welcher Off Axis Guider wäre der Richtige am 12" SC mit Canon EOS | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

welcher Off Axis Guider wäre der Richtige am 12" SC mit Canon EOS

TaurusM45

Mitglied
Hallo zusammen,

ich wollte in naher Zukunft auf OAG umsteigen, um mit meinem Meade 12" SC zu fotografieren.
Jetzt ist die Frage, welcher der Richtige wäre.

Folgender Aufbau käme beim Fotografieren zum Einsatz.

12" SC mit 0,63 Reducer. Daran die Canon EOS 760D.
Als Guidingkamera wäre da die ZWO ASI 178MC

Jetzt kann ich mir nicht vorstellen, was ich alles brauche, bzw. wie es funktionieren soll, dass die EOS wenn sie am OAG hängt gleichzeitig mit der ZWO ASI im beide im Fokus sind.
Welcher OAG kann das realisieren? Bzw was brauche ich alles für Adapter/Hülsen um beide Kameras an einem OAG (welcher auch immer der Richtige ist) gleichzeitig in den Fokus zu bekommen?

Ich danke euch schon sehr für eure Hilfe
viele Grüße
Andreas (der OAG Neuling)
 

Itzrodt

Mitglied
Hallo Andreas,
selbst mit dem 0,63 Reducer hast Du noch sehr viel Brennweite, so daß das nutzbare Feld für einen OAG verdammt klein ist. Da brauchst du schon sehr dunklen Himmel um überhaupt einen Leitstern zu finden. Der OAG sollte deshalb rotierbar sein.

Ich denke aber bei vielen Objekten wirst Du bei der Kombi keinen Leitstern finden.

Vielleicht schreibt ja doch noch jemand mit Erfahrung bei einen SC.

Schöne Grüße
Dirk
 

RaBaeh

Mitglied
Hallo,
ich guide per OAG an allen meinen Optiken (71mm - 250mm).das 10" ist ein RC. Guidingcam eine QHY5 II L mono.
Das RC habe ich bisher nur mit Reducer eingesetzt (F/5,3). Leitsterne gibt es eigentlich immer, bei sternarmen Regionen, wie in Ursa Major muss man schonmal etwas suchen, bzw die Integrationszeit erhöhen, aber bisher hatte ich immer Leitsterne gefunden.
Das Bildfeld wird zwar kleiner bei größerer Brennweite, aber dafür wird ja auch die Öffnung größer. Und die Sichtbarkeit von Punktlichtquellen hängt nur von der Öffnung ab. Es werden also auch schwächere Sterne nutzbar.
Ich habe den OAG von Zwo Asi und daran eine Asi1600. Auf dem Guidefinger habe ich einen 1 1/4" Anschluss geschraubt. Darin lässt sich die Guidecam durch verschieben scharfstellen.
Man kann das ganze auch fest verschrauben (mit entsprechenden Abstandsringen) aber ich nutze die Guidecam auch für Sonnenaufnahmen, und bleibt nicht dauerhaft am OAG.

Grüße Rainer
 

MeisterDee

Mitglied
selbst mit dem 0,63 Reducer hast Du noch sehr viel Brennweite, so daß das nutzbare Feld für einen OAG verdammt klein ist
Hallo Andreas,
Nun hast Du Deinen 12-Zöller doch behalten.....
Ich gehe davon aus, dass Du bis jetzt mit einer separaten Optik für die Guidingkamera nachführst, und nun auf Off-Axis-Guiding umsteigen möchtest. Ich weiß nicht, welche Vorteile Du Dir davon versprichst. Klar, wenn Aufnahme- und Guidingkamera durch das selbe Rohr schauen, dann ist da ein direkter Bezug. Das gefällt. Auch wird oft berichtet, dass das ganze Nachführsystem insgesamt stabiler ist, und weniger empfindlich auf Temperaturänderungen reagiert. Manche Kameras haben sogar eine Nachführkamera integriert.
Also kann Off-Axis-Guiding grundsätzlich nicht verkehrt sein.
Aber Dirk hat es bereits sehr treffend angesprochen: Mit der Brennweite nehmen auch die Probleme zu. Bei vielen Objekten gehen die Optionen bei der Leitsternsuche aus. Das hast Du bei Leitrohren mit deutlich geringerer Brennweite nicht, zumindest erheblich weniger.

Ich hab’s noch nicht probiert, aber in Verbindung mit der EOS dürfte jeder OAG funktionieren. Wegen des im Vergleich mit Astrokameras recht großen Auflagemaßes kommst Du mit der Guidingkamera weit genug weg vom Geschehen, dass sich die beiden Gehäuse nicht stören dürften. Normalerweise müsste das Schiebestück des OAGs reichen, ggf. brauchst Du halt Verlängerungsringe.

Weder mit C9, noch mit RC8 und schon gar nicht mit C14 kam ich auf die Idee, Off-Axis zu guiden.
Meine MGENs sind mit (gut befestigtem) 50 bzw. 60mm Leitrohr so zufrieden, dass ich das auch so belassen werde.

Daher würde mich interessieren, wie Du bisher geguidet hast, und welche Verbesserung Du mit dem OAG erwartest.

CS

Dietmar
 

TaurusM45

Mitglied
Hallo Dietmar,

nun es ist vorerst nur Meinungen einholen. Ich habe bisher noch nicht mit dem 12"er fotografiert, sondern immer mit dem 4" F/7 ED.
Der Autoguider kam mir in den Sinn, weil in alle Bücher die ich hier habe, beim SC immer die Rede vom OAG ist.
Angeblich weil man mit einem OAG beim SC - bedingt durch Shifting - mehr Kontrolle über die Aufnahme hat.
Vom Leitrohr - wovon ich persönlich ein großer Freund bin - wird beim SC immer abgeraten.

Daher die Idee mit dem OAG und welcher fürs SC sinnvoll wäre.

Ich habe ja hier ein altes SC um 1999 - 2001. Jetzt habe ich noch hier so eine alte Hauptspiegelfixierung gefunden. Das ist so ne Schraube mit Feder, die man hinten wo die Transportsicherung drin war reinschraubt. Keine Ahnung in wie fern das Ganze hilft.
Ich persönlich würde sofort mit dem 4" als Leitrohr arbeiten, wenn ich sicher wäre, das es am SC funktioniert.
Der sitzt nämlich eh huckepack oben drauf. Von daher hätte ich Geld und zusätzlichen Aufwand gespart.

viele Grüße
Andreas
 

RaBaeh

Mitglied
Hallo Andreas,
es hilft nicht immer die Meinung anderer zu Rate zu ziehen...wie du siehst nutzen die einen ausschliesslich OAG, andere lehnen das vollstädnig ab.
Aber wenn du bereits den 4"er huckepack an dem SC hast, was spricht dagegen das einfach mal auszuprobieren? Das kostet im schlimmsten Fall Zeit.

Grüße Rainer
 

Stefan_Lilge

Mitglied
Hallo Andreas,

mit OAG bist du bei einem 12" SCT schon auf dem richtigen Weg. Ich fotografiere seit über 20 Jahren mit SCTs (8" und 2x10" Meade und 8" und 11" Celestron) und alle brauchten zwingend einen Off-Axis-Guider, weil es sonst bei Belichtungen von 5 Minuten (was meine bevorzugte Belichtungszeit ist) eierige Sterne durch Leitrohrshifting/Spiegelshifting gab. Als ich mein aktuelles 10" Meade ACF kaufte, das eine Spiegelarretierung hat, dachte ich, dass ich nun wieder auf Leitrohr umsteigen könnte. Das hat vier Nächte super geklappt, in der fünften aber nicht, und das war ausgerechnet eine tolle Nacht unter dunklem Landhimmel. Seither setze ich auch am ACF nur noch einen OAG ein.

Da ein langbrennweitiges Teleskop in sternenarmen Gegenden auch mit empfindlicher Nachführkamera Probleme haben kann, einen Leitstern zu finden (und das Bildfeld zur Leitsternsuche zu verschieben kommt für mich nicht in Frage), sollte der OAG eine möglichst weitgehende Verstellmöglichkeit für die Nachführkamera bieten. Das bekommt man z.B. beim Celestron Radial Guider und der umgebauten Variante davon von TS (wurde glaube ich unter TS 29mm OAG verkauft). Leider scheint es beide Varianten aktuell nicht mehr zu kaufen zu geben (jedenfalls nicht bei TS). Sonst kenne ich keinen OAG, der ähnlich flexible Verstellmöglichkeiten bietet. Vielleicht wirst du ja auf dem Gebrauchtmarkt fündig...
 

Hanibal

Mitglied
Den Celestron Radialguider hab ich auch. Er ist der beste, den ich hab. Wesentlich besser als der Original Moravian und der TSOAG9. Am nächsten kommt dem aktuell nur der Baader RCC OAG. Der Mitsuboshi OAG wär allerdings Highend. Auch der von SkyMeca.
 

RaBaeh

Mitglied
Hallo,
noch ein Nachtrag:
...sollte der OAG eine möglichst weitgehende Verstellmöglichkeit für die Nachführkamera bieten...
Bei einer EOS als Hauptkamera, hat man das Problem, dass man kaum Verstellmöglichkeiten nutzen kann. Der Guidefinger stösst immer irgendwo am Kameragehäuse an. Als ich noch mit Canon Geknipst habe, hatte ich den Lacerta OAG für Canon. Da ist das Bajonett fest am OAG und die Baulänge ist so gewählt, dass man autoatisch bei 55mm Arbeitsabstand landet.
Das ist aber erstmal ohne Bedeutung für den Einsatz am SC, da der Arbeitsabstand mit Reducer mit dem SC länger ist.

Grüße Rainer
 
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