Welche Farbfilter für Planetenbeobachtung

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TaurusM45

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Hallo zusammen,

welche Farbfilter sind gut geeignet für die Planetenbeobachtung an einem 12" SC von Meade?
Ich blicke da nämlich nicht mehr so richtig durch, da es einfach zu viele gibt.
Eher hellere oder dunklere Filter oder einen in der Mitte.
Nur als Beispiel gibt es drei Arten von Blau (hellblau, blau und dunkelblau) und das dann in allen Farben.
Daher weiß ich jetzt nicht was die Richtigen wären.

Dann hörte ich mal, dass ein Gelbfilter ebenfalls den Farbsaum eines Achromaten verringern kann.
Aber welcher? Hellgelb, Gelb oder Dunkelgelb?

Es gibt einfach zu viel Auswahl.
Danke schonmal für eure Hilfe

viele Grüße
Andreas
 
Hallo Andreas!

Ich habe über die Jahre sehr viele Farbfilter für die Planetenbeobachtung ausprobiert. Hell, dunkel, alle möglichen Farben, ...

Am Ende habe ich fast keinen mehr - da sie meiner Meinung nach einfach zu wenig Zugewinn bringen bzw. ein Detail etwas hervorheben, während mehrere andere verschwinden.

Ich habe am Ende behalten und finde diese mehr als ausreichend:
a, Einen Neodymium Moon- and Skyglow Filter, der hebt den Kontrast an Mars, Jupiter und Saturn deutlich.
b, Einen dunklen Violettfilter für die visuelle Venusbeobachtung.
c, Einen Orangefilter für die Planetenbeobachtung am Taghimmel und ab und zu für ein ästhetisch ansprechendes Sonnenabbild mit Folienfilter.

Selbst da kommt nur der Neodymium regelmäßig zum Einsatz - und zwar bei fast jeder Planetenbeobachtung.

Grüße, Mario
 
Hallo Andreas,

hinzu kommt noch, dass ein farbiger Planet den Anblick stören kann. Allerdings gewöhnt man sich daran und konzentriert sich auf die Details.
Ich verwende die Farbfilter fotografisch und sehe da schon im Livebild die Stärken allerdings in S/W ohne unnatürliche Farben.

Violett Filter kann bei der Venus ganz schwache Strukturen zeigen. Den habe ich auch visuell mit Okular getestet. Bei gutem Seeing sind Helligkeitsunterschiede zu erahnen. Richtige Strukturen kommen dann erst mit der Bildbearbeitung zum Vorschein.
Beim Mars kommt die Polkappe oder weiße Wolken / Dunstschichten besser zum Vorschein dafür kaum sonstige Strukturen.

Grün: Verstärkt die Bänder und den GrF beim Jupiter.

dunkel Rot: Seeing wirkt sich weniger aus. Jupiter zeigt mehr feinere Strukturen und die Monde kommen besser heraus.
Ich verwende da den Baader RG610, der ist erst ab 610nm offen.
Venus und Merkur: Sichel deutlicher / schärfer zu sehen
Saturn: Cassini Teilung deutlicher

Das sind eher fotografische Erfahrungen am S/W Livebild. Wenn man die Farben ausblenden kann, sollte das aber auch visuell die aufgeführten Vorteile zeigen.

Wenig hat mir der hellblau Filter gebracht, viel zu offen in anderen Wellenlängenbereichen.

Bei der Sonne (natürlich mit Sonnenfilter) verwende ich einen Baader Gelbfilter (macht ab ca. 500nm auf).

Du kannst zu den Filternummern, meist Wratten, die Filterkurven im Internet ansehen.
Bei Bandpass-Filtern sollte der Durchlass möglichst eng sein um eine gezieltere Wirkung zu besitzen.

Gruß,
Holger
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich nutze am SW 120/600 Achromaten gerne einen Gelbfilter (Wratten 12) um an hellen Objekten den Farbfehler zu kaschieren und auch für die Sonnenbeobachtung im Weißlicht. Die wohl günstigste Art, den Farbfehler mit Filter zu heben.
Ein ebenfalls vorhandener Grünfilter (Wratten 58) färbt mir da schon zu stark unnatürlich ein.

Gruß Horst
 
Hallo Andreas,

Ich bin, ebenfalls nach allerlei Experimenten, auch ungefähr dort angekommen, wo Mario ist. Er schreibt:
a, Einen Neodymium Moon- and Skyglow Filter, der hebt den Kontrast an Mars, Jupiter und Saturn deutlich.
b, Einen dunklen Violettfilter für die visuelle Venusbeobachtung.
c, Einen Orangefilter für die Planetenbeobachtung am Taghimmel und ab und zu für ein ästhetisch ansprechendes Sonnenabbild mit Folienfilter.


Meine Palette ist:
a: Lumicon Minus Violet, der beruhigt das Bild und hebt in sehr angenehmer Weise leicht den Kontrast bei allen Planeten an ohne die Farbigkeit merklich zu verfälschen. Da er kaum Licht schluckt, stacke ich ihn manchmal mit den anderen Filtern.
b: Baader Neodymium, ein Universalfilter wie von Mario beschrieben. Verschiebt die Farbigkeit ein wenig.
c: Linear Polfilter, der beruhigt das Bild in Horizontnähe enorm, bringt vor allem bei Venus eine Menge. Keinerlei Verfälschung der Farben.
d: Gelb Langpass Filter der bei ca. 495nm aufmacht und dann bis ins Rote fast 100% Transmission hat, wirkt Wunder am Rand und am Terminator der Venus, meine Entsprechung zu Mario's Orangefilter
e: Blau Langpass Filter der vom Violetten bis ca. 510nm mit fast 100'% Transmission offen ist und dann zumacht, für die Oberfläche der Venus, meine Entsprechung zu Mario's Violettfilter

Meine konkrete Empfehlung für Gelb Langpass ist:
Baader Gelbfilter
und für Blau Langpass:
Baader B-CCD
Der B-CCD Filter hat den grossen Vorteil einer sehr hohen Transmission plus Durchlass bis 380nm herunter, nimmt also das Violette mit. Achtung: nicht zu verwechseln mit Baader Dunkelblau oder Baader Hellblau. Jene zwei sind Bandpass Filter, d.h. mit einem engeren Durchlass, und haben eine wesentlich geringere Transmission als der B-CCD Filter. Die Bandpass Filter haben sicher ihre Nützlichkeit, aber ich persönlich bevorzuge "Mehr Licht", wie Goethe abschliessend sagte.

Ich hänge hier die Transmissionskurven der vier verlinkten Filter an. Diese zeigen deutlich, dass der Gelbfilter sich wie die CCD-Filter verhält, während die Dunkelblau und Hellblau Filter doch sehr wenig Licht durchlassen im Vergleich zum B-CCD.

Gruss, Christopher
 

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Hallo Andreas,

ich stimme den Auslegungen, wie oben, zu.

Rotfilter: Hierzu nehme ich den 35nm H-Alpha CCD Baader Filter, der sich an den Albedos auf Mars hervorragend bewehrte, besser as die üblichen roten Farbfilter.

Grünfilter: Diese sind sehr gut geeignet um die kleinsten Details aufzulösen, wie am Saturnring, oder die Polregionen auf dem Mars.
Hierzu nehme ich den Grün(RGB)CCD Filter von Baader, weil es darum geht den spektralen Bereich wo die Okulare sowie die Refraktoren den höchsten Strehlwert erreichen, voll zu nutzen. Die etwa 80nm breite des Filterdurchlasses lässt ausreichend Licht durch, mehr als durch die grünen Farbfilter.

Blaufilter: Zur Zeit habe ich nur den 470nm hellen und den dunkeln Farbfilter. Der helle hebt den Kontrast von vielen Details auf dem Jupiter.

Moon& Skyglow Neodymium Filter: Hilfreich um den Farbkontrast auf dem Jupiter zu erhöhen. Die billigen Filter sind auf Dydimiumglass hergestellt, und sie verschieben die Farbbalance.
Ein alter SCHOTT Neodymium Filter is in meinem Arsenal seit etwa 1959 - 1960.

Gelbfilter: Obwohl recht populär, von meiner Sicht aus ist es von den meisten Gelbfiltern abzuraten. Der Grund dafür ist die diffuse Fluoreszenz, die von den blauvioletten Lichtstraheln angeregt wird,


Und meine Augen können den Kontrastverlust durch die astronomischen Gelbfilter gut wahrnehmen.

De Ausweg wäre die Fluoreszenz-freien Filter aus dem Zubehör der Leitzmikroskope passend anzuwenden. Deshalb habe ich einen kompletten Satz von den Leitzfiltern.

Liebe Grüße,
Jiri
 
Hallo zusammen,

im wesentlichen schließe ich mich meinen Vorrednern an.

Nur mit dem Violettfilter ist es etwas merkwürdig. Unterhalb von 500nm schwächeln die meisten Refraktoren stark .
SCs leiden unter Spärochromasie die den Strehlwert zwischen 500 und 400nm von ca.1 auf ( je nach Model ) 0,6 bis 0,3 sinken läßt.

Einen dunklen Violettfilter für die visuelle Venusbeobachtung.
Der ist deshalb dunkel, weil er nur ein Tmax von ca. 50% hat. Ich habe mir die Transmissionskurve des Wratten Nr.47 - vulgo TS Violettfilter - in die Kurve des Baader Blaufilters gezeichnet, den den Christopher hier verlinkt hat. Die rechten Flanken der beiden Filter sind fast gleich und beide haben ihr Tmax bei ca. 435nm. Der Baader hat aber ein Tmax von 70% und ist erst bei 350nm bei 0% während der Wratten Nr. 47 schon bei 380nm dicht ist.
Somit ist der Baader Blaufilter eventuell der bessere "Violettfilter".

und für Blau Langpass:
Baader B-CCD
Der B-CCD Filter hat den grossen Vorteil einer sehr hohen Transmission plus Durchlass bis 380nm herunter, nimmt also das Violette mit.
Oberlehrermodus an : das ist ein Bandpaß. Es gibt keinen blauen Langpaß, allenfalls einen blauen Kurzpaß, z.B. den 80A. Oberlehrermodus aus.;)
Die Frage ist, was ist eigentlich gewünscht? Violett ist laut Wikipedia der Bereich von 400 - 430nm.
Will man möglichst wenig blau, wäre der Astronomik CCD der bessere Filter

Von Edmund Optics gibt es zwischen 340 und 500nm ca. 20 verschiedene Bandpaßfilter mit 10nm Halbwertsbreite und einem Tmax von 85% oder mit Halbwertsbreiten von 25 bis 50nm und einem Tmax von 93 %.
Außerdem haben sie Kurzbandfilter mit Grenzwellenlänge 500 / 475 / 450 /425 und 400nm.

Gruß Uwe
 
Jiri, Deine Hinweise auf neue visuelle Anwendungen der fotografischen Filter an Planeten sind wieder mal Gold wert, vielen Dank!

Uwe, ich danke sehr für Deine Präzisierungen zum Thema Blaufilter. Besonders interessant finde ich die Information, dass Refraktoren oft unterhalb von 500nm schwächeln. Das ist eine wertvolle Info, da ich mich gerade auf ein Beobachtungsprojekt "Blaufilter für galaktische Nebel" vorbereite. Eins der angedachten Optiken ist ein 5-Zoll Doppelrefraktor, bestehend aus zwei Borg 125ED 2-Linser. Ein anderes ist ein Takahashi Mewlon 180, also ein Cassegrain des Typs Dall-Kirkham. Ist bei diesen Geräten eine systemische Schwäche im Blauen zu erwarten?

Gruss, Christopher
 
Hallo Andreas

Welche Filter für was eingesetzt werden, wird z.B. in den Büchern "Planetary Astronomy" von Christoph Pellier und "Planeten Beobachten" von Günter Roth beschrieben.

Dazu sollte man wissen das die Filterbeobachtung quasi eine selektive Wahrnehmung erzeugt und letztlich ein Kompromiss ist.
Es werden Details hervorgehoben, andere wiederum werden unterdrückt.
Was nicht heißen soll das die Filterbeobachtung nichts bringt!

Die Filterbeobachtung ist jedoch aus der Not geboren worden, um zum einen dem Farbfehler der Atmosphärischen Dispersion und zum anderen die mangelhafte chromatische Korrektur von FH-Refraktoren zu umgehen.
So kann man die einzelnen Farbbereiche durchbeobachten und die dabei gesehenen Details zeichnen, oder Fotografieren um so ein Summenbild erstellen zu können mit allen gesehen Details.
So wie es mit dem LRGB Verfahren heute noch geschieht.

Heute jedoch kann man mit einem hochauflösenden und farbreinen System, in Verbindung mit einem ADC das Objekt direkt in seinen natürlichen Farben beobachten.
Mit einem ADC sind nicht nur schärfere und somit feinere Details in der Planeten Beobachtung möglich, auch erscheinen die Planeten viel plastischer und ästhetischer, da sie in ihren natürlichen Farben im Raum stehen.
Gerade die Feinen Details wie z.B. kleine weiße Ovale in den Polregionen des Jupiter werden durch die AD einfach geschluckt und bleiben unsichtbar.
So macht ein ADC die Filterbeobachtung weitestgehend obsolet, weil dadurch z.B. auf dem Mars alles auf einmal zu sehen ist wie auf einem Foto.
Feine Farbübergänge der Albedo Strukturen von braun zu dunkelbraun über verschiedenfarbige orangetöne, eine gleißend helle weiße Polhaube und blau-graue Wolken.
Die Farbreinheit macht auch viel mit der Gesamterscheinung bzw. Ästhetik. Es macht einfach einen Unterschied ob die Polregionen des Jupiter in grau erscheinen, vielleicht noch mit ein paar Ovalen drin und mit einem scharfen Rand zum schwarzen Himmelshintergrund sich abgrenzend.
Oder ob da eine Seite einen blauen und die andere einen roten diffusen Rand hat.

In der Filterbeobachtung siehst du die Details mehr oder weniger einzeln für sich, wobei die feinsten Details, sowie Farbübergänge meist auch vom Filter geschluckt werden.
Und das immer Monochromatisch, also gelber Mond, roter Mond, grüne Sonne, roter Mars, blauer Mars usw.
Also nicht unbedingt das was sich der passionierte Planetenbeobachter und auch der Anfänger so vorstellt und sich wünscht.

Gelegentlich hat diese Beobachtungsmethode sogar einen höheren realitätsgehalt als die Fotografie.
Und zwar dann, wenn die Bildbearbeitung z.B. auf Jupiter die Farben nicht richtig trifft.
So war z.B. in dieser Jupitersaison 2021 auf Fotos häufig ein fast lachsrosa farbenes EZ-Band zu sehen.
Visuell war es jedoch mehr ockerfarben.
Viele die einen ADC benutzt haben, haben auch das EZ-Band in "ocker" einfangen können.
Wobei ich mich jetzt vielleicht zu viel aus dem Fenster lehne?!
Ein Astrofotograf kann das sicher besser beurteilen als so jemand wie ich, der nur visuell unterwegs ist.

Gruß
CS
 
Takahashi Mewlon 180, also ein Cassegrain des Typs Dall-Kirkham. Ist bei diesen Geräten eine systemische Schwäche im Blauen zu erwarten?
Nein, auf Achse ist alles da. Aber abseits streuen längere Wellenlängen merklich. Am Planeten ist das egal, der steht ja mittig im Okular und ist also auf Achse. :)

Siehe: Mewlon-180C reflector - Takahashi Europe

Ich schließe mich auch meinem Vorredner an. Ein Anblick mit ADC macht - mir zumindest - mehr Freude als ein eingefärbter Planet. Will man nicht ganz bestimmte Details explorieren (falls es denn gelingt), dann kann man alles Mögliche in den Strahlengang schieben. Schöner wird das nicht, und ich bin auch kein Hubble, dass irgendwelche Messungen in bestimmten Bändern machen möchte. Das überlasse ich der messenden Gemeinschaft. :coffee:

lg
Niki
 
Hallo Christopher,

auf das Problem mit der Blauschwäche bin ich durch die Sonnenbeobachtung gekommen. Im Buch " Solar Astronomy " steht, daß man statt der Ca-Linie bei 396nm auch im G-Band bei 430nm beobachten kann und gleichwertige Oberflächenstrukturen sieht, aber das Auge deutlich empfindlicher für 430nm ist als für 396nm.

Mein Wunsch, einen 430nm Filter zu kaufen, hat schnell einen deutlichen Dämpfer bekommen, als ich die Daten meines Refraktors angeschaut habe :
Unten ist die Strehlkurve. 486nm noch 88% , bei 436nm 28%
Auch beim APM 140/f7 geht die Kurve bei 490nm steil nach unten

Dein Dall-Kirkham ist nicht betroffen, in dem Buch wird ausdrücklich die Eignung für die Ca-Linien Beobachtung erwähnt. Die Spärochromasie der SCs ergibt sich durch die Schmidt-platte.

Gruß Uwe
 
Hallo Uwe,

danke für die weiteren Erläuterungen und Links. Schon beachtlich, wie beim Esprit die Polystrehl-Kurve unterhalb von 500nm absackt. Ich kann Polystrehl allerdings ehrlich gesagt nicht gut einordnen: ist das mit Transmission äquivalent? Immerhin ist das Beispielfoto dort der Pleiaden-Nebulosität - reine Reflexionsnebel, die von 500nm abwärts ständig an Intensität gewinnen - recht hübsch!

Gruss, Christopher
 
Hallo Christopher,

nein, der Strehl hat nichts mit der Transmission zu tun. Er ist, vereinfacht gesagt, ein Maß für die Güte. 1 = perfekt; 0,8 = beugungsbegrenzt = gut.

Die Fotos sind gut, aber du darfst nicht vergessen, daß da noch zusätzlich der Riccardi Reducer verbaut ist, der verbessert das Bild drastisch. Sieht man am Ronchi Bild. Ohne den, visuell ,sieht das Ronchi anders aus.
 
So macht ein ADC die Filterbeobachtung weitestgehend obsolet
Eine Ausnahme bildet da vielleicht der Nd-Filter, dessen Durchlasskurve in erster Linie ein breites Band im gelben Bereich wegschneidet, also Licht, für das sowohl Grün- wie auch Rotrezeptoren im Auge etwa gleich empfindlich sind. Dadurch bekommen grüne und rote Bereiche einen besseren Kontrast gegen einander und erscheinen in satteren Farben. Orange wird röter, Gelbgrün wird grüner. Die rötlichen Gegenden des Mars und der rote Fleck Jupiters etc. werden dadurch (etwas) besser erkennbar. Ob das weitere Absorptionsband des Nd-Filters ca. im türkisen Bereich auch irgendeinen einen positiven Effekt auf die Farberkennung hat, kann ich nicht sagen. Insgesamt färbt der Filter das Bild leicht violett ein, die Farbigkeit geht aber nicht verloren. Wenn man sich daran gewöhnt hat, werden die Farben Jupiters damit kühl, aber nicht schlecht dargestellt. Und ADC ist ohnehin Pflicht bei der aktuellen Horizontnähe.
Und weitere Ausnahme: Rot-, Orange- etc. Longpass-Filter, der grüne Solar-Continuum und andere haben den Zweck das Seeing zu dämpfen, wenn die Farbnuancen eben nicht so wichtig sind, insbesondere am Mond. Das ist nicht durch ADC und farbreine Optik zu ersetzen. Trade-off ist natürlich, dass mit größerer Wellenlänge die Auflösung sinkt.
c: Linear Polfilter, der beruhigt das Bild in Horizontnähe enorm,
Das hör ich zum ersten Mal, sehr interessant: Hat ein lineares Polfilter tatsächlich einen Einfluss auf das Seeing?? Gibt's dazu mehr Infos? Muss ich unbedingt mal ausprobieren, habe bisher nicht darauf geachtet _affeaugen:
Gelbfilter: Obwohl recht populär, von meiner Sicht aus ist es von den meisten Gelbfiltern abzuraten. Der Grund dafür ist die diffuse Fluoreszenz, die von den blauvioletten Lichtstraheln angeregt wird
Danke, auch sehr interessant und vielleicht der Grund, warum ich von Gelbfiltern bis jetzt eher enttäuscht war...:unsure:
CS Nik
statt der Ca-Linie bei 396nm auch im G-Band bei 430nm beobachten
... auch einen Versuch wert, welcher Filter käme da in Frage?
Danke und CS, Nik
 
Re: Filter und Aberrationen

Mit den Blaufiltern soll man damit rechnen, dass der Gaußfehler (sphärische Aberration) im blauen Spektralbereich an Refraktoren und insbesondere an schnellen Refraktoren deutlicher wird. Vorsorglich nimmt man einen Satz an Aperturmasken, um den Verlust von Auflösung mit einem deutlich mehr reduzierten Gaußfehler zu balancieren.
Seit etwa 90 Jahren gilt die bei Zeiss gefundene "Faustregel", die Refraktorapertur bis auf 1/ √2 (1 dividiert mit Wurzel von 2) mit einer Maske zu reduziern.

Man kann es probieren, oder auch nicht.

Liebe Grüße,
Jiri
 
Re: G-Band bei 430nm beobachten

Hallo Nick,

für einen Test reicht ein alter 436nm Zeiss Filter, der auch bei 430nm noch eine gute Tranmission hat. Diese Filter findet man im Zubehör für die Fluoreszenzmikroskopie.

Liebe Grüße,
Jiri
 
Hallo Nik,
meines Wissens gibt es für das G-Band keinen Filter von den üblichen Astrofirmen. Da bleibt nur der 430nm Bandpaß von Edmund Optics mit 10nm Halbwertsbreite. Preis laut Liste von 2015 100€ + MWSt. bei 25mm Filterdurchmesser.
Mit den Blaufiltern soll man damit rechnen, dass der Gaußfehler (sphärische Aberration) im blauen Spektralbereich an Refraktoren und insbesondere an schnellen Refraktoren deutlicher wird
Das ist die Begründung für das , was ich flapsich " Blauschwäche " genant habe.

Gruß Uwe
 
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