Welches 8x25 Kompaktfernglas?

#1
Hallo Astrogemeinde,
nachdem mein über 20 Jahre altes Minox allmählich blind wird suche ich ein neues kompaktes Faltglas als immer-dabei-Glas. Es ist nicht für astronomische Zwecke gedacht, da habe ich andere Kaliber im Einsatz.
In der engere Auswahl ist jetzt:
Nikon Sportstar EX 8x25
Kowa SV 8x25
Wer kann was zu diesen Gläsern sagen? In den Kritiken einschlägiger Online-Händler reichen da die Kritiken von Top bis Flop.
Für Eure Antworten im Voraus besten Dank.

CS
Roland
 
#2
Hallo Roland,

vorab, ich kann zu beiden Kandidaten nichts konkretes beitragen.

Aber ich habe in den letzten drei Jahren ca. 10 Ferngläser verschiedener Formate ausprobiert und habe eine Idee, warum die Kritiken so unterschiedlich ausfallen.

Ferngläser sind extrem individuell und es ist beinahe unmöglich von den Erfahrungen einer Person auf die Eignung für eine andere Person zu schließen.

Brille, Gesichtsgeometrie, Haltung, Vorlieben, Vergleichsmöglichkeiten sind einige der Punkte, die eine Bewertung beeinflussen.

Daher finde ich es schwierig, konkrete Modelle zu empfehlen. Ein paar Anhaltspunkte vielleicht trotzdem:

Wenn das Glas für körperlich anstrengende Aktivitäten gedacht ist (Radfahren, Bergsteigen) oder oft einhändig benutzt werden soll, würde ich eher zu 6-7 facher Vergrößerung, aber nicht zu leichtem Gerät raten. Der Bildeindruck wird etwas ruhiger, das Wackeln stört weniger. 400-500g scheinen mir ein guter Kompromiss aus „Wackeldämpfung“ und Transportabilität.

So eine geringe Vergrößerung macht sich auch gut, falls das Glas oft in der Dämmerung eingesetzt werden soll. Ich habe ein richtig kompaktes 6x32, welches dank über 5mm Austrittspupille bis weit in die Dämmerung funktioniert.

Zu kleine und leichte Gläser fördern ebenfalls die Wackelei. Meine 6x15/16 muss ich sehr konzentriert ruhig halten, um etwas erkennen zu können. Dafür sind sie kleiner als eine Zigarettenschachtel.

Wenn es zwar leicht, aber nicht unbedingt kompakt sein muss, kommen auch kleine Porros in Betracht. Das federleichte Fujifilm eventum 8.21 z.B. ist als ‚reverse porro‘ immer noch sehr klein, bietet mit 8,2° ein riesiges Sehfeld bei guter Abbildung. Eine Klasse besser wäre das Nikon SE II 8x30, allerdings auch deutlich ausladender und massiv teurer.

Wenn anhand der Ansprüche dann ein paar konkrete Kandidaten feststehen, kommt man ums Probieren nicht herum.

Viel Erfolg bei der Suche und viel Spaß dann mit dem Fernglas!

Viele Grüße,
Sebastian
 
#3
Hallo Roland,

ich bin da ganz bei Sebastian, geh los und probiere aus. Zu unterschiedlich sind die Anforderungen, als dass man da wirklich gut raten könnte. Zumal bei den Minigläsern der Ausschuss und die Edelsteine eng beieinander liegen.

Als ich auf der Suche nach einem möglichst kleinen Kompaktglas war, musste ich auch lange suchen und konnte viele Gläser die an sich nicht schlecht sind für mich ausschließen. Mir ist wichtig, das ganze Gesichtsfeld auch mit Brille überblicken zu können. Und ich wollte ein 8x20, also so klein wie möglich. Dazu gute Streulichtunterdrückung im Gegenlicht und natürlich auch gute Bildschärfe.
Die ganzen niedrig- und mittelpreisigen Gläser (auch von Nikon) waren wegen der Brille raus. Alle Tunnelblick, ich konnte nur einen Bruchteil des Gesichtsfeldes überblicken. Bei den höherwertigen gefielen mir dann einzelne Aspekte wie Handling, Bildschärfe und Abbildungsqualität nicht, bzw. es gab für wenig mehr Geld deutlich bessere Qualität.
So wurde es schließlich ein Leica Ultravid 8x20. Teuer, aber genial von Optik, Haptik und Packmaß. Ich liebe es und es ist mein mit großem Abstand meistgenutztes Glas.
Warum?
Weil ich es bei jedem Spaziergang mit dem Hund dabei habe! Denn es ist so klein, leicht und kompakt, dass ich es einfach immer schnell in seiner Tasche an den Gürtel hänge, auch wenn ich gar nicht vorhabe zu beobachten. Dadurch ist es immer dabei wenn ich wider Erwarten mal etwas interessantes sehe.
Ich bin super glücklich und der hohe Preis tat nur am Anfang weh. Mittlerweile bin ich froh über jeden Cent den ich ausgegeben habe.

Deshalb: probiere aus und finde das Glas das Dir am besten passt. das muss nun kein Leica oder Zeiss oder ähnliches sein. Aber rein auf Empfehlungen hin wirst Du das Glas das perfekt zu Dir passt kaum finden.

Viel Erfolg:
Marcus
 
#4
Hallo Roland,

na, wenn du bereits ein Taschenglas genutzt hast, kann das Thema Sinn Ja/Nein gestrichen werden.
Wo ist deine Preisgrenze?
Zum Kowa: HIER
Zum Leica: derzeitig beste Taschenglas am Markt, aber auch das teuerste.
Alternativ und günstiger das Trinovid, aber immer noch gut, mechanisch wie optisch.
Auch sehr sehr gut und ggf direkt nach dem Ultravid das Nikon High Grade Light 8x20 DCF WP. Musst schauen, ob der hinten liegende MT in Ordnung ist.

Wenn es zwingend ein 25mm sein soll, sicher besser für den Einblick und das Taschengeld stimmt, das Swaro CL Pocket 8x25 B. ==> Hier Vergleich zum Ultravid

oder oder oder............
 
#5
Hallo Roland,
ich hatte mal das Sportstar für meine Zwecke testen können - allerdings die 10fach-Variante. Sehr angenehm war das große Sehfeld.
Auffällig aber auch die einfache Blauvergütung an den Okularen. Das ist bis zu den heutigen Modellen so geblieben so meine ich. Hatte vor nicht allzulanger Zeit in einem Elektromarkt wieder eins aus Interesse angeschaut.

Effekt: die Transparenz und Bildhelligkeit leidet durch die bilige Vergütung offenbar enorm. Im Vergleich zu einem Vixen Atrek 10x25 sah das Sportstar EX nämlich in Sachen Bildhelligkeit richtig schlecht aus... Im Atrek sah es in der trüben Landschaft draußen testend aus, als wäre auf einmal die Sonne aufgegangen. Nikon am Auge - "Sonne" weg.

CS
Norman
 

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