Welches Planeten Okular

lunarus

Mitglied
Gestern habe ich Jupiter zum zweiten Mal mit meinem getunten Venus GTE und Vixen R114M beobachten.

Als worst case Okular habe ich das 12 mm Standard Okular vom Bresser Venus benutzt, und was soll ich
sagen, bereit mit diesem lassen sich im Venus die Wolkenbänder erahnen.

Bei beiden Teleskopen erziele ich das beste Beobachtungsergebniss mit meinem Planetenokular
Explore Scientific 70 mit 10 mm. Jetzt würde ich gerne die Lücke zwischen dem 10 mm und meinem 6 mm Plössl
schliessen und möchte ein 8 mm Planetenokular.

Leider gibt es dies von Explore Scientific nicht, welches Okular würdet Ihr für die o.g. beiden Teleskope empfehlen.

Grüsse aus Bayan

Peter

PS: Ich bin immer wieder erstaunt am Jupiter wie gering der Abstand zwischen dem Venus GTE und dem Vixen ist,
obwohl ich doch mit dem 10 mm Okular am Vixen 90 fache Vergrösserung und am Venus nur 70 habe, sind die Wolkenbänder (bzw. Wolkenstreifchen oder Wolkenstriche) deutlich in beiden Teleskopen zu erkennen,
im Venus GTE nur etwas kleiner, der GRF war nicht zu erkennen.

Kann ich bei Jupiter evtl. noch mit den Farbfilter etwas rausholen ?

Farbfilter.png
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Peter,

Du hast da also ein Bresser Venus 76/700 auf einer GTE-Montierung? Außerdem ein R114M 114/900.
Beide sind ja von der Brennweite her nah beieinander, so dass man mit gleichen Okularen erst einmal ähnliche Ergebnisse erwarten kann, solange man einigen Abstand von der Maximalvergrößerung des jeweiligen Geräts hat. Das Venus hat mit f/9 schon bei etwas mehr Okularbrennweite seine Grenze, als das R114M mit f/8. Während das R114M ein ca. 5,5mm Okular noch ein gutes Bild liefern sollte, hat das Venus seinen Grenzbereich eher um 6mm. Das bezieht sich aber auf gut funktionierende Optiken mit absolut korrekter Justage und gute Beobachtungsbedingungen sowie ausgekühlte Teleskope. Dagegen ist der Unterschied zwischen 70x und 90x eben wirklich nicht so groß, zumal bei 12 bis 16 Grad über dem Horizont Jupiter einfach schwer von der Luftunruhe geplagt wird. Gesetzt den Fall, beide Geräte würden mit dem jeweiligen Ideal-Okular (5,5mm und 6mm) betrieben kommen 115x und 160x jeweils als Maximum heraus und da wird der Unterschied dann offenbar.
Vorausgesetzt es ist alles in Ordnung, und da kommen wir zum leidigen Thema dieser Preisklasse. Das sind halte sehr günstige Kugelspiegel-Newtons. Vom R114M gibt es wohl ein paar seltene Exemplare, die insgesamt etwas wertiger produziert wurden, aber meistens stellt man fest, dass man da eigentlich nur eine andere Lackierung des üblichen China-Teils hat. Trotzdem haben die 114/900er allgemein noch einen besseren Ruf, als die ganz kleinen 76/700 Geräte. Das ist aber alles das reine herumdeuteln.

Insofern ist es richtig, dass Du einfach probierst. Ich würde auch wieder nach einem guten Plössl-Okular schauen. Und zwar eines, welches auf allen Linsen eine grüne Breitband-Multivergütung und keine blaue "Einschicht-Vergütung" trägt. So ein Plössl in ordentlichem Zustand sollte gebraucht für 20 bis 25 Euro machbar sein. Brauchst Du einen besseren Augenabstand, dann könnte ein Okular wie ein Planetary HR in Frage kommen. Es muss nicht exakt ein Planetary HR sein. Wenn Du Dich umschaust, findest Du das gleiche Okular unter ein paar mehr Labels und den lustigsten Namen.

Zum Filter: Falls das Deine Filterpalette ist, dann probiere den Hellblau-Filter für Jupiter und Saturn. Da kann man manchmal am roten Fleck und an den Wolkenstrukturen noch etwas herauskitzeln. Auch ein Neodym-Filter (es muss in der Preisklasse kein Baader Skyglow sein) kann helfen. Außerdem ist bei Jupiter immer wieder Blendung ein Problem, sobald man mit weniger Vergrößerung als mit ca. Öffnung[mm] geteilt durch 0,7 beobachtet. Hier hilft "Umgebungslicht": Wer alleine Beobachtet, kann seinen Tubus mit einer Taschenlampe beleuchte, oder eben auch ein Graufilter. Bei der kleinen Öffnung sollte der aber nicht zu stark sein. Ein 2x Grau macht Sinn, ist aber nicht so leicht zu finden.

Clear Skies
Sven
 

lunarus

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Hallo Sven,

vielen Dank für deine umfangreiche Antwort. Das Venus GTE ist auf einem Dobson. GTE steht für GeTunedEy.
Tuning Maßnahmen waren u. a. das Auskleiden mit Velour, die Fangspinne mit Blecharmen, FS-Körper auf 21 mm
Durchmesser verkleinert und HS Halterung als Ring d.h. ohne Klammern.

Ich habe das hier im Thema Tchibo Tuning beschrieben.

Hier ein Vergleich, links Venus Orginal und rechts Venus GTE
Filmdose-Vgl-00.png


Der Vixen R114M ist noch ein Japan Vixen und bisher noch ungetuned weil ich eben die beiden vergleichen will.
Später möchte ich alle Tuning Massnahmen des Bresser Venus auch am Vixen vornehmen. Beide Geräte sind,
wie ebenfalls im Tchibo Tuning beschrieben, optimal justiert mit Filmdose, Cheshire, Concenter und Justierlaser.

Bei meinen Jupiter Beobachtungen kann ich bei beiden Teleskopen ab 10 mm Okular keine Verbesserung mehr
erzielen. Beobachtungsort ist mein Balkon in der Vorstadt einer Großstadt mit einer Straßenlaterne in ca. 80 Meter
Entfernung. Ich denke ich sollte mal aufs Land fahren mit den beiden Teleskopen.

Hier noch eine Liste meiner Okulare

Huygens (Orginal Okulare) mit 4 mm, 12,5 mm und 20 mm FOV = 40
Plössl 6 mm, 9 mm, 15 mm FOV = 50
Meade Super Plössl 20 mm FOV = 52
Omegon Super Plössl 32 mm FOV = 52
Explorer Scientific 10 mm FOV = 70
TS-Optics 1,25"-Ultra-Weitwinkel-Okular UWAN 4mm, 82° Gesichtsfeld

Barlow 2x TS-Optics TSBF1
Umkehrlinse 1,5x
Explorer Scientific Grey Filter ND0.9

Ist es im Bezug auf das Gesichtsfeld besser mit dem 10mm Okular (FOV 70) und der 2x Barlow zu beobachten
oder dem 6 mm (FOV 50).

Leider ist es bei uns in Bayan gerade sehr wolkig und ich komme nicht zur Fortsetzung meines Vergleichs.

wünsche klare Nacht

Peter
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Peter,

Ich hatte ja schon durchgerechnet, bis zu welchen Okularbrennweiten die Optiken nach was leisten müssten, wenn sie OK wären. Das gilt für Jupiter auch aus der Stadt, allerdings je nach lokaler Luftunruhe vielleicht nur Blickweise. Durch's Fenster, egal ob offen oder zu, wird es nicht gehen. Jedenfalls steht zu befürchten, dass die Optiken beide nicht besonders gut sind.
Bei der Jupiter-Beobachtung ist das Gesichtsfeld beinah egal, nur mit 50° musst Du öfters nachschubsen - jedenfalls solange das 70° Okular nicht am Rand erkennbar unscharf wird, so dass man Jupiter gar nicht durch diesen Bereich durchlaufen lässt. Außerdem sind effektiv 5mm aus 10mm und 2x Barlow ja auch nicht besser, wenn es schon mit einem 6mm Plössl nichts an Detail dazu gibt.

Clear Skies
Sven
 

lunarus

Mitglied
Guten Abend Sven,

Danke für deine Antwort. Die Frage mit dem 10 mm Okular und 2x Barlow war nicht speziell für Jupiter sonder allgemein.
Außerdem habe ich gehofft, dass die Tuning Massnahmen beim Venus dann vielleicht doch 5 mm zulassen.

Sobald hier in Bayan die Gewitter durch sind, werde ich meinen Vergleichstest weiterführen.

Auch dir clear skies

Peter

PS: Auf den lokalen Ebay Kleinanzeigen lief mir heute eine "TS Optics HR Planetenokular 8 mm" für 39 EUR über den Weg, da habe ich dann zugeschlagen.
 

komposer

Mitglied
Hallo Peter,

gute Entscheidung, ich bin mit meinem 8mm Planetary sehr zufrieden und verwende es recht häufig, da 8mm auch bei schlechteren Bedingungen noch gut einsetzbar ist.

Gruß,
Holger
 
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