Wer kann was zum TS-Optics 115F/7 Apo sagen | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Wer kann was zum TS-Optics 115F/7 Apo sagen

Alnitak

Mitglied
Hallo,
wie im Betreff beschrieben würde ich gerne Meinungen zur Qualität dieser Optik wissen :

TS-Optics 115mm f/7 Triplet APO Objektiv​

Kennt die jemand und hat sie getestet bzw. Erfahrung damit machen können ?
Freu mich über jedes posting
Grüße
Christian
 

coltrane

Mitglied
Ich hatte mal kurz so ein Teil. Farbfehler sehr gering, Sternabbildung bei hoher Vergrößerung aber nicht lehrbuchmäßig. Zu viel Licht in den Beugungsringen, dadurch viel mehr Seeing-Probleme als bei meinem nebendran stehenden 120/1000 Achromat. Ich verbrachte mehr Zeit zum fokussieren als zum beobachten. Kann nutürlich ein Ausreisser gewesen sein, aber dieses Exemplar war jedenfalls nicht das was ich unter einem Apo verstehe. Für Foto ok, für hohe Ansprüche bin ich bei all diesen billig Apos skeptisch.
 

Alnitak

Mitglied
Hallo,
so etwas in der Art hab ich mir auch gedacht. Ach was wird da das blaue vom Himmel beworben für diese Optiken.....:sneaky:
 

Frabo

Mitglied
Hallo zusammen,
ich habe das Teleskop seit bald fünf Jahren. Als ich es erhielt, habe ich mich geärgert: Es war (vielleicht durch den Transport) nicht korrekt kollimiert und die Sternabbildung war grauenhaft. Ich hab's dann noch einmal zurückgeschickt und seitdem habe ich ein Tolles teleskop. Die Frage, die man sich ehrlicherweise stellen muss, ist: Was kriege ich für's Geld? Ein Vergleich mit deutlich teureren Apos ist sicherlich nicht gerecht, aber für meine Zwecke ist es prima. Genau so ist es übrigens bei einem "Kollegen" von mir, der ebenso mit dem Teleskop zufrieden ist. Die Fokussierung ist etwas frickelig, denn um eine möglichst farbreine Abbildung zu ereichen, muss man ziemlich genau fokussieren. Aber das sollte man ja eh... man muss halt überlegen, was man haben will und wie viel man bereit ist, dafür auszugeben. Für meine Ansprüche reicht das mehr als genug. Vielleicht kennst du ja jemanden in der Nähe, der einen solchen Apo hat. Dann würde ich mal durchschauen und mir ein paar Aufnahmen zeigen lassen.
Liebe Grüße
Frank
 

Antares

Mitglied
Hi,
ich kenne aus meinem Umfeld 2 dieser Geräte.
Die Geräte sind grundsätzlich recht gut, visuell quasi frei von Farbfehler und vom Preis her attraktiv.
Ich finde sie brauchen viel Auskühlzeit - würde mich stören - und das was die anderen über das Fokussieren sagen habe ich auch so erlebt.
Gemessen am Preis sicher interessant, aber eben kein Takahashi TSA120, dessen Brillianz und Perfektion im Bild einfach nicht erreicht wird.
CS
 

andesit

Mitglied
Hallo,

hab mal zufällig einen Astrokollegen am Berg an meinem liebsten Beobachtungsplatz in ca. 1500 m Seehöhe getroffen. Ich hab damals einen Vixen Refraktor gehabt mit ein klein wenig mehr Öffnung und dafür einem in meinen Augen eher moderaten Farbefehler (vielleicht die Hälfte vom 102M von Vixen, den ich auch mal besaß) und er den genannten 115er. Die Bedingungen waren gut und wir sind hin und her gewechselt und was soll ich sagen, das Bild im 115er war einfach ein wenig besser. Am Jupi sah man es am Deutlichsten. Aber auch an DS Objekten. Wir sind beide zu dem Schluss gekommen bei allen was wir so eingestellt haben und haben dann die Okulare getauscht, ich hab ausser einem Tak 5 mm LE jetzt keine ausgesucht Guten. Er hat sich sichtlich gefreut, weil er auch keinen direkten Vergleich vorher gehabt hat.

Preislich" war mein Vixen neu teurer, die Details zeigte der 115er klarer. Und meiner war sicher kein Gürkchen, er zeigte schon was 120 mm zeigen müssen. Nur der Restfarbfehler machte den Unterschied.

Wenn Geld so gar keine Rolle spielt, ja zum Beispiel ein Tak ist "brutal kontrastreich", da hatte ich mehrere Jahre den FS78 Fluorit, der ist deutlich besser, kostete damals aber ein wenig mehr als der 115er heute aber wenn er auch noch so scharf und kontrastreich abbildet, bei spätestens 160 Fach war Schluß, weil es zu dunkel wird. Ausserdem nützt es nicht mehr viel wenn man beginnt das Beugungsscheibchen immer größer abzubilden. Dafür kann man sich am perfekten Sterntest erfreuen nur der 115er verbläst den in der Detailerkennung trotzdem einfach. Die drei Geräte kosten eben ca. dasselbe und sind daher eher vergleichbar als der 120er Tak, der schon in einer anderen Liga diesbezüglich spielt.

Ich meine für einen absoluten Premiumrefraktor spricht, dass es praktisch unmöglich ist einen nicht fast perfekten zu bekommen. Hab auch mal einen FS 102 gesehen, der mir privat angeboten wurde, dieselbe Perfektion. Es ist klar, dass eine aufwändige Qualitätskontrolle Geld kostet. Zufällig hab ich mal zusammen mit jemanden je einen 20x80 Feldstecher geordert, eben auch einen der "günstigen" Sorte, hab zufällig den genommen der schön abbildet, der andere bereitet Kopfschmerzen beim Durchschauen. Aber auch hier ist eine Premiummarke nicht alles. Hab mal durch einen Feldstecher einer europäischen Edelmarke geguckt, dessen Preis höher angesiedelt ist als dieses Teleskop und bei Jägern (der Besitzer war einer) unglaublich beliebt. Selten hab ich durch irgendeine Optik ein schlechteres Bild gesehen als durch dieses Glas, krasse Bildfeldwölbung, irgendwie alles dunkel ohne Brillanz und ab der Mitte des Gesichtsfelds zum Rand unscharf. Und auf einer Messe durch eins von deren Spektiven, auch das war ziemlich schlecht.

Von der Mechanik, naja da ist der Tak auch besser, nur die alten Vixen können mit den neuen Chinesen keinesfalls mit. Die Okularauszüge sind inzwischen durchaus sehr gut, ich selber hab einen anderen ED, aber soweit ich weiß wird bei den Photoline überall derselbe verbaut. Läuft rund und butterweich.

Soweit ich das sehe haben die in Fernost schon deutlich aufgeholt, es gab auch mal eine Zeit als man über "billigem Zeug aus Japan" die Nase rümpfte.

Der alte Spruch gilt halt immer, selber durchschauen und sich eine eigene Meinung bilden. Wenn man die Objekte seit Jahren kennt sieht man eh sofort was bei gegebenen Bedingungen im Auge landen muss.

Schönen Abend
Franz
 
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