hans
 

Nirosta

Mitglied
Hallo Edgar,

man kann sich etliches Zubehör für die Drehbank auch selbst basteln. Auf meiner Seite www.zellix.de/drehb.htm zeige ich, was ich mir hergestellt habe. Außerdem rate ich jedem, der sich mit einer Drehmaschine befassen will, sich etwas Literatur zu beschaffen. Auf o.g. Seite sind auch Literaturhinweise wie z.B. "Drehen für Modellbauer" - darin kann man jede Menge Tipps und Hinweise finden.

Viele Grüße,
Herbert
 

FrankZ

Mitglied
Hallo,
mit Hilfe des von Herbert empfohlenen Buches: "Drehen für Modellbauer" von Jürgen Eichardt habe ich mir das Drehen beigebracht (ich hatte vorher vom Drehen null Ahnung). Das Buch hat ein sehr kreativer Bastler mit großer Praxiserfahrung geschrieben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />. Ich halte es für sinnvoll, erst das Buch zu lesen, bevor man sich eine Drehbank kauft.

CS. Frank
 

Jopari

Mitglied
Ebenfalls sehr empfehlenswert zum Einstieg in die Metallbearbeitung: Dillinger et al. "Fachkunde Metall". Standardwerk für Berufsschüler. Exzellentes Grundlagenwissen und sehr umfassend. Gibts in unzähligen Auflagen, oft auch antiquarisch und sehr günstig.

Jopari
 

R_Morgenstern

Mitglied
Hier noch ein Hinweis zur Geschwindigkeit beim Gewindedrehen.

Beispiel 1:
Die Maschine läuft mit einer Drehzahl von 60 U/min. Beim Drehen von Gewinde mit 1 mm Steigung bewegt sich der Bettschlitten mit 1 mm/sec in Richtung Spannfutter.

Beispiel 2:
Bei einer Drehzahl von 300 U/min läuft der Bettschlitten mit der Geschwindigkeit 5 mm/sec.

Bei dieser "kleinen" oder "großen" Geschwindigkeit sind folgende zwei Aufgaben zuverlässig zu lösen:
- Den Augenblick abzupassen, wenn der Drehstahl am Gewindeauslauf ankommt.
- Den Drehstahl so weit zurückzuziehen, daß er nicht mehr anstoßen kann (an einem Bund z. B.).


Mit Gruß von Roland
 
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