Welche Okulare von TeleVue für NP101?

#31
Hallo Jungs,

warum soll der NP mit f5,4 hohe Ansprüche an die Okulare haben? Das ist ein Flatfieldteleskop und kein Newton mit Koma... :unsure:
Der einzige Anspruchdes NP ist m. E. eher der, dass man genausogute Okulare holt wie die Hauptoptik gut ist, um diese voll ausreizen zu können.

Grüße
Norman
 
#32
Hallo Norman,

:eek: diese Einstellung macht mich schaudern. Natürlich stellt jedes Teleskop mit f/5,4 einen hohen Anspruch an die Korrektur des Okularastigmatismus und das, was viele Sternfreunde für Newton-Koma halten, ist eigentlich nur Okularastigmatismus eines Okulars, das es nicht besser kann, auch nicht am Refraktor. Bildfeldwölbung ist jener Teil Unschärfe am Bildrand, der sich (auf Kosten von Unschärfe in der Mitte) wegfokussieren lässt. Was danach an schlechter Randabbildung bleibt, ist beim Newton zum Großteil Koma und kann bei anderen Teleskopen (auch beim Refraktor) Koma sein, muss es aber nicht. Ich will jetzt auch nicht weiter in die Tiefe gehen mit Bildfeldwölbung und Ausgleichsebene zum Teleskop-Asti, usw. Aber auch mit einem Flatfield-Okular und einem Flatfield-Teleskop hat man nicht automatisch punktförmige Sterne bis zum Rand. Je stumpfer die Strahlenbündel sind, desto stärker tritt Okularastigmatismus auf.

Was nun speziell Newton-Koma angeht: Es gibt ja überhaupt nur zwei Okularreihen, die mir einfallen, als Koma kompensierend oder korrigierend. Da ist einmal das Pretoria-Okular und Vixen behauptet dies von den neuen HR-Okularen. Natürlich gibt es ein paar Designs in der Schublade, die das auch können, die baut aber keiner. Alle anderen Okulare kommen nicht mit (Newton-) Koma klar, sondern sie sind gut gegen Okularastigmatismus korrigiert und harmonisieren bezüglich der Bildfeldwölbung. Der Anteil Koma an üblicher Randunschärfe ist außerdem so gering, dass selbst bei f/4 der Komakorrektor vor allem Bildfeldwölbung korrigiert und dazu macht man die Tuning-Einstellung bei Paracorr und HRCC. Die Bildfeldwölbung wird da passend zum Okular und zur Lage von dessen Fokalebene eingestellt. Und weil die Korrektoren allesamt noch etwas die Brennweite verlängern, bessert sich auch was beim Okularastigmatismus.

Also: Der NP101 stellt mit f/5,4 hohe Ansprüche an die verwendeten Okulare. Sie müssen für f/5,4 den Okularastigmatismus klein halten und man braucht für Hochvergrößerung ungewöhnlich kurze Okularbrennweiten mit dennoch brauchbar ausgelegtem Augenabstand. (Zur Erinnerung: Ortho, Plössl, Kellner & Co liefern alle einen Augenabstand um 0,7*Okularbrennweite. Man implantiere sich also ein 3mm Mono auf die Hornhaut...)

Clear Skies
Sven
 
#33
Hallo Sven,

bitte nicht falsch verstehen - das soll keinesfalls heißen, dass ich der Meinung wäre, man müsse sich die besten Okulare holen wenn man den NP hat!
Man beachte das Wörtchen "eher" in diesem Kontext:

Edit: und selbst wenn ich es so gemeint hätte wie Du offenbar interpretierst - wäre dies so schlimm? Findest du nicht, dass es sich ein bissel beißt, wenn man einen Ferrari fährt, sich aber Reifen von Volkswagen draufzieht? (sofern sie passen täten ;-))?


Ansonsten danke für Deine Ausführungen, führe ich mir mal in Ruhe zu Gemüte.
Jedenfalls: Dass kleine Okularbrennweiten gefordert sind zum Erreichen hoher Vergrößerung ist meiner Meinung nach nichts, was man als hohe Anforderung an die Okulare bezeichnen könnte. Und der von dir als Kriterium für eine hohe Anforderung an die Okulare eingebrachte hohe Augenabstand (oder hab ich da was falsch verstanden?) macht für mich keinen Sinn.
Die TMB Monocentric hatten seinerzeit einen sehr niedrigen Augenabstand und würden Dein Kriterium hier nicht erfüllen. Also wären die Monozentric keine brauchbaren Okulare für Hochvergrößerung?

Aber ich will hier nicht vom hundertsten ins Tausendste kommen ;-)

Schöne Grüße + CS
Norman
 
#34
Hallo Norman,

ah, Autovergleich, sehr gut, denn Televue baut ja auch Plössl-Okulare. Der Autovergleich hakt etwas, denn Ferrari gehört ja Fiat und nicht anders herum. Bei Licht betrachtet wird man den Ferrari am besten mit Reifen bestücken, die zu Strecke und Witterung passen. Und aufgrund des großen Hubraums stellt der Ferrari eben hohe Anfordernungen an die Bereifung.

Sieh es mal andersrum: Weil der NP101 so ein großes Öffnungsverhältnis hat, braucht er Okulare mit hoher Klopffestigkeit. Hätte man den NP101 entspannter ausgelegt, beispielsweise mit f/8, käme die Optik auch mit einfacheren Okularen klar.

Die Monos habe ich ins Spiel gebracht, weil sie ja sehr einfach aufgebaut sind. Allerdings werden bei kurzen Brennweiten die Toleranzen für die Fertigung sehr eng. Sie sind nicht gerade günstig, also kein VW, aber: Sie harmonieren einfach nicht mit f/5,4, weil das zu Okularbrennweiten führt, die mit Monos nicht zu realisieren sind. Nimm einen CaF2-Apo mit f/8 und die TMB Monos werden erste Wahl sein und da hinkt es mit der Volkswagen Vollgummi-Bereifung einfach. Aber es hinkt nicht wegen des Preises, sondern wegen grundsätzlicher Produkteigenschaften.

Natürlich könnte ich mich entspannt zurücklehnen und lachen, wenn einer meint, zum teuren Apo auch einfach die teuersten Okulare zu kaufen und er wäre dann mit allem fertig. Eine Mannschaft aus 11 Fußballern des Jahres wird trotzdem nicht automatisch Weltmeister. Da haben schon ganz andere ihr Stadion drauf verwettet...

Clear Skies
Sven
 
#35
Moing Sven,

man kann natürlich jeden Vergleich irgendwo angreifen wenn man will. Aber da fehlt mir die Zeit dazu, mich in Sekundärschauplätzen zu verlieren. Entweder wird ein Vergleich (mit dem vorausgesetzten Willen des ggf. notwendigen Abstrahierens) verstanden oder nicht.
Ich gebe an dieser Stelle zu, dass ich nicht mehr weiß, ob ich mein damaliges 4mm TMB-Monozentric noch am NP 101 verwendet hatte. Es war ggf. noch der TMB 105 f/6,2. In jedem Fall habe ich in einem der Geräte mit dem 4er Monozentric meine bis dato schönsten Jupiterbilder gehabt. Das nur mal nebenbei, um Dein Beispiel mit f/8 "anzugreifen" ;-)

Ich denke nicht, dass man hier groß darüber diskutieren muss, dass eine ähnliche Qualität von Okularen, welche dem Apo entsprechen, den meisten Sinn machen. Der Meinung bin ich nämlich schon, nur dass ich dies nicht postuliere oder anderer Leute evt. abweichende Ansicht dahingehend madig machen würde, wie von Dir durch den Begriff "Einstellung" ja mehr oder minder und zugleich fälschlicherweise vorgeworfen.

Insofern darf ich nochmal um Vorsicht bitten, aus einzelnen Postings von jemandem jenem gleich eine Einstellung zuzuweisen und Schublade anzubieten.
Übrigens: Alle Okulare die Du vorgeschlagen hast, sind ebenfalls Top-Okulare. Du bewegst dich hier ohnehin damit zumindest partiell in einem Widerspruch mit Deinen "Anti-Highend-Okular-Ausführungen", den ich überhaupt nicht nachvollziehen kann.

So, jetzt lassen wir den Kumpel hier einfach mal ein bissel testen und sind gespannt was er dann zu erzählen hat.

CS!
Norman
 
#36
Hallo zusammen,

es würde sehr gut tun, einfach mal abseits von Ferrari und VW oder von Televue und China-Beilageplössl und sogar unabhängig vom Teleskopsystem sich den Strahlangang anzuschauen.

Dann kommt man eben da hin, dass zum Beispiel f/5 stumpfer ist als f/10 und dem entsprechend muss (oder sollte) ein Okular in vielerlei Hinsicht eben klar kommen. Da kann auch Flat vom Okular oder fürs Okular (je nachdem) ein Flop sein.
Das klassische Drama mit der angeblich gesehenen Newtonkoma die tatsächlich vordergründig Okularasti ist sollte bei Leuten die beide Systeme kennen eigentlich nicht mehr auf dem Spielplan stehen.
Es gibt nicht nur von Televue Okulare die auch an Teleskopen mit großem Öffnungsverhältnis Okularasti so gut korrigieren, dass man an einem Newton sogar mal Newtonkoma in Reinkultur sieht und dann kann man sich über einen Komakorrektor Gedanken machen oder es eben lassen.

Da wäre ich durchaus in der Lage, den von ES mit Okularen von TV zu verheiraten, weil es mir eben auf Eigenschaften und nicht auf Marken ankommt.
Ich muss z.B. auch (unter anderen) einige Televue Okulare an meinen Selbst- und Umbaubaunewtons verwenden, weil mir niemand, auch Televue nicht, Newtons nach meinem Gusto liefert und ein 31er Nagler war mal an meinem 102/500er SW-Achro ein richtiger Augenöffner, ganz einfach weil so ein 30er China-Erfle eben nur preisklassenmäßig passt, aber keinesfalls die vorhandene (ja vorhandene!!) Leistung dieses Billigteleskops umsetzen kann.
Heute ist da ein 30er ES dicht dran, bei den 100°/92° Okularen geht es auch so eng eng zu dass man verschiedenste Eigenschaften in den Entscheidungstopf werfen kann und dann auch nach eigener Gewichtung durchaus zu verschiedenen Entscheidungen kommen kann. Zu den kleinen Brennweiten hin und/oder kleinen Eigengesichtsfeldern hin wird das Thema nochmals deutlich komplexer und ja, f/5 macht es bei den ganz kleinen Brennweiten wirklich schwerer als f/7 oder f/10, das muss man eigentlich nicht diskutieren.

Gruß
Günther
 
Zuletzt bearbeitet:
#37
Hallo Norman,

ich glaub' Du hast einfach nicht zugelesen bzw. die Ruhe noch nicht gehabt, wie Du oben schilderst. Da würde ich sagen, dass Du weder Haupt- noch Nebenkriegsschauplätze eröffnest und das ruhige Nachsinnen vor die schnelle Antwort stellst. Ich glaube dann wird Dir klar, warum ich nur auf Top Okulare (Deine Worte) verweise. Ich möchte einfach von Fertigungsmängeln abstrahieren, denn die Ansprüche von denen ich spreche, bestehen nicht einfach im Unterschied zwischen Billig- und Edelokular.

Clear Skies
Sven
 
#38
Hi Anco,
schau mal auf der Televue-Homepage nach deren Empfehlungen, z.B. >HIER<. Ich würde an Deiner Stelle mit drei Okularen starten und dann später vielleicht noch was dazukaufen. Wenn Dir das Gewicht nichts ausmacht dann würde ich auf Ethos gehen. Wenn Du gebraucht kaufen möchtest wirst Du Nagler sehr schnell zusammenstellen können. Viel Spaß bei der Auswahl. Mit Ethos, Nagler, Delos, Delite und den Panoptic kannst Du nix falsch machen, jedoch würde ich Delite und Delos nicht empfehlen, da Du ohne Brille beobachten kannst.

VG,
Marcus
 

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