Welches 2 Zoll Okular am C 9 SC?

marlo30

Mitglied
Hallo,

könnt ihr mir ein randscharfes 2 Zoll Okular für das C9 SC-Teleskop nennen? Es soll zur Weitfeldbeobachtung ausgedehnter Objekte dienen. Derzeit habe ich ein Hyperion aspheric 31 mm, bildet aber nur auf ca. 70 % punktförmig ab.

Grüße
Martin
 

b_schaefer

Mitglied
Interessant! Bei mir am f/5,6 Refraktor bildet das Hyperion bis zum Rand hin gut ab. Nun sagt man ja eigentlich, das SCT mit f/10 sollte eher gutmütiger sein. Da scheint aber die unterschiedliche Bildfeldwölbung zum Tragen zu kommen.

Ich weiß nicht, ob das so funktioniert, aber im Umkehrschluss könnte vielleicht ein Paragon ED bei Dir gut abbilden. Ich hatte mal ein Paar TS Paragon ED 30mm, die gingen bei mir gar nicht gut. Aber dass sie eine außergewöhnlich hohe Transmission haben, konnte ich trotzdem erkennen. Es gibt die auch noch mit 40mm Brennweite.

Viele Grüße,
Sebastian
 

marlo30

Mitglied
Hallo Sebastian,

das ist vielleicht ein Unterschied der im System liegt. Am Refraktor kanns demnach eben besser sein. Vielleicht kann ich mit einem Comacorrektor noch nachhelfen? Andere verwenden das 36er Hyperion aspheric am SC oder Nagler-Okulare.

Grüße
Martin
 

mbba18

Mitglied
Hallo,

mit SC's kenn ich mich auch nicht aus.
Ich kann nur das bestätigen was Sebastian geschrieben hat. Meine Hyperion's, auch das 31mm, bildet am Refraktor (120/600) gut ab.
Benutze es/die Hyperion's auch an einem Dobson (203/1200), dort konnte ich noch nicht's nachteiliges feststellen.
Liebäugle sogar damit, mir das 36mm zu holen.
 

MeisterDee

Mitglied
Hallo Martin,
wir benutzen an unserem C9,25 überwiegend 100° Okulare von Explore Scientific.
14 mm , 9mm und 5,5. Die Randschärfe ist absolut zufriedenstellend.
Das 5,5mm kann ich am C9 allerdings nicht mehr empfehlen.
Auch das 24mm 82° macht eine sehr gute Figur.
Ebenfalls sehr gut hat das ES 12mm bzw. 17mm LER mit 92° gefallen,
besonders der angenehme Einblick.
Ein Paragon 40mm nehmen wir zum Aufsuchen / für Überblick,
da ist die Randschärfe nicht mehr perfekt, aber zum Suchen völlig ausreichend.
CS
Dietmar
 

marlo30

Mitglied
Hallo Dietmar,

ich suche ja eine lange Brennweite für ein randscharfes Weitwinkelfeld in 2 Zoll, am Besten eben 30 bis 40 mm BW. Für meinen Dobson werde ich mir auch noch ein oder zwei 100 Grad Okus kaufen, dann könnte ich ein 9 mm am C9 mit verwenden. Die höheren Vergrößerungen mache ich derzeit mit Bino und Hyperions. Das 24mm ES könnte ich mir bei Gelegenheit auch mal ansehen. Ansonsten scheint es kaum etwas weitwinkliges, wie das Hyperion aspheric zu geben, das auch noch erschwinglich ist.

Grüße
Martin
 

Andreas_L

Mitglied
Hallo Martin,

da wäre ein Okular mit größtmöglicher Feldblende angesagt. Da gäbe es:

56mm Plössl (oder vergleichbar)
41mm Panoptik (oder vergleichbar)

Beide haben etwa das gleiche wahre Gesichtsfeld.
Das Plössl hat als Vorteil die größere Austrittspupille.
Das Panoptik hat als Vorteil das größere scheinbare Gesichtsfeld.

Ein Meade 56mm Plössl habe am C11 für Minimalvergrößerung genutzt. Ich war sehr zufrieden.

Viele Grüße
Andreas
 

Antares

Mitglied
Hi
geht es generell um 2" oder vor allem um größte Felder am SC? Das verwischt sich für mich ein wenig, weil u.a. ein 24 mm hier in Rede steht.
Größte wahre Felder wirst Du auch finden beim LVW 42 und dem 40 mm ES mit 68 Grad. In der Brennweitenlage bekommst Du wenigstens in den Bereich 4 mm AP und kannst Dir damit ggf noch ein paar Nebelchen erschließen. Das 40 iger hatte ich selbst am f/7 Apo eine Weile als Übersichtsokular. Dort war es sehr zufriedenstellend. Im Verbindung mit einem C9,25 kann ich allerdings keine Erfahrungen beisteuern.
CS
 

P_E_T_E_R

Mitglied
Hallo Martin,

Ein C9,25" hat natürlich (neben echten Abbildungsfehlern wie Koma) auch eine merkliche Bildfeldkrümmung(*), welche bei Okularen mit großer Feldblende dann zu einer Fokalverschiebung zwischen der Bildachse und dem Bildrand führt. Allerdings ist diese Bildfeldkrümmung ähnlich groß wie bei einem 5" f/5 Refraktor, bei dem andere Sternfreunde mit dem gleichen Hyperion aspheric 31 mm keinen wesentlichen Schärfeverlust am Rand bemerken.

Nun hängt ja die Bildschärfe am Rande auch von der Akkomodationsfähigkeit des Auges ab und das variiert durchaus für verschiedene Beobachter. Mit zunehmendem Alter kann man die Zeitung häufig nur noch mit einer Lesebrille lesen, eben weil die Fähigkeit des Auges nachlässt, auf unterschiedliche Entfernungen scharfzustellen.

Was kann man da tun? Man könnte hoffen ein spezielles Okular zu finden, dessen Feldkrümmung auf die vom Teleskop angepasst ist. So etwas ist mir aber noch nicht begegnet. Stattdessen könnte man eine Feldebnungslinse ausprobieren, wie sie bei fotografischen Anwendungen üblich ist. Oder Du arrangierst Dich mit dem Umstand, dass Du den äußeren Feldbereich nachfokussieren musst.

Gruß, Peter

________________________________________________________________
(*) Der Feldkrümmungsradius vom C9,25 dürfte etwa 230 mm betragen. Damit ergeben sich als Funktion des radialen Abstands folgende Fokalverschiebungen zwischen Bildrand und Bildachse

Code:
   radialer          fokale
   Abstand        Verschiebung
      r                z
    (mm)             (mm)
      0                0
      5             -0,054
     10             -0,217
     15             -0,490
     20             -0,871
     24             -1,256
 
Zuletzt bearbeitet:

mettling

Mitglied
Guten Morgen,

Mein 40mm Erfle (Williams SWAN 40mm) zeigt an meinem C8 eine sichtbare Randunschärfe, die es in meinem 80/560 ED-Refraktor nicht zeigt, trotz des schnelleren Öffnungsverhältnisses. Ich führe das auf die dem C8 eigenen Bildfehler (Koma, Bildfeldwölbung) zurück und habe mich daran gewöhnt. Nicht umsonst gibt es ja mittlerweile komareduzierte Versionen des 8"-SCTs.
Wie das beim C9,25 aussieht, kann ich Dir nicht sagen. Aber ich denke auch, dass es sich eher um Bildfehler des Teleskops handeln wird und weniger um Unzulänglichkeiten des Okulars. Man müsste halt mal ausprobieren, ob es Okulare gibt die mit den Eigenschaften des SCTs besser klar kommen als das Hyperion 31mm. Televue Panoptics wären einen Versuch wert, dieser Wert ist allerdings finanziell gemessen sehr hoch. ES ist allgemein eine brauchbare Alternative, wie es hier aussieht, kann ich aber nicht sagen. Ein Komakorrektor für das C9,25 ist mir nicht bekannt.
Ich habe mich mit der Randunschärfe in meinem 40mm-Okular arrangiert.

Bis dann:
Marcus
 

Taizon

Mitglied
Das würde mich auch interessieren.
Brillen können übrigens auch einen nicht zu vernachlässigenden Einfluß auf die Bildfeldwölbung nehmen,,.

Gruß,
T.
 
Zuletzt bearbeitet:

P_E_T_E_R

Mitglied
Der Feldkrümmungsradius vom C9,25 dürfte etwa 230 mm betragen.
Hallo Peter, ich hab bislang zum Thema Bildfeldkrümmung im Netz eigentlich kaum Daten gefunden - berechnest Du sie selbst?
Hallo Niki, wenn man die optischen Daten der Komponenten kennt, kann man die resultierende Feldkrümmung natürlich mit dem Petzval-Formalismus berechnen(*). Im vorliegenden Fall habe ich aber einfach in einer Tabelle von Starizona nachgeschaut: field curvature

Da wird für ein 8" f/10 SCT ein Feldradius von 200 mm angegeben, und für ein 12" f/10 SCT ist der Feldradius 310 mm. Für das hier thematisierte C9,25 habe ich dann einfach einen interpolierten Feldradius von 230 mm angenommen.

Gruß, Peter

______________________________________________________________________________________
Zum Petzval-Formalismus kann man viel in Amateur Telescope Optics von Vladimir Sacek nachlesen:

Image Field Curvature

Two-mirror Petzval and best image field curvature

Field-flattener
 

Manne

Mitglied
Habe mal mit 'edge sharpness' nach dem 9,25 gesucht - einige Ösis sagen, dass sich die PanO 27 und 22 dort 'pudelwohl gefühlt haben', allerdings an einem XLT; kann man vllt. auch auf die längeren Brennweiten adaptieren. Ich selbst bin mit dem 35mm PanO am kleinen 150mm-Intes-MC recht zufrieden.

Du könntest ggf. auch mal bei CN auf der Unterseite 'Cats ans Casses' nach dem entsprechenden 9.25 suchen - die sind in Amiland sicher recht verbreitet.

scharfer Gruß
Manfred
 
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